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 Computertomograph, Foto: Hybrid Images/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Häufig gestellte Fragen zur Computertomographie (CT)

Informationen für Patienten, Angehörige und Interessierte

Was ist eine Computertomographie? Wer führt eine Computertomographie durch? Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei einer CT-Untersuchung? Kann man auf dem CT-Bild sehen, ob ein Tumor bösartig ist? Wozu benötigt man ein Kontrastmittel?

Im folgenden Text beantwortet der Krebsinformationsdienst häufige Fragen zur CT von Krebspatienten und Interessierten und bietet Linktipps zum Weiterlesen.

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Quellen und Links

Für den folgenden Text hat der Krebsinformationsdienst aktuelle Lehrbücher der bildgebenden Diagnostik als Quellen genutzt. Weitere Quellen und ergänzende Informationen sind am Ende des Kapitels "Computertomographie: Technik, Forschung, Fachinformationen" aufgeführt.

Überblick: Was ist Computertomographie?

Mit der Computertomographie lassen sich Bilder aus dem Körperinnern erzeugen. Sie zählt zu den sogenannten bildgebenden Untersuchungsverfahren, wie auch herkömmliches Röntgen, Ultraschall, Magnetresonanztomographie, PET und Szintigraphie.

Die Computertomographie macht sich dieselbe Technik zunutze wie das Röntgen: Der Körper wird von Röntgenstrahlen durchleuchtet und dadurch werden Bilder erzeugt. Früher belichteten die Strahlen eine Art Fotopapier, auf der ein Negativbild entstand. Inzwischen werden fast überall digitale Detektorsysteme benutzt. Ein integrierter Computer errechnet aus den gemessenen Daten Bilder.

Die Untersuchung ist zwar mit einer Strahlenbelastung verbunden, trotzdem lässt sich die Computertomographie bei vielen Fragestellungen nicht durch andere Verfahren ersetzen.

Indikation: Wann macht man eine Computertomographie?

Häufig angewendet wird die Computertomographie zur Untersuchung schwer und vermutlich mehrfach verletzter Unfallopfer oder bei Kopfverletzungen, aber auch, um Knochenbrüche und innere Verletzungen und Organveränderungen darzustellen. In der Krebsmedizin setzt man die CT ein, um Größe und Lage von Tumoren einzuschätzen oder Metastasen zu finden, also Absiedelungen von Tumorzellen in anderen Organen.

Vergleich: Welche Vor- und Nachteile hat eine CT gegenüber anderen Untersuchungen?

Die Computertomographie geht für Patienten mit einer höheren Strahlenbelastung einher als herkömmliche Röntgenaufnahmen oder strahlungsfreie Kernspintomographien oder Ultraschalluntersuchungen. Warum lässt die CT sich dennoch nicht einfach durch eines der anderen Verfahren ersetzen? Die verschiedenen bildgebenden Verfahren haben alle ihre Vor- und Nachteile, die es im Einzelfall gegeneinander abzuwägen gilt.

Welche Untersuchungsmethode für einen Krebspatienten jeweils infrage kommt oder die bessere Aussagekraft hat, muss individuell mit den behandelnden Ärzten besprochen werden. Es hängt von der zu klärenden Frage und der zu untersuchenden Körperregion ab. Mehr zu verschiedenen Untersuchungsmethoden bei unterschiedlichen Krebserkrankungen hat der Krebsinformationsdienst auch in seinen Übersichtstexten in der Rubrik "Krebsarten" zusammengefasst, jeweils im Abschnitt "Untersuchung" oder "Diagnostik".

Anders als beim klassischen Röntgen wird bei der CT nicht nur eine einzelne Aufnahme gemacht: Stattdessen werden viele Bilder nacheinander aufgenommen, jeweils von einer neuen Körperschicht. Dadurch lassen sich sehr genaue Eindrücke aus dem Körper gewinnen und sehr kleine Veränderungen erkennen: Zum Beispiel können mithilfe der Computertomographie oft Tumoren oder Metastasen entdeckt werden, die auf einem Röntgenbild von anderen Strukturen überlagert würden und daher "unsichtbar" blieben.

