Für Alle

Sie sind Krebspatientin oder Krebspatient, Angehöriger, Freund oder Interessierter und haben Fragen zu Krebs?

0800 - 420 30 40

Telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

krebsinformationsdienst@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Für Fachkreise

Sie sind an der Versorgung von Krebspatienten beteiligt und benötigen unabhängig und neutral recherchierte Fakten zu Krebs?

0800 - 430 40 50

Telefonisch täglich von 8 bis 20 Uhr, Anruf kostenlos

kid.med@dkfz.de

Per E-Mail (datensicheres Kontaktformular)

Archiv

"Awareness Ribbons": Was symbolisieren bunte Schleifen, wenn es um Gesundheitsthemen geht?

Die "Rote Schleife" kennt fast jeder: als Symbol für Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken. Auch eine rosa Schleife ist inzwischen ein relativ fest verankertes Symbol: Sie steht bei vielen Menschen für die Verbundenheit mit Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind.
Wie sind diese Symbole entstanden? Welche weiteren Symbolschleifen gibt es? Und: Ist es immer ganz eindeutig, was man mit einer bestimmten Schleifenfarbe ausdrücken möchte?
Wir sind diesen Fragen nachgegangen und haben versucht, die Schleifensymbolik ein wenig zu "entknoten".

Schleifen als Botschaft

Verschieden farbige Awareness ribbons liegen im Kreis.
Awareness ribbons – ihre Botschaft ist selten eindeutig festgelegt © Shopify Partners, Burst

Angefangen hat vermutlich alles mit einem gelben Band: Der Brauch, für Soldaten in der Familie bis zu deren sicherer Rückkehr ein gelbes Band an einen Baum zu binden, geht vermutlich auf den amerikanischen Bürgerkrieg im 19. Jahrhundert zurück. Bekannt wurde dies in den 1970ern unter anderem durch den Schlager "Tie a Yellow Ribbon Round the Ole Oak Tree", gesungen von der Band Dawn und  Tony Orlando. In der Folge wurde das Symbol der Gelben Schleife in den USA, aber auch in anderen Ländern immer populärer, auch in Deutschland: Hier wird die gelbe Schleife seitdem vor allem benutzt, um öffentlich Solidarität und Unterstützung mit Bundeswehrsoldaten im Auslandseinsatz zu bekunden.

Zumindest in den USA hat sie inzwischen jedoch noch viele weitere Bedeutungen: Mit einer gelben Schleife kann man dort seine Solidarität mit Knochenkrebspatienten bekunden - aber auch mit Endometriosepatientinnen. Und sie wird genutzt, wenn es um Senkung der Selbstmordrate geht.
Diese Mehrdeutigkeit ist bei anderen Farben noch ausgeprägter. Mehr als 50 verschiedene Solidaritäts-Schleifen gibt es inzwischen in den USA: einfarbig, mehrfarbig gepunktet, kariert oder gestreift. Mit ihnen kann man auf mehr als 200 verschiedene Krankheiten, Missstände oder andere Gegebenheiten aufmerksam machen. Praktisch alle Farben des Spektrums sind deshalb auch bereits mehrfach vergeben.

Wie sieht die Situation in Deutschland aus?

In Deutschland haben sich im Vergleich zu den USA nur wenige dieser "Awareness ribbons" überhaupt durchgesetzt. Umso größer ist deshalb vermutlich das Risiko, dass die jeweilige Botschaft nicht ankommt oder gar missverstanden wird.

Am bekanntesten ist sicherlich die rote "AIDS"-Schleife. Etabliert hat sie die New Yorker Künstlergruppe Visual AIDS im Jahr 1991 - als weltweites Symbol für die Solidarität mit HIV-Infizierten und AIDS-Kranken. In Deutschland wurde sie das erste Mal 1993 ausgegeben. Doch auch das Rot wurde bereits mit anderen Bedeutungen hinterlegt. Ähnlich sieht es für die in Deutschland ebenfalls noch recht bekannte rosa Schleife aus. Sie wird von verschiedenen Organisationen verwendet und steht für das Thema Brustkrebs, wurde aber bereits auch für andere Themen eingesetzt.

Noch verwirrender wird es, wenn man nicht nur Schleifen als Symbol betrachtet, sondern auch die zeitweilig sehr populären Armbänder aus Silikon: Viele Wohltätigkeitsorganisationen verteilen farbige Bändchen an Menschen, die für sie gespendet haben. Andere Silikonbänder werden bei Großveranstaltungen oder Sportereignissen an Teilnehmer und Zuschauer ausgegeben.

Das Fazit: Bisher gibt es keine wirklich allgemein anerkannte Symbolik oder Farben, die man wirklich eindeutig und auch über Ländergrenzen hinweg mit bestimmten Erkrankungen oder anderen Gesundheitsthemen in Verbindung bringen kann.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

powered by webEdition CMS