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Brustkrebszelle, Foto: Duncan Smith/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Risiko Brustkrebs: Veranlagung, Vererbung, Genetik

Wie viele Frauen tragen ein ererbtes Risiko?

Bei den meisten Brustkrebspatientinnen tritt der Krebs auf, ohne dass sich im Nachhinein eine besondere Ursache dingfest machen lässt. Zwar gibt es in allen Krebszellen typische Veränderungen im Erbmaterial. Doch diese sind erst erblich oder vererbbar, wenn sie in allen Körperzellen auftauchen, und nicht nur im Tumor.
Experten gehen heute davon aus, dass höchstens fünf bis zehn von hundert Brustkrebspatientinnen ein solches vererbtes oder vererbbares Risiko aufweisen. Erkranken Männer an Brustkrebs, was sehr selten vorkommt, aber nicht völlig ausgeschlossen ist, findet sich bei ihnen und in ihren Familien dagegen sehr viel häufiger eine typische Genveränderung.

Was bedeutet das für betroffene Patientinnen und Patienten, was für ihre Verwandten?
Der folgende Text bietet einen Überblick über die wichtigsten Fakten, die heute zur Vererbung eines erhöhten Brustkrebsrisikos bekannt sind.

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Quellen und Links

Der folgende Text enthält Linktipps, die zu weiterführenden Informationen und genutzten Quellen führen, sowie am Ende eine Auswahl genutzter Fachinformationen. Weitere Quellen sind zudem im Text "Mehr wissen über Brustkrebs" aufgelistet.

Brustkrebs und Gene: Welche Veränderungen führen zu einem höhreren Krebsrisiko?

Typische "Fehler" im genetischen Bauplan der Zellen spielen zwar bei allen Tumoren eine Rolle. Um vererbbar zu sein, muss eine genetische Veränderung aber nicht nur in den Tumorzellen geschehen sein, sondern in allen Zellen des Körpers: Erst wenn auch Ei- oder Samenzellen betroffen sind, gibt sie ein Mensch an seine Kinder weiter.
Solche seltenen vererbbaren Fehler des Erbmaterials werden als Keimbahnmutationen bezeichnet.

Die bekanntesten dieser Veränderungen betreffen bei Brustkrebspatientinnen und Männern  die Erbinformationen "BRCA1" und "BRCA2". Die Abkürzung steht für englisch "Breast Cancer Gene" gleich "Brustkrebsgen".

Betroffene müssen nicht nur mit Brustkrebs rechnen. Sie tragen ein gesteigertes Risiko für weitere Erkrankungen: Knapp die Hälfte der Frauen mit BRCA1 und etwa ein bis zwei Frauen mit BRCA2 erkranken an Brustkrebs und Eierstockkrebs, oder nur an Eierstockkrebs, einem sogenannten Ovarialkarzinom.

Wie hoch ist das Risiko?

Wie stark sich das Risiko bei Genträgerinnen auswirkt, wurde in Studien untersucht. Die ersten dieser Untersuchungen reichen bis in die 90er Jahre zurück und umfassen einige Tausend Betroffene. Die neuesten Auswertungen zeigen:

  • Bis zum Alter von 80 Jahren müssen etwa 72 von 100 Frauen mit einer BRCA1-Mutation mit Brustkrebs rechnen, und 69 von 100 Frauen mit einer BRCA2-Mutation.
  • Beide Genveränderungen führen dazu, dass 44 von 100 betroffenen Frauen voraussichtlich bis zum 80. Geburtstag an Einerstockkrebs erkranken.

Bei Männern sind die Daten aufgrund der Seltenheit der Erkrankung spärlicher und weniger zuverlässig. Man geht heute davon aus: Unter Trägern von BRCA1 erkranken zwei von hundert vor dem 70. Lebensjahr an Brustkrebs, bei Männern mit BRCA2 sind es sogar sieben von hundert.  

