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Obst und Gemüse, Foto: Yantra- Fotolia.com © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Ernährung und Krebsvorbeugung

Wie soll man sich ernähren?

Ist eine spezielle Diät notwendig, um sich vor Krebs zu schützen? Tipps zur gesunden Ernährung gibt es mehr als man zählen kann. Fasst man allerdings die Ergebnisse der aktuellen Forschung zusammen, so wird eins deutlich: DAS besondere Lebensmittel oder DIE spezifische Nahrungsergänzung zum sicheren Schutz vor Krebs gibt es nicht. Einseitigkeit bei den täglichen Mahlzeiten oder oder Diäten sind erst recht nicht gefordert, wenn es um die Krebsvorbeugung geht.

Einige internationale Empfehlungen hat der Krebsinformationsdienst im folgenden Text zusammengestellt. Die zitierten Quellen finden sich im Anhang. Wer seinen Lebensstil ändern möchte und dabei auch an die Ernährung denkt, sollte sich jedoch auch vom Hausarzt beraten lassen. Auch die Krankenkassen bieten Informationsmaterial und oft auch Schulung und Beratung an.

Erstellt: 17.04.2007
Zuletzt überprüft: 17.04.2007

Keine Pauschalrezepte

Die meisten Studien zum Thema deuten darauf hin, dass man mit "ganz normaler", dem tatsächlichen Energieverbrauch angepasster Ernährung mehr erreicht als mit Spezialdiäten.  Vermeintliche Patentrezepte wie "täglich Brokkoli" oder "nur noch Rohkost" sind im Alltag aus wissenschaftlicher Sicht nicht begründbar.

Ein Körnchen Wahrheit steckt zwar in vielen dieser Botschaften, doch für den Alltag taugen sie für sich allein genommen wenig: So enthält beispielsweise Brokkoli verschiedene Stoffe, die unter Laborbedingungen eine krebsschützende Wirkung zeigen – diese Substanzen sind aber ebenso in anderen Kohlsorten und überhaupt in vielen Gemüsearten enthalten. Vegetarier haben tatsächlich ein niedrigeres Risiko für mehrere Krebsformen. Der mäßige Verzehr von Fleisch gilt jedoch als unbedenklich, wenn man ansonsten gesundheitsbewusst lebt. Dies zeigten vergleichende  Untersuchungen im Deutschen Krebsforschungszentrum (eine Pressemitteilung unter www.dkfz.de/de/presse/pressemitteilungen/2005/dkfz_pm_05_26.php).

Der Europäische Kodex gegen den Krebs

Seit 1987 geben europäische Experten Empfehlungen heraus, wie man sich auf der Basis des jeweils neuesten Wissensstandes vor Krebs schützen kann. Die letzte Aktualisierung der Empfehlungen stammt von 2014. Unter den insgesamt zwölf Regeln finden sich auch Tipps zur gesunden Ernährung und zur Bewegung:

  • Vermeiden Sie Übergewicht. (Regel 3)
  • Seien Sie im Alltag körperlich aktiv. Verbringen Sie so wenig wie möglich Zeit sitzend. (Regel 4)
  • Essen Sie gesund: Empfehlenswert ist eine Ernährung reich an Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Gemüse und Obst. Energiedichte Lebensmittel, zuckerhaltige Getränke, rotes Fleisch und salzhaltige Speisen sollten Sie nur in Maßen zu sich nehmen - und auf gepökeltes Fleisch möglichst ganz verzichten. (Regel 5)
  • Wenn Sie Alkohol trinken – ob Bier, Wein oder Spirituosen – dann begrenzen Sie den Konsum. Keinen Alkohol zu trinken, ist am besten um Krebs vorzubeugen. (Regel 6)

Interessierte finden den europäischen Kodex gegen Krebs und weiterführende Informationen zu jeder einzelnen Empfehlung in englischer Sprache auf folgenden Internetseiten: http://cancer-code-europe.iarc.fr/index.php/en. Mit dieser Zusammenstellung haben Fachleute versucht, die Erkenntnisse aus Hunderten von Einzelstudien mit unterschiedlicher Aussagekraft in eine möglichst alltagstaugliche Form zu bringen. Dies führt zwangsläufig zu Vereinfachungen, soll aber andererseits den tatsächlichen Kenntnisstand so gut wie möglich widerspiegeln.

In den USA und anderen Industrieländern sehen die Empfehlungen sehr ähnlich aus.

Nützen diese Empfehlungen auch Krebspatienten etwas?

Ob durch die Ernährung auch eine bereits bestehende Krebserkrankung beeinflusst werden kann, ist weit weniger geklärt als ihre Rolle in der Krebsvorbeugung. Eine "Krebsdiät", die Patienten zum Beispiel vor Rückfällen schützen oder die Bildung von Metastasen blockieren kann gibt es definitiv nicht. Warum für Krebspatienten keine pauschalen Rezepte gelten, sie aber trotzdem auf eine ausgewogene Ernährung achten sollten, hat der Krebsinformationsdienst unter dem Titel "Ernährung für Tumorpatienten: Essen und Trinken bei Krebs" zusammengestellt.