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Gebärmutterhalskrebszelle, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Gebärmutterhalskrebs: Früherkennung mit Pap-Abstrich und HPV-Test?

Krebsvorstufen erkennen und Zervixkarzinome möglichst früh behandeln

In Deutschland kann jede Frau ab 20 Jahren einmal im Jahr kostenlos zur "Vorsorge" beim Frauenarzt gehen. Wichtigste Untersuchung zur Krebsfrüherkennung ist ein Zellabstrich vom Gebärmutterhals, der "Pap-Test". Er dient dazu, Zellveränderungen am Gebärmutterhals aufzuspüren. Damit steigt die Chance, Krebsvorstufen zu erkennen und zu behandeln - noch bevor Gebärmutterhalskrebs entsteht. Wie läuft die Untersuchung ab und was nützt sie? Gibt es auch Risiken? Ersetzt in Zukunft der HPV-Test auf Krebsviren die Abstrichuntersuchung?
Diese Fragen beantwortet der folgende Text des Krebsinformationsdienstes. Wichtig: Informationen aus dem Internet können eine Entscheidung für oder gegen die Teilnahme an der Krebsfrüherkennung erleichtern. Sie ersetzen aber nicht die Beratung durch den Arzt.
Frauen, bei denen bereits der Verdacht auf ein Zervixkarzinom besteht, finden Informationen für ihre Situation im Text "Gebärmutterhalskrebs: Warnzeichen und Untersuchungen bei Verdacht".

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Quellen und Links

Genutzte Quellen sind am Ende des Textes aufgeführt aufgeführt. Weitere Informationen finden sich außerdem unter "Mehr wissen über Gebärmutterhalskrebs: Adressen, Links, Broschüren, Fachquellen zum Zervixkarzinom".

Krebsfrüherkennung ist kostenlos: Wer kann zur "Vorsorge" gehen?

Gebärmutterhalskrebs-Früherkennung © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen können in Deutschland alle Frauen ab dem 20. Geburtstag in Anspruch nehmen: Das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm sieht vor, dass die Krankenkassen die Kontrolluntersuchung einmal pro Jahr bezahlen. Für Frauen, die privat versichert sind, sehen die Angebote normalerweise genauso aus wie für gesetzlich Versicherte. Details regelt hier aber der jeweils abgeschlossene Vertrag mit der privaten Krankenkasse.

  • Eine obere Altersgrenze für das Angebot gibt es nicht: Auch für ältere Frauen ist die Untersuchung sinnvoll.

Vorsorge oder Früherkennung?

  • Vorsorge: Man kann Krebs verhindern, bevor er entsteht. Das gelingt zum Beispiel, wenn man Vorstufen erkennt, die noch kein Krebs sind, und diese entfernt.
  • Früherkennung: Man findet einen Tumor, solange er noch sehr klein ist – die Behandlung wird einfacher und die Heilungschancen sind besser.

Das Wichtigste in Kürze: Was gehört zur Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs, was nicht?

Der wichtigste Teil der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist derzeit der Pap-Test. Er ist benannt nach dem Arzt und Anatomen George N. Papanicolaou, der diese Nachweismethode bereits vor fast 90 Jahren entwickelte. Bei diesem Test werden Schleimhautzellen an Gebärmutterhals und Muttermund abgestrichen und unter dem Mikroskop begutachtet. Manchmal verwenden Gynäkologen für diesen Nachweis deshalb auch den Begriff "Krebsabstrich".

Ein sicherer "Krebstest" im engeren Sinn ist der Pap-Abstrich zwar nicht: Man sieht aber, ob Zellen gesund und normal aussehen oder nicht. Das Ergebnis wird einer von mehreren Kategorien zugeordnet: von "nicht beurteilbar" über "unauffällig", "leicht verändert" (aber kein Krebsverdacht) oder "unklarer" beziehungsweise "zweifelhafter Befund", bis hin zu "Verdacht auf Krebsvorstufe oder Krebs". Von dieser Einstufung hängt ab, ob und wenn ja, welche weiteren Untersuchungen oder Behandlungen notwendig sind.