Während bei der einfachen Röntgenaufnahme nur zweidimensionale Abbildungen möglich sind, können mithilfe der Computertomographie auch dreidimensionale Bilder berechnet werden, die einen räumlichen Eindruck des Körperinneren vermitteln. Bei gewöhnlichen Röntgengeräten entscheidet die jeweils angelegte Stromspannung darüber, wie kontrastreich das entstehende Bild ist und damit meist auch, ob eher Knochen oder eher Weichteile scharf dargestellt werden. In der Computertomographie können die unterschiedlichen Gewebe in einer einzigen Aufnahme voneinander abgegrenzt werden.

Die in den 70er Jahren entwickelte Computertomographie gehört bis heute zu den wichtigsten Untersuchungen in der Krebsmedizin. Sie wurde in vielen Bereichen allerdings durch die später eingeführte Magnetresonanz- oder Kernspintomographie (MRT) abgelöst. Insbesondere bei der Weichteildiagnostik ist die MRT der CT überlegen. Knochen hingegen werden in der MRT nicht so gut dargestellt wie mithilfe der CT. Dies liegt daran, dass die MRT zur Bildgebung die Ausrichtung der Wasserstoff-Protonen entlang eines künstlich erzeugten Magnetfelds misst. Gewebe, die wenig Wasser und damit auch weniger Wasserstoff enthalten, wie etwa die Knochen, werden in der MRT weniger gut dargestellt. Ein weiterer Vorteil der CT gegenüber der MRT ist die kürzere Untersuchungsdauer, weswegen die CT besonders dort zum Einsatz kommt, wo es schnell gehen muss: bei schwerverletzten Unfallopfern oder bei Kopfverletzungen. Bis heute bleibt die Computertomographie auch wichtig, wenn es um die Untersuchung sich bewegender Organe geht: Durch die Geschwindigkeit der Bildaufnahmen reduziert sich die Störanfälligkeit der Bilder von bewegten Körperregionen. Für Patienten mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren oder bestimmten Metallimplantaten ist eine Computertomographie meist problemlos möglich, während eine Magnetresonanztomographie nur unter großen Vorsichtsmaßnahmen oder gar nicht durchgeführt werden kann.

Mit modernen Ultraschallgeräten (Sonographie) lassen sich zwar heute in der Krebsmedizin viele Fragestellungen gut abklären, ebenfalls ohne Strahlenbelastung des Patienten. Eine Computertomographie lässt sich durch eine Sonographie jedoch nur in wenigen Fällen ersetzen.

Ansprechpartner: Wer führt eine Computertomographie durch?

Eine CT-Untersuchung wird von Röntgen-Fachärzten und ihren Mitarbeitern durchgeführt, sogenannten Radiologen und medizinisch-technischen Radiologieassistenten. In den Röntgenabteilungen fast aller größeren Krankenhäuser gibt es heute Computertomographen. Stationär behandelte Patienten müssen daher meist nur eine andere Abteilung aufsuchen. Es gibt aber auch niedergelassene Radiologen in eigenen Praxen, die über einen Computertomographen verfügen.

Wenn der behandelnde Arzt eine Computertomographie für notwendig hält, bekommt man als Patient eine Überweisung, entweder an eine solche Facharztpraxis oder in eine spezialisierte Klinikambulanz. Der Röntgenarzt kann erste Hinweise darauf geben, was auf den Bildern zu sehen ist. Was der Befund für Diagnose und Behandlung bedeutet, bespricht man ausführlich allerdings meist nicht mit dem Radiologen, sondern mit dem behandelnden Arzt, der die Untersuchung veranlasst hat. Den Befund erhält dieser per Arztbrief. Oft werden die Bilddaten elektronisch zur Verfügung gestellt, zum Beispiel auf einer CD.

Gut zu wissen: Wie sieht die Vorbereitung auf die Untersuchung aus?

Bevor ein Arzt eine Computertomographie veranlasst, fragt er ausdrücklich, ob man damit einverstanden ist. Voraussetzung für die Untersuchung ist eine ausführliche Aufklärung: Warum hält der Arzt die Untersuchung für notwendig? Welche Risiken sind damit verbunden, zum Beispiel durch die Strahlenbelastung? Soll ein Kontrastmittel verwendet werden? Kommen alternative Untersuchungsmethoden infrage?

