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Forschung: Bauchspeicheldrüsenkrebs bei Mäusen durch Knollenblätterpilz gestoppt

Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum koppelten das Pilzgift Amanitin an einen Antikörper, der ein krebstypisches Zielmolekül erkennt. Der Antikörper wirkt als "Lenkwaffe", die ihre giftige Fracht gezielt zu den Krebszellen transportiert. Der giftbeladene Antikörper stoppte das Wachstum verschiedener Krebszellen in der Kulturschale und ließ auf Mäuse übertragene Bauchspeicheldrüsentumoren sogar vollständig verschwinden. Menschen können auf absehbare Zeit so nicht behandelt werden: Erst müssen die Wissenschaftler weitere Daten zur Wirkung und zu möglichen Risiken bei Tieren sammeln.

Pilzfreunde lässt der bloße Gedanke an eine Verwechslung erschauern: Der dem gewöhnlichen Champignon ähnelnde Knollenblätterpilz enthält eines der tödlichsten Gifte des Pflanzenreichs, das α-Amanitin. Die Substanz tötet ausnahmslos jede Zelle, ob gesund oder zu Krebs entartet. Im Deutschen Krebsforschungszentrum und im Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen Heidelberg entwickelte nun der Immunologe Dr. Gerhard Moldenhauer gemeinsam mit dem Biochemiker Professor Dr. Heinz Faulstich, Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, eine Methode, um mit dem gefürchteten Pilzgift Krebszellen zu vernichten, ohne aber den Körper zu schädigen.

Zur vollständigen Pressemitteilung des DKFZ

Der Trick dabei ist, das Gift gezielt, gewissermaßen per Taxi, zur richtigen Adresse im Körper zu liefern. So hat es kaum Gelegenheit, unterwegs Schaden anzurichten. Das Taxi ist in diesem Fall ein Antikörper, dessen hochspezifische Greifarme am krebstypischen Zelloberflächenprotein EpCAM andocken. Das Pilzgift ist chemisch stabil an den Antikörper gekoppelt.

In der Kulturschale stoppte der giftbeladene Antikörper das Wachstum von Bauchspeicheldrüsen-, Darm-, Brust- und Gallengangkrebszellen. Bei Mäusen, denen Bauchspeicheldrüsenkrebs des Menschen eingepflanzt worden war, hemmte schon eine einmalige Antikörpergabe das Krebswachstum. Zweimalige Injektion des Antikörpers in höherer Dosierung ließ bei 90 Prozent der Tiere den Tumor sogar ganz verschwinden. Trotz der hohen Dosierung zeigten die Tiere keinerlei Leber- oder sonstige Organschäden, die auf das Gift zurückzuführen wären.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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