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Überlebensraten bei Krebs: Deutschland im internationalen Vergleich weit vorne

In der CONCORD-2 Studie berichten rund 500 internationale Wissenschaftler die 5-Jahres-Überlebensraten für rund 25,7 Millionen erwachsene Krebspatienten, die an einer der 10 häufigsten Krebsarten erkrankt sind: an Tumoren in Magen, Dickdarm, Enddarm, Leber, Lunge, Brust, Gebärmutterhals, Eierstock, Prostata oder an Leukämie. Außerdem wurden rund 75.000 krebskranke Kinder berücksichtigt, die in den Jahren zwischen 1995 und 2009 die Diagnose "Akute Lymphoblastische Leukämie" erhalten haben.

Die Wissenschaftler bezogen ihre Daten aus 279 Krebsregistern in 67 Ländern. Sie verwendeten für ihre Analyse die sogenannte Periodenanalyse, die Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg entwickelt hat. Diese liefert aktuellere Daten zu Langzeit-Überlebensraten als die herkömmlichen Methoden. Die Studie wurde gestern in der Zeitschrift "Lancet" veröffentlicht.

Aufgedeckt wurden große Unterschiede in den Überlebensraten für spezifische Krebsarten zwischen einzelnen Ländern. Dies galt auch, wenn die Wissenschaftler die regionalen Unterschiede der Lebenserwartung aufgrund von Alter, Geschlecht oder Rasse berücksichtigt hatten.

"Deutschland findet sich im internationalen Vergleich zwischenzeitlich unter den Ländern mit den höchsten Überlebensraten", zieht Hermann Brenner Bilanz. "So liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei Darmkrebs z. B. deutlich über 60 Prozent, nachdem sie in den 90er Jahren noch bei ca. 50 Prozent gelegen hatte. Gerade auf diesem Gebiet könnten die Zahlen jedoch noch besser ausfallen, wenn mehr Menschen die Möglichkeit zur Früherkennung wahrnehmen würden."