Um Risiken der Untersuchung möglichst auszuschließen, benötigt der Arzt Angaben zu bisherigen radiologischen Untersuchungen, also früheren Röntgen- oder CT-Aufnahmen, zu Medikamenten, die man aktuell einnimmt, sowie zu möglichen Allergien oder einer bestehenden Schwangerschaft.

Zusätzlich zum Gespräch bekommt man einen Aufklärungsbogen, in dem die wichtigsten Informationen zur Computertomographie zusammengefasst sind. Ist man als Patient mit der Durchführung der Computertomographie einverstanden, wird man gebeten, diese Einwilligung schriftlich auf dem Aufklärungsbogen zu bestätigen.

Wonach sollten Patienten im Aufklärungsgespräch fragen, was muss der Arzt wissen?

Vor manchen CT-Untersuchungen erhält man ein Kontrastmittel. Dieses wird gegeben, damit auf den Bildern die verschiedenen Gewebe im Körper besser voneinander abgegrenzt werden können. Im Zusammenhang mit einer Kontrastmittelgabe sollten folgende Punkte angesprochen werden:

  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Bei Patienten mit einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) kann es zu Wechselwirkungen zwischen Medikamenten mit dem Wirkstoff Metformin und den Kontrastmitteln kommen. Um einer Nierenschädigung vorzubeugen, muss man die Medikamente eventuell vorübergehend absetzen – aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt! Auch andere Medikamente können zu unerwünschten Wechselwirkungen oder Überempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit dem Kontrastmittel führen. Patienten sollten daher vorsichtshalber alle regelmäßig eingenommenen Medikamente angeben.
  • Vorerkrankungen: Sind Störungen des Stoffwechsels oder wichtiger Organe bekannt? Auch das kann zu Problemen führen, wenn ein Kontrastmittel notwendig ist. Durch jodhaltiges Kontrastmittel kann eine bestehende Schilddrüsenerkrankung verschlimmert werden. Vorsicht ist auch bei einer eingeschränkten Nierenfunktion geboten. Diese kann mithilfe einer Blutuntersuchung überprüft werden. Wasserlösliche Kontrastmittel werden über die Nieren ausgeschieden und können diese zusätzlich belasten.
  • Allergien, Unverträglichkeiten: In seltenen Fällen kann es bei der Untersuchung mit Kontrastmitteln zu einer allergischen Reaktion kommen. Im Gespräch mit dem Arzt sollte man daher unbedingt angeben, ob man Allergien oder Unverträglichkeiten hat oder in einer früheren Untersuchung sogar schon einmal auf ein Kontrastmittel reagiert hat.

Was ist noch wichtig?

  • Essen und Trinken vor der Untersuchung: Die Aufklärungsbögen vieler Praxen und Kliniken empfehlen, vor Untersuchungen im Brust-, Bauch- oder Beckenraum am Vortag nichts Blähendes zu sich zu nehmen (Kohl, Hülsenfrüchte und Ähnliches). Ob man für die Untersuchung des Bauchraums nüchtern sein muss, also gar nichts mehr essen oder trinken darf, entscheidet der Radiologe. Auch auf das Rauchen sollte direkt vor einer solchen Untersuchung verzichtet werden: Rauchen erhöht zum Beispiel die Magensäuresekretion, was Untersuchungen der Magen- oder Dünndarmschleimhaut erschweren kann.
  • Schwangerschaft: Schwangere dürfen aufgrund der Strahlenbelastung nur in dringenden Ausnahmefällen eine Computertomographie erhalten. Frauen im gebärfähigen Alter sollten den Arzt daher unbedingt auf eine bestehende (oder auch nur mögliche) Schwangerschaft hinweisen.
  • Implantate, Herzschrittmacher: Gründe, die gegen eine Magnetresonanztomographie sprechen, gelten nicht automatisch auch für die Computertomographie: Wer einen Herzschrittmacher oder bestimmte Metall-Implantate, wie zum Beispiel ein künstliches Gelenk, im Körper hat, darf üblicherweise keine MRT machen lassen. Die Magnetresonanztomographie benutzt zur Bildgebung, wie der Name schon sagt, sehr starke Magnetfelder: Für Patienten mit magnetischen Metallen im Körper könnte dies gefährlich werden. Die Computertomographie hingegen nutzt Röntgenstrahlung, um Bilder zu erzeugen. Wer einen Schrittmacher, Defibrillator oder Implantate hat, kann daher meist problemlos eine CT machen lassen. Allerdings kann Metall im Körper zu sogenannten Artefakten auf den Bildern führen: Bildstörungen, die den Ärzten eine genaue Diagnostik erschweren.

