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Aktuelles

Unser Jahresrückblick: Krebsmedizin und Krebsforschung 2018

Was hat sich im letzten Jahr getan bei der Vorbeugung und Behandlung von Tumoren?

Gibt es Verbesserungen beim Schutz vor Krebs? Welche neuen Methoden gibt es zur Behandlung von Krebserkrankungen? Und wie leben Betroffene in Deutschland heute?

Wir haben in unserem Jahresrückblick einige wichtige Meilensteine für Sie zusammengestellt.

Krebs länger aufhalten können

Immunzellen greifen Tumorzelle an © Juan Gärtner, Fotolia
Immunzellen greifen Tumorzelle an © Juan Gärtner, Fotolia

Die körpereigene Abwehr gegen Krebs richten – das ist ein lange gehegter Traum in der Krebsmedizin.

In der jüngsten Vergangenheit sind Patientinnen und Patienten diesem Ziel deutlich näher gekommen: Neue Medikamente können Krebszellen trotz einer Art "Tarnkappe" wieder für das Immunsystem angreifbar machen.

Für immer mehr Betroffene bedeutet das: Sie können trotz einer fortgeschrittenen Krebserkrankung auf ein längeres Leben hoffen.

Dafür gab es im Jahr 2018 den Nobelpreis für Medizin: Er ging an die beiden Wissenschaftler, die maßgeblich an der Entwicklung der sogenannten Immun-Checkpoint-Inhibitoren beteiligt waren.

Besserer Schutz vor Risikofaktoren

Ein weiterer Traum: Tumoren gar nicht erst entstehen lassen. Als wichtigen Meilenstein in diesem Bereich bezeichneten Experten im Jahr 2018 die HPV-Impfung nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungen. Denn die Schutzimpfung gegen die humanen Papillomviren (HPV) wird zwar schon seit 2007 für Mädchen empfohlen: Sie soll sie vor virusbedingten Veränderungen am Gebärmutterhals und in der Folge auch vor Krebs schützen.

Die Eltern von Jungen mussten den Impfstoff dagegen bislang meist selbst zahlen - obwohl Männer ebenfalls an HPV-bedingten Krebsarten erkranken können, wenn auch deutlich seltener als Frauen.

Durch die Erweiterung der Impfempfehlungen im Jahr 2018 sollen in Zukunft aber nicht nur die Männer selbst profitieren. Sie sind rein statistisch die wichtigsten Überträger der Infektion. Sind die Männer geimpft, schützt das also auch die Frauen.

Patienten 2018: Informieren, austauschen mitentscheiden

Grafik: Hat das persönliche Gespräch ausgedient? Ist die Zukunft der Patientenselbsthilfe nur noch online? 85 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 3. Patientenforums beim Krebsinformationsdienst entschieden: sowohl als auch, beides ist wichtig © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Selbsthilfe - statt des persönlichen Gesprächs in Zukunft nur noch online? © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Auch die Beteiligung von Patientinnen und Patienten an wichtigen Entscheidungen in der Onkologie hat Fortschritte gemacht. Ein Beispiel aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum: Im November fand die Auftaktsitzung des neuen Patientenbeirates statt. Wie können Betroffene aktiver als bisher in die Krebsforschung miteinbezogen werden? Wie ist ihre Sicht auf die Planung neuer Strategien? Mit diesen Fragen werden sich die Patientenvertreter und -vertreterinnen zukünftig befassen.

Die Rolle Betroffener im Gesundheitswesen hat sich insgesamt schon länger gewandelt: Patienten und auch ihre Angehörigen suchen heute nicht nur nach Informationen zu Krebs – sie bringen auch ihr eigenes Wissen mit ein. Das Internet spielt dabei eine immer wieder neue Rolle: Zu den reinen Informationsangeboten sind heute auch Chats, Foren, Blogs und die sozialen Netzwerke hinzugekommen. Seit dem Fall des Fernbehandlungsverbots für Ärzte im Mai 2018 wächst die Zahl von Angeboten der Online-Beratung.

Diese Veränderungen waren das Thema des 3. Patientenforums des Krebsinformationsdienstes. Patientenvertreter diskutierten gemeinsam mit Experten die Zukunft der „Krebsselbsthilfe 2018 – zwischen Gruppentreffen, Chats und Online-Foren". Eine wichtige Frage dabei war: Liegt die Zukunft der Selbsthilfe nicht mehr im persönlichen Kontakt, sondern nur noch online? Das Fazit nach einem Tag voller Vorträge und Gespräche: beides ist wichtig, darin waren sich 85 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig.