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Öffentlicher Vortrag von Nobelpreisträger Harald zur Hausen

Welche Rolle spielen Infektionen bei Darm- und Brustkrebs?

Untersuchungen zeigen, dass Brustkrebs und Darmkrebs besonders in den Teilen der Welt auftreten, wo Menschen viele Milchrinder halten und deren Milch und Fleisch konsumieren. Harald zur Hausen, der ehemalige langjährige Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), hält einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der Rinderhaltung und der hohen Erkrankungsrate an Darm- und Brustkrebs für möglich. Dahinter stecken könnten Viren oder andere infektiöse Erreger, die vom Rind auf den Menschen übertragen werden.

Auf der Suche nach Krebs-Viren

Prof. Harald zur Hausen © dkfz/Uwe Anspach
Prof. Harald zur Hausen © dkfz/Uwe Anspach

Krebsforscher schätzen, dass etwa 20 Prozent aller Krebserkrankungen durch Viren, Bakterien und Parasiten verursacht werden. Bekannt sind etwa Hepatitis B- und C-Viren, die Leberkrebs begünstigen sowie humane Papillomviren (HPV), die Gebärmutterhalskrebs verursachen. Für die Aufklärung dieses Zusammenhangs war zur Hausen 2008 mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet worden. Mit seiner Forschung schuf er die Grundlage für eine präventive Impfung gegen die krebserregenden HPV.

Zur Hausen hält es für plausibel, dass über die 20 Prozent hinaus vielleicht sogar bislang noch nicht identifizierte Erreger über Rinder oder über Rinderprodukte übertragen werden. Sie könnten – möglicherweise in Kombination mit zusätzlichen Risikofaktoren – die Krebsentstehung fördern.

Die Wissenschaftler in Harald zur Hausens Abteilung im DKFZ fahnden in Milch und Fleisch nach dem Erbgut solcher Erreger. Über den Stand dieser Forschung berichtet der Nobelpreisträger bei seinem Vortrag. "Wenn wir wissen, dass eine bestimmte Infektion Krebs fördert, eröffnet das eine wichtige Perspektive: Wir haben dann die Chance, uns mit einer Impfung vor diesem Krebs schützen", erklärt zur Hausen, was ihn zu dieser Arbeit antreibt.



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