Kontrastmittel: Wann ist es notwendig?

Oft unterscheiden sich die unterschiedlichen Gewebearten im Körper nur gering hinsichtlich ihrer Dichte und damit ihrer Strahlendurchlässigkeit. Im CT-Bild erscheinen die verschiedenen Organe daher oft in einem ähnlichen Grau. Um sie besser unterscheiden zu können, verwendet man bei bestimmten Untersuchungen Kontrastmittel. Diese führen dazu, dass sich das untersuchte Organ stärker von der Umgebung abhebt.

Es gibt sogenannte "positive Kontrastmittel", die Jod oder Barium enthalten: Sie erhöhen die Dichte des darzustellenden Organs. Dieses erscheint dann auf dem CT-Bild hell. "Negative Kontrastmittel" hingegen (Luft, Kohlendioxid) sind für die Röntgenstrahlung durchlässiger und werfen deshalb keinen "Schatten": Sie erscheinen also auf dem Bild dunkel.

Wie erhält man das Kontrastmittel?

Es gibt verschiedene Arten von Kontrastmitteln. Abhängig von der geplanten Untersuchung erhalten die meisten Patienten wasserlösliche, jodhaltige Kontrastmittel. Man bekommt sie vor der Untersuchung in eine Vene, seltener in eine Arterie gespritzt. Bei der Darstellung des Verdauungstraktes lassen sich statt einer Injektion auch Trinklösungen verwenden. Kontrastmittel, die getrunken werden, müssen Patienten meist etwa eine Stunde vor der Untersuchung zu sich nehmen: Es dauert einige Zeit, bis sie sich im Darm verteilt haben.
Nach der Untersuchung sollte man viel trinken, damit das Kontrastmittel rasch über die Nieren ausgeschieden wird.

Können Kontrastmittel Nebenwirkungen haben?

Patienten, die frühere Kontrastmittelgaben schlecht vertragen haben oder die von Allergien oder Unverträglichkeiten wissen, sollten dies vor der Untersuchung dem Arzt mitteilen. Die Rate an Nebenwirkungen oder Komplikationen ist jedoch insgesamt gering. Wird das Kontrastmittel gespritzt, verspüren manche Menschen ein vorübergehendes Kribbeln oder Wärmegefühl im Körper. Gelegentlich klagen Patienten über Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Durchfälle oder Bauchschmerzen nach der Kontrastmittelgabe. Andere Nebenwirkungen, wie allergische Reaktionen oder eine Beeinträchtigung der Nieren- oder Schilddrüsenfunktion, sind seltener. Patienten, die während oder nach der Untersuchung ungewöhnliche Symptome bemerken, sollten dies dem Arzt möglichst gleich sagen.

Computertomograph, Foto: Morsa Images © Getty Images
Während der Untersuchung selbst besteht Funkkontakt zum Personal im Überwachungsraum. © Morsa Images/Getty Images

Der Computertomograph besteht aus der eigentlichen Röntgenröhre, der Abtasteinheit, mit der die Bilder erfasst werden, und dem Computer, der die Berechnung durchführt. Die Messeinheit und die Röntgenquelle sind in einem Ring angeordnet, der sogenannten Gantry (engl.: Portal). In der Mitte der Gantry befindet sich eine kreisförmige Öffnung. In diese wird man auf einer Liege hineingefahren. Während der Untersuchung rotiert die Gantry gleichmäßig um den Körper und erstellt dabei die Aufnahmen.

Wegen der Röntgenstrahlen hält sich das Fachpersonal außerhalb des Untersuchungsraumes auf. Durch ein Fenster besteht jedoch jederzeit Sichtkontakt zum Patienten. Die Mitarbeiter wären, anders als Patienten, täglich der Strahlung ausgesetzt und würden ohne Abschirmung im Laufe ihres Arbeitslebens eine unvertretbar hohe Gesamtdosis ansammeln.

