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Metastasen mit unbekanntem Ursprungstumor

Das Phänomen CUP-Syndrom

Patientinnen und Patienten mit einem CUP-Syndrom haben Metastasen im Körper, ohne dass sich der Ausgangstumor finden lässt. Wie kann es dazu kommen? Und was erwartet Betroffene in dieser Situation? Wir geben Antworten.

Patienten mit CUP-Syndrom haben Metastasen im Körper, der Ursprungstumor aber kann nicht gefunden werden.
Bei einigen Krebspatientinnen und Krebspatienten mit Metastasen bleibt auch nach der Diagnostik der Ausgangstumor unbekannt. © Krebsinformationsdienst, DKFZ

Das CUP-Syndrom gehört zu den häufigen Krebsneuerkrankungen in Deutschland. Das bedeutet: Viele Patientinnen und Patienten sind mit der schwierigen Situation konfrontiert, dass bei ihnen Krebs in Form von Tochtergeschwülsten (Metastasen) festgestellt, der Ursprungstumor jedoch nicht gefunden wird.

Diese spezielle Krebserkrankung geht mit einigen Besonderheiten einher. Besonders belastend ist für Betroffene zumeist, nicht zu wissen woher die bereits fortgeschrittene Krebserkrankung kommt. Außerdem kann sich die Diagnostik möglicherweise länger hinziehen, da Ärztinnen und Ärzte intensiv nach dem Ursprung der Krebszellen suchen.

Oft lange Diagnostik beim CUP-Syndrom

Bei Patientinnen und Patienten mit dem Verdacht auf ein CUP-Syndrom suchen die Ärzte meist aufwändig nach dem Ausgangsort der metastasierten Krebszellen, um Betroffene gezielter behandeln zu können. Das bedeutet häufig: Es werden viele Untersuchungen gemacht.

Im Rahmen der Diagnostik suchen Mediziner vor allem nach dem Ursprungstumor, dem sogenannten Primärtumor. Finden sie diesen nicht, versuchen sie über die biologischen Eigenschaften der Krebszellen weitere Informationen über deren Ursprungsort zu erhalten.

Doch auch trotz aller Anstrengungen kann bei etlichen Patientinnen und Patienten mit anfänglichem Verdacht auf ein CUP-Syndrom das Ursprungsorgan nicht gefunden oder vermutet werden. Dann bleibt die Diagnose "CUP-Syndrom".

Nicht gut genug gesucht? Diese Frage drängt sich möglicherweise bei einigen Betroffenen auf. Doch wenn Ärzte den Tumor nicht finden können, hat dies nichts damit zu tun, dass sie nicht gründlich genug untersucht haben. Beim CUP-Syndrom ist die Diagnostik stets ein Balanceakt: Einerseits ist es für die Behandlung hilfreich, den Ursprungstumor zu finden, andererseits sollte man zügig mit der Therapie beginnen.

Die Ärztinnen und Ärzte suchen also nicht auf unbestimmte Zeit nach dem Ausgangstumor. Außerdem verzichten sie gegebenenfalls auf weitere Diagnoseverfahren, wenn deren Ergebnisse die Therapie oder den Krankheitsverlauf nicht beeinflussen. Dies soll Betroffenen belastende Untersuchungen ersparen.

Was steckt hinter einem CUP-Syndrom?

Wie diese spezielle Krebserkrankung entsteht, ist noch unklar. Wahrscheinlich ist aber, dass fast jede Krebsart hinter einem CUP-Syndrom stecken kann.

Metastasen breiten sich in der Regel erst später im Krankheitsverlauf aus. Zuerst muss sich – wie auch bei "gewöhnlichen" Krebsarten – ein Ursprungstumor in einem bestimmten Organ bilden. Warum dieser Primärtumor dann bei Patientinnen und Patienten mit CUP-Syndrom nicht gefunden werden kann, ist bisher unklar.

Verschiedene Vermutungen: Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass bestimmte Eigenschaften der Krebszellen das Phänomen CUP-Syndrom begünstigen. Bisher ist es aber noch nicht genug erforscht, sodass Fachleute nur spekulieren können, wie diese spezielle Krebserkrankung letztlich entsteht. Folgende Annahmen dazu gibt es:

  • Der Ursprungstumor verursacht keine Beschwerden und bleibt so klein, dass er auch mit üblichen Diagnoseverfahren nicht gefunden wird.
  • Der Körper hat den Ausgangstumor erfolgreich bekämpft, aber nicht die Metastasen, die inzwischen gestreut haben.
  • Die Metastasen verteilen sich bereits kurz nach der Krebsentstehung im Körper, sodass dass am Ursprungsort der Krebszellen überhaupt kein Primärtumor wächst.
  • Der Ausgangstumor wächst in einem Organ, das häufig von Metastasen befallen wird, und lässt sich nicht mehr von einer Tochtergeschwulst unterscheiden.

Was bedeutet ein CUP-Syndrom für Betroffene?

Die vielen Untersuchungen, die den Ausgangstumor doch noch auffinden oder zumindest das Ursprungsgewebe der Krebszellen ermitteln sollen, führen dazu, dass die Diagnostik möglicherweise einige Wochen dauern kann – bei Verdacht auf ein CUP-Syndrom benötigen Betroffene vor allem Geduld und Ausdauer.

Wird der Ursprung der Metastasen trotz einer sorgfältigen Suche nicht gefunden oder zumindest vermutet, kann es für Betroffene besonders belastend sein, nicht zu wissen, wo der Krebs herkommt: Es bleibt die Diagnose "CUP-Syndrom". Dann ist es wichtig, zeitnah mit der Therapie zu beginnen.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.