Für das eigene Schicksal können diese Statistiken einen Anhaltspunkt bieten. Doch sie zeigen auch, dass selbst unter den Frauen (und Männern) mit sehr hohem Risiko längst nicht alle erkranken. Bisher gibt es keine Möglichkeit zu prüfen, ob man zu Gruppe gehören wird, die trotz der Genveränderung gesund bleibt, oder zu der, die erkrankt.

BRCA und Co.: Gibt es noch weitere Risikogene?

Große Studien an "Brustkrebsfamilien" sprechen dafür, dass es nicht nur die BRCA-Gene sind, die eine Rolle spielen. Denn sie können nicht alle auffälligen Krebshäufungen erklären. Das Fazit der Forscher: Es gibt weitere beteiligte Gene.
Einige davon kennt man bereits: So gelten beispielsweise auch Veränderungen im Gen "RAD51C" inzwischen als Auslöser von Brustkrebs; entsprechende Mutationen scheinen jedoch wesentlich seltener vorzukommen als die "BRCA-Gene".  Ein weiterer Kandidat ist zum Beispiel PALB2.
Insgesamt kennt man heute eine ganze Reihe von Genveränderungen, die das Risiko ebenfalls steigern könnten, wenn auch nicht so ausgeprägt. Fast alle sind an Reparaturvorgängen beteiligt, mit denen sich die Zelle normalerweise vor Schäden schützt.
Bei einigen anderen weiß man noch nicht genau, wie sie das Brustkrebsrisiko beeinflussen. Möglicherweise wirken sie sich nur aus, wenn weitere ungünstige Faktoren hinzu kommen - noch sind viele Fragen zu diesen Genen offen.

Kriterien zur Abschätzung: Welche Anzeichen deuten auf eine familiäre Belastung hin?

Das Deutsche Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs hat eine Liste zusammengestellt, die wichtige Hinweise auf ein hohes Risiko zusammenfasst.
Diese Kriterien werden immer wieder aktuell anhand neuer Forschungsergebnisse diskutiert. Im Einzelfall können beratende Ärzte bei der Risikoeinschätzung davon abweichen.

  • In der Familie sind drei Frauen an Brustkrebs erkrankt.
  • In der Familie sind zwei Frauen an Brustkrebs erkrankt, eine davon war zum Zeitpunkt der Diagnose nicht älter als 50 Jahre.
  • In der Familie gibt es eine Frau, die an Brustkrebs erkrankt ist, eine weitere ist an Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) erkrankt.
  • Eine Frau in der Familie ist sowohl an Brustkrebs wie auch an Eierstockkrebs erkrankt.
  • In der Familie sind zwei Verwandte an Eierstockkrebs erkrankt.
  • Eine Frau in der Familie ist an Mammakarzinom in beiden Brüsten erkrankt, bevor sie älter als 50 war.
  • In der Familie ist eine Frau an einem Mammakarzinom erkrankt, bevor sie älter als 35 war.
  • In der Familie gibt es einen an Brustkrebs erkrankten Mann, und es ist eine weitere Person mit Brust- oder Eierstockkrebs bekannt.

Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie nennt noch weitere Kriterien:
Ist eine Frau bereits ungewöhnlich jung an Brustkrebs erkrankt, und weist ihr Tumor besondere biologische Eigenschaften auf, kann es ebenfalls sinnvoll sein, nach veränderten Genen zu suchen, weil dann auch das Eierstockkrebsrisiko höher wäre. Gleiches gilt für Frauen mit Eierstockkrebs, wegen ihres Brustkrebsrisikos.

Risikoabschätzung bei erkrankten Männern und ihren Familien

Brustkrebs bei Männern ist sehr selten. Reicht es als Hinweis auf ein hohes vererbbares Risiko in einer Familie deshalb aus, wenn „nur“ ein Mann erkrankt ist, aber keine weiteren Angehörigen?

Diese Frage ist bisher nicht endgültig zu beantworten. Bisher geht man davon aus: Eine BRCA2-Mutation wird in weniger als zehn von hundert Familien gefunden, in denen allein ein einzelner männlicher Patient betroffen ist; BRCA1-Veränderungen kommen so gut wie nie vor.