Gibt es Weiterentwicklungen bei der Früherkennung auf ein Zervixkarzinom? Diskutiert werden vor allem zwei neuere Entwicklungen:

HPV-Test: Heute weiß man, dass Gebärmutterhalskrebs in aller Regel durch eine Infektion mit bestimmten humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst wird. Der HPV-Test ist bisher kein Teil der gesetzlichen Früherkennung. Durchgeführt wird er zurzeit, wenn unklare oder auffällige Befunde weiter abgeklärt werden müssen. Er soll aber in Zukunft bei Frauen ab 35 Jahren in Kombination mit dem Pap-Test eingesetzt werden, mehr dazu im Abschnitt "Ausblick: HPV-Test aktuell noch nicht im gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm".

Dünnschichtzytologie: Zur Verfügung steht auch ein Verfahren, das die Begutachtung der Zellen unter dem Mikroskop verbessern soll, die sogenannte Dünnschichtzytologie. Der Nutzen ist in Deutschland jedoch umstritten. Daher müssen Frauen, die diese Untersuchung trotzdem wünschen, sie meist selbst bezahlen, mehr dazu im Abschnitt "Weitere Verfahren: Dünnschichtzytologie keine Standarduntersuchung".

Bei Beschwerden zum Arzt gehen

Ärztin und Patientin im Gespräch © britta60/Fotolia
Bei akuten Beschwerden sollte man nicht bis zum nächsten Termin abwarten – besser gleich zum Frauenarzt oder zur Frauenärztin! © britta60/ Fotolia

Die Regelungen zur Krebsfrüherkennung gelten für gesunde Frauen. Was tun, wenn man Beschwerden hat?

  • Warten Sie bei Ausfluss, ungewohnten Blutungen oder Schmierblutungen, Schmerzen im Unterleib oder anderen Problemen nicht bis zum nächsten Früherkennungstermin. Vereinbaren Sie gleich einen Arzttermin!

Auch wenn sich hinter solchen Beschwerden oft nur Entzündungen oder hormonelle Probleme verbergen, empfiehlt es sich, diese Symptome möglichst zeitnah abklären zu lassen.

Muss man zur Früherkennung gehen?
Die Antwort lautet "nein": Das gesetzliche Programm ist ein Angebot, aber keine Verpflichtung. Jede Frau kann entscheiden, ob sie die Untersuchung durchführen lassen möchte oder nicht.

Nach Gebärmutteroperationen: Früherkennung bleibt weiter wichtig

Wie sieht es mit der Früherkennung durch den Pap-Abstrich aus, wenn eine Frau eine Uterus-Entfernung hatte, eine sogenannte Hysterektomie? Ein Beispiel sind Gebärmutteroperationen wegen gutartiger Muskeltumoren, sogenannter Myome. Ein anderes Beispiel sind Operationen bei einer Gebärmuttersenkung. Damit ist eine dauerhafte Lageveränderung des Uterus gemeint, die Schmerzen oder Beschwerden beim Wasserlassen verursacht, und die sich anders nicht beheben lässt.

Ob weiter regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll sind, hängt vom Umfang der Operation ab:

  • Nach einer Teilentfernung der Gebärmutter ändert sich für Betroffene nichts an der offiziellen Empfehlung: Sie sollten sich einmal jährlich auf Gebärmutterhalskrebs untersuchen lassen. Der Grund: Bei solchen "subtotalen" oder "suprazervikalen" Hysterektomien kann die Zervix erhalten bleiben, der eigentliche Gebärmutterhals. Damit besteht auch weiterhin das Risiko, an einem Zervixkarzinom zu erkranken.
  • Konnte der Uterus mit der Zervix nicht erhalten bleiben, hatte eine Frau also eine "totale" Hysterektomie? Dann empfehlen Fachleute weitere regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen mittels Pap-Abstrich nur Frauen, bei denen HPV nachgewiesen wurde. Der Grund: Die Viren gelten auch als Risikofaktor für Vulva- und Vaginalkarzinome, also Krebs der Schamlippen oder der Scheide. Der Abstrich erfolgt in diesem Fall am Scheidenstumpf. Frauen, bei denen die Viren nicht vorhanden sind, brauchen normalerweise keine Abstrich-Untersuchung mehr.

Frauen, die sich unsicher über den Umfang ihrer Operation sind, sollten mit ihrem Arzt abklären, ob und welche Früherkennungsuntersuchungen für sie zukünftig sinnvoll sein könnten.

