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Grippeimpfung trotz Krebs? Ja – gerade dann!

Warum eine Influenza gefährlich für Patientinnen und Patienten werden kann

Die Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) nehmen kein Blatt vor den Mund: "Mit keiner anderen Impfung lassen sich hierzulande mehr Leben retten", erklärt Lothar H. Wieler, der Präsident des RKI.
Empfohlen wird die Impfung aktuell für alle Menschen über 60, für Schwangere und für chronisch Kranke jeden Alters – darunter fallen auch fast alle Krebspatienten.

Impfen lassen sollten sich außerdem alle, die in der Medizin oder der Pflege arbeiten: Wenn sie geschützt sind, können sie die "echte" Grippe auch nicht auf die Menschen übertragen, um die sie sich kümmern.

Influenza: Echte Grippe ist keine harmlose „Erkältung“

Impfausweise © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Influenza – Krankheit mit vielen Risiken: Eine Impfung schützt. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Immer noch verwechseln viele Menschen die Influenza mit sogenannten grippalen Infekten. Husten, Schnupfen und Fieber sind zwar lästig, aber nicht mit den Auswirkungen einer "echten" Grippe zu vergleichen: Influenza-Viren können innerhalb kurzer Zeit richtig krank machen.

Zwar sind nicht alle Infizierten gleich betroffen. Aber etwa ein Drittel entwickelt starke und bis zu einer Woche anhaltende Beschwerden mit hohem Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, etwas später kommt trockener Reizhusten hinzu. Bei älteren Erkrankten kann das hohe Fieber als Warnsignal fehlen.

Problematisch wird die echte Grippe, weil viele geschwächte Patientinnen und Patienten sich nicht gegen weitere Erreger wehren können: Schwere Komplikationen werden bei den meisten Betroffenen durch eine bakterielle Lungenentzündung verursacht. Aber auch weitere Viren haben bei Grippekranken leichtes Spiel.

Die Grippewelle des letzten Winters war außergewöhnlich schwer. Es gab zwei Millionen Arztbesuche mehr als sonst. Die Zahl der Patienten, die wegen schwerer Komplikationen auf die Intensivstation musste, war hoch. Und viele Tausend Menschen sind an der echten Influenza gestorben, darunter vor allem solche, die bereits durch eine andere Erkrankung geschwächt waren.

Davor schützt die Impfung

Unser Rat für Krebsbetroffene

Sprechen Sie mit Ihren behandelnden Ärzten über die Grippeimpfung. So lässt sich klären, ob Sie den Impfstoff trotz Ihrer Erkrankung vertragen oder nicht.

Wer als Krebspatient im vorangegangenen Jahr geimpft wurde, kann sich in diesem Herbst nicht auf diesen Schutz verlassen, sondern sollte mit seinen Ärzten über eine erneute Grippeimpfung sprechen. Denn: Influenza-Viren sind sehr wandelbar. In jeder "Grippe-Saison" können sich andere Viren rund um den Globus ausbreiten.

Die Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO und der nationalen Impfkommissionen beobachten diese Entwicklung und versuchen, so früh wie möglich den jeweils passenden Impfstoff zusammenzustellen. Dabei achten sie auch auf die Verträglichkeit für ältere oder kranke Menschen.

Wann kann man nicht geimpft werden?

Insgesamt gibt es nur wenige Hindernisse, die gegen eine Grippeimpfung sprechen: zum Beispiel Fieber über 38,5 Grad, eine akute schwere Infektion oder eine Allergie gegen die Eiweiße im Impfstoff. Patienten nach einer Stammzelltransplantation müssen mit ihren Ärzten individuell klären, ob ihr "neues" Immunsystem eine Impfung erlaubt.

  • Eine leichte Immunschwäche spricht nicht pauschal gegen die Impfung, im Gegenteil: Gerade Krebspatienten und –patientinnen mit eingeschränkter Abwehr wären durch eine Influenza besonders gefährdet.

Ist eine Chemotherapie geplant, sollte die Grippeimpfung spätestens zwei Wochen vor Beginn erfolgen oder in einer Therapiepause nachgeholt werden, wenn es die Blutwerte erlauben. Bei hoher Infektionsgefahr kann die Impfung aber noch mit Beginn der Therapie nachgeholt werden.

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