Die spezialisierten Beratungsstellen bieten Männern und ihren Familien trotzdem einen Gentest an.  Kosten dafür fallen nicht an, so die Auskunft des Konsortiums für Familiären Brust- und Eierstockkrebs.

Wer gilt als "verwandt", wenn es in der Familie um ein ererbtes Krebsrisiko geht?

Als besonders wichtig gelten Erkrankungen bei Verwandten ersten Grades, also bei Eltern, Kindern oder Geschwistern.

Aber auch Familienangehörige zweiten und dritten Grades teilen noch einen großen Teil ihrer Gene. Daher können auch ihre Erkrankungen an Brustkrebs oder Eierstockkrebs Hinweise auf ein möglicherweise vorhandenes höheres Risiko geben.

  • Gerechnet wird dabei für jeweils eine Familienseite allein.

Man zählt also alle Erkrankten in der Familie getrennt: NUR von der Seite der Mutter her und  NUR von der Seite des Vaters her.

Gentests: Sollte man sich testen lassen oder nicht?

Hundertprozentige Sicherheit bieten die bisher bekannten Anhaltspunkte nicht. Keine Frau sollte allein aufgrund der Tatsache, dass sie erkrankte Familienmitglieder hat, von einer erblichen Belastung ausgehen, ohne sich dazu beraten zu lassen. Denn:  
Nur bei etwa einem Viertel der Familien, die eines oder sogar mehrere Kriterien erfüllen, werden tatsächlich veränderte BRCA1- oder BRCA2-Gene gefunden. Die weiteren, "neueren" Brustkrebsgene finden sich noch wesentlich seltener. 

  • Vielleicht ist bei den Betroffenen in diesen Familien die Krankheit doch "zufällig" entstanden, und es handelt sich nur um eine zufällige Häufung, ohne dass ein vererbbares Risiko vorliegt.
  • Möglich ist aber auch, dass Gene beteiligt sind, die man noch nicht kennt.
  • Es gilt aber auch: In kleinen Familien mit wenigen Verwandten kann der Verdacht auf eine erbliche Belastung schon entstehen, wenn nicht alle Kriterien erfüllt sind. Ein Beispiel: Hat eine Frau wenige und überwiegend männliche Verwandte, würde es rein statistisch weniger "auffallen", wenn Brustkrebsgene in der Familie weitergegeben werden.

Daher ist eine Beratung durch geschulte Fachleute so wichtig, wenn man befürchtet, ein erbliches Risiko in der Familie zu haben.

Zur Betreuung von Frauen und Familien, die ein genetisch bedingtes Brustkrebsrisiko befürchten, gibt es heute spezialisierte Sprechstunden, in die der Haus- oder Frauenarzt überweisen kann. Eine Übersicht bietet die Deutsche Krebshilfe, die entsprechende Zentren gefördert hat, unter www.krebshilfe.de/wir-helfen/adressen/familiaerer-krebs/brustkrebszentren.html.

  • Vorrang vor jeder Testung hat eine umfangreiche Beratung, damit sich betroffene Frauen über die möglichen Konsequenzen einer  Untersuchung im Klaren sind. So sollen negative Folgen eines Gentests für betroffene Familien und auch die Gefahr eines Missbrauchs entsprechender Daten minimiert werden.
  • Gentests erfolgen zudem grundsätzlich auf freiwilliger Basis, das Recht auf Nichtwissen ist ausdrücklich garantiert. Man muss sich nicht testen lassen, wenn man nicht möchte.

Die Gendiagnostik ist in Deutschland streng reguliert, um Missbrauch möglichst zu verhindern: Im April 2009 beschloss der Bundestag ein Gesetz zur Gendiagnostik, der Bundesrat billigte dies im Mai 2009 (www.gesetze-im-internet.de/gendg/index.html). Die gleichzeitig einberufene Gendiagnostik-Kommission hat die Umsetzung in Richtlinien gefasst: Einen Überblick über die aktuell verfügbaren Dokumente bietet die Seite www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/GendiagnostikKommission/Richtlinien/Richtlinien_inhalt.html.