Immungeschwächte Frauen: Höheres Risiko für Gebärmutterhalskrebs?

Viren sind ein wichtiger Auslöser von Gebärmutterhalskrebs. Das persönliche Risiko wird daher auch davon bestimmt, wie gut das Immunsystem die Erreger in Schach halten kann. Für Frauen mit einer deutlichen Immunschwäche kann das Risiko für ein Zervixkarzinom steigen.
Betroffen sind zum Beispiel Patientinnen nach einer Organtransplantation, die immununterdrückende Medikamente gegen eine Abstoßungsreaktion benötigen, oder auch Frauen mit einer Infektion mit dem humanen Immundefizienz-Virus (HIV). Fachleute diskutieren, ob diese Frauen häufiger als jährlich zur Früherkennungsuntersuchung gehen sollten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über ihr persönliches Risiko: Sie können am besten einschätzen, wie Ihre individuelle Situation aussieht.

Nutzen und Risiken: Was bringt die regelmäßige Untersuchung?

Der Pap-Abstrich gehört zu den ältesten Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, sein Nutzen ist dementsprechend gut belegt: Seit vielen Jahren weiß man, dass die Krebsrate in einem Land deutlich sinkt, wenn viele Frauen die Möglichkeit regelmäßiger Untersuchungen haben. Deutlich wird dies beispielsweise anhand der Unterschiede bei den Krebsraten in Ländern mit und ohne leicht zugängliche Früherkennungsmöglichkeiten.

Nutzen: Vorstufen können behandelt werden, bevor Krebs entsteht

In Deutschland zeigt sich der Nutzen auch am Vergleich der Krebsraten vor und nach der Einführung des gesetzlichen Angebots Anfang der 1970er Jahre: Noch vor etwa 40 Jahren starben mehr als doppelt so viele Frauen wie heute an Gebärmutterhalskrebs. Das belegen die Daten der deutschen Krebsregister.

Fachleute haben außerdem anhand der bisher veröffentlichten Studien Modellrechnungen durchgeführt, die den Nutzen der Untersuchung darstellen. Sie zeigen für Frauen, die nicht gegen HPV geimpft sind:

  • Von 1.000 Frauen, die nicht an regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, erkranken 30 im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterhalskrebs.
  • Von 1.000 Frauen, die an regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen teilnehmen, erkrankt weniger als eine im Laufe ihres Lebens an Gebärmutterhalskrebs.

Was ist der Hauptgrund für den Nutzen der Untersuchung? Der Pap-Abstrich ist mehr als eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung im engeren Sinn. Der Test ermöglicht es, schon Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs aufzuspüren: also noch bevor ein invasives Karzinom entsteht, das in tiefere Gewebeschichten vordringt und sich im Körper ausbreitet.
Selbst wenn bereits Krebs entstanden ist, lässt sich die Erkrankung besser und erfolgreicher behandeln, wenn sie in früheren Stadien entdeckt wird. Geht eine Frau erst zum Arzt, wenn sie bereits Beschwerden hat, kann dies dagegen auf eine bereits fortgeschrittene Erkrankung hinweisen, mit schlechteren Heilungsaussichten.

Hinzu kommt: Die Untersuchung ist vergleichsweise wenig belastend, sie verursacht keine Schmerzen.

Risiken: Mit welchen Nachteilen muss man rechnen?

Obwohl der Pap-Test sehr erfolgreich ist, ist er nicht perfekt. Der größte Nachteil ist seine ungenügende "Sensitivität". Das bedeutet, dass mit einem gewissen Risiko veränderte Zellen übersehen werden können. Fachleute verwenden dafür den Begriff "falsch negativer Befund". Ältere Studien dazu gehen von folgenden Zahlen aus:

  • Ein einmalig durchgeführter Abstrich spürt bei etwa der Hälfte der Frauen die Zellveränderungen auf.
  • Bei der anderen Hälfte der untersuchten Frauen werden die auffälligen Zellen zunächst übersehen. Je stärker ausgeprägt die Veränderung ist, desto höher ist aber auch die Wahrscheinlichkeit, sie bei nur einem einzigen Test gleich zu erkennen.

Gebärmutterhalskrebs entwickelt sich jedoch nicht über Nacht. Daher gilt: Wiederholt man den Test regelmäßig, erhöht sich die Sensitivität.

