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Krebszellen im Rasterelektronenmikroskop, Foto: MedicalRF.com/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Seltene Tumoren: Informationen und Ansprechpartner finden

Begriffsdefinition, Behandlung

Diagnostiziert ein Arzt einen "seltenen" Tumor, wirft dies bei Patienten oft viele Fragen auf: Welche Konsequenzen hat das für mich? Bin ich etwa ein medizinischer Einzelfall? Wie wird eine seltene Krebsart behandelt? Wer kennt sich damit aus, an wen wende ich mich am besten?
Der folgende Text des Krebsinformationsdienstes möchte Patienten und Angehörigen aufzeigen, wie sie bei der Suche nach nützlichen Informationen zu seltenen Krebserkrankungen vorgehen können. Betroffene, Interessierte und auch Fachkreise finden zudem Linktipps und wichtige Quellen.
Fragen zu seltenen Karzinomen und anderen Tumoren beantwortet der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail. Patienten sollten jedoch immer bedenken, dass Informationen aus dem Internet oder allgemeine Auskünfte am Telefon das Gespräch mit den behandelnden Ärzten nicht ersetzen: Nur diese wissen, welche Besonderheiten bei einem einzelnen Patienten vorliegen, was die Krankheit zur seltenen Krebsart oder die Situation ungewöhnlich macht. 

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Quellen und Links

Als Quellen hat der Dienst Texte der verlinkten und am Ende der Seite genannten Institutionen genutzt.

Seltene Tumoren: Was Patienten zum Einzelfall macht

Seltene Krebserkrankungen © McCarony - Fotolia.com
"Selten" kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Was die eigene Situation besonders macht, erfahren Betroffene von ihren Ärzten. © McCarony - Fotolia.com

Aussagen von Ärzten wie "diese Krebserkrankung kommt äußerst selten vor" oder "das haben wir hier in der Klinik aber noch nie gesehen" werfen bei Krebspatienten und auch Angehörigen viele Fragen auf - und sie können verunsichern.
Dies zeigt sich auch in Anfragen an den Krebsinformationsdienst. Betroffene Patienten berichten beispielsweise von ihrer Angst, dass keine Behandlungsansätze für ihre Erkrankung existieren könnten.

Hier kann der Krebsinformationsdienst meist beruhigen: Ärzte greifen auch bei der Behandlung seltener Krankheiten auf vorhandene Erfahrungen zurück und nutzen eine bei ähnlichen Erkrankungen übliche und bewährte Therapie. Für einige seltene Tumorerkrankungen existieren sogar eigene medizinische Leitlinien, an denen sich Ärzte bei der Behandlung orientieren können. 

Was heißt eigentlich "selten"?

Selten kann heißten: Von dieser Tumorart oder zumindest dieser besonderen Unterform sind nur vergleichsweise wenige Menschen betroffen.

Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, wie man als Patientin oder Patient zu einer "seltenen Erkrankung" kommt:

  • Der diagnostizierte Tumor ist an sich gar nicht selten, sondern lässt sich einer häufigeren Krebsart zuordnen. Aber er ist in einem ungewöhnlichen Organ oder Gewebe entstanden.
  • Man hat eine häufigere Krebsart. Aber es gibt weitere Erkrankungen, die die üblichen Behandlungsmöglichkeiten einschränken oder unmöglich machen. Auch dann müssen die Ärzte individuelle Lösungen finden.
  • Eine besondere Situation ist zum Beispiel auch eine Krebserkrankung während der Schwangerschaft.

Es gibt viele weitere Faktoren, die eine eigentlich nicht ungewöhnliche Krankheitssituation besonders machen. Ärzte wissen trotzdem meist genau, an welchen Behandlungsempfehlungen sie sich orientieren können. Das heißt auch: Wer durch die Bezeichnung "selten" verunsichert ist, sollte die Ärzte möglichst nochmals fragen, was genau sie damit meinen.

Beispiel: Patienten mit Weichteilsarkomen

Ein Beispiel, an dem sich die verschiedenen Verwendungen und Auslegungen des Wortes "selten" gut erläutern lassen, sind Weichteilsarkome, Krebserkrankungen des Binde- und Stützgewebes.

