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Strahlentherapie bei Krebs: Wann kommt sie infrage? Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Der Krebsinformationsdienst beantwortet häufige Fragen zur Bestrahlung und zur Nuklearmedizin

Die Strahlentherapie gehört zu den häufigsten Behandlungen bei Krebs: Etwa jeder zweite Krebspatient wird im Laufe der Erkrankung bestrahlt. Für Betroffene und ihre Angehörigen stellen sich viele Fragen: Ist eine Strahlenbehandlung in meiner Situation sinnvoll? Wie wirken die Strahlen gegen Krebs? Was ist das Besondere an einer nuklearmedizinischen Therapie? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Der Krebsinformationsdienst gibt auf seinen Internetseiten Antworten auf diese und weitere Fragen und erklärt Grundlagen zur Strahlentherapie und zur nuklearmedizinischen Behandlung.

Wozu macht man eine Strahlentherapie?

Frau schaut aus dem Fenster ©Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
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Das Ziel einer Strahlenbehandlung ist es, Krebszellen zu zerstören. Im günstigsten Fall ist dadurch eine Heilung von der Krebserkrankung möglich. Bei vielen Patientinnen und Patienten wird die Bestrahlung mit einer anderen Therapie kombiniert, um noch effektiver zu sein. Hier einige Beispiele: Nach einer Operation im Körper verbliebene Krebszellen sollen durch eine zusätzliche Bestrahlung beseitigt werden. Oder man hofft, einen großen Tumor durch die Bestrahlung zumindest zu verkleinern, sodass er besser herausoperiert werden kann. Auch kann die Bestrahlung die Krebszellen anfälliger für eine Chemotherapie machen, sodass die "Chemo" besser wirkt.

Für manche Krebspatienten ist eine Heilung nicht mehr wahrscheinlich. Auch dann hat die Bestrahlung noch einen großen Stellenwert: Eine Strahlentherapie kann Beschwerden lindern. Ein wichtiges Beispiel sind Schmerzen durch Metastasen in den Knochen.

Was spricht für oder gegen eine Strahlentherapie?

Ob eine Strahlentherapie sinnvoll und möglich ist, ist von vielen Faktoren abhängig. Die Ärzte stützen sich dabei auf Daten, die in Studien mit Patientinnen und Patienten in vergleichbarer Situation gewonnen wurden. Sie versuchen, die bestmögliche Therapie für jede und jeden Betroffenen zusammenzustellen.

Aus Studien weiß man: Nicht alle Tumoren sprechen auf jede Behandlung gleich gut an. Manche Gewebearten reagieren empfindlicher auf eine Bestrahlung als andere. Auch die Größe und Lage des Tumors spielen eine Rolle: Sind in der Nähe empfindliche Organe, die mitbestrahlt würden?

Die behandelnden Ärzte berücksichtigen auch die allgemeine Gesundheitssituation der Betroffenen. Für diese stellt sich vor allem die Frage: Wie groß ist das Risiko von Strahlenschäden durch eine Behandlung? Und: Überwiegt der Nutzen einer Behandlung mögliche Nebenwirkungen?

Wie läuft eine Strahlentherapie ab?

Linearbeschleuniger © VILevi - Thinkstockphotos.de
Bei der klassischen Strahlenbehandlung liegt man unter dem Bestrahlungsgerät. Die Strahlen werden mit einem Linearbeschleuniger erzeugt. © VILevi - Thinkstockphotos .de

Wenn man von einer Strahlentherapie spricht, meint man meist eine Bestrahlung von außen durch die Haut: eine sogenannte perkutane Bestrahlung. Als Patientin oder Patient liegt man dabei auf einer Liege unter dem Bestrahlungsgerät. Die Strahlen werden von einem sogenannten Linearbeschleuniger erzeugt: Es handelt sich um hochenergetische Röntgenstrahlen.

Während der Behandlung ist es wichtig, dass man sich möglichst wenig bewegt: Die Strahlen sollen schließlich den Tumor treffen und möglichst wenig gesundes Gewebe. Polster und Schienen, sogenannte Lagerungshilfen, halten einen in Position. Werden Tumoren an besonders empfindlichen Stellen bestrahlt, wird man eventuell auf der Patientenliege fixiert.

