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Archiv

Sojaprodukte – für Brustkrebspatientinnen erlaubt?
(Archiv, Quellen zuletzt überprüft und ergänzt 9/2014)

+++ ACHTUNG: Zu dieser News liegt eine aktuellere News für Fachkreise vor. Diese finden sie hier. +++

Sojamilch, Tofu, Sojaöl – dies sind nur drei Beispiele für Lebensmittel aus Sojabohnen, wie sie  heute auch in Deutschland von vielen Verbrauchern regelmäßig verzehrt werden. Doch Sojaprodukte werden auch wegen ihrer gesundheitlichen Auswirkungen diskutiert. Dies gilt insbesondere dann, wenn es um das Thema Brustkrebs geht: Sojabohnen enthalten unter anderem die Substanzen Genistein und Daidzein. Diese Stoffe zählen zu den sogenannten Phytoöstrogenen. Sie können eine hormonelle Wirkung entfalten, ähnlich wie das menschliche Hormon Östrogen.

Bei der Mehrzahl der Brustkrebspatientinnen fördert Östrogen allerdings das Tumorwachstum. Eine seit langem diskutierte Frage war deshalb: Dürfen Frauen mit und nach östrogenabhängig wachsendem Brustkrebs Sojaprodukte essen?

Mehr als 40 Studien ausgewertet

Ja, so lautet seit Herbst 2012 die Antwort des "American Institute for Cancer Research (AICR)", zumindest solange sich der Verzehr sojahaltiger Lebensmittel im normalen Rahmen bewegt. Sie weisen allerdings auch darauf hin, dass noch Fragen zu diesem Thema offen bleiben.

Keine einseitige Ernährung!
Unter "normalen Mengen"  verstehen die Experten höchstens zwei Portionen eines sojahaltigen Lebensmittels pro Tag. Als Portion gelten beispielsweise ein Glas mit einem knappen Viertelliter Sojamilch, oder etwa 85 Gramm Tofu oder gekochte Sojabohnen.

Das AICR stützt sich bei seinen aktuellen Aussagen auf mehr als 40 vorliegende Studien zum Thema. Einbezogen sind auch Untersuchungen aus Asien, wo diverse Sojaprodukte bei vielen Menschen ein bis zweimal täglich auf dem Speiseplan stehen. Ob sich Tofu und weitere Lebensmittel bei Brustkrebs negativ auswirken, wurde in sieben Studien untersucht und von den AICR-Experten nun erneut ausgewertet. Bei Frauen, die regelmäßig Soja verzehrten, fanden sich auch keine unerwünschten Wechselwirkungen mit der antihormonelle Therapie.

Allerdings gibt es auch erste klinische Studien, die Veränderungen in der Aktivität bestimmter Gene zeigen, wenn Brustkrebspatientinnen regelmäßig Soja verzehren.

Ob ein Schutz vor Brustkrebs möglich ist und Patientinnen durch Sojaprodukte einem Rückfall vorbeugen können, bleibt zurzeit noch offen - ebenso wie die Frage, ob sich Frauen mit Brustkrebs durch Soja in größeren Mengen oder durch konzentrierte sojahaltige Nahrungsergänzungsmittel nicht doch schaden könnten.

Experten empfehlen allen Frauen zur Brustkrebsvorbeugung, auf ein möglichst normales Gewicht zu achten, sich viel zu bewegen und weniger Alkohol zu trinken. Frauen, die ihre Kinder selbst stillen, können das Brustkrebsrisiko dadurch ebenfalls senken.
Für Patientinnen, die bereits von Brustkrebs betroffen sind, gelten ähnliche Empfehlungen, vor allem die zu normalem Gewicht und dem Verzicht auf einseitige Ernährungsweisen. Auf Nahrungsergänzungsmittel sollten Patientinnen ebenso wie Gesunde verzichten.



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