Hier einige Zahlen:

Von den mehr als 82 Millionen Menschen in Deutschland erkranken pro Jahr geschätzt nicht mehr als 3.000 Männer und Frauen an einem Weichteilsarkom. 
Zum Vergleich: Bei Darmkrebs sind es pro Jahr um die 60.00 Menschen. Lungenkrebs trifft etwa 54.000 Patienten pro Jahr.  

Hinzu kommt: Weichteilsarkom ist nicht gleich Weichteilsarkom. Es gibt zahlreiche Unterformen, wie beispielsweise Liposarkome, Rhabdomyosarkome oder Leiomyosarkome. Was für Betroffene noch wichtig: Weichteilsarkome treten an ganz unterschiedlichen Stellen im Körper auf, etwa an Armen, Beinen, im Bauchraum, oder in verschiedenen Organen - geht es zum Beispiel um eine Operation, muss auch deshalb immer wieder neu und ganz persönlich geplant werden.

Es kann daher durchaus vorkommen, dass ein Arzt zwar viele Patienten mit Weichteilsarkomen behandelt hat, aber eine bestimmte Weichteilsarkom-Unterart oder die Erkrankung an einem bestimmten Körperteil erst wenige Male gesehen hat.

Warum ist ein Patient oder eine Patientin mit einem Weichteilsarkom trotzdem kein "medizinischer Einzelfall"?

Eine beruhigende Nachricht für Patienten: Ärzte zumindest an größeren Kliniken wissen meist sehr genau, welche Therapiemöglichkeiten es gibt. Sie greifen auf eine große Anzahl veröffentlichter Studien und wissenschaftlich fundierter Behandlungsempfehlungen zurück. Die Datenbasis ist nicht nur auf Deutschland beschränkt. Auch Studien in anderen Ländern sind in der Regel veröffentlicht, die Ergebnisse stehen zur Verfügung.

Definition und Statistik: Häufigkeiten von Krebs wissenschaftlich erfassen und einordnen

Um eine Erkrankung als "selten" einzustufen, orientieren sich Fachleute aktuell an unterschiedlichen Kriterien. Der Begriff wird nicht immer einheitlich verwendet.

Eine in Europa gängige und häufig verwendete Definition für seltene Krankheiten (englisch: orphan diseases) besagt:

  • Wenn weniger als 50 von 100.000 Menschen zu einem festgelegten Zeitpunkt in einem Land an einer Krankheit daran erkrankt sind, spricht man von "selten".

Diese Definition setzt auf die sogenannte Prävalenz, also die Zahl der Menschen, die gleichzeitig von einer Erkrankung betroffen sind, unabhängig vom Zeitpunkt, zu dem sie neu erkrankt sind. Umgerechnet auf ein Land wie Deutschland mit seinen etwa 82 Millionen Einwohnern zählt dazu also eine Krankheit, die insgesamt weniger als 41.000 Menschen betrifft.

Krebsregister erfassen Anzahl der auftretenden Krebserkrankungen

Zum Erfassen der Häufigkeiten von seltenen Tumorerkrankungen nutzen Experten jedoch auch die Anzahl der Neuerkrankten in einem definierten Zeitraum: Diese Neuerkrankungsrate wird meist auf ein Jahr bezogen, man bezeichnet sie als Inzidenz.

Ein Beispiel für diese andere Form der Berechnung bietet RARECARE, ein von der Europäischen Union gefördertes Projekt zur Überwachung seltener Krebserkrankungen. Die Experten verwenden folgende Grenze:
Selten ist eine Tumorart, an der weniger als 6 von 100.000 Menschen pro Jahr neu erkranken. Überträgt man diese Definition auf die Situation in Deutschland, dann ist eine Krebsart selten, wenn grob geschätzt weniger als 5.000 Menschen pro Jahr neu daran erkranken.

Woher stammen diese Zahlen?

Wie oft einzelne Krebserkrankungen auftreten, werten in Deutschland wie in anderen Ländern die bevölkerungsbezogenen Krebsregister aus. Sie fassen in ihren statistischen Erhebungen Zahlen zu Tumorlokalisationen zusammen und orientieren sich dabei am jeweiligen Oberbegriff für die Erkrankungen. 

