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Armut führt früher zu Krebs

AOK Onkologiereport 2021

Eine AOK-Studie zeigt: Haben Menschen weniger Geld und einen niedrigen sozialen Status, sind sie deutlich jünger, wenn sie an Krebs erkranken, als Menschen mit höherem sozialen Status. Dafür kann es mehrere Gründe geben.

Zwei Hände öffnen einen leeren Geldbeutel.
Arm sein verschlechtert die Gesundheitschancen und erhöht das Risiko für Krebs. © Andrew Khoroshavin, Pixabay

Der diesjährige Onkologie-Report der AOK Rheinland/Hamburg bestätigt was schon länger bekannt ist: Ein geringes Einkommen und ein damit verbundener niedrigerer sozialer Status erhöht das Risiko, früher im Leben an Krebs zu erkranken.

Niedrige Rente – früher Krebs

Um herauszufinden, ob sich der soziale Status auf die Krebsneuerkrankungsrate auswirkt, hat die AOK Rheinland/Hamburg die Krankheitsdaten der bei ihnen versicherten Menschen im Rentenalter ausgewertet.

Die Einkommen aus der gesetzlichen Rentenversicherung dienten dabei als Gradmesser für den sozialen Status: Die Höhe der Rente zeigt, welches Einkommen Menschen im Alter haben und was sie in früheren Jahren verdienten.

Ergebnis: Es zeigt sich, dass Personen mit niedriger Rente (weniger als 800 Euro monatlich) durchschnittlich 7 Jahre früher an Krebs erkranken, als Personen mit mittlerer oder hoher Rente. Das gilt unabhängig von der Krebsart und für Männer und Frauen gleichermaßen.

Beispiele:

  • Männer mit einer Rente von unter 800 Euro im Monat sind im Schnitt erst 70,3 Jahre alt, wenn sie die Diagnose Darmkrebs erhalten. Bei einer Rente von mehr als 1.600 Euro liegt das durchschnittliche Erkrankungsalter bei 77,6 Jahren.
  • Haben Frauen eine Rente von unter 800 Euro, erkranken sie im Schnitt mit 72,8 Jahren an Brustkrebs. Mit einer Rente von mehr als 1600 Euro sind Frauen durchschnittlich 80,4 Jahre, wenn sie die Diagnose Brustkrebs erhalten.

Vermutete Ursachen

Verschiedene Faktoren beeinflussen das Krebsrisiko: Neben zufälligen und vererbten Fehlern im Erbgut, Umweltfaktoren und Krankheitserregern, spielt auch der persönliche Lebensstil eine große Rolle.

Die AOK weist in ihrem Report darauf hin, dass soziale Unterschiede zwischen den Menschen insbesondere das Gesundheitsverhalten und den Lebensstil beeinflussen. So wirken sich bei Menschen mit niedrigem Einkommen und damit verbunden niedrigerem sozialen Status vor allem folgende Risikofaktoren für Krebs besonders aus:

  • der höhere Anteil an Raucherinnen und Rauchern,
  • weniger sportliche Aktivität,
  • ein ungünstiges Ernährungsverhalten und
  • die stärkere Verbreitung von krankhaftem Übergewicht (Adipositas).

Dieses Ergebnis bietet auch eine Chance: Für die Autorinnen und Autoren des AOK-Reports legen die Ergebnisse nahe, dass sich das frühere Erkrankungsalter sozial benachteiligter Menschen vermeiden ließe. Helfen würde, soziale Unterschiede abzubauen und sozial benachteiligte Menschen zu unterstützen, etwa durch einen besseren Zugang zu gesundheitsförderlichen und gesundheitsschützenden Maßnahmen. Beispiel sind kostenlose Sportangebote, Zugang zu bezahlbarer, gesunder Ernährung und eine bessere Aufklärung über die Ursachen von Krebs.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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