  • Mit einer Serie von vier Abstrichen im Abstand von jeweils einem Jahr werden die veränderten Zellen bei neunzig von hundert Frauen erkannt.

Dies ist der Grund dafür, warum in Deutschland das gesetzliche Früherkennungsprogramm derzeit noch die jährliche Untersuchung vorsieht.

Auch "falscher Alarm" ist möglich: wenn bei einem Pap-Test gesunde Zellen versehentlich als krank eingestuft werden. Wie häufig kommt das vor? Die Zahlenangaben dieser sogenannten "Spezifität" schwanken je nach Studie. Insgesamt hat der Pap-Test jedoch eine hohe Spezifität, das heißt: Es gibt wenige solche "falsch positive" Befunde.

Laut Angabe des Gemeinsamen Bundesausschusses erhalten drei bis vier von hundert untersuchten Frauen einen auffälligen Befund. Rein statistisch muss also jede Frau, die regelmäßig zur Früherkennung geht, einmal im Leben damit rechnen, dass ihr Abstrich auffällig ist.

Was tatsächlich dahinter steht, lässt sich erst mit weiteren Untersuchungen abklären. Ein solches Testergebnis muss auch aus einem weiteren Grund zunächst kein Anlass zur Beunruhigung sein: Viele Veränderungen am Gebärmutterhals bilden sich von allein zurück.

Daher warten Ärzte vor allem bei leichten bis mittelschweren Veränderungen erst einmal ab, bevor sie eine Behandlung empfehlen. Nach einer Wartefrist überprüfen sie, ob ein HPV-Test Auffälligkeiten zeigt. Wenn ja, dann sollte der Befund weiter abgeklärt werden. Hierzu gehört zum Beispiel die Entnahme einer kleinen Gewebeprobe aus dem Gebärmutterhals (Biopsie), die anschließend unter dem Mikroskop genauer untersucht wird.

Was der regelmäßige Gang zum Frauenarzt nicht leisten kann: Keine Früherkennung auf Gebärmutterkrebs oder Eierstockkrebs

Werden auch andere Krebsformen an den weiblichen Geschlechtsorganen erkannt, wie etwa Krebs des Gebärmutterkörpers (Endometriumkarzinom), der Eierstöcke (Ovarialkarzinom) oder Krebs der Scheide (Vaginalkarzinom) und der äußeren Geschlechtsorgane (Vulvakarzinom)? Bisher gibt es keine geeigneten Untersuchungen auf Krebs der Gebärmutter oder der Eierstöcke, die sich als regelmäßige Reihenuntersuchung für ansonsten gesunde Frauen eignen.

Trotzdem werden Arzt oder Ärztin bei jeder Untersuchung auch nach Beschwerden fragen, die Gebärmutter und den Unterbauch abtasten und auf auffällige Veränderungen an den äußeren und inneren Genitalien achten.

Schleimhautveränderungen, die auf ein Vulvakarzinom hindeuten, lassen sich vergleichsweise leicht erkennen. Nur bei Frauen mit einem höheren Erkrankungsrisiko für Gebärmutterkörperkrebs oder Eierstockkrebs ist eventuell auch eine Ultraschalluntersuchung durch die Scheide sinnvoll. Dies gilt etwa dann, wenn eine erbliche Belastung vorliegen könnte.

  • Fragen zur Früherkennung dieser und anderer Formen von "Unterleibskrebs" oder zum erblichen Risiko beantwortet der Krebsinformationsdienst am Telefon oder per E-Mail.

Termin zur Früherkennungsuntersuchung: Wie kann man sich vorbereiten?

Die Untersuchung zur Früherkennung auf Gebärmutterhalskrebs führt normalerweise ein Facharzt oder eine Fachärztin für Frauenheilkunde (Gynäkologie) durch. Wichtig ist, dass man seinem Arzt beziehungsweise seiner Ärztin vertraut. Fühlt man sich gut betreut? Wird in der Praxis Rücksicht auf die Intimsphäre genommen? Ist ausreichend Zeit für Fragen, auch zum Ablauf der Untersuchung? Werden die Befunde ausreichend erklärt? Ist dies nicht der Fall, sollten Frauen das gezielt ansprechen.

