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Krebs vorbeugen: Rauchstopp mithilfe von E-Zigaretten

Neue Studienübersicht veröffentlicht

Raucherinnen und Rauchern fällt das Aufhören mithilfe von nikotinhaltigen E-Zigaretten leichter als mit pharmazeutischen Nikotinersatzprodukten. Fragen zu langfristigen Folgen von E-Zigaretten bleiben aber offen.

Eine E-Zigarette mit dem Symbol für Nichtraucher.
Nikotinhaltige E-Zigaretten können Raucherinnen und Rauchern beim Rauchstopp helfen. © Stephen Noble, Unsplash

Rauchen ist ungesund. Raucherinnen und Raucher atmen neben Nikotin eine ganze Menge an Giftstoffen ein. In Deutschland erkranken deshalb schätzungsweise rund 85.000 Menschen im Jahr neu an Krebs. Damit ist Rauchen für etwa jede 5. Krebsneuerkrankung verantwortlich. Das macht Tabakrauch zum wichtigsten vermeidbaren Risikofaktor für Krebs.

Das Aufhören fällt vielen Raucherinnen und Rauchern jedoch schwer. Damit ihnen der Rauchstopp gelingt, können sie auf Nikotinersatzprodukte aus der Apotheke zurückgreifen. Diese sollen ihnen beim Aufhören helfen, indem sie dosierte Mengen Nikotin abgeben. Dazu gehören zum Beispiel das Nikotinkaugummi und das Nikotinpflaster. Die Nikotinersatzprodukte aus der Apotheke sind als Arzneimittel zugelassen. Für die Zulassung haben sie medizinische Studien durchlaufen.

In den letzten Jahren ist ein weiteres Produkt hinzugekommen, das Aufhörwillige mit Nikotin versorgen kann: die E-Zigarette. Bei ihr handelt es sich um ein Lifestyle-Produkt, dass nicht als Arzneimittel zugelassen ist. Trotzdem gibt es viele Studien, die die Wirksamkeit der E-Zigarette beim Rauchstopp untersucht haben.

Die Autorinnen und Autoren der Cochrane Collaboration haben 78 Studien zu Rauchstopp-Versuchen mithilfe der E-Zigarette und anderen Mitteln bewertet und die Ergebnisse in einer Studienübersicht zusammengefasst. Ihre Frage: Kann die E-Zigarette Raucherinnen und Rauchern beim Aufhören helfen?

Das Ergebnis der Studienübersicht

Cochrane Collaboration

Die Cochrane Collaboration ist ein internationales Netzwerk von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Das Netzwerk gibt regelmäßig evidenz-basierte Übersichtsarbeiten (Reviews) zu unterschiedlichen Fragestellungen der Medizin und Gesundheit heraus.

Menschen, die mit dem Rauchen aufhören wollen, gelingt der Rauchstopp mit nikotinhaltigen E-Zigaretten besser als mit pharmazeutischen Nikotinersatzprodukten oder nikotinfreien E-Zigaretten, so das Ergebnis der Studienübersicht.

Demnach schaffen 9 bis 14 von 100 Raucherinnen und Raucher einen Rauchstopp von mindestens 6 Monaten mithilfe nikotinhaltiger E-Zigaretten. Bei den herkömmlichen Nikotinersatzprodukten sind es 6 von 100 und bei nikotinfreien E-Zigarette 7 von 100. Ganz ohne Hilfsmittel gelingt ein Rauchstopp 4 von 100 Raucherinnen und Rauchern.

Aufgrund der Qualität der zugrundeliegenden Studien schätzen die Autorinnen und Autoren die Gewissheit des Ergebnisses als hoch ein. Sie weisen aber darauf hin, dass die Langzeitfolgen des E-Zigaretten-Konsums noch nicht bekannt sind. Bereits bei kurzem und mittelfristigen Gebrauch von E-Zigaretten können Beschwerden auftreten.

Nebenwirkungen des E-Zigaretten-Konsums:

  • Reizung von Rachen und Mund
  • Kopfschmerzen
  • Husten und Übelkeit

E-Zigarette zum Rauchstopp nicht empfohlen

Die Wirksamkeit allein reicht allerdings nicht aus, um die E-Zigarette für den Rauchstopp allgemein zu empfehlen. Zu diesem Schluss kommen die Autorinnen und Autoren der medizinischen Behandlungsempfehlung zu Rauchen und Tabakabhängigkeit. Sie sehen den Einsatz der E-Zigarette lediglich für Personen als geeignet an, denen der Rauchstopp mit pharmazeutischen Nikotinersatzprodukten nicht gelungen ist oder die diese ablehnen.

Sie bemängeln unter anderem die Uneinheitlichkeit der E-Zigaretten-Produkte und dass die Rezeptur der sogenannten Liquids variieren kann. Außerdem sehen sie die Gefahr, dass Raucherinnen und Raucher nach dem Rauchstopp dauerhaft die E-Zigarette nutzen. Studien haben gezeigt: Ein großer Teil der Raucherinnen und Raucher, die einen Rauchstopp schaffen, nutzen die E-Zigarette nach 6 Monaten immer noch.

"Auch E-Zigaretten bergen Gesundheitsrisiken"

Die Studienlage im Blick hat auch die Stabsstelle Krebsprävention des Deutschen Krebsforschungszentrums. "Derzeit werden E-Zigaretten nicht zum Rauchstopp empfohlen", betont Dr. Katrin Schaller, kommissarische Leitung der Stabsstelle.

"Wer dennoch E-Zigaretten zur Unterstützung des Rauchstoppversuchs verwenden möchte, sollte auf jeden Fall vollständig auf E-Zigaretten umsteigen und langfristig auch den E-Zigarettenkonsum einstellen, denn auch E-Zigaretten bergen Gesundheitsrisiken", so Schaller weiter.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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