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Krebszellen im Rasterelektronenmikroskop, Foto: MedicalRF.com/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Lebermetastasen bei Krebs: Welche Untersuchungen sind wichtig?

Symptome, Diagnostik, Ansprechpartner

Die meisten Patienten mit Lebermetastasen spüren zunächst nicht, dass sich ihre Krebserkrankung im Körper ausgebreitet hat: Selbst eine stark geschädigte Leber kann wichtige Stoffwechselfunktionen über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten. Die Metastasen werden daher meist von Ärzten bei der Abklärung eines Krebsverdachts oder bei der Nachsorge nach einer Behandlung entdeckt. Manchmal geschieht das auch per Zufall, bei einer Untersuchung aus anderen Gründen. Zur Abklärung kommen vor allem bildgebende Verfahren infrage wie Ultraschall des Bauches, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Eine Biopsie, die Entnahme von Gewebeproben, ist nur bei wenigen Betroffenen notwendig.

Welche Diagnoseverfahren möglich sind, beschreibt der Krebsinformationsdient im folgenden Text. Er ist Teil umfassender Informationen zu Lebermetastasen und richtet sich vor allem an Tumorpatienten und ihre Angehörigen. Interessierte und Fachkreise finden Linktipps und eine Auswahl an Fachliteratur.
Wichtig für Betroffene: Informationen aus dem Internet können das Gespräch mit den behandelnden Ärzten nicht ersetzen.

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Quellen und Links

Interessierte und Fachleute finden in diesem Text Linktipps zum Weiterlesen, am Textende sind Fachinformationen aufgeführt, die als Quelle genutzt wurden.

Symptome: Gibt es typische Anzeichen für Lebermetastasen?

Viele Patienten mit Lebermetastasen haben über einen längeren Zeitraum keine Beschwerden. Dass man selbst auf Lebermetastasen aufmerksam wird, kommt eher selten vor. Häufiger diagnostizieren Ärzte Lebermetastasen bei gezielten Untersuchungen: entweder bei der Erstdiagnose der Krebserkrankung und der anschließenden Ausbreitungsdiagnostik, oder nach abgeschlossener Krebsbehandlung bei einer Nachsorgeuntersuchung.

Ob Lebermetastasen Symptome hervorrufen und wie ausgeprägt diese sind, hängt davon ab, wo sich die Metastasen in der Leber befinden, wie groß sie sind und wie stark sie die Leberfunktion beeinträchtigen.

Es gibt zwar einige allgemeine Krankheitszeichen. Das Problem: Sie können, müssen aber nicht auf Lebermetastasen hindeuten. Bei Gesunden und bei Krebspatienten sind dafür andere Auslöser möglich, etwa ganz normale Verdauungsprobleme. Zum Arzt gehen sollte man trotzdem, wenn man

  • innerhalb kurzer Zeit ungewollt viel Gewicht verliert, oder
  • keinen Appetit hat,oder
  • über einen längeren Zeitraum unter Übelkeit, Durchfällen oder sonstigen Verdauungsproblemen leidet.
  • Ein Warnsignal sind auch Schmerzen im rechten Oberbauch. Unter Umständen handelt es sich bei diesen Schmerzen um den sogenannten Leberkapselschmerz. Er kann auftreten, wenn die bindegewebige Hülle um die Leber durch das wachsende Tumorgewebe gedehnt wird. Im Gegensatz zum eigentlichen Lebergewebe, das schmerzunempfindlich ist, ist diese Leberkapsel schmerzempfindlich.

Erst wenn die Leber sehr stark geschädigt ist und ihre Funktion leidet, kommen weitere Symptome hinzu, etwa die typische Gelbfärbung von Haut und Augen, Juckreiz oder Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum.

Gezielte Metastasensuche: Warum sind Routine-Untersuchungen nicht bei allen Patienten nötig?

Krebspatient werden vor einer ersten Krebsbehandlung intensiv untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchungen bilden die Basis für die weitere Behandlungsplanung. Ärzte verschaffen sich dadurch ein Bild, wie weit sich ein Tumor ausgebreitet hat und ob bereits Metastasen vorliegen. Ob dabei gezielt nach Lebermetastasen gesucht wird, hängt davon ab, wie groß die Wahrscheinlichkeit dafür bei der jeweiligen Tumorart ist. Eine Rolle spielt auch, ob die sonstigen Befunde überhaupt auf eine weiter fortgeschrittene Erkrankung hindeuten. Weiterführende Informationen zu den infrage kommenden Untersuchungen finden sich in der Rubrik "Krebsarten", jeweils in den Unterkapiteln zur "Untersuchung".

