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Lymphödem bei Krebs: Symptome lindern

Mehrere Verfahren können im fortgeschrittenen Stadium helfen

Lymphödeme entstehen, wenn sich eiweißreiche Flüssigkeit (Lymphflüssigkeit) im Gewebe ansammelt. Wie sich die Beschwerden von Betroffenen ohne Medikamente lindern lassen, haben Fachleute in einem Bericht zusammengefasst.

Person auf einer Liege zieht einen Stützstrumpf an. © Tibanna79, Shutterstock
Lymphödem behandeln: Kompressionsstrümpfe üben einen leichten Druck auf das Gewebe aus. Das hilft dabei, dass die Flüssigkeit im Gewebe leichter abfließen kann. © Tibanna79, Shutterstock

Ein Lymphödem kann für Krebserkrankte sehr belastend sein: Bestimmte Körperbereiche – meist die Arme oder Beine – schwellen an, sind schwer, fühlen sich fremd an und spannen. Das schränkt nicht nur die Beweglichkeit ein, sondern kann auch Schmerzen verursachen.

Viele Betroffene belastet das Lymphödem auch psychisch: aufgrund der sichtbaren Schwellungen oder Hautveränderungen fühlen sie sich beispielsweise in der Öffentlichkeit unwohl.

Wenn Krebspatientinnen oder Krebspatienten eine Bestrahlung erhalten oder Lymphknoten entfernt werden, kann ein Lymphödem entstehen. Beispielsweise sind nach einer Brustkrebs-Operation etwa 17 von 100 Brustkrebspatientinnen davon betroffen. Ist das Lymphödem fortgeschritten, brauchen Betroffene häufig eine jahrelange oder sogar lebenslange Therapie, um Beschwerden zu lindern.

Nach der Anfrage einer Bürgerin haben Sachverständige im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) anhand bisheriger Studien untersucht, ob sich Symptome bei fortgeschrittenen Lymphödemen durch nicht- medikamentöse Verfahren lindern lassen. In einem sogenannten HTA-Bericht (Abkürzung für "Health Technology Assessment") haben die Fachleute das Ergebnis zusammengefasst und veröffentlicht1.

Das Ergebnis des HTA-Berichts

Laut der Sachverständigen gibt es 4 Verfahren, die gleichwertig helfen können, Beschwerden bei einem fortgeschrittenen Lymphödem zu lindern.

  • Kompressionstherapie: Patientinnen und Patienten können Kompressionsbandagen oder -strümpfe tragen. Das übt einen leichten Druck auf die betroffene Körperregion aus und kann unterstützen, die Flüssigkeit aus den Lymphgefäßen abzutransportieren.
  • Heimprogramme: Betroffene können zu Hause auch Bewegungs- und Atemübungen machen oder Selbstmassagetechniken anwenden, um Schmerzen zu lindern. Worauf sie bei den Übungen achten müssen, können ihnen Fachleute vorab erklären.
  • Operation: Bei dem Eingriff werden den Betroffenen Lymphknoten aus einer anderen Region des Körpers in die vom Lymphödem betroffene Region transplantiert (Lymphknotentransfer). Das kann Schwellungen und Schmerzen verringern.
  • Intermittierende pneumatische Kompression: Betroffene legen eine Manschette um den Körperbereich mit dem Lymphödem an. Die Manschette ist an eine Pumpe angeschlossen und erzeugt einen wechselnden Druck. Dadurch lässt sich die angestaute Flüssigkeit aus dem betroffenen Körperbereich drücken.

Gut zu wissen: Fachleute empfehlen manche dieser Maßnahmen bereits über die sogenannte komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE)2. Dazu gehören Massagen des betroffenen Gewebes (manuelle Lymphdrainage), eine Kompressionsbehandlung, eine spezielle Bewegungstherapie, sorgfältige Hautpflege und eine umfassende Aufklärung zur Erkrankung.

Therapie beim Lymphödem: Forschungsbedarf besteht weiterhin

Aus dem HTA-Bericht geht ebenfalls hervor, dass es zur Therapie beim Lymphödem weiterhin Forschungsbedarf gibt:

  • Die Sachverständigen konnten nicht vollständig den Schaden und Nutzen der Verfahren abwägen, da Schäden meist nicht in Studien untersucht wurden.
  • Fast alle Studien untersuchten Frauen mit Lymphödemen an den Armen nach einer Brustkrebstherapie. Daher lassen sich die Ergebnisse nur bedingt auf andere Krebserkrankungen übertragen.
  • Bisher fehlen einheitliche Standards, damit sich Studien besser miteinander vergleichen lassen. Zum Beispiel, nach welchen Kriterien der Schweregrad eines Lymphödems eingeteilt wird.




Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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