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Hautkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hautkrebs-Früherkennung: Auffällige Veränderungen erkennen

Leberflecke, Muttermale, Pigmentflecke – darauf sollten Sie achten

Ab einem Alter von 35 Jahren können gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre zur Hautkrebs-Vorsorge gehen. In diesem Text erfahren Sie, welche Vor- und Nachteile die Früherkennungs-Untersuchung hat, wer sie durchführt und was dabei passiert. Zusätzlich können Sie Ihre Haut regelmäßig selbst untersuchen. Wir zeigen Ihnen, auf welche Symptome Sie dabei achten sollten.

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Was beinhaltet das Hautkrebs-Screening?

Hautkrebsfrüherkennung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Hautkrebs-Früherkennung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Ab dem Alter von 35 Jahren hat man alle zwei Jahre Anspruch auf eine Früherkennungs-Untersuchung auf Hautkrebs. Sie ist Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms in Deutschland und wird von der Krankenkasse bezahlt. Dabei betrachtet ein geschulter Arzt oder eine Ärztin Haut und Schleimhäute am gesamten Körper und sucht nach auffälligen Veränderungen.

Vorteile der Früherkennung: Ziel dieses sogenannten Screenings ist es, Hautkrebs in einem möglichst frühen Stadium zu entdecken. Die Hoffnung: Wird Krebs früh erkannt, können viele Betroffene schonender behandelt werden und die Heilungschancen verbessern sich. Allerdings ist bisher nicht eindeutig wissenschaftlich belegt, dass durch das Hautkrebs-Screening weniger Menschen an Hautkrebs sterben.

Nachteile der Früherkennung können außerdem entstehen, wenn gutartige Hautveränderungen zunächst als bösartig eingeschätzt werden: Es kann belasten, wenn der Verdacht auf Hautkrebs im Raum steht, der sich dann als falsch herausstellt. Durch die Entfernung von Hautveränderungen können außerdem Narben entstehen. Darüber hinaus ist es möglich, dass Ärzte bösartige Hautveränderungen trotz aller Sorgfalt bei der Untersuchung nicht erkennen.

Warum trotz dieser Einschränkungen ein Hautkrebs-Screening für alle? Da Hautveränderungen mit dem bloßen Auge erkennbar sind, lässt sich die Haut leicht untersuchen. Deshalb ist die Früherkennung auf Hautkrebs vergleichsweise einfach und wenig belastend durchführbar. Außerdem ist sie kostengünstig.

Teilnehmen oder nicht?

Ob Sie eine Früherkennungs-Untersuchung durchführen lassen, entscheiden Sie selbst. Informieren Sie sich vorher gut über die Vor- und Nachteile und sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder ihrer Ärztin über Ihre individuelle Situation und Ihre Wünsche und Vorstellungen.

Wer führt die Früherkennung durch?

Die Vorsorgeuntersuchung auf Hautkrebs können entsprechend ausgebildete Hautärzte (Dermatologen) vornehmen. Außerdem dürfen sie hausärztlich tätige Fachärzte für Allgemeinmedizin, Internisten und Praktische Ärzte durchführen, wenn sie eine entsprechende Zusatzqualifikation erworben haben.

Finden sich verdächtige Hautveränderungen, überweisen Hausärzte oder andere Fachärzte für die weitere Abklärung zu spezialisierten Dermatologen.

So läuft die Untersuchung ab

Hautuntersuchung mit Lupe © Alexander Raths/fotolia
Arzt oder Ärztin untersuchen bei der Früherkennung die Haut nach verdächtigen Veränderungen. © Alexander Raths/fotolia

Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung der Haut fragen Arzt oder Ärztin zunächst nach möglichen Vorerkrankungen. Anschließend untersuchen sie die gesamte Körperoberfläche nach sichtbaren Hautveränderungen, auch den behaarten Kopf sowie alle Hautfalten und Schleimhäute.
Hat man selbst auffällige Veränderungen bemerkt, oder weiß, dass ein Muttermal oder ein Leberfleck an ungewöhnlicher Stelle sitzen? Dann sollte man den Arzt oder die Ärztin darauf aufmerksam machen.

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm sieht vor, dass die Hautuntersuchung mit bloßem Auge erfolgt. Die Kosten für unterstützende Leistungen, beispielsweise den Einsatz einer beleuchteten Lupe, muss man als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) in der Regel selbst übernehmen. Manchmal lohnt es sich allerdings, bei der Krankenkasse nachzufragen: Manche Versicherungen übernehmen zusätzliche Leistungen.

Im Anschluss an die Ganzkörperinspektion kann man mit Arzt oder Ärztin die Ergebnisse besprechen. Je nach Befund geht es dabei auch um das weitere Vorgehen.

