© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Archiv

Vorsicht vor Amygdalin, Laetril oder "Vitamin B17": Gefährliche Blausäurevergiftung möglich

Erneut hat ein Krebspatient durch die Behandlung mit Amygdalin eine Blausäure-Vergiftung erlitten und musste in einer Klinik behandelt werden.
Amygdalin wird seit langem zur Krebstherapie beworben, oft unter dem Phantasienamen "Vitamin B17". Produkte, die Amygdalin oder das chemisch verwandte Laetril(e) enthalten, haben jedoch weder in Deutschland noch in der Europäischen Union eine Zulassung als Arzneimittel. Auch als Nahrungsergänzungsmittel sind sie weitgehend illegal. In der Krebstherapie hat Amygdalin keinen Stellenwert, denn: Für eine Wirksamkeit gegen Krebs gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege.

  • Das Risiko ist jedoch groß: Amygdalin wird im Darm unter anderem zu Blausäure umgesetzt, was zu schweren Vergiftungen führen kann.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft weist aus aktuellem Anlass ausdrücklich darauf hin, dass Amygdalin vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als bedenklich eingestuft wird. Von der Anwendung Amygdalin-haltiger Produkte und Arzneimittel raten die Behörden entschieden ab. Die Warnung der Experten gilt auch für größere Mengen bitterer Aprikosenkerne, die findige Anbieter inzwischen als Ersatz anpreisen: Davon sollten Erwachsene nicht mehr als ein oder zwei pro Tag verzehren, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Besser ist es, ganz darauf zu verzichten.