Wann ist der beste Zeitpunkt? Frauen nach den Wechseljahren können den Termin für die Früherkennung normalerweise frei vereinbaren. Jüngere Frauen achten am besten auf einen Termin, an dem die letzte Periodenblutung sicher vorbei ist. Der Grund: Die Menstruation kann die Ergebnisse des Pap-Tests verfälschen.

Was man sonst noch beachten sollte, kann man bei der Anmeldung zum Termin erfragen - etwa, ob und wie lange man vor der Untersuchung keinen Geschlechtsverkehr haben und auf Scheidenzäpfchen, Intimspülungen oder ähnliches verzichten sollte.

Frauenärztliche Untersuchung: Wie läuft sie ab?

Anatomie der Gebärmutter und der Eierstöcke © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Der Gebärmutterhals ist der untere schmale Teil der Gebärmutter und verbindet sie mit der Scheide. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum (Zum Vergrößern auf die Lupe klicken.)

Zunächst erkundigt sich der Arzt oder die Ärztin nach möglichen Vorerkrankungen oder aktuellen Beschwerden und fragt, ob und welche Medikamente man verwendet. Danach muss man den Unterleib für die gynäkologische Untersuchung entkleiden und auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen.

Die Untersuchung ist in der Regel nicht schmerzhaft, einige Frauen empfinden sie aber als unangenehm.
Die Ärztin tastet die Gebärmutter und die inneren Organe im Unterbauch über die Bauchdecke von außen ab. Dann führt sie zwei Finger in die Scheide ein und drückt mit der anderen Hand von außen auf den Unterbauch. So kann sie von innen Muttermund, Gebärmutterhals, Gebärmutter und Eierstöcke fühlen und deren Form beurteilen. Sie prüft, ob sich an den Schamlippen, am Scheideneingang oder in der Analregion Veränderungen finden.

Um den Gebärmutterhals möglichst komplett sichtbar zu machen, verwenden Arzt oder Ärztin einen Metallspatel, das Spekulum ("Spiegel"). Damit lässt sich die Scheide schmerzlos entfalten, und man kann den Gebärmutterhals und das Innere der Scheide beurteilen. Ein sogenanntes Kolposkop ermöglicht eine noch genauere Untersuchung von Scheide und Gebärmutterhals: Dabei handelt es sich um eine Art Lupe mit einer Lichtquelle.

Durchführung des Pap-Tests

Nachdem die Scheide mit einem Spekulum entfaltet wurde, entnehmen Arzt oder Ärztin mit einem Spatel oder mit einer kleinen Bürste vorsichtig etwas Zellmaterial vom Muttermund und aus dem Gebärmutterhalskanal. Davon spürt man normalerweise nichts. Ist ein HPV-Test geplant, entnimmt der Arzt auch dafür etwas Zellmaterial.

Die entnommenen Zellen prüfen viele Ärzte selbst gleich unter dem Mikroskop. Dann werden sie noch in der Arztpraxis haltbar gemacht (fixiert) und an ein Labor gesendet. Hier färben Spezialisten für Zell- und Gewebeuntersuchungen die Probe an und begutachten sie unter dem Mikroskop. Durch die Färbung lässt sich erkennen, ob Zellen krankhaft verändert sind und wenn ja, wie sehr sie sich von gesundem Gewebe unterscheiden. Solche Untersuchungen, die sich auf das Aussehen einzelner Zellen beschränken, bezeichnet man als zytologische Untersuchungen und kurz oft als "Zytologie".

Weitere Verfahren: Dünnschichtzytologie keine Standarduntersuchung

Von einem weiteren Verfahren erhoffte man sich zunächst genauere Untersuchungsergebnisse: Bei der sogenannten Dünnschichtzytologie werden die beim Abstrich entnommenen Zellen vor der mikroskopischen Untersuchung voneinander gelöst und von Blut- und Schleimbeimengungen befreit. Erst dann werden sie in einer dünnen Schicht auf ein Glasplättchen aufgebracht und ebenfalls mikroskopisch begutachtet.

Die Hoffnungen auf größere Genauigkeit haben sich jedoch nicht zweifelsfrei bestätigt: Nach Einschätzung des Gemeinsamen Bundessauschuss (G-BA, www.g-ba.de) ist dieses Verfahren dem klassischen Pap-Test in der Entdeckung von Zellveränderungen nicht überlegen.

