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Depressionen: Kein Krebsrisikofaktor

Eine Depression an sich beeinflusst das Krebsrisiko nicht. Das zeigt eine aktuelle Studie aus Frankreich. Die Vermutung, dass psychische Einflüsse die Krebsentstehung fördern, ist weit verbreitet und wird auch unter Forschern immer wieder diskutiert – zurzeit sprechen allerdings immer mehr Forschungsergebnisse gegen einen Zusammenhang. Als geklärt kann die Frage jedoch nach wie vor nicht angesehen werden.
Für die aktuelle Studie zogen die verantwortlichen Wissenschaftler Daten von mehr als 14.000 Studienteilnehmern heran. Diese stammten aus der "GAZEL Kohorte": In dieser großen Untersuchung wird seit mehreren Jahrzehnten der Gesundheitszustand von Mitarbeitern der nationalen Gas- und Elektrizitätswerke in Frankreich erfasst; seit 1989 nehmen rund 20.000 Menschen auch an regelmäßigen Befragungen teil, zum Beispiel zu ihrem Lebensstil und zu ihrem allgemeinen Befinden.
Für die aktuelle Auswertung prüften die Wissenschaftler zunächst, wer unter Depressionen litt. Grundlage waren dem Arbeitgeber gemeldete Krankheitsdaten zwischen 1990 und 1993. Von 1993 bis 1999 wurden die Studienteilnehmer zusätzlich regelmäßig zu Depressionssymptomen befragt. Zum Abgleich werteten die Forscher aus, wer im weiteren Verlauf an Krebs erkrankte. Innerhalb von etwas mehr als fünfzehn Jahren erkrankten insgesamt 1.119 Studienteilnehmer an einem Tumor. Der Vergleich ergab: Patienten mit Depressionen bekamen nicht häufiger Krebs als Studienteilnehmer, die keine Anzeichen einer Depression zeigten.

Inzwischen gibt es zwar immer mehr Daten zum Zusammenhang zwischen Psyche und Krebsentstehung. Für endgültige Aussagen sind jedoch weitere Studien nötig. Für Menschen mit lang andauernder Niedergeschlagenheit und Schwermut mag das Ergebnis dieser Studie jedoch eine Entlastung sein.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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