Beispiele: Häufige und seltene Krebsarten in Deutschland

Menschenmenge © bob - Fotolia.com
Bevölkerungsbezogene Krebsregister werten aus, wie oft einzelne Krebserkrankungen auftreten. © bob - Fotolia.com

In Deutschland sind Brustkrebs bei Frauen und Prostatakrebs bei Männern die häufigsten Tumorarten; es folgen bei beiden Geschlechtern Lungenkrebs und Dickdarmkrebs. Diese vier Tumorarten waren 2014 zusammen für mehr als die Hälfte der rund 476.000 Krebsneuerkrankungen verantwortlich.
In den Registern werden aber auch Erkrankungen aufgeführt, die weniger Menschen betreffen:

In der Krebsregister-Broschüre "Krebs in Deutschland 2013/2014" finden sich aber auch weit seltenere Erkrankungen: An Morbus Hodgkin, einer Lymphomform, erkrankten 2014 nur etwa 2.370 Patienten. Als selten zählen beispielsweise auch Tumoren des Dünndarms - etwa 2.270 Menschen erkrankten 2014 neu daran; oder Tumoren in Knochen und Knorpel - etwa 770 Menschen waren 2014 erstmals betroffen.

Diese Krebserkrankungen sind zwar selten, jedoch keine "Exoten": An größeren Zentren finden sich Spezialisten mit viel Erfahrung, und für einige dieser selteneren Krankheiten existieren sogar auf geprüften Studien beruhende Behandlungsleitlinien.

Tumoreigenschaften, Tumorgene: Besonderheiten im Detail

Auch die moderne Krebsforschung trägt dazu bei, Krebs immer häufiger als höchst individuelle Erkrankung erkennen zu können: Selbst bei lange bekannten Tumorarten können Krebsforscher und Mediziner heute immer mehr Unterformen identifizieren.

Man kann außerdem ableiten, ob bestimmte Tumoren auf eine Therapie reagieren werden oder eher nicht. Oder man findet molekularbiologische Besonderheiten, die den Krebs besonders angreifbar für zielgerichtete Medikamente machen. Als Grundlage dienen Genuntersuchungen und weitere sogenannte Marker, mehr dazu unter "Moderne Marker in der Onkologie". Solche Untersuchungen zeigen immer häufiger: Selbst wenn zwei Patienten mit der gleichen Krebserkrankung nebeneinander im Krankenhauszimmer liegen, heißt das noch lange nicht, dass sie tatsächlich beide genau den gleichen Krebs haben.

Diese feinere Einteilung von einzelnen Tumorarten könnte langfristig dazu führen, dass die Anzahl an per Definition "seltenen" Krebserkrankungen zukünftig noch weiter zunehmen kann. Beispiele, bei denen sich diese Entwicklung schon abzeichnet, sind etwa Hirntumoren und Leukämien bei Erwachsenen.

Behandlung seltener Tumore: Orientierung an Leitlinien, Empfehlungen und Erfahrungen

Leidet ein Patient an einem eigentlich häufigen Tumor, ist jedoch ein ungewöhnliches Gewebe oder Organ betroffen? Dann orientieren sich die Ärzte bei der Behandlung in der Regel an den Vorgaben für die Standardsituation.

  • Sogenannte Leitlinien existieren zu vielen Erkrankungen, sie geben den Rahmen für eine Behandlung nach modernen Erkenntnissen vor. 

Leitlinien helfen meist auch weiter, wenn die ein oder andere Therapiemethode bei einem Patienten aufgrund besonderer Umstände nicht möglich ist: Sie zeigen in der Regel auf, welche anderen Verfahren als Alternative infrage kommen. Das in Leitlinien gebündelte Wissen kann zum Beispiel genutzt werden, wenn ein Krebspatient ungewöhnlich jung oder ungewöhnlich alt ist. Es hilft auch weiter, wenn eine Therapie aufgrund von Vorerkrankungen nicht infrage kommt.

Leitlinien gibt es auch zu einigen Tumorarten, die laut wissenschaftlicher Definition als selten gelten. Existiert eine solche Empfehlung, so heißt das für Patienten, dass schon viele Studien und Erfahrungen ausgewertet wurden und die Ergebnisse in der Fachliteratur veröffentlicht sind.