Je nach Fragestellung und Gerät dauert die Untersuchung zwischen wenigen Minuten und etwa einer halben Stunde. Während der gesamten Untersuchung hat man über eine Gegensprechanlage Kontakt mit den untersuchenden Ärzten und Assistenten. Da die Atembewegungen bei manchen Aufnahmen die Bilder verwackeln können, erhält man vom medizinischen Personal Anweisungen, immer wieder für kurze Zeit die Luft anzuhalten. Von der Untersuchung selbst spürt man ansonsten nichts.

Was ist, wenn man "Platzangst" hat?

Manche Menschen haben Bedenken, das Stillliegen im Computertomographen nicht auszuhalten. Oder sie leiden unter Klaustrophobie, der Angst vor engen Räumen, kurz: Raumangst oder umgangssprachlich "Platzangst". Anders als bei der Magnetresonanztomographie ist der "Tunnel" des Computertomographen jedoch so kurz, dass der größte Teil des Körpers sich während der Untersuchung außerhalb des Geräts befindet.

Wer befürchtet, die Untersuchung trotzdem nicht durchzustehen, kann vor der Untersuchung ein angstlösendes oder beruhigendes Medikament bekommen, sofern keine medizinischen Gründe dagegen sprechen. Solche Medikamente wirken allerdings oft noch etwas nach: Ambulant untersuchte Patienten zum Beispiel können nicht selbst Auto fahren oder gleich zurück an den Arbeitsplatz. Wenn notwendig, können die Ärzte eine entsprechende Bescheinigung für den Arbeitgeber ausstellen.

Risiken: Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei einer CT-Untersuchung?

Eine genaue Angabe zur Strahlenbelastung können Patienten nur von den untersuchenden Radiologen erhalten. Die tatsächliche Strahlendosis hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel vom untersuchten Gewebe, von der Anzahl und der Dicke der Schichtaufnahmen oder dem Umfang des zu untersuchenden Bereichs. Daher ist es schwer, eine allgemeine Aussage über die Strahlenbelastung für den einzelnen Patienten zu treffen.

Wie hoch ist die durchschnittliche Belastung durch CT-Untersuchungen, zum Beispiel im Vergleich zur natürlichen Strahlenbelastung, der jeder Mensch ausgesetzt ist? Laut Angaben des Bundesamtes für Strahlenschutz beträgt die durchschnittliche Strahlenbelastung für Menschen in Deutschland jedes Jahr etwa 2,1 Milli-Sievert (abgekürzt mSv) durch natürliche Strahlenquellen, zum Beispiel durch kosmische oder Erd-Strahlung.

Zum Vergleich: Bei einer CT-Untersuchung des Schädels beträgt die zusätzliche Belastung laut BfS durchschnittlich 1 bis 3 mSv, bei einer Untersuchung der Lendenwirbelsäule sind es 4 bis 9 mSv, und eine Untersuchung des Bauchraumes ist mit 8 bis 20 mSv effektiver Dosis angegeben. Ganz korrekt ist der Vergleich nicht, da man bei einer Computertomographie praktisch nie von Kopf bis Fuß untersucht wird und auch nicht alle Gewebe und Organe die gleiche Strahlenempfindlichkeit aufweisen, die durchschnittliche natürliche Strahlenbelastung dagegen für den ganzen Körper geschätzt wird.

Gegen diese Strahlenbelastung müssen Betroffene gemeinsam mit ihren Ärzten das Risiko abwägen, bei Krebsverdacht einen Tumor zu übersehen. In der Krebsnachsorge bekommen Patienten unter Umständen häufiger eine Computertomographie, um den Verlauf der Erkrankung zu beobachten oder einen Rückfall frühzeitig zu entdecken. Auch hier müssen Nutzen und Risiken von CT-Aufnahmen sorgfältig geprüft werden.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS; www.bfs.de) informiert auf seinen Internetseiten  über Strahlenbelastungen in der Medizin. Fragen zu Nutzen und Risiken von Röntgen- und Computertomographie-Untersuchungen sowie zur Strahlenbelastung beantwortet das BfS in den Kapiteln zur Röntgendiagnostik: www.bfs.de/DE/themen/ion/anwendung-medizin/diagnostik/roentgen/roentgen_node.html.

