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Fünf häufige Fragen zum Thema Brustkrebs

Eine Serie des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg

Eine Tumorerkrankung erzeugt bei Patienten und Patientinnen, aber auch Angehörigen häufig Angst und Sorgen. Zudem stellen sich viele Fragen, die Therapie, Bewältigung der Krankheit oder auch neue Forschungsansätze betreffen. Anlässlich des Brustkrebsmonats Oktober haben verschiedene Experten fünf Fragen rund um das Thema Brustkrebs beantwortet. Alle Beiträge werden im Lauf des Monats auf der Website des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg veröffentlicht, unter www.nct-heidelberg.de/das-nct/newsroom/aktuelles.html.

Unter den Experten sind auch die Mitarbeiter des Krebsinformationsdienstes (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum. Sie beantworten in der Serie die fünf häufigsten Anfragen zum Thema Brustkrebs, mit denen sich Frauen oder deren Angehörige an sie wenden:

1. Brauche ich eine Chemotherapie? Wann brauche ich eine Chemo?

Brustkrebsmonat Oktober

Der Brustkrebsmonat Oktober soll die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Brustkrebs in das öffentliche Bewusstsein rücken.

Das hängt zum einen davon ab, welche Eigenschaften der Brustkrebs hat – zum Beispiel, ob er Hormonrezeptoren oder HER2 trägt und wie schnell er wächst. Patientinnen mit hormonrezeptornegativer und/oder HER2-positiver Erkrankung oder einem schnellwachsenden Tumor wird in der Regel eine Chemotherapie empfohlen. Außerdem spielt bei der Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie auch die Ausbreitung der Erkrankung eine Rolle – vor allem, ob sich bereits in den Lymphknoten Tumorabsiedlungen nachweisen lassen.

2. Sollte/kann die antihormonelle Therapie wegen Knochen- und Gelenkschmerzen reduziert werden?

Grafik einer weiblichen Brust mit Tumor © Axel Koch - Fotolia.com

Knochen- und Gelenkschmerzen sind eine häufige Folgeerscheinung einer antihormonellen Therapie mit einem Aromatasehemmer. Unter dieser Therapie werden die nach den Wechseljahren ohnehin niedrigeren Östrogenspiegel noch weiter gesenkt. Wenn Patientinnen die Nebenwirkungen als zu belastend empfinden, kann ein Wechsel auf ein anderes antihormonelles Medikament hilfreich sein, also z.B. auf einen anderen Aromatasehemmer oder auch auf das Antiöstrogen Tamoxifen. Wird die Dosis deutlich reduziert oder die Therapie sogar abgebrochen, muss man von einem gewissen Wirksamkeitsverlust ausgehen: Das heißt, das Risiko für einen Rückfall steigt.

3. Metastasierte Situation: Was gibt es Neues, wie sieht das Nebenwirkungsprofil aus?

Die neuesten in Deutschland zugelassenen Wirkstoffe sind die sogenannten Cdk4/6-Hemmer Palbociclib und Ribociclib. Sie können bei Patientinnen mit fortgeschrittenem, hormonrezeptorpositivem Brustkrebs in Kombination mit antihormonellen Medikamenten eingesetzt werden. Wichtigste Nebenwirkung: Cdk4/6-Hemmer unterdrücken während der Behandlung die Bildung von weißen Blutkörperchen. Dies kann zu einem erhöhten Risiko für Infektionen führen.

4. Ist eine Bestrahlung nach OP bzw. Entfernung des Tumors nötig/sinnvoll?

Die Bestrahlung senkt insbesondere das örtliche Rückfallrisiko. In der Umgebung des Tumors oder in den örtlichen Lymphknoten können noch Tumorzellnester oder einzelne Tumorzellen vorhanden sein, die durch die Bestrahlung inaktiviert werden. Die Senkung des Risikos für lokale Rückfälle kann langfristig auch die Brustkrebs-Sterblichkeit reduzieren. Der Nutzen einer Strahlentherapie für die betroffene Patientin ist dabei umso größer, je größer das angenommene Rückfallrisiko ist.

5. Sollte eine Antihormontherapie über fünf Jahre hinaus durchgeführt werden?

Nach aktuellen Empfehlungen sollte jede Patientin mit hormonrezeptorpositivem Brustkrebs eine antihormonelle Therapie über 5 Jahre erhalten. Ob einer Patientin eine verlängerte antihormonelle Therapie empfohlen wird, muss im Einzelfall entschieden werden. Dabei spielt unter anderem die Art der bisherigen Behandlung, das individuelle Rückfallrisiko, aber auch die Verträglichkeit der Behandlung und das Sicherheitsbedürfnis der betroffenen Frau eine wichtige Rolle. Vor einer Entscheidung sollten betroffene Patientinnen sich gut informieren und im Gespräch mit dem behandelnden Arzt ihre eigenen Präferenzen benennen.