Auch wenn Betroffene nach einer ersten Krebstherapie als geheilt gelten, bleibt zumindest in der ersten Zeit ein mehr oder minder hohes Risiko, dass die Erkrankung wiederkehrt oder dass Metastasen auftreten. Für die meisten Betroffenen gibt es deshalb das Angebot regelmäßiger Nachsorgeuntersuchungen. Dazu gehören heute vor allem die Fragen nach Beschwerden oder Folgeerscheinungen der Krebserkrankung und auch allgemeine körperliche Untersuchungen. Nach Metastasen suchen die Ärzte nur dann gezielt, wenn Betroffene dadurch auch einen messbaren Vorteil haben. Dies ist etwa dann der Fall, wenn eine frühzeitige Behandlung ihre langfristigen Überlebenschancen verbessert oder belastende Beschwerden vermieden werden können.

  • Daher unterscheiden sich die Nachsorgepläne für Patienten mit verschiedenen Tumorarten.
  • Auch das jeweilige Krankheitsstadium und die individuelle Situation eines Betroffenen bestimmen, wie und in welchen Zeitabständen die Nachsorge verläuft.
  • Als Patient sollte man sich auf jeden Fall mit den zuständigen Ärzten beraten, wie der persönliche Nachsorgeplan aussieht und worauf man zwischen den einzelnen Terminen selbst achten kann.

Zwei Beispiele, wie unterschiedlich die Suche nach Lebermetastasen sein kann

Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patientin © Jeanette Dietl - Fotolia
© Jeanette Dietl - Fotolia

Beispiel Darmkrebs: Dick- und Enddarmkrebs sind Krebsformen, bei denen die Ärzte intensiv auf mögliche Metastasen achten. War der Tumor schon größer oder waren Lymphknoten befallen, tragen Betroffene ein vergleichsweise hohes Risiko für Lebermetastasen. Diese lassen sich aber im Vergleich zu Lebermetastasen bei anderen Krebsarten besser behandeln. Bei den Nachsorgeterminen prüfen die Ärzte daher regelmäßig einen typischen Tumormarker im Blut. Da sich Ultraschalluntersuchungen einfach durchführen lassen und Patienten wenig belasten, können Ärzte die Leber mit diesem Verfahren auf Lebermetastasen untersuchen. Weitere Untersuchungen, etwa eine Computertomographie, sind für Betroffene dagegen nur sinnvoll, wenn es konkrete Anzeichen für Tumorabsiedlungen gibt.
Darmkrebspatienten, deren Tumor noch sehr klein war und früh entfernt wurde, benötigen diese intensive Metastasensuche nicht – ihr geringes Risiko rechtfertigt aufwendige und unter Umständen auch psychisch belastende Nachuntersuchungen nicht.

Beispiel Brustkrebs: Anders sehen zum Beispiel die Empfehlungen für die Nachsorge bei Brustkrebspatientinnen aus. Heute weiß man, dass ihr Risiko für Lebermetastasen sehr stark von der individuellen Situation bestimmt wird: von der genauen Art des Tumors, seinem biologischen Verhalten und dem Krankheitsstadium zum Zeitpunkt der Diagnose. Daher gibt es für Frauen nach einem erfolgreich behandelten Mammakarzinom keine pauschalen Nachsorgepläne mehr, wie sie noch vor einigen Jahren üblich waren. Und es gibt auch keine genauen Vorschriften, wann und mit welchen Methoden nach Lebermetastasen gesucht werden sollte.
Viel wichtiger ist für Patientinnen die regelmäßige Prüfung, ob sich der Tumor im Brustgewebe neu bildet: Lokalrezidive oder ein Tumor in der anderen Brust lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden, oft auch mit der Chance einer dauerhaften Heilung. Treten Metastasen auf, wirkt sich deren frühzeitige Entdeckung zwar bei den meisten Frauen nicht mehr auf die Heilungschancen aus. Aber das Tumorwachstum lässt sich zumindest bremsen, Beschwerden lassen sich lindern. Wenn Symptome auftreten, sollten betroffene Frauen daher nicht mit dem Arztbesuch bis zum nächsten regulären Nachsorgetermin warten.

