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Hormontherapie gegen Brustkrebs: Warum die endokrine Behandlung das Rückfallrisiko senkt

Wie wirken Tamoxifen, Aromatasehemmer und GnRH-Analoga?

Eine antihormonelle Therapie kann Tumorzellen wirkungsvoll bremsen. Das gilt auch für Brustkrebs: Das Krebsgewebe trägt bei vielen Frauen entsprechende Andockstellen für Hormone, sogenannte Rezeptoren. Bei ihnen wächst das Karzinom unter dem Einfluss der weiblichen Geschlechtshormone.
Hier greift die Hormontherapie ein: Die Wirkstoffe verhindern, dass Östrogen in der Tumorzelle wirken kann. Oder sie regulieren die Produktion der körpereigenen Hormone herunter.
Für die Tumorzellen ist das ein Stoppsignal für das Wachstum.

Therapie: Wirksam, aber mit Nebenwirkungen

Frau nimmt Medikamente. Foto:Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Antihormonelle Arzneimittel gibt es als tägliche Tablette, einige auch einmal monatlich als Spritze. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Reagiert der eigene Tumor auf Hormone? Das erfährt man heute meist schon nach der Untersuchung der ersten Gewebeprobe, spätestens nach der Operation zur Tumorentfernung.

Die Vorteile: Mit einer solchen Behandlung erreicht man Tumorzellen, die eventuell nach einer Operation unsichtbar zurückgeblieben sind. Für Frauen, deren Mammakarzinom auf die Behandlung anspricht, ist sie eine wirkungsvolle Methode, um Rückfälle zu verhindern.

Die Antihormontherapie kann auch Metastasen aufhalten, die sich durch einen chirurgischen Eingriff nicht entfernen lassen. Für Patientinnen, deren Tumor gestreut hat, kann die hormonelle Behandlung einen mehr oder weniger langen Krankheitsaufschub bringen.

Die Nachteile: Die antihormonellen Medikamente haben Nebenwirkungen. Davon sind nicht alle Patientinnen betroffen, aber doch vergleichsweise viele. Die Nebenwirkungen ähneln insgesamt den Beschwerden, die viele Frauen auch in den natürlichen Wechseljahren hinter sich bringen.
Die Folgen der Arzneimittel können allerdings stärker ausgeprägt sein und deshalb mehr belasten.

Wie entscheiden?

Insgesamt gelten die gängigen Wirkstoffe Tamoxifen, Aromatasehemmer und GnRH-Analoga zwar als viel verträglicher als zum Beispiel eine Chemotherapie. Aber die Behandlung zur Verhinderung von Rückfällen soll fünf bis zehn Jahre andauern. Auch bei Frauen mit Metastasen dauert die Behandlung meist länger, solange die Medikamente eine Wirkung zeigen.
Das bedeutet: Viele Frauen müssen für den Schutz vor einem Rückfall lange Zeit mit Nebenwirkungen leben.

Wie kann man sich in dieser Situation entscheiden?
Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums hat in seinem neuen Internettext Hintergründe zusammengestellt. Sie können betroffenen Frauen eine Wissensgrundlage für das Gespräch mit ihren behandelnden Ärzten bieten.