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Mammographie, Foto: Picture Partners - Fotolia.com © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Mammographie: Symptome abklären, Veränderungen erkennen

Die Mammographie (auch Mammografie) ist eine Röntgenuntersuchung der Brust. "Mamma" ist der medizinische Fachausdruck für Brust und "-graphie" bedeutet so viel wie Darstellungsverfahren.
Als diagnostische Methode dient sie dazu, Hinweise auf krankhafte Veränderungen der Brust (Mammakarzinom) zu geben. Bei Verdacht auf Brustkrebs oder bei Knoten unklarer Ursache ist diese so genannte "Abklärungsmammographie" oder "Klinische Mammographie" derzeit die wichtigste Untersuchung. Welchen Stellenwert die Abklärungsmammographie hat und was sie von der Mammographie zur Früherkennung unterscheidet, erläutert der folgende Text.
Die Informationen richten sich an alle Interessierten sowie vor allem an Frauen, bei denen Symptome oder Veränderungen an der Brust aufgetreten sind. Das Gespräch mit behandelnden Ärzten können sie nicht ersetzen.

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Quellen und Links

Links im folgenden Text führen zu vertiefenden Informationen sowie zu den genutzten Quellen. Hinweise zu weiterführenden Internetseiten finden sich zudem am Ende des Textes.

Was leistet eine Mammographie?

Je nach Situation und Untersuchungszweck unterscheidet man die Mammographie zur Brustkrebs-Früherkennung und die Mammographie zur Abklärung von verdächtigen Befunden. Die Früherkennungsmammographie dient der Entdeckung von Brustkrebs-Frühformen bei Frauen ohne Symptome. Mehr zur Screening-Mammographie bei gesunden Frauen lesen Sie hier.

Die folgenden Informationen beziehen sich auf die klinische oder auch "diagnostische" Mammographie: Sie ist die wichtigste Methode zur Abklärung von Auffälligkeiten der Brust, zum Beispiel von getasteten Knoten oder Verhärtungen. Sie macht Veränderungen im Drüsen-, Binde- und Fettgewebe der Brust sichtbar und kann Hinweise auf deren Art und Ursache geben. Weitere Bezeichnungen für diese im folgenden Text beschriebene Untersuchung lauten "Abklärungsmammographie" oder "kurative" Mammographie.

Auch nicht tastbare Veränderungen sichtbar

Knoten, die sich erfühlen lassen, haben meist schon einen Durchmesser von mindestens einem Zentimeter. Die Mammographie kann Veränderungen dagegen weit unterhalb der gerade noch tastbaren Größe sichtbar machen.  Auch andere Veränderungen stellen sich nur im Röntgenbild dar: Kleine in Grüppchen zusammen liegende Kalkherde (so genannter Mikrokalk) sind Zeichen für Umbauvorgänge im Gewebe. Sie können erste Hinweise auf eine Vorstufe von Brustkrebs geben oder schon Teil eines bösartigen Tumors sein.

Ob es sich bei einem auffälligen Befund auf dem Röntgenbild um Krebs handelt oder nicht, kann durch eine Mammographie allein jedoch nicht mit letzter Sicherheit festgestellt werden. Wie alle anderen so genannten Bild gebenden Verfahren liefert sie Informationen, die durch andere Untersuchungsverfahren ergänzt werden müssen, bevor eine sichere Diagnose möglich ist. Besteht Verdacht auf Krebs, so empfiehlt der Arzt meist eine Biopsie: Eine Gewebeprobe kann dann unter dem Mikroskop untersucht werden.

Welche Symptome machen eine Mammographie notwendig?

Frauen sollten auffällige Veränderungen an der Brust einem Frauenarzt zeigen - nicht nur, weil es sich um einen Tumor handeln könnte. Auch harmlose Veränderungen müssen gelegentlich behandelt oder zumindest überwacht werden.
Auffällige Veränderungen sind zum Beispiel:

  • neu aufgetretene Knoten oder Verhärtungen in der Brust,
  • neu aufgetretener Größenunterschied der Brüste,
  • unterschiedliches Verhalten der Brüste beim Heben der Arme,
  • Einziehung der Haut an einer Stelle oder Einziehung einer Brustwarze,
  • Hautveränderungen der Brust oder der Brustwarze,
  • einseitige wasserklare oder blutige Absonderungen aus einer Brustwarze,
  • plötzlich auftretende, nicht mehr abklingende Rötung einer Brust,
  • Überwärmung der Brust oder
  • Knoten in der Achselhöhle.