Bei Verdacht auf Lebermetastasen: Gibt es allgemeine Richtlinien zur Diagnostik?

Anders sieht es aus, wenn man als Patient Beschwerden hat oder sich sonstige Anzeichen für ein Fortschreiten der Erkrankung oder einen Rückfall ergeben: Besteht ein konkreter Verdacht auf Lebermetastasen, klären Ärzte diesen mit verschiedenen Untersuchungen ab. Auch hier gilt: Welche Diagnoseverfahren Ärzte einsetzen und in welcher Reihenfolge, lässt sich pauschal nicht sagen. Betroffene erfahren im Gespräch mit ihrem behandelnden Arzt, welche Untersuchungsverfahren sich in ihrer individuellen Situation besonders eignen.

Fachleute orientieren sich auch hier ganz allgemein daran,

  • an welcher Tumorart man erkrankt ist,
  • in welchem Krankheitsstadium man sich befindet,
  • welche Beschwerden man hat und
  • wie fit man sich insgesamt fühlt, also daran, wie der Allgemeinzustand ist.

Gewählt wird, was am wenigsten belastet und trotzdem möglichst genaue Aussagen ermöglicht. Klären Ärzte einen Verdacht auf Lebermetastasen ab, prüfen sie bei den meisten Betroffenen gleichzeitig, ob Tumorabsiedlungen auch in anderen Organen vorliegen.

Labortests bei Lebermetastasen: Warum sind "Leberwerte" alleine nicht aussagekräftig?

Hinweise auf eine eingeschränkte Leberfunktion können sogenannte "Leberwerte" aus einer Blutprobe geben.

Zu den Leberwerten zählen beispielsweise Leberenzyme wie etwa die Aspartat-Aminotransferase (häufig abgekürzt als AST, ASAT, AAT), die Alanin-Aminotransferase (ALAT, ALT) sowie die γ-Glutamyltransferase (γ-GT, GGT). Auch die Konzentration von Bilirubin, einem Abbauprodukt des Blutfarbstoffs, sowie Werte für die Blutgerinnung, etwa der sogenannte Quickwert, erlauben Aussagen zur Funktion der Leber.

Wichtig zu wissen: Lebermetastasen selbst lassen sich dadurch aber nicht eindeutig diagnostizieren. Die Leberwerte können aus vielfältigen Gründen verändert sein: Bei Krebspatienten ist dies sehr häufig die Medikamenteneinnahme. Infrage kommen auch eine Leberentzündung, eine Fettleber oder eine Schrumpfleber, eine sogenannte Leberzirrhose.
Um Lebermetastasen eindeutig zu diagnostizieren, sind vor allem bildgebende Untersuchungsverfahren notwendig.

Bildgebende Verfahren: Welche Methoden kommen infrage?

Ganz allgemein möglich sind Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanztomographie und kombinierte Positronen-Emissions-Tomographie mit Computertomographie. Welche Methoden tatsächlich jeweils sinnvoll sind, hängt von der Tumorart und der individuellen Situation ab.

Ultraschalluntersuchung der Leber

Bei einem Verdacht auf Lebermetastasen ist eine einfache Ultraschalluntersuchung des Bauches oft die erste Untersuchung, so die aktuellen Empfehlungen in medizinischen Leitlinien. Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet Sonographie des Abdomens. Ärzte können Lebermetastasen damit vergleichsweise gut erkennen. Möchte ein Arzt darüber hinaus Informationen über Adern und Blutfluss im Lebergewebe gewinnen, kommt eine Abwandlung der Technik zum Einsatz, die sogenannte Doppler-Sonographie. Je nach Fragestellung kann auch eine kontrastmittelverstärkte Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein. Diese Technik steht bisher vor allem an größeren, spezialisierten Kliniken zur Verfügung und gilt noch nicht als Standardverfahren.