Forschung: Kleine Patientenzahlen

Es gibt jedoch eine ganze Reihe von seltenen Krebserkrankungen, zu denen es bisher keine Leitlinien oder ähnlich aussagekräftige Empfehlungen und kaum große Studien gibt. Was tun Ärzte dann, um sich zu informieren? Sie greifen auf Fachveröffentlichungen zurück.
Die wissenschaftliche Literatur zu solchen seltenen Krebserkrankungen besteht allerdings meist aus der Beschreibung einzelner Krankheitsverläufe und kleineren Studien.
Solches Wissen ist unter Umständen weniger verlässlich: Fachleute sprechen auch von niedriger Evidenz

Warum gibt es keine größeren Studien?

Im Hintergrund steht: Je seltener eine Krankheit ist, desto schwieriger wird es, Untersuchungen mit einer statistisch aussagefähigen hohen Patientenzahl durchzuführen. Dies gelingt meist nur, wenn sich mehrere Kliniken und Zentren zusammentun, auch über Grenzen hinweg: Auf nationaler und europäischer Ebene fördern deshalb viele Institutionen vermehrt Initiativen und Forschungsprojekte zu seltenen Erkrankungen.

Solche Studien an großen Zentren sind auch deshalb für Betroffene interessant, weil sie dort nicht nur die Möglichkeiten zu neuesten Therapien finden. Sie treffen in der Regel auch auf Fachleute, die Erfahrung mit seltenen Erkrankungen haben. 

Behandlung unter Studienbedingungen

Ärztin und Patient im Gespräch, Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Fragen Sie Ihre Ärzte, ob für Sie eine Studie infrage kommt. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Viele Fachgesellschaften raten in ihren Fachempfehlungen sogar gezielt zur Teilnahme an einer Studie.  Zurzeit liegen solche Empfehlungen beispielsweise für viele Leukämieformen, Lymphome oder Weichteilsarkome vor.

Bei vielen dieser Studien prüfen die Forscher keine neuen Verfahren oder Medikamente. Es handelt sich vielmehr um sogenannte Therapieoptimierungsstudien. Hier sollen schon wirksame Verfahren weiter verbessert werden, etwa durch eine neue Kombination von Medikamenten oder das Reduzieren von Therapieschritten, die mit vielen Nebenwirkungen verbunden sind. So soll auch für Patienten mit vergleichsweise seltenen Tumorerkrankungen die bestmögliche Behandlung gefunden werden. 
 
Wie kann man entscheiden, on man an einer Studie teilnehmen möchte oder nicht? 

Vorab erfahren Betroffene auf jeden Fall, welche Chancen, aber auch Risiken eine Studienteilnahme in ihrem Fall mit sich bringen könnte. Patienten können dann für sich selbst entscheiden, ob sie gerne im Rahmen einer Studie behandelt werden möchten oder nicht.

Spezialisierte Zentren

Wohin zur Behandlung? Nicht jedes Krankenhaus ist auf die Behandlung bei seltenen Tumorerkrankungen oder die Betreuung von Patienten in ungewöhnlichen Begleitumständen eingerichtet.

Betroffene sollten gemeinsam mit ihrem Arzt abklären, ob Fachgesellschaften oder andere Institutionen für Patienten wie sie empfehlen, sich möglichst an einem spezialisierten Zentrum behandeln zu lassen.
Infrage kommen Krankenhäuser, die sich durch besondere Erfahrung auszeichnen, die schon andere Patienten in der gleichen Situation behandelt haben. Ein weiteres Kriterium: Sie forschen und bieten die Teilnahme an klinischen Studien an. 
 
Lassen sich Patienten nicht im nächst gelegenen Krankenhaus, sondern in einem spezialisierten Zentrum therapieren, bedeutet dies jedoch auch häufig einen organisatorischen und finanziellen Mehraufwand: Wohnt man nicht in der Nähe, sind längere Anfahrten nötig. Angehörige und Freunde kommen unter Umständen seltener zu Besuch. Auch eine ambulante Nachbehandlung ist aufwändiger.

Möchte man eher in ein spezialisiertes Zentrum gehen und nicht in das nächstgelegene Krankenhaus, sollte man dies im Vorfeld für alle Fälle auch immer mit seiner Krankenversicherung absprechen.

