Für Alle

Sie sind Krebspatientin oder Krebspatient, Angehöriger, Freund oder Interessierter und haben Fragen zu Krebs?

0800 – 420 30 40

Telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

krebsinformationsdienst@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Für Fachkreise

Sie sind an der Versorgung von Krebspatienten beteiligt und benötigen unabhängig und neutral recherchierte Fakten zu Krebs?

0800 – 430 40 50

Telefonisch Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

kid.med@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Aktuelles

Hautkrebs vorbeugen: Wie viel Sonnenschutz muss sein?

Wissenswertes zum Hautkrebsmonat Mai

Um Hautkrebs vorzubeugen, sollte man sich angemessen vor der ultravioletten Strahlung der Sonne schützen. Doch was bedeutet "angemessen"? Und auf was sollten Krebspatienten besonders achten? Wir geben einen Überblick.

Eine Grafik zeigt, dass die Wetterlage, die Höhenlage, der Hauttyp und die Reflektion der Sonnenstrahlen beeinflussen, wie viel Sonnenschutz man benötigt. Wie stark der Einfluss der Reflektion und der Höhenlage ist, hängt auch davon ab, wie stark die Sonne scheint. Außerdem können Medikamente oder ein vorheriger Hautkrebs den notwendigen Sonnenschutz beeinflussen.
Diese Faktoren beeinflussen, wie viel Sonnenschutz man benötigt. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Fast jedes Kind weiß: wenn die Sonne stark scheint muss ich meine Haut gut schützen. Auch Menschen mit heller Haut wissen in der Regel, dass sie besonders auf einen ausreichenden Sonnenschutz achten sollten. Doch darüber hinaus gibt noch weitere Faktoren, die oft weniger bekannt sind. Wer einschätzen möchte, wie viel Sonnenschutz in der aktuellen Situation angemessen ist, sollte auch diese Aspekte berücksichtigen.

Wetter, Berge und Co.

Wie stark die Sonne scheint, kann sich erheblich unterscheiden. Vor allem die Jahreszeit und die Bewölkung beeinflussen, wie viel ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) auf die Erde trifft. Der sogenannte UV-Index hilft dabei, die aktuelle Sonnenstrahlung an einem bestimmten Ort abzuschätzen. Je stärker die Sonne scheint, desto mehr sollte man die Höhenlage und Reflexion beachten.

Lexikon

Höhenlage: Höhe/Lage über dem Meeresspiegel
Reflektion: Sonnenstrahlung wird von einer Oberfläche zurückgeworfen

Wenn man sich in den Bergen aufhält, wirkt die UV-Strahlung stärker auf den Menschen als in tieferen Gebieten. Im Gebirge benötigt man also generell mehr Sonnenschutz. Dies gilt besonders, wenn die Sonne stark scheint.

In jeder Höhenlage kann die UV-Strahlung außerdem von Wasser, spiegelnden Flächen und hellen Untergründen, wie etwa Sand oder Schnee, reflektiert werden. Und je stärker die Sonne scheint, desto mehr wird reflektiert.

Der individuelle Hauttyp

Nicht jede Person ist gleich empfindlich gegenüber UV-Strahlung. Der persönliche Hauttyp bestimmt wie stark man sich vor der Sonne schützen sollte. Generell gilt: Je heller die Haut, desto empfindlicher sind Menschen gegenüber der Sonne.

Doch Achtung: Auch Menschen, die eher unempfindlich gegenüber der Sonne sind, sollten ihren Eigenschutz nicht überschätzen und sich angemessen schützen. Denn Hautschäden wie etwa Sonnenbrände sind bei Menschen mit sehr dunkler Haut zwar selten, aber nicht ausgeschlossen.

Zu den einzelnen Hauttypen informieren wir in unserem YouTube-Video Hautkrebs-Vorbeugung: Die verschiedenen Hauttypen. Wer den eigenen Hauttyp kennen möchte, kann ihn auf der Internetseite des Bundesamts für Strahlenschutz testen. Letztlich können aber nur Hautärztinnen oder Hautärzte den Hauttyp zuverlässig bestimmen.

Bestimmte Medikamente und Vorerkrankungen

Wenn Menschen bestimmte Medikamente einnehmen oder bereits Hautkrebs haben oder hatten, sollten sie besonders auf einen wirksamen Sonnenschutz achten.

Immunsuppressiva: Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken, erhöhen das Hautkrebsrisiko. Vor allem Personen mit einer schweren Autoimmunerkrankung oder die ein Organ transplantiert bekommen haben, nehmen derartige Medikamente ein.

Darüber hinaus gibt es noch Medikamente, die die Haut empfindlicher gegenüber Sonnenstrahlung machen. Zu diesen sogenannten Photosensibilisatoren gehören:

  • viele Krebsmedikamente, wie etwa manche Substanzen, die für eine Chemotherapie oder eine zielgerichtete Therapie eingesetzt werden.
  • einige unterstützende Arzneimittel, wie etwa bestimmte Antibiotika, Kortikosteroide oder Antidepressiva.

In wie weit Photosensibilisatoren das Hautkrebsrisiko beeinflussen, ist noch nicht ausreichend untersucht. Fest steht aber: Wer solche Arzneimittel einnimmt, bekommt mitunter schwere sonnenbrandähnliche Hautreaktionen, juckende Flecken oder Hautverfärbungen. Denn diese Medikamente können – vor allem unter dem Einfluss der Sonne – die Haut schädigen oder zu allergischen Reaktionen führen.

Vorheriger Hautkrebs: Menschen, die bereits an Hautkrebs oder einer Vorstufe von Hautkrebs erkrankt sind oder waren, benötigen ebenfalls einen konsequenten Sonnenschutz. Dies soll weitere Hautschäden vermeiden.

Fazit: Der richtige Sonnenschutz

Wie stark Sie sich vor der UV-Strahlung der Sonne schützen sollten, ist individuell verschieden und hängt davon ab:

  • welcher Hauttyp Sie sind,
  • wie stark die Sonne scheint,
  • in welcher Höhe Sie sich befinden,
  • ob es in Ihrer Nähe reflektierende Flächen gibt,
  • ob Sie bestimmte Medikamente einnehmen und
  • ob Sie schon Hautkrebs oder Vorstufen davon hatten.

So können Sie Ihre Sonnenschutz-Maßnahmen entsprechend anpassen.

Gut zu wissen

Was es beim Sonnenschutz zu beachten gibt, lesen Sie unter Hautkrebs vorbeugen: Schutz vor UV-Strahlung.

Starker Sonnenschutz: Fachleute empfehlen Menschen, die einen besonders wirksamen Sonnenschutz benötigen, vor allem die pralle Sonne zu vermeiden und eine Sonnenbrille, eine Kopfbedeckung sowie lichtundurchlässige lange Kleidung zu tragen. Außerdem sollten Betroffene ein Sonnenschutzmittel mit sehr hohem Lichtschutzfaktor (50+) und UV-A-Filter verwenden und dieses regelmäßig nachcremen.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

powered by webEdition CMS