Eine normale Ultraschalluntersuchung oder eine Dopplersonographie sind ambulant möglich. Sie dauern in der Regel nur wenige Minuten. Sie tun nicht weh, allenfalls kann es bei Leberbeschwerden unangenehm sein, wenn der Arzt den Schallkopf auf den Oberbauch drückt. Man ist dadurch auch keiner schädlichen Strahlung ausgesetzt. Ist ein Kontrastmittel notwendig, muss man mehr Zeit für die Untersuchung einplanen, sie ist von der Vorbereitung aufwändiger: Das Mittel erhält man in eine Armvene gespritzt. Es gelangt über den gesonderten Blutkreislauf der gesunden Leber in das Organ. Lebermetastasen, die von Tumoren anderer Organe stammen, sind an diesen Teil des Blutgefäßsystems kaum angeschlossen und heben sich daher ab.

Computertomographie (CT)

Bestätigt sich aus einer Ultraschalluntersuchung ein Verdacht auf Lebermetastasen, kommt auf viele Betroffene eine kontrastmittelverstärkte Spiral-Computertomographie zu. Dies ist ein Standardverfahren in der Diagnostik von Lebermetastasen und steht an fast allen spezialisierten Krankenhäusern und in vielen Praxen spezialisierter Radiologen zur Verfügung.
Anhand von CT-Bildern können Fachleute noch zuverlässiger als beim klassischen Ultraschall beurteilen, ob und wie viele Lebermetastasen bei einem Patienten vorliegen, und wie groß diese sind. Darüber hinaus lassen sich damit auch Metastasen erkennen, die außerhalb der Leber im Bauchraum gewachsen sind.

Wie läuft eine Computertomographie ab? Es handelt sich um ein Röntgenverfahren, bei dem ein Computer aus mehreren Bildern eine dreidimensionale Ansicht der untersuchten Organe erstellt. Das Kontrastmittel erhält man in die Vene gespritzt. Danach muss man meist kurz warten. Die Untersuchung selbst ist schmerzlos und dauert in der Regel zwischen wenigen Minuten und einer halben Stunde. Manche Patienten empfinden die CT als unangenehm: Man muss still liegen und wird dabei durch eine vergleichsweise enge Röhre geschoben. Hat man Platz- oder Raumangst, sollte man dies schon bei der Terminvereinbarung sagen, dann kann man eventuell ein leichtes Beruhigungsmittel bekommen.
Im Anschluss an die Untersuchung sollte man viel trinken, damit das Kontrastmittel rasch über die Nieren ausgeschieden wird.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie eignet sich gut, um selbst kleine Metastasen in der Leber zu erkennen. Eine kontrastmittelverstärkte MRT kann zeigen, ob es eventuell noch nicht erkannte Tumorbildungen in der Leber gibt.

Wie läuft eine Magnetresonanztomographie ab? Eine MRT kann ambulant in einer radiologischen Praxis oder in einem Krankenhaus stattfinden. Bei der MRT kommen anstelle von Röntgenstrahlen magnetische Felder zum Einsatz. Mit deren Hilfe werden Bilder vom Körperinneren erzeugt. Eine Strahlenbelastung wie bei der Computertomographie gibt es nicht. Die Untersuchung dauert zwischen einigen Minuten und einer Stunde. Erhält man ein Kontrastmittel, muss man noch die Zeit einplanen, bis sich das Mittel im Körper verteilt hat. Während der Untersuchung liegt man in einer engen Röhre. Viele Menschen empfinden dies als unangenehm. Auch hier gilt: Wer befürchtet, bei einer längeren Untersuchung nicht ruhig liegen bleiben zu können, sollte dies den Ärzten sagen. Eventuell ist es dann möglich, ein Beruhigungsmittel einzunehmen.

Kombinierte Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie (PET/CT)

Eine bisher eher selten eingesetzte Methode ist die kombinierte Untersuchung aus Positronen-Emissions-Tomographie und Computertomographie. Die PET/CT ist kein Standardverfahren, auch nicht bei der Abklärung von Lebermetastasen. Ihr Nutzen ist für die meisten Krebsformen nicht ausreichend durch Studien belegt. Sie kommt nur dann infrage, wenn davon eine Behandlungsentscheidung abhängt: Die Kombination beider Verfahren erlaubt es, nicht nur die Lage der Metastasen zu erkennen, sondern auch die Leberfunktion sichtbar zu machen. Bisher wird die PET/CT, wenn überhaupt, dann überwiegend bei Patienten mit Darmkrebs eingesetzt, um vor einer Operation zu klären, ob sich ihre Lebermetastasen wirklich entfernen lassen. Auch hier gibt es einige Einschränkungen: So werden die Ergebnisse zum Beispiel durch eine Chemotherapie möglicherweise verfälscht. Und noch steht nicht fest, ob die Untersuchung tatsächlich allen Betroffenen eine Operation erspart, bei denen die Metastasierung doch zu weit fortgeschritten ist.