So findet man Hilfe: Erste Schritte bei der Suche nach Informationen

Patienten mit einer entsprechenden Diagnose sollten ihre Ärzte darauf ansprechen, was ihre Situation besonders ungewöhnlich oder selten macht. Zur Vorbereitung auf ein Arztgespräch hat der Krebsinformationsdienst eine Auswahl an Fragen zusammengestellt. Sie können Betroffenen helfen, gemeinsam mit den Ärzten ihre Situation möglichst genau zu klären. Einige dieser Tipps erleichtern es auch, Auskünfte bei weiteren Ansprechpartnern zu suchen, in weiteren Quellen zu recherchieren und schließlich besser informiert mitzuentscheiden.

Wichtige Fragen an die Ärzte

  • Um was für einen Tumor handelt es sich bei mir? Wie bezeichnen Fachleute den Tumor? Existieren noch weitere Namen für die Erkrankung?
  • Ist der Tumor gutartig oder bösartig?
  • Welche Befunde liegen schon vor? Stehen noch Untersuchungsergebnisse aus? Sind noch weitere Untersuchungen geplant?
  • Was bedeutet "selten" in meiner Situation? Kommt die Tumorart tatsächlich selten vor? Oder sind es die Begleitumstände, die die Situation für mich ungewöhnlich machen?
  • Hat der Tumor außergewöhnliche und untypische Eigenschaften?
  • Erschweren bei mir Vorerkrankungen oder andere Risikofaktoren die übliche Behandlung?
  • Woran orientiert sich die geplante Behandlung? Raten Fachgesellschaften oder Tumorzentren zu bestimmten Untersuchungen oder Therapien?
  • Empfehlen Sie mir die Behandlung in einem spezialisierten Zentrum?
  • Sollte ich mich unter Studienbedingungen behandeln lassen? Was spricht dafür, was dagegen?

Adressen und Links: Spezialisierte Zentren, Organisationen, weitere Linktipps

Sie haben als Betroffener oder Angehöriger Fragen zu einer seltenen Tumorerkrankung? Sie suchen Ansprechpartner? Wir sind für Sie da:

  • Der Krebsinformationsdienst ist täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40 zu erreichen,
  • oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de, bei einem Klick öffnet sich ein Kontaktformular mit einer gesicherten Verbindung.

Spezialisierte Zentren

Allgemeines: Der Text "Kliniksuche: Wo gibt es gute Krankenhäuser?" bietet einen allgemeinen Überblick darüber, wie die stationäre Versorgung in Deutschland organisiert ist. Er zeigt, wie man gute Ansprechpartner findet und welche Kriterien heute zur Zertifizierung von Krebs-Spezialzentren finden.

se-Atlas, Versorgungsatlas für Menschen mit seltenen Erkrankungen: Unter www.se-atlas.de kann man deutschlandweit nach Versorgungseinrichtungen und übergeordneten Zentren suchen. Das Portal ist von mehreren Partnern im "Nationalen Aktionsplan für Menschen mit seltenen Erkrankungen" entstanden. Die Informationen sind allerdings nicht auf Krebs beschränkt.

Zugänglich sind Zentren entweder über die Suche nach dem Stichwort Krebs, oder mit der Suche dem tatsächlichen Erkrankungsnamen. Außer den Zentren werden, so vorhanden, auch Selbsthilfegruppen und weitere Ansprechpartner ausgegeben.

Selbsthilfe, Organisationen, Initiativen

Allgemein: Im Text "Adressen und Links: Selbsthilfegruppen und Patientenverbände" finden Interessierte Links zu übergeordneten Organisationen der Selbsthilfe in Deutschland. Neben den Verbänden, die sich auf eine Tumorart konzentrieren, gibt es auch Patientenorganisationen, die sich als Ansprechpartner für alle Krebspatienten verstehen (Stichwort "Krebs allgemein"). 
 
