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Studie: Gesund essen kann Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs senken

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung könnte das Risiko verringern, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler aufgrund einer US-amerikanischen Studie. Bei übergewichtigen Männern war der risikosenkende Effekt ausgeprägter als bei normalgewichtigen Männern. Für Frauen waren die Daten nicht aussagekräftig.

Für ihre Untersuchung griffen die Forscher auf Daten der sogenannten "National Institutes of Health–American Association of Retired Persons Diet and Health Study" zurück. Sie schlossen in ihre Auswertung 537.218 Teilnehmer ein. Diese waren zu Beginn der Studie zwischen 50 und 71 Jahren alt gewesen. In den Jahren 1995 und 1996 hatten die Teilnehmer Fragebögen zu ihren Essgewohnheiten in den zurück liegenden zwölf Monaten beantwortet. Sie waren im Mittel über einen Zeitraum von zehneinhalb Jahren nachbeobachtet worden. 2.383 der Teilnehmer waren während dieser Zeit an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt, davon 1.545 Männer und 838 Frauen.

Wie gingen die Forscher vor?

Curry-Gericht © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Um herauszufinden, wie stark sich die Teilnehmer in ihren Essgewohnheiten an offiziellen US-amerikanischen Empfehlungen für eine gesunde Ernährung orientiert hatten, ordneten die Wissenschaftler die Teilnehmer der Studie entsprechend dem Healthy Eating Index in fünf Gruppen ein. Damit wurde unterschieden, ob sich die Studienteilnehmer eng an die Ernährungsempfehlungen gehalten hatten, diese teilweise befolgt oder kaum beachtet hatten. Bei diesem Index werden Punkte für den Verzehr von bestimmten Lebensmittelgruppen vergeben, zum Beispiel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Getreide oder Milch. Im Anschluss daran stellten die Forscher einen Zusammenhang zwischen dem für die Gruppen ermittelten Ernährungs-Index und dem Auftreten von Bauchspeicheldrüsenkrebs her. Sie berücksichtigten dabei den Einfluss von wissenschaftlich belegten Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs, etwa Rauchen oder Zuckerkrankheit.

Die Autoren sehen eine Stärke der Studie in der hohen Teilnehmerzahl. Dadurch war es möglich, andere schon bekannte Risikofaktoren heraus zu rechnen, die einen Einfluss auf das Entstehen eines Pankreaskarzinoms haben. Außerdem konnten die Teilnehmer über einen vergleichsweise langen Zeitraum nachbeobachtet werden. Kritisch sehen die Autoren, dass es sich beim Ermitteln der Ernährungsgewohnheiten um Selbstauskünfte der Teilnehmer handelt. Darüber hinaus geht aus der Studie nicht hervor, ob bei den Teilnehmern, die sich gesund ernährten hatten, noch andere Lebensstilfaktoren eine Rolle gespielt hatten, die sich ebenfalls günstig auf das Erkrankungsrisiko auswirken könnten. Die Autoren merken in der Diskussion der erhobenen Daten selbst an, dass ihre Ergebnisse im Widerspruch zu einigen anderen Untersuchungen stünden. Auch der Konsum von rotem Fleisch und von verarbeiteten Fleischwaren, der als Risikofaktor diskutiert wird, wurde in dieser Studie nicht dokumentiert. Die Wissenschaftler weisen deshalb darauf hin, dass weitere Studien notwendig seien.





Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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