Wie läuft ein PET/CT ab? Die Untersuchung kann an sich ambulant durchgeführt werden, allerdings übernehmen die meisten Krankenversicherungen dann nicht automatisch die Kosten dafür. Kombinierte PET/CT-Geräte sind in Deutschland zudem nicht in allen Krankenhäusern und nur in vergleichsweise wenigen Praxen zu finden. Vor der Untersuchung erhält man eine radioaktive Substanz in eine Vene gespritzt. Mit Hilfe eines sogenannten Detektors wird die aus dem Körper austretende Strahlung gemessen und zu einem Bild zusammengeführt. Dieses wird dann in einem Durchgang mit CT-Aufnahmen kombiniert, mehr dazu im Text "PET - Positronenemissionstomographie".

Biopsie: Wann ist eine Entnahme von Gewebe notwendig, wann nicht?

Zur Diagnostik von Lebermetastasen muss nur den wenigsten Patienten Lebergewebe entnommen werden: Die Biopsie zählt nicht zu den Standarduntersuchungen. Meist lässt sich mit den bisher aufgeführten Verfahren besser und ausreichend sicher klären, wie die Situation ist.
Eine Biopsie ist nur notwendig, wenn

  • der Befund durch die bildgebenden Verfahren nicht eindeutig zwischen einer gut- oder bösartigen Leberveränderung unterscheidet, und auch nur dann,
  • wenn sich aus dem Ergebnis der Gewebeentnahme Konsequenzen für eine weitere Behandlung ergeben.
  • Eine Biopsie wird auch dann durchgeführt, wenn zunächst gar kein Krebsverdacht bestand und die Leberveränderungen das erste Anzeichen der Erkrankung sind. So kann geklärt werden, ob der Tumor sich direkt aus Lebergewebe entwickelt hat, oder ob es Lebermetastasen sind, die aus eingewanderten Tumorzellen aus einem anderen Organ entstanden sind.

Eine Leberbiopsie ist ambulant oder bei einem kurzen Aufenthalt im Krankenhaus möglich. Man erhält eine örtliche Betäubung der Haut über der Leber. Auch eine sehr leichte Narkose ist möglich, damit der Eingriff nicht als zu belastend erlebt wird. Die Stelle, an der der Arzt zur Biopsie die Punktionsnadel einsticht, wird meist mit einem bildgebenden Verfahren, etwa einem Ultraschallgerät kontrolliert. Die entnommenen Gewebeproben gehen an ein spezialisiertes Labor zur Untersuchung unter dem Mikroskop. Nach der Biopsie bleibt man noch einige Stunden zur Beobachtung in der Praxis oder Krankenhausambulanz. Dann wird kontrolliert, ob es auch nicht zu Nachblutungen gekommen ist.
Das Ergebnis der Gewebeuntersuchung erhält man meist erst einige Tage später, bei einem weiteren Arztgespräch.

Zusätzliche Untersuchungen und Behandlungsplanung: Wie geht es weiter?

Ob weitere Untersuchungen notwendig werden, hängt von der individuellen Situation ab und davon, welche Möglichkeiten der Behandlung voraussichtlich zur Verfügung stehen. Dazu gehört die Prüfung, ob noch weitere Metastasen nachweisbar sind, etwa in Knochen oder Lunge.

Aber auch der Allgemeinzustand spielt eine Rolle: Ist zum Beispiel eine Chemotherapie geplant, achten die Ärzte unter anderem darauf, wie gut die Nieren Betroffener arbeiten. Dies lässt sich anhand von Blutuntersuchungen nachweisen.

Bei einigen Krebsarten kann es sinnvoll sein, Lebermetastasen operativ zu entfernen, zumindest dann, wenn die Leber dadurch nicht wesentlich geschädigt wird: Dann stehen unter Umständen eine Leberfunktionsprüfung oder sogar eine diagnostische Bauchspiegelung an, ein kleiner Eingriff, bei dem die Ärzte die Leber direkt in Augenschein nehmen können.

Fachliteratur: Weiterführende Informationen für Interessierte und Fachkreise (Auswahl, Stand 4/2015)