Dachorganisationen: Weitere Anlaufstellen können zudem über die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (www.bag-selbsthilfe.de) und die Organisation NAKOS (www.nakos.de) recherchiert werden, die Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen. Beide Organisationen bieten nicht nur Informationen zu seltenen Tumorarten, sondern auch zu vielen anderen seltenen Erkrankungen.
 
se-Atlas, Versorgungsatlas für Menschen mit seltenen Erkrankungen: Der bereits bei der Suche nach Spezialzentren aufgeführte se-Atlas bietet auch die Suche nach Selbshilfe und Patientengruppen, unter www.se-atlas.de

ACHSE, Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen: Dabei handelt es sich um ein Netzwerk von Selbsthilfeorganisationen, mehr unter www.achse-online.de.
Sie ging 2005 aus dem Arbeitskreis Seltene Erkrankungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe hervor. Ziel der ACHSE ist es unter anderem, die Interessen der Menschen mit chronischen Erkrankungen politisch zu vertreten und seltene Erkrankungen stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Außerdem möchte die ACHSE die Forschung im Bereich seltener Krankheiten vorantreiben und den Aufbau überregionaler Selbsthilfeorganisationen unterstützen. Die finanzielle Sicherung stützt sich auf Spenden, Mitgliedsbeiträge, Sponsoring sowie Fördermittel verschiedener Krankenkassen gemäß § 20c SGB V und Stiftungen. Viele der allgemeinen Informationen sind nicht krebsbezogen, jedoch bei allen seltenen Erkrankungen grundsätzlich von Nutzen. 
 
Orphanet ist eine internationale Internet-Datenbank, unter www.orphanet.net. Sie steht in deutscher und in weiteren europäischen Sprachen zur Verfügung. Fachleute, Patienten, Angehörige und Interessierte finden dort Informationen zu seltenen Krankheiten. Unter www.orpha.net/consor/cgi-bin/Disease.php?lng=DE kann man nach allgemeinen Informationen zu einer seltenen Erkrankung suchen.
In die Suchmaske einzugeben ist lediglich der Name der seltenen Erkrankung. Angeboten werden auch Suchmöglichkeiten nach Expertenzentren, Fachleuten, laufenden Forschungsprojekten und klinischen Studien, Verzeichnisse medizinischer Labors, Arzneimittel für seltene Krankheiten, sogenannten "Orphan Drugs" sowie Patientenorganisationen. 
Das Verzeichnis erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und nicht zu jeder Erkrankung ist eine Patientenorganisation in Deutschland zu finden. Die Datenbank ist jedoch frei zugänglich und wird stetig erweitert. Finanziert und getragen wird Orphanet von der Europäischen Kommission sowie weiteren Partnern. 
 
EURORDIS: Die Europäische Organisation für Seltene Krankheiten (www.eurordis.org ) ist eine nicht-staatliche patientengeführte Allianz von Patientenorganisationen und Einzelpersonen. Aufgabe der 1997 gegründeten Organisation ist es, sich für die Interessen von Menschen mit seltenen Erkrankungen einzusetzen. Die Informationen auf der Internetseite sind vorwiegend in englischer Sprache abrufbar. Einige sind auch in anderen europäischen Sprachen verfügbar.
Finanziert wird EURORDIS durch Spenden, Patientenorganisationen, der Europäischen Kommission, nationalen Behörden, gemeinnützigen Institutionen sowie Unternehmen aus dem Bereich Arzneimittelindustrie, Gesundheitssektor und anderen. 

Beratung und Unterstützung

Krebsberatungsstellen: In vielen Städten und Gemeinden gibt es psychosoziale Krebsberatungsstellen. Dort sind Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen tätig, die Erfahrung in der Beratung von Krebspatienten haben. Sie helfen Betroffenen, sich mit ihrer neuen Lebenssituation auseinanderzusetzen. Sie bieten aber auch Informationen zu praktischen Fragen, nennen weitere Ansprechpartner und beraten zu sozialrechtlichen Problemen. Und sie können zu Selbsthilfegruppen vor Ort vermitteln. In einer Datenbank des Krebsinformationsdienstes können Patienten und Angehörige eine wohnortnahe Krebsberatungsstelle finden.

Psychoonkologen: Wer Unterstützung bei der Bewältigung der schwierigen Situation braucht, kann sich an Ärzte, Psychologen und weitere Fachleute wenden, die sich auf die psychologische Begleitung und Behandlung von Krebspatienten spezialisiert haben. Diese Psychoonkologen bieten Beratung und Hilfe für Patienten, aber auch für Angehörige. Für die Suche nach einem wohnortnahen Angebot stellt der Krebsinformationsdienst eine Suchmöglichkeit zur Verfügung.

Weitere Informationen für Interessierte und Fachkreise: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Auswahl)

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