Aufwendige Voruntersuchungen ermöglichen eine zielgenaue Bestrahlung
Bevor es richtig losgeht, berechnen Ärzte und Medizinphysiker den Strahlengang und legen die Bestrahlungsfelder fest: diejenigen Flächen auf der Haut, durch die die Strahlen in den Körper eindringen. Als Grundlage der Berechnungen dienen ihnen Computertomographie-Aufnahmen: Diese zeigen den Tumor oder die Metastasen und das umliegende Gewebe. Die Aufnahmen werden direkt an den Bestrahlungscomputer gesandt: Die modernen Techniken ermöglichen eine immer zielgenauere Bestrahlung des Tumorgewebes. Gesundes Gewebe kann immer besser geschont werden.

Die eigentliche Behandlung dauert nicht lange
Nach den aufwendigen Voruntersuchungen geht die eigentliche Bestrahlung meist sehr schnell: Oft dauert sie nur wenige Minuten. Wie häufig man insgesamt bestrahlt wird, kann man dem Therapieplan entnehmen: Diesen erhält man zu Beginn der Behandlung von den Ärzten. Viele Patienten werden beispielsweise über einen Zeitraum von mehreren Wochen an allen Wochentagen bestrahlt und haben am Wochenende frei: In dieser Zeit kann sich gesundes Gewebe erholen – Tumorgewebe braucht dafür meist länger oder hat die Regenerationsfähigkeit verloren.

Eine einmal begonnene Therapie sollte möglichst gar nicht und wenn doch, dann nicht ohne Rücksprache mit den Ärzten unterbrochen werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch?

Neben der klassischen Bestrahlung gibt es weitere Behandlungsarten, die Strahlen nutzen. Anders als bei der perkutanen Strahlentherapie wird hier radioaktive Strahlung verwendet.

  • Bei der Brachytherapie wird eine radioaktive Substanz in das Tumorgewebe selbst eingebracht oder in eine Körperhöhle in der Nähe: So wird der Krebs aus ganz kurzer Distanz bestrahlt.
  • Bei der nuklearmedizinischen Radionuklidtherapie erhält man ein strahlendes Medikament. Die radioaktive Substanz wird von den Tumorzellen aufgenommen oder bindet an diese: Die Tumorzellen werden direkt bestrahlt.

Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen?

Mit einer Strahlentherapie lässt sich Krebs heute viel zielgenauer behandeln als noch vor zehn Jahren. Die technischen Weiterentwicklungen haben vor allem ein Ziel: gesundes Gewebe möglichst zu schonen.

Warum ist das wichtig? Allgemein gilt: Nebenwirkungen und Strahlenfolgen treten im Wesentlichen nur dort auf, wo gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen wird. Das heißt: Organe, die im Strahlengang liegen und Strahlung abbekommen, sind gefährdet.

Schwere Folgen sind selten geworden
Bei einer Bestrahlung von außen dringen die Strahlen durch die Körperoberfläche in den Körper ein. Die Folge kann eine gereizte, gerötete oder trockene Haut sein. Manchmal zeigen sich Symptome wie bei einem Sonnenbrand.

Besonders empfindlich reagieren Schleimhäute: Schmerzen und Wundsein oder Blutungen können auftreten, auch die Infektionsgefahr steigt. Die meisten Beschwerden heilen nach dem Ende der Bestrahlung ab. Oft bleibt die bestrahlte Haut allerdings empfindlicher.

Mit welchen Nebenwirkungen man rechnen muss, können am ehesten die behandelnden Ärzte erläutern. Dies ist abhängig von der Tumorart, dem betroffenen Gewebe, aber auch dem eigenen Gesundheitszustand. Beispiele für mögliche Nebenwirkungen der Strahlentherapie und was man selbst tun kann, um Beschwerden zu lindern, gibt der Krebsinformationsdienst in den Texten zur Strahlentherapie und Nuklearmedizin.