Die Mammographie ist bei solchen Veränderungen eine gute, wenn auch nicht die einzige Möglichkeit, mehr Informationen zu gewinnen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Wie lange dauert die Untersuchung? Muss man sich vorbereiten? Einzelheiten zur  hat der Krebsinformationsdienst im Text "Mammographie: So wird sie durchgeführt" zusammengestellt.

Welche Ärzte führen eine Abklärungsmammographie durch?

Ärzte, die eine Mammographie bei gesetzlich versicherten Frauen durchführen, müssen sich regelmäßig zertifizieren lassen.
Diese Prüfung und Zertifizierung soll Untersuchungen in hoher Qualität sicherstellen. Welche Ärzte – meist sind es Radiologen, manchmal auch Frauenärzte  – in einer Stadt oder Region die Zulassung besitzen, kann bei der regional zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung, bei der Ärztekammer oder auch bei der Krankenkasse erfragt werden (Adress- und Linkhinweise finden Sie hier, am Ende des Textes).

Die Zertifizierung für die Abklärungsmammographie berechtigt einen Arzt allerdings nicht zur Durchführung der Früherkennungs- oder Screening-Mammographie. Hier gelten besondere Anforderungen. Daher wurden zur Früherkennung bei gesunden Frauen bundesweit Mammographiezentren eingerichtet.

Ist die Mammographie eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen?

Die Mammographie zur Abklärung von Symptomen oder Verdachtsbefunden und bei besonderen Risiken ist bei zertifzierten Ärzten eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
Welchen Anspruch privat versicherte Patientinnen mit Symptomen haben, und welche Ärzte für sie zuständig sind, regelt der jeweilige Vertrag mit der Versicherung.

Reicht die Mammographie zur Abklärung von Symptomen aus?

Der Überweisung zur Mammographie geht eine körperliche Untersuchung durch den Arzt voraus. Dazu gehört das Abtasten der Brüste und der Achselhöhlen. Auch wird der Arzt nach Beschwerden oder anderen Auffälligkeiten fragen, zum Beispiel während der Regelblutung.

Je nach Situation können andere Untersuchungen hinzu kommen. Sie ersetzen die Mammographie aber meist nicht.

Ultraschalluntersuchung bei Verdacht auf Zysten und bei besonders dichtem Brustgewebe

Ergänzend zur Mammographie ist unter Umständen eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll. Mit ihr lassen sich vor allem flüssigkeitsgefüllte Zysten sehr gut erkennen und von Knoten aus dichtem Gewebe unterscheiden.

Bei jüngeren Frauen mit noch sehr dichtem Drüsengewebe ist das Mammographie-Bild manchmal schwer beurteilbar. Besonders dichtes Brustdrüsengewebe haben außerdem viele Frauen, die die "Pille" zur Empfängnisverhütung einnehmen, oder Frauen, die eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden anwenden. Dies kann die Genauigkeit und Empfindlichkeit einer Mammographie stören, so eine ärztliche Leitlinie zur Brustkrebs-Früherkennung, die im Frühjahr 2008 von der Deutschen Gesellschaft für Senologie und der Deutschen Krebshilfe herausgegeben wurde (www.senologie.org, Leitlinien für Fachleute). Hier kann die Ultraschalluntersuchung wertvolle Zusatzinformationen geben.
Sie ist insgesamt aber kein Ersatz für die Mammographie.

Kernspintomographie eher in der Brustkrebsnachsorge

Eine Kernspintomographie (MRT) der Brust, gehört nicht zu den Routineuntersuchungen.

Sie wird nur ganz gezielt eingesetzt. Zu diesen Ausnahmen gehören Patientinnen, bei denen Brustkrebs bereits bekannt ist, aber nicht feststeht, ob sich in der Brust nicht noch ein weiterer Knoten befindet. Auch Patienten, die bereits in der Vergangenheit wegen Brustkrebs operiert wurden und bei denen die Operationsnarbe nicht sicher beurteilbar ist, kommen für eine Kernspintomographie der Brust in Frage.
Fachleute nennen auch die Durchführung ergänzend zu einer Mammographie bei Frauen als mögliches Anwendungsgebiet, bei denen ein besonders hohes Brustkrebsrisiko bekannt ist, zum Beispiel bei einer erblichen Vorbelastung in der Familie (Leitlinie Brustkrebs-Früherkennung, www.senologie.org).