Wie wird der Nutzen gegen das Risiko aufgewogen?

Zwar ist die Strahlenbelastung durch ein CT höher als bei einer gewöhnlichen Röntgenuntersuchung. Doch der diagnostische Nutzen überwiegt meistens das erhöhte Strahlenrisiko: Es können mehr und detailliertere Bilder gemacht werden, und so können Ärzte auf den CT-Aufnahmen oft bereits kleinere Veränderungen erkennen. Dennoch sollten Patienten vorher mit ihren Ärzten über die Notwendigkeit der Untersuchung sprechen, auch, um unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden.

Durch die technische Weiterentwicklung der Computertomographen hat in den letzten Jahren die Strahlenbelastung der Patienten abgenommen – auch dank kürzerer Untersuchungszeiten. Außerdem konnte der Nutzen der Untersuchung, zum Beispiel durch eine bessere Bildqualität, erhöht werden.

Befunde: Was ist auf einem CT-Bild zu sehen und was nicht?

Bei den CT-Aufnahmen handelt es sich um Querschnittbilder. Patienten liegen bei der Untersuchung in der Regel auf dem Rücken. Bei der Betrachtung der Bilder kann man sich vorstellen, von den Füßen her auf den Patienten zu schauen. Was auf der linken Bildseite dargestellt ist, entspricht der rechten Patientenseite und umgekehrt. Oben im Bild ist die Bauchseite des Patienten zu sehen, unten die Rückenseite.

Mithilfe des Computers ist es bei modernen Geräten auch möglich, Längs- und Schrägansichten zu berechnen oder sogar dreidimensionale Bilder darzustellen, die auf dem Monitor gedreht werden können und eine räumliche Vorstellung von der Lage einzelner Organe oder Gewebeveränderungen ermöglichen.

Warum werden manche Organe hell und manche dunkel dargestellt?

Je dichter ein Gewebe ist, desto schlechter lässt es die Röntgenstrahlen durch, es wirft sozusagen einen Schatten. Die Abschwächung der Röntgenstrahlung in der untersuchten Körperschicht wird vom Computer berechnet und im Bild in Grautönen dargestellt. Gewebe, das die Röntgenstrahlung stark absorbiert (abschwächt), wird hell dargestellt, Gewebe, das die Strahlen durchlässt, dunkel. Moderne Geräte können einzelnen Geweben auch Farben zuordnen, sodass eine bunte Aufnahme entsteht.

Woran erkennt man Tumoren? Sie haben oft eine andere Dichte als das umliegende Gewebe, zum Beispiel, weil sie wegen Blutgefäßneubildungen im Krebsgewebe vermehrt Kontrastmittel aufnehmen oder weil sie Kalkeinlagerungen enthalten. So erscheinen sie in anderen Grautönen als das gesunde Gewebe und können von einem erfahrenen Radiologen ausfindig gemacht werden.

Wie groß muss ein Tumor sein, damit man ihn auf dem CT-Bild erkennen kann?

Tumoren von 5-10 mm Größe sind mit der CT gut darstellbar. Mithilfe moderner Computertomographen sind Tumoren oft schon ab einer Größe von wenigen Millimetern zu erkennen. Wie gut ein Tumor auf einem Bild erkennbar ist, hängt jedoch nicht zuletzt davon ab, wie gut er sich von dem umliegenden Gewebe abhebt, wie kontrastreich er sich also darstellt.

Kann man auf dem CT-Bild sicher sehen, ob eine Veränderung bösartig ist?

Mithilfe der Computertomographie ist nicht immer klar beurteilbar, ob Auffälligkeiten auf den Bildern gut- oder bösartig sind. Es gibt jedoch indirekte Hinweise auf eine Bösartigkeit: Überschreitet ein Tumor die Organgrenze? Wurden bereits Metastasen gebildet? Besteht Krebsverdacht, müssen Patienten meist mit weiteren Untersuchungen rechnen: Um genauere Aussagen über die Beschaffenheit und Bösartigkeit eines Tumors machen zu können, wird zum Beispiel eine Biopsie gemacht, also eine Gewebeentnahme. Die entnommenen Proben werden dann unter dem Mikroskop oder mithilfe von molekularbiologischen Methoden auf Veränderungen hin untersucht.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen