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Hautkrebs, Foto: Wikimedia Commons © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hautkrebs- Früherkennung: Welche Möglichkeiten gibt es?

Früh erkannt lassen sich auffällige Veränderungen der Haut in der Regel gut behandeln. Aus diesem Grund raten Hautärzte regelmäßig zu einer sorgfältigen Selbstuntersuchung der Haut. 

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Eine Auswahl der für diesen Text verwendeten Quellen ist am Textende aufgeführt.

Was beinhaltet die Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs?

Hautkrebsfrüherkennung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Krebsfrüherkennung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Seit dem 1. Juli 2008  hat man in Deutschland ab dem Alter von 35 alle zwei Jahre einen Anspruch auf eine Hautkrebs-Früherkennungsuntersuchung. 

Davor wurde die ärztliche Inspektion der Haut nur dann von den Krankenkassen bezahlt, wenn ein Verdacht auf Hautkrebs vorlag. Durch einen entsprechenden Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von November 2007 ist die Untersuchung auf Hautkrebs damit im gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm verankert. (Die aktuelle Krebsfrüherkennungs-Richtlinie für Fachleute findet sich beim Gemeinsamen Bundesausschuss als PDF unter www.g-ba.de/informationen/richtlinien/17).

Was lässt sich mit dieser Früherkennungsuntersuchung erreichen, was nicht?

Ziel des Hautkrebs-Screenings ist es, auffällige Veränderungen der Haut rechtzeitig aufzuspüren, bevor Krebs entsteht. Dahinter steht außerdem die Überlegung: Wird Krebs früh erkannt, verbessern sich für viele Betroffene auch die Heilungschancen.

Diese Annahme ist für das Hautkrebsscreening bei Gesunden ohne besondere Risikofaktoren oder Hautveränderungen aber nicht wirklich sicher belegt. Dies liegt zum Teil auch daran, dass es so viele verschiedene Formen von Hautkrebs gibt. Die meisten Typen des hellen Hautkrebses, also etwa die häufigen Basalzellkarzinome, verkürzen die Lebenszeit Betroffener in der Regel nicht, auch wenn große Hauttumoren die allgemeine Gesundheit und die Lebensqualität sehr beeinträchtigen können. Das wesentlich seltenere Melanom, der schwarze Hautkrebs, gehört dagegen zu den Krebserkrankungen, die bis heute schwer zu behandeln sind - hier ist es wirklich wichtig, dass Tumoren möglichst früh erkannt werden.

Warum trotz dieser Einschränkungen ein Hautkrebsscreening für alle? Da sich die Haut einfach untersuchen lässt – Veränderungen sind mit dem bloßen Auge erkennbar – ist gerade die Früherkennung auf Hautkrebs vergleichsweise einfach und wenig belastend durchführbar; und sie ist kostengünstig.

Wer führt Früherkennungsuntersuchungen durch?

Die "Vorsorgeuntersuchung" auf Hautkrebs kann von entsprechend ausgebildeten Hautärzten (Dermatologen) vorgenommen werden, außerdem von hausärztlich tätigen Fachärzten für Allgemeinmedizin, von Internisten und Praktischen Ärzten, wenn sie eine entsprechende Zusatzqualifikation für das Hautkrebsscreening erworben haben.

Finden sich verdächtige Hautveränderungen, überweisen Hausärzte oder andere Fachärzte dann für die weitere Abklärung zum spezialisierten Dermatologen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Im Rahmen der "Vorsorgeuntersuchung" der Haut fragen Arzt oder Ärztin zunächst nach möglichen Vorerkrankungen (Anamnese). Anschließend untersucht er die gesamte Körperoberfläche nach sichtbaren Hautveränderungen ab, auch den behaarten Kopf sowie alle Hautfalten und Schleimhäute.
Hat man selbst auffällige Veränderungen bemerkt, oder weiß man, dass ein Muttermal oder ein Pigmentfleck an sehr ungewöhnlicher Stelle sitzen? Dann sollte man den Arzt oder die Ärztin darauf aufmerksam machen.

Das gesetzliche Früherkennungsprogramm sieht vor, dass die Hautuntersuchung mit bloßem Auge erfolgt. Die Kosten für unterstützende Leistungen, wie beispielsweise den Einsatz einer beleuchteten Lupe, muss man auf Wunsch als Patient als Individuelle Gesundheitsleistung, kurz IGeL, selbst übernehmen.

Im Anschluss an die Ganzkörperinspektion kann man mit den Ärzten die Ergebnisse besprechen. Je nach Befund geht es dabei auch um die weitere Vorgehensweise. 

Werden im Rahmen der Früherkennung verdächtige Hautveränderungen entdeckt? Hautärzte können dann auch die weitere Abklärung übernehmen. Hat man die Untersuchung beim Allgemeinmediziner oder einem anderen Facharzt machen lassen, müssen diese zum Dermatologen als Facharzt für Hauterkrankungen überweisen.

Dort wird die Ganzkörperinspektion wiederholt, aber auch gezielt auf die auffälligen Befunde geachtet. Bei Bedarf entnimmt der Hautarzt eine Gewebeprobe und lässt diese feingeweblich (histologisch) untersuchen.

Selbstuntersuchung: Für sich selbst etwas tun

Praktisch jeder Mensch weist  "Muttermale" auf. Die meisten dieser braunen Flecken, die Fachleute als Nävus (Mehrzahl: Nävi) bezeichnen, sind aber völlig harmlos. Manchmal können sie allerdings ihre Form, Farbe oder Größe verändern oder es kommen neue, ungewöhnlich aussehende Nävi hinzu. Dann sollten Betroffene vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen.
Mit fortschreitendem Alter entwickeln viele Menschen darüber hinaus zunächst flache, unregelmäßig geformte Hautpigmentierungen, die später eine rauhe Oberfläche bekommen können. Sie entstehen häufig auf den Händen, im Gesicht und bei Männern auch auf dem unbehaarten Kopf, was sie als typische Lichtschäden ausweist.

Um sicherzustellen, dass verdächtige Veränderungen frühzeitig abgeklärt werden, empfehlen Hautärzte zudem eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut. Dabei sollte möglichst keine Hautpartie ausgespart werden. Dies gilt vor allem für Bereiche, die nur selten der Sonne ausgesetzt und/oder nur schwer von einem selbst einsehbar sind wie Rücken, behaarte Kopfhaut, Gesäß, Genitalbereich, Fußsohlen und die Haut zwischen den Fußzehen und unter den Fuß- und Fingernägeln.
Ein Ganzkörperspiegel, ein Handspiegel und helles Licht erleichtern die Untersuchung; der beste Zeitpunkt für die Inspektion ist nach dem Duschen oder Baden.
Zur Orientierung dient dem Selbstuntersucher die so genannte "ABCDE-Regel", mit deren Hilfe ärztlich abzuklärende Veränderungen identifiziert werden können:

  • A wie Asymmetrie: Die beiden Hälften des Muttermals sehen ungleich aus.
  • B für Begrenzung: Während gutartige Nävi in der Regel rund oder oval sind, können zungenförmige Ausläufer und Einbuchtungen, unscharfe Grenzen zur umgebenden Haut und eine raue Oberfläche auf ein Melanom hindeuten.
  • C steht für Color (Farbe): Melanome sind typischerweise unregelmäßig und uneinheitlich gefärbt, manchmal von tiefschwarz bis hautfarben.
  • D steht für Durchmesser oder Dynamik: Verdächtig sind Hautveränderungen, die eine bestimmte Größe überschreiten. In der Fachliteratur finden sich allerdings unterschiedliche Angaben dazu, was als Grenzwert gilt. Die Angaben reichen von zwei bis hin zu sechs Millimeter Durchmesser. In der Leitlinie der „European Society for Medical Oncology“ (ESMO) steht das "D" inzwischen auch nicht mehr für Durchmesser, sondern für "Dynamik". Damit beziehen sich die Fachleute auf den Umfang und die Geschwindigkeit, mit der sich Farbe, Größe oder Dicke eines Muttermals verändern.
  • E steht für Erhabenheit: Wenn das Mal mehr als einen Millimeter über das Hautniveau hinausragt und die Oberfläche rau oder schuppend ist, kann dies ebenfalls Zeichen von Hautkrebs sein.

Außerdem sind Farbveränderungen (F), Größenzunahme (G), Blutungen (Hämorrhagien: H) und Juckreiz (J) hochgradig verdächtige Zeichen, die eine Abklärung beim Hautarzt oder in einer Hautklinik unbedingt notwendig machen. Mehr Informationen dazu gibt es zum Beispiel bei der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention ADP e.V., im Internet unter www.unserehaut.de.