Gesetzlich versicherte Frauen, die die Untersuchung trotzdem wünschen, müssen die Kosten für dieses Verfahren selbst tragen. Ob private Versicherungen die Dünnschichtzytologie zahlen, hängt vom jeweiligen Vertrag ab.

Wichtig zu wissen: Ein auffälliger Befund ist nicht unbedingt Krebs

Bis der Befund vorliegt, vergehen einige Tage. Meist ist vereinbart, dass man von der Arztpraxis nur benachrichtigt wird, wenn das Ergebnis eine weitere Untersuchung notwendig macht.

Welche Informationen enthält der Befund?
Fachleute unterscheiden die Befundgruppen Pap 0 bis Pap V. Seit 2014 können nutzen sie dazu ein überarbeitetes System der Einstufung der Befunde, mehr dazu in den Quellen am Ende des Textes.

Pap 0 bedeutet, dass der Abstrich nicht beurteilbar ist und zeitnah wiederholt werden sollte.
Pap I bedeutet normale gesunde Zellen. Ein erneuter Zellabstrich ist erst im Rahmen der nächsten Früherkennungsuntersuchung notwendig.
Pap II deutet auf unwesentliche Zellveränderungen hin, wie sie durch Entzündungen hervorgerufen werden - es besteht aber kein Verdacht auf eine Krebsvorstufe oder gar auf Krebs.
Der Befund Pap II-a wird vergeben, wenn das aktuelle Ergebnis zwar unauffällig ist, man aber in der Vorgeschichte bereits einen auffälligen Abstrich hatte.
Pap III bedeutet, dass der Abstrich nicht eindeutig ist: In der Zellprobe wurden zwar keine Krebszellen gesichert, jedoch Zellveränderungen, die auffällig, aber mikroskopisch nicht eindeutig zu bestimmen sind.
Pap IIID: Es liegt eine leichte (Pap IIID1) beziehungsweise mäßige (Pap IIID2) Dysplasie vor: Es zeigen sich leichte Zellveränderungen möglicher Krebsvorstufen, und es besteht ein geringes Risiko, echte Krebszellen zu entwickeln - es liegt aber kein Krebs vor.
Pap IVa bezeichnen Fachleute als "schwere Dysplasie" oder auch als "in-situ-Vorstufe". Das bedeutet, dass starke Zellveränderungen, also mögliche Krebsvorstufen vorliegen.
Pap IVb und Pap V: Bei Abstrichen dieser Gruppen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Krebs entwickelt hat.

Ein auffälliges Ergebnis des Pap-Tests bedeutet also nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung vorliegt - es kann aber Hinweise auf die zugrunde liegende Gewebeveränderung liefern. Und selbst wenn es sich um einen der "höheren" Befunde handelt: Der Pap-Test allein reicht für eine Krebsdiagnose nicht aus, auf jeden Fall sind weitere Untersuchungen notwendig.

  • Hinzu kommt: Viele Veränderungen können sich noch von alleine zurückbilden. Daher ist es je nach Befund manchmal sinnvoll, nach einer Wartefrist zum Beispiel einen HPV-Test durchzuführen.

Ausführliche Informationen zu den Ergebnissen des Pap-Tests und darüber, wie der Arzt bei auffälligen Befunden vorgehen kann, sind im Text "Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs: Untersuchungen und Behandlung" zusammengestellt.

Ausblick: HPV-Test aktuell noch nicht im gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramm

Humane Papillomviren (HPV) gelten als Hauptauslöser von Gebärmutterhalskrebs. Mit einem HPV-Test lassen sich die Viren in Zellen des Gebärmutterhalses nachweisen. Könnte man also statt des Pap-Abstriches bei der Früherkennungsuntersuchung einen HPV-Test durchführen? Bisher ist es noch nicht so weit: Der HPV-Test ist nicht Teil des gesetzlichen Früherkennungsprogramms und ersetzt zurzeit nicht die Abstrichuntersuchung. Das wird sich aber in naher Zukunft ändern: Frauen ab 35 Jahren soll dann eine Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test angeboten werden.

Welchen Nutzen hat der HPV-Test?

Der Nutzen des HPV-Tests in Kombination mit dem Pap-Test oder sogar anstelle des Pap-Tests wurde weltweit in Studien geprüft. Fachleute kamen zu dem Schluss: Der HPV-Test könnte tatsächlich einen Vorteil bieten, allerdings nicht für jüngere Frauen unter 30 Jahren.

