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Weltnichtrauchertag: Wie schädlich ist Gelegenheitsrauchen?

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag

Eine Zigarette beim Kaffee, vielleicht zwei zum Bier, bei Feierlichkeiten kann es auch mal eine halbe Schachtel werden – aber süchtig? Viele Gelegenheitsraucher sind sich sicher, dass sie ihren Konsum im Griff haben. Da sie nicht täglich zur Zigarette greifen, verstehen sie sich selbst nicht als Raucher. Manche gehen davon aus, dass die Risiken des Tabakkonsums für sie nicht gelten: Ein paar Zigaretten pro Woche, die muss der Körper doch verkraften können – oder etwa nicht?

Wegweiser: Nichraucher oder Raucher © Thomas Reimer – Fotolia.com
Viele Gelegenheitsraucher verstehen sie sich selbst nicht als Raucher. Die Risiken des Tabakkonsums betreffen sie trotzdem. © Thomas Reimer – Fotolia.com

Die kurze Antwort darauf ist: Auch wenige Zigaretten pro Woche sind nicht unbedenklich, Rauchen ist krebserregend. Beim Verbrennen von Tabak wird eine Vielzahl von Stoffen freigesetzt, die nachweislich krebserzeugend sind oder zumindest in diesem Verdacht stehen. Das hat unter anderem die Internationale Krebsforschungsagentur IARC festgestellt. Einen unteren Grenzwert gibt es nicht: Auch wer wenig raucht, hat statistisch ein höheres Krebsrisiko als ein Nichtraucher.

Tabakrauch fördert nicht nur Lungenkrebs, sondern kann an der Entstehung vieler weiterer Krebsarten beteiligt sein. Auch für schwere Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Leiden steigt das Risiko. Darüber hinaus sollte man beachten, dass Zigaretten schnell abhängig machen: Viele Kettenraucher haben als Gelegenheitsraucher angefangen – und nicht vom ersten Tag zwei Schachteln konsumiert. Vom Genuss zur Sucht ist es nur ein kleiner Schritt.

Tabakrauch: 90 Stoffe als Krebsrisiko

Warum sind auch wenige Zigaretten nicht unbedenklich? Verantwortlich sind die vielen verschiedenen Substanzen, die im Tabakrauch enthalten sind, und die man beim Ziehen an der Zigarette einatmet.
Insgesamt sind im Tabakrauch mehr als 5.300 Stoffe enthalten. 90 davon werden mit Krebs in Verbindung gebracht. Viele davon gelten als sicher krebserregend, bei anderen ist es zumindest wahrscheinlich oder es besteht zumindest ein ernstzunehmender Verdacht. Zu diesem Schluss kommt das Deutsche Krebsforschungszentrum auf der Basis von Auswertungen der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC sowie anhand von Einstufungen der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Fachleute bezeichnen solche Stoffe auch als kanzerogene oder karzinogene Substanzen. Die Zahl der Inhaltsstoffe, die allgemein als gesundheitsschädlich gelten, ist sogar noch höher.

Was passiert genau im Körper? Viele der im Tabakrauch enthaltenen Substanzen reagieren mit dem Erbmaterial der Zellen im menschlichen Körper. Dabei kann es zu Veränderungen oder Mutationen kommen. In der Folge entgleist die Steuerung von Wachstum, Teilung und Überlebenszeit einer Zelle. Die Zelle kann sich dann unkontrolliert vermehren: der Beginn des Krebswachstums.

Husten, Kurzatmigkeit, Schwindel: Weitere Folgen des Rauchens

Aber wie viel kann das ausmachen, wenn man nur gelegentlich raucht? Aus Forschungsergebnissen zum Passivrauchen weiß man, dass auch schon geringe Mengen der im Tabakrauch enthaltenen Stoffe gesundheitsschädlich sein können. Die wesentlichen Schadstoffe im Rauch sind in beiden Fällen gleich.

Auch bei Gelegenheitsrauchern können deshalb die Atemwege akut geschädigt werden. Solche Reizungen äußern sich durch Husten, pfeifendes Atmen und Auswurf. Übrigens können auch die Kopfschmerzen nach einem Abend, an dem man verhältnismäßig viele Zigaretten geraucht habt, eine Nebenwirkung des Tabakrauchs sein – nicht immer ist ein "Kater" nur die Folge von Alkohol.

Langfristig können die Atemwege dauerhaft geschädigt werden, selbst wenn man selten und wenig raucht: Das Auftreten schwerer Erkrankungen wie Asthma oder der COPD, der Chronisch-Obstruktiven Lungenerkrankung wird begünstigt, bei bereits Erkrankten verschlimmert sich die Situation. Auch Blutgefäße können langfristig geschädigt werden, was Herzerkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle zur Folge haben kann.

Studien zum Thema: Kein Freifahrtsschein für Partyraucher

Auch aus epidemiologischen Studien, die das Risiko von bestimmten Bevölkerungsgruppen für verschiedene Krankheiten untersucht haben, lässt sich keine Entwarnung für Gelegenheitsraucher herauslesen, im Gegenteil: Ein unterer Grenzwert, ab dem Rauchen gefahrlos möglich wäre, wurde auch hier nicht gefunden.

Suchtgefahr: Wenn aus zehn Zigaretten pro Woche zehn Schachteln werden

Tabakkonsum kann schnell abhängig machen. Wer den Wunsch verspüren, in Zukunft rauchfrei zu sein und es zu bleiben: Es kann anfangs schwerfallen, vielleicht, weil die Zigaretten zu einem liebgewonnenen Ritual gehören oder ausdrücklich mit einer Ausnahmesituation verknüpft sind. Fachleute können einem aber auf dem Weg vom "Manchmal"-Raucher zum "Nie"-Raucher helfen. Die Mitarbeiter der Telefonberatung zur Rauchentwöhnung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unterstützen bei der konkreten Planung und Umsetzung des Rauchausstiegs.