Seriöse Tests sind aufwändig

Die derzeit für die Routine verfügbaren Gentests können zwar anhand einer einfachen Blutprobe durchgeführt werden. Sie sind jedoch relativ aufwändig und werden nur bei deutlichen Hinweisen auf ein familiäres Risiko veranlasst.
Aussagekräftiger wird ein Gentest dann, wenn sich ein bereits erkranktes Familienmitglied untersuchen lässt. Die Gensequenzen der "Index"-Patientin oder des Patienten mit Brustkrebs werden dann zum Vergleich mit denen der anderen Familienmitglieder herangezogen.
Bis ein Ergebnis vorliegt, können trotzdem mehrere Wochen und manchmal sogar Monate vergehen.

  • Vor vermeintlich "schnelleren" oder "einfacheren" Tests aus dem Internet warnt der Deutsche Ethikrat: Gentests sollten nie ohne vorherige ausführliche Beratung durchgeführt werden.
    Einfach eine Speichelprobe zur Untersuchung ins Ausland schicken - solche Angebote im Internet sind äußerst fragwürdig, mehr dazu im Text "Krebsmarker, Gentests, Tumormarker".

Früherkennung, Vorbeugung: Was tun bei höherem Risiko?

In den Leitlinien empfehlen Fachleute Frauen, bei denen eine risikosteigernde Genveränderung nachgewiesen wurde, regelmäßige Untersuchungen. Wie die Früherkennung genau ablaufen kann, klären die spezialisierten Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs mit betroffenen Frauen allerdings individuell ab.
Daher sind Abweichungen vom hier geschilderten Vorgehen immer möglich, je nach persönlichem Risikoprofil: 

  • eine halbjährliche Brustabtastung und eine Ultraschalluntersuchung ebenfalls alle sechs Monate für Frauen ab dem Alter von 25 Jahren
  • Auch die regelmäßige Mammographie ist wichtig. Noch vor kurzem wurde sie ab dem Alter von 30 empfohlen. Aktuell gehen Fachleute in den spezialisierten Zentren allerdings davon aus, dass eine Mammographie erst ab dem Alter von 40 sinnvoll ist, auch bei hohem Risiko. Der Grund ist die Strahlenbelastung.
  • Bei Frauen mit hohem Risiko spielt deshalb auch die Kernspinuntersuchung oder Magnetresonanz-Mammographie eine wichtige Rolle. Sie wird einmal pro Jahr ab dem Alter von 25 empfohlen. 
    Diese Untersuchung ist sehr empfindlich, und sie kommt ohne Strahlenbelastung aus. Allerdings birgt die hohe Empfindlichkeit auch das Risiko, dass zu oft "falscher Alarm" gegeben wird, und betroffene Frauen mit einer Biopsie rechnen müssen, bei der sich herausstellt, dass doch kein Brustkrebs vorliegt.

Weitere Untersuchungen tragen dem möglicherweise gesteigerten Risiko auch für andere Tumorarten Rechnung, etwa Darmkrebs, bei Männern auch Prostatakrebs.

Vorbeugen - ganz individuell entscheiden!

Was ist die  bestmögliche Vorbeugung von Brustkrebs bei Frauen mit einer Genmutation? Das ist keine leicht zu beantwortende Frage. Fachleute raten aktuell dazu, sich auf keinen Fall ohne eine umfängliche Beratung und Information zu früh für oder gegen eine Maßnahme zu entscheiden.

Soll man sich die Brüste und die Eierstöcke entfernen lassen?