Der Grund: Jüngere Frauen sind häufiger mit humanen Papillomviren infiziert, bei ihnen heilt eine Infektion aber auch vergleichsweise häufiger wieder ab. Bei etwas älteren Frauen ist eine HPV-Infektion dagegen ein Hinweis darauf, dass die Infektion eventuell chronisch geworden ist und Zellveränderungen vorliegen könnten. Ob das tatsächlich der Fall ist, können allerdings nur weitere Untersuchungen wie ein Pap-Abstrich oder eine Biopsie zeigen.

Aktuelle Situation in Deutschland

Noch ist der HPV-Test zur Früherkennung keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Auch private Versicherungen übernehmen die Kosten des Tests nicht zwangsläufig.
Das soll sich voraussichtlich bis Ende 2018 ändern: Dann können Frauen ab 35 Jahren eine Kombination aus HPV- und Pap-Test durchführen lassen. Diese Untersuchung wird nur noch alle drei Jahre empfohlen. Für Frauen unter 35 Jahre ändert sich nichts: Sie können weiterhin jährlich einen Pap-Test in Anspruch nehmen.

Wann wird der HPV-Test derzeit von der Krankenkasse übernommen?
Es gibt Situationen, in denen die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten für den Test derzeit auf Anfrage übernimmt:

  • Wenn der Arzt bei der Untersuchung auffällige Zellen findet, dann hilft der HPV-Test, die Befunde genauer abzuklären und die weitere Behandlung festzulegen.
  • Bei Patientinnen, die wegen Gebärmutterhalskrebs oder einer Krebsvorstufe operiert wurden, kann mithilfe des HPV-Tests der Erfolg der Therapie leichter überwacht werden.

Auf jeden Fall sollte man nachfragen, wenn man einen HPV-Test wünscht: Eine rechtsverbindliche Aussage zur Kostenübernahme können nur die einzelnen Krankenkassen selbst machen.

Ausblick: Früherkennung nach HPV-Impfung, andere zeitliche Abstände, Einladungsverfahren

Wie sieht es mit der Früherkennung aus, wenn man gegen humane Papillomviren geimpft ist? Macht die HPV-Impfung die regelmäßige Untersuchung beim Frauenarzt überflüssig? Darauf sollten sich geimpfte Frauen nach bisherigem Kenntnisstand nicht verlassen: Die HPV-Impfung schützt zwar vor den gefährlichsten und von der Verbreitung her wichtigsten Auslösern eines Zervixkarzinoms. Allerdings ist die Gruppe der humanen Papillomviren groß. Eine Infektion mit einem anderen HPV-Typ kann daher nicht ausgeschlossen werden. Für wen sich die Impfung eignet und was sich Geimpfte davon erwarten können, darüber informiert der Text: "HPV-Impfung: Schutz vor Krebs?".

  • Fachleute diskutieren trotzdem, welchen Einfluss die HPV-Impfung langfristig auf die Früherkennungsprogramme haben sollte.

Auch die Abstände, in denen eine Frau zum Arzt gehen sollte, stehen auf dem Prüfstand. Möglicherweise muss man nicht jährlich gehen, um einen möglichst hohen Nutzen aus der Früherkennung zu ziehen, vor allem, wenn noch ein HPV-Test hinzukommt.

Um die Qualität der Untersuchung und die Rahmenbedingungen zu verbessern, kann ein geregeltes Einladungsverfahren sinnvoll sein - ähnlich wie es heute schon für die Mammographie bei der Brustkrebsfrüherkennung besteht. Dann werden alle Frauen regelmäßig zu einer qualitativ standardisiert hochwertigen Untersuchung eingeladen. Ein solches Einladungsverfahren wurde im 2013 in Kraft getretenen "Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz" beschlossen.
Die Details zur Umsetzung muss das zuständige Gremium noch festlegen. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen hat dazu bereits eine Entscheidungshilfe entwickelt.
• Das Einladungsverfahren soll voraussichtlich Ende 2018 starten, zusammen mit der Einführung des HPV-Tests als zusätzlicher Früherkennungsuntersuchung.

Zum Weiterlesen: Mehr zum Thema Gebärmutterhalskrebs, Linktipps und Quellen (Auswahl)

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