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Adventskalender mit schadstoffbelasteter Schokolade, aber weniger Acrylamid in Lebkuchen

Verbraucherschützer erinnern an Probleme mit weihnachtlichen Lebensmitteln

Unbeschwert genießen lässt es sich auch an Weihnachten nicht. Pünktlich zur Adventszeit erinnern das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) an mögliche Schadstoffbelastungen in Lebkuchen und Plätzchen und in Schokolade aus Adventskalendern.

Konkrete Warnungen oder gar einen Aufruf zum Verzicht auf den Verzehr sprechen die beiden Bundesbehörden aber nicht aus.

Schokolade aus Adventskalendern: Geringe Mengen, geringes Risiko?

Die Schokolade aus Adventskalender kann unter Umständen mit Bestandteilen von Mineralöl belastet sein. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung hin. Bereits seit längerem liegen dem BfR dazu Messergebnisse der Stiftung Warentest vor.

Dass Mineralölbestandteile aus der Verpackung auf Lebensmittel übergehen, ist nichts Neues. Hauptquelle sind Verpackungen aus Recyclingkarton: Sie können mit Chemikalien belastet sein, die aus der Druckfarbe der verarbeiteten Zeitungen stammen. Liegen Lebensmittel unverpackt im Karton, können diese Substanzen mit der Zeit aus der Verpackung auf die Lebensmittel übergehen. Das BfR geht davon aus, dass dies besonders bei trockenen Lebensmitteln mit einer großen Oberfläche der Fall ist: zum Beispiel bei Mehl, Gries oder Reis. Die Schokolade im Adventskalender ist da keine Ausnahme – vorausgesetzt, die Schokolade liegt unverpackt im Karton, also ohne schützende weitere Hülle.

Wie schätzen die Behörden das gesundheitliche Risiko ein?

Zu den in Lebensmitteln nachgewiesenen Mineralölbestandteilen zählen auch sogenannte aromatische Kohlenwasserstoffe, die teilweise krebserzeugend sind. Welche konkreten gesundheitlichen Risiken von den belasteten Lebensmitteln ausgehen, ist zwar nicht bekannt. Für die belastete Schokolade aus Adventskalendern gilt aber laut einer Modellrechnung: Die ohnehin schon vorhandene Belastung von Verbrauchern mit Mineralölbestandteilen steigt dadurch nur geringfügig.

Das BfR betont jedoch: Auch wenn das Risiko nicht wirklich relevant sein sollte, sind die aromatischen Kohlenwasserstoffe in Lebensmitteln unerwünscht. Daher arbeiten die zuständigen Stellen derzeit an einer Verordnung, die in Zukunft für eine Senkung der Belastung durch Kartonverpackungen sorgen soll.

Lebkuchen und selbst gebackene Plätzchen: Lässt sich Acrylamid vermeiden?

Lebkuchen © Halfpoint - fotolia.com
Lebkuchen © Halfpoint - fotolia.com

Lebkuchen, aber auch selbst gebackene Plätzchen können Acrylamid enthalten. Darauf weist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hin. Die in fertig gekauften Lebkuchen gemessenen Werte sind in den letzten Jahren jedoch deutlich zurückgegangen.

Wie kommt Acrylamid in das Gebäck? Dabei handelt es sich nicht um eine Verunreinigung. Erst seit 2002 weiß man, dass dieser Stoff immer dann entstehen kann, wenn man stärkehaltige Lebensmittel stark erhitzt, also bäckt, grillt, brät, frittiert oder röstet. Einen gesetzlichen Grenzwert für die Belastung von Lebensmitteln mit Acrylamid gibt es nicht. Ein in der Europäischen Union gültiger Richtwert soll jedoch dafür sorgen, dass die Belastung für Verbraucher möglichst gering ausfällt. Denn über das gesundheitliche Risiko von Acrylamid weiß man, dass es sich zumindest im Tierversuch als krebserregend erwiesen hat. Für den menschlichen Körper ist dies jedoch bisher nicht bestätigt.

Woran kann man sich als Verbraucher beim Lebkuchenkauf orientieren?

Für den Acrylamidgehalt in Lebkuchen gilt allgemein: Je weicher und feuchter der Lebkuchen, desto niedriger die Belastung. Oftmals sind es Spezialitäten, die aufgrund ihrer Herstellung und Rezeptur höhere Acrylamidwerte aufweisen. Auch Honiglebkuchen haben eine höhere Belastung. Die niedrigsten Acrylamidwerte wurden laut BVL in “braunen Lebkuchen“ gefunden. Einer der Gründe für den Rückgang der Acrylamidbelastung in den letzten Jahren ist der Verzicht auf Ammoniumsalze im Backpulver bei der Herstellung von Lebkuchen.

Was ist beim Plätzchenbacken am heimischen Herd zu beachten?

Auch selbst gebackene Plätzchen können Acrylamid enthalten. Für das Backen am heimischen Herd gilt: Bei Temperaturen über 180 Grad Celsius entstehen höhere Mengen an Acrylamid als bei niedrigeren Temperaturen. Das BVL rät daher, auch bei der Weihnachtsbäckerei die Faustregel „vergolden statt verkohlen“ zu beachten.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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