Zwar gibt es inzwischen relativ sichere Daten dazu, dass bei Frauen die Entfernung beider Brüste das Brustkrebsrisiko und vor allem die Sterblichkeitsrate senkt, so die AGO und die Deutsche Gesellschaft für Senologie in ihren Leitlinien. Auch die Entfernung der Eierstöcke wirkt sich entsprechend aus, sie senkt zudem die Rate an Todesfällen durch das vererbbare Ovarialkarzinom.
Zu diesen Operationen hatte sich vor einigen Jahren beispielsweise die Schauspielerin Angelina Jolie entschieden - seitdem ein Vorbild für viele betroffene Frauen.

  • Was man jedoch vor einer Entscheidung unbedingt für sich selbst klären sollte:

Beide Eingriffe haben  tief greifende Folgen für das Körperbild und die Lebensqualität. Die Entfernung der Eierstöcke beendet die Möglichkeit einer Schwangerschaft. Sie versetzt eine Frau vorzeitig in die Wechseljahre, auch wenn sich gegen die Symptome etwas tun lässt, bis hin zur Hormonersatztherapie.

Vor eine Entscheidung empfehlen Fachgesellschaft daher, sich ausführlich zu informieren und umfassend beraten zu lassen - auch wenn man sicher weiß, dass man eines der Risikogene trägt, besteht für diese Entscheidung kein Zeitdruck.
Die Empfehlung lautet außerdem, sich, wenn möglich, im Rahmen einer Studie betreuuen zu lassen. In solchen Untersuchungen sollen der tatsächliche Nutzen und auch mögliche Risiken solcher Eingriffe weiter geklärt werden. Entsprechende Anlaufstellen erfährt man von den spezialisierten Zentren.

Für Männer, die das seltene BRCA2-Gen tragen, gibt es noch weniger verlässliche Daten, was wirklich zur Vorbeugung beiträgt. Ob bei ihnen die operative Entfernung der Brustdrüsen infrage kommt, können sie nur individuell mit ihren beratenden Ansprechpartnern klären. 

Wie sieht es mit dem Schutz durch Medikamente aus?

Für Frauen gibt es dazu Daten aus Studien. Bei Trägerinnen einer Genmutation wurde beispielsweise im Alter über 30, in anderen Studien über 35 die Substanz Tamoxifen eingesetzt. Voraussetzung war außerdem eine abgeschlossene Familienplanung. Auch die ähnliche Substanz Raloxifen wurde getestet.

Beide hemmen die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen. Tamoxifen spielt deshalb auch schon lange eine wichtige Rolle in der Brustkrebstherapie.  In neueren Studien kamen zudem Aromatasehemmer zum Einsatz, die ebenfalls die wachstumsfördernde Hormonwirkung blockieren und für bereits erkrankte Frauen zur Behandlung eingesetzt werden.

Alle Medikamente sind gut untersucht und vergleichsweise sicher. Sie können die Erkrankungsrate nachweislich senken. 

In klinischen Prüfungen wurde aber auch deutlich:

Viele an sich gesunde Frauen waren selbst bei hohem Brustkrebsrisiko nach einiger Zeit nicht mehr bereit, die Nebenwirkungen der Hormonblockade zu tolerieren, und brachen die Behandlung ab.

Die Entscheidung zu einer antihormonellen Therapie kann man als Frau mit genetisch hohem Brustkrebsrisio daher nur ganz persönlich und gemeinsam mit den behandelnden Ärzten treffen.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Fachinformationen, Quellen (Auswahl)

Der Krebsinformationsdienst bietet eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten zum Thema als Informationsblatt "Familiärer Brust- und Eierstockkrebs" an, zum Laden und Ausdrucken als PDF.

Das Deutsche Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs bietet sowohl betroffenen Frauen und ihren Familien wichtige Informationen, unter www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/informationen-fuer-patienten/familiaerer-brust-und-eierstockkrebs/.

Eine wichtige Anlaufstelle für betroffene Frauen und ihre Familien ist der Verein "BRCA Netzwerk e.V. - Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs".
Unter www.brca-netzwerk.de gibt es nicht nur Informationen und Hintergründe, sondern auch Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen, Vorträge, wichtige Anlaufstellen und vor allem die Kontaktmöglichkeiten zum Austausch mit anderen.