Diese Fragestellungen setzen die Verwendung eines Kontrastmittels vor der eigentlichen Untersuchung voraus, das in eine Armvene injiziert wird. 

Die auch als Magnetresonanztomographie bezeichnete Untersuchung kann jedoch nicht wirklich sicher zwischen Veränderungen aufgrund von Krebs und gutartigen Veränderungen unterscheiden, so die Leitlinie zur Brustkrebs-Früherkennung von 2008. Wie der Ultraschall ersetzt auch diese Methode nicht die Mammographie, sondern ergänzt sie.

Biopsie: Was passiert, wenn die Mammographie auffällig ist?

Sieht ein Befund auf den Mammographie-Bildern tatsächlich verdächtig aus, kommen betroffene Frauen um die Entnahme einer Gewebeprobe meist nicht herum. Lehnt man eine solche Biopsie zunächst ab, vielleicht weil man Angst hat vor einem schlechten Ergebnis, sollte das auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden. Er kann beurteilen, wie hoch aus seiner Sicht das Risiko von Abwarten unter weiterer Beobachtung ist.  

Die Biopsie erfolgt heute meist mit einer unter Ultraschallkontrolle durch die Haut gezielt eingestochenen Hohlnadel als so genannte Stanzbiopsie. Diese Untersuchung ist fast immer mit einer örtlichen Betäubung und ambulant möglich. Das Gewebe untersucht ein Pathologe unter dem Mikroskop.

Stellt die Strahlenbelastung durch die Mammographie ein Risiko dar?

Die Mammographie ist eine Röntgenuntersuchung und damit auch mit einer gewissen Strahlenbelastung verbunden.
Bei Verwendung moderner Geräte und mit den heute üblichen Verfahren zur Sicherstellung der Qualität ist diese Strahlenbelastung jedoch gering: Zur Beschreibung des Strahlenrisikos bei der Mammographie wird oft die "mittlere Parenchymdosis" genutzt (englisch: "average glandular dose", AGD). Sie beträgt für die Mammographie beider Brüste zusammengerechnet im Mittel etwa 5 mSv. Was tatsächlich im Gewebe wirkt, ist jedoch noch weniger: Die sogenannte effektive Dosis im Brustgewebe beträgt etwa 0,2 bis 0,4 Milli-Sievert (mSv), so das Bundesamt für Strahlenschutz, in anderen Quellen werden 0,2, bis 0,6 mSv genannt. Diese Angabe bezieht sich auf die Untersuchung beider Brüste mit jeweils zwei Aufnahmen. Diese effektive Dosis berücksichtigt die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit von Organen und Geweben, hier also die des Brustgewebes.

Zum Vergleich kann man sich an der natürlichen Strahlung orientieren, die aus dem Weltraum, aus Gesteinen und natürlich vorkommenden Gasen stammt. In Deutschland erreicht die natürliche radioaktive Strahlung laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz (www.bfs.de) im Durchschnitt pro Jahr eine effektive Dosis von 2,1 mSv. In einzelnen Gebieten kann dieser Wert auch wesentlich höher sein. In Gebirgsregionen etwa ist die Strahlenbelastung von vornherein größer.

Die durchschnittliche Strahlenbelastung einer Mammographieuntersuchung entspricht damit etwa einem Zehntel der durchschnittlichen natürlichen Strahlenbelastung pro Jahr, wobei diese den ganzen Körper betrifft, die Röntgenstrahlung bei der Mammographie aber nur das Brustgewebe. Diese vergleichsweise geringe Strahlenbelastung durch die Mammographie steht in keinem Verhältnis zu dem Risiko, bei Verzicht auf die Untersuchung eine etwaige Krebserkrankung nicht oder zu spät zu erkennen. Wie das Risiko von regelmäßig wiederholten Mammographien im Rahmen des Screenings einzuschätzen ist, lesen Sie hier.

Wie wird die Qualität der Untersuchung sichergestellt?

Für die Qualität der Mammographie sind Ausbildung und Erfahrung des befundenden Arztes und der Röntgenassistenten sowie die technische Qualität der Geräte entscheidend. Hier sind in den letzten Jahren strenge Anforderungen entwickelt worden, die auf gesetzlich verankerten Verordnungen aufbauen.

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