Verdächtige Hautveränderungen: Wie geht es weiter?

Hautärzte können auch die weitere Abklärung übernehmen. Hat man die Untersuchung beim Allgemeinmediziner oder einem anderen Facharzt machen lassen, müssen diese zum Dermatologen als Facharzt für Hauterkrankungen überweisen.

Dort wird die Ganzkörperinspektion wiederholt, aber auch gezielt auf die auffälligen Befunde geachtet. Bei Bedarf entnimmt der Hautarzt oder die Hautärztin in der Regel das verdächtige Gewebe vollständig mit einem kleinen Sicherheitsrand und lässt es feingeweblich (histologisch) untersuchen.

Selbstuntersuchung: Verdächtige Pigmentflecken erkennen

Praktisch jeder Mensch hat Leberflecken oder Muttermale. Fachleute bezeichnen diese braunen Flecken als Nävus (Mehrzal Nävi). Meistens sind sie harmlos. Manchmal können sie allerdings ihre Form, Farbe oder Größe verändern oder es kommen neue, ungewöhnlich aussehende Pigmentflecken hinzu. Dann sollten Betroffene vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.

Mit fortschreitendem Alter entwickeln viele Menschen darüber hinaus zunächst flache, unregelmäßig geformte Hautpigmentierungen, die später eine raue Oberfläche bekommen können. Sie entstehen häufig auf den Händen, im Gesicht und bei Männern auch auf dem unbehaarten Kopf. Das weist sie als typische Lichtschäden aus.

Um sicherzustellen, dass verdächtige Veränderungen frühzeitig abgeklärt werden, empfehlen Hautärzte eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut. Dabei sollte möglichst keine Hautpartie ausgespart werden. Dies gilt vor allem für Bereiche, die nur selten der Sonne ausgesetzt und/oder nur schwer von einem selbst einsehbar sind. Dazu gehören Rücken, behaarte Kopfhaut, Gesäß, Genitalbereich, Fußsohlen und die Haut zwischen den Fußzehen und unter den Fuß- und Fingernägeln. Ein Ganzkörperspiegel, ein Handspiegel und helles Licht erleichtern die Untersuchung. Auch Familienangehörige können helfen.

Zur Orientierung dient die so genannte "ABCDE-Regel", mit deren Hilfe man ärztlich abzuklärende Veränderungen erkennen kann:

  • A wie Asymmetrie: Auffällig kann ein Fleck sein, der nicht gleichmäßig rund oder oval geformt ist.
  • B für Begrenzung: Ein Pigmentmal mit unregelmäßigen Ausfransungen oder Ausläufern sollte untersucht werden.
  • C steht für Color (Farbe): Hat ein Muttermal mehrere Farbtöne, ist es ebenfalls verdächtig.
  • D steht für Durchmesser: Verdächtig sind auch Hautveränderungen, deren Durchmesser größer als 3 bis 5 mm ist. Allerdings ist das Kriterium der Größe allein nicht besonders verlässlich.
  • E steht für Erhabenheit: Wenn das Mal mehr als einen Millimeter über das Hautniveau hinausragt, kann dies ebenfalls Zeichen von Hautkrebs sein. Auch dieses Kriterium ist für sich allein genommen nicht sehr aussagekräftig.
  • Außerdem sind Farbveränderungen (F), Größenzunahme (G), Blutungen (Hämorrhagien: H) und Juckreiz (J) verdächtige Zeichen, die eine Abklärung beim Hautarzt oder in einer Hautklinik notwendig machen.

Ebenfalls auffällig ist das sogenannte „ugly duckling sign" (englisch für „Zeichen des hässlichen Entleins"). Es beruht auf der Annahme, dass sich die Pigmentflecken eines Menschen insgesamt ähneln. Ein schwarzer Hautkrebs passt meist nicht in dieses einheitliche Bild und fällt dadurch auf.

  • Mehr Informationen finden Sie zum Beispiel bei der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention ADP e.V. unter www.unserehaut.de.

Ergebnisse dokumentieren

Aufschreiben, was sich verändert hat: Die Ergebnisse der Selbstuntersuchung der Haut sollte man festhalten. Ist ein Pigmentfleck gewachsen, der viele Jahre lang klein und unauffällig war? Hat sich die Farbe verändert? Im Zweifelsfall können vielleicht sogar alte Fotos weiterhelfen.

  • Wenn man verdächtige Veränderungen findet, sollte man sich an Hausarzt oder Hausärztin wenden, oder einen Termin beim Dermatologen ausmachen.

Quellen und Links für Interessierte und Fachkreise