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Krebszellen im Rasterelektronenmikroskop, Foto: MedicalRF.com/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Lebermetastasen bei Krebs: Wie werden sie behandelt?

Therapieverfahren und ihr Stellenwert

Zur Behandlung von Lebermetastasen gibt es verschiedene Verfahren. Für Betroffene und ihre Ärzte stellt sich daher die Frage: Welche Behandlungsstrategie ist in der individuellen Situation die Richtige? Und, ebenso wichtig: Welche belastet am wenigsten?
Nur bei vergleichsweise wenigen Patienten ist es möglich, Lebermetastasen zu operieren oder durch andere Methoden gezielt zu zerstören. Bei den meisten Betroffenen ist es wichtiger, die Ausbreitung der Erkrankung durch sogenannte systemische Therapien zu bremsen, die im ganzen Körper wirken. Dazu gehören zum Beispiel Chemotherapien oder zielgerichtete Arzneimittel. Die lokale Behandlung der Lebermetastasen und die systemische Krebsbehandlung lassen sich auch kombinieren.

Der folgende Text bietet einen Überblick für Patienten und ihre Angehörigen. Fachleute finden weiterführende Informationen und Quellen am Ende des Textes.

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Das Wichtigste in Kürze: Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Arzt und Patient im Gespräch © Igor Mojzes - Fotolia
Sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Lassen Sie sich Nutzen und Risiken von Behandlungen erläutern. © Igor Mojzes - Fotolia

Die Diagnose "Lebermetastasen" kann sehr belastend sein: Sie bedeutet, die Erkrankung ist fortgeschritten. Für viele Betroffene steht die Frage im Raum: Gibt es überhaupt Behandlungsmöglichkeiten? Oder muss ich mich darauf gefasst machen, dass sich der Krebs nun weiter ausbreitet?
Pauschal und mit einem Satz lassen sich diese Fragen nicht beantworten. Zu unterschiedlich sind Situation und Gesundheitszustand jedes einzelnen Patienten, jeder einzelnen Patientin. Es gibt einige Patienten, bei denen sich Lebermetastasen vollständig stoppen oder zumindest für längere Zeit zurückdrängen lassen. Es gibt jedoch auch Patienten mit Krebsarten, bei denen sich Lebermetastasen nur sehr schwer behandeln lassen, noch dazu um den Preis belastender Nebenwirkungen. Für Betroffene geht es dann eher darum, Beschwerden zu lindern und in der letzten Lebensphase eine möglichst gute Lebensqualität zu erzielen.

Wichtig sind in dieser Situation eine gute Beratung und fundierte Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten, das Krebswachstum zu bremsen. Welche Aspekte sind wichtig, um die Situation einschätzen zu können?

  • Viel hängt von der ursprünglichen Krebsart ab: ihr biologisches Wachstumsverhalten bestimmt die weitere Entwicklung.
  • Für die Behandlungsplanung sind aber auch Lage, Größe und Anzahl der Lebermetastasen entscheidend.
  • Eine Rolle spielt außerdem, ob man zum Zeitpunkt der Diagnose schon eine oder sogar mehrere Krebstherapien durchlaufen hat, und wie diese gewirkt haben.
  • Welche Behandlung möglich ist und welche eher nicht, hängt auch davon ab, wie gut der Gesundheitszustand ganz allgemein ist, und ob man noch unter anderen Erkrankungen leidet.

Hier zwei Beispiele dafür, wie diese Faktoren die individuelle Situation beeinflussen:

Lebermetastasen bei Darmkrebs: Bei einem Patienten wird Darmkrebs festgestellt. Er hat zum Zeitpunkt der Diagnose nicht nur den Tumor im Darm, sondern bereits eine einzelne kleine Lebermetastase. Sie beschränkt sich jedoch auf einen weniger wichtigen Bereich der Leber. Die Metastase lässt sich voraussichtlich durch eine Operation entfernen oder ein anderes Verfahren gezielt zerstören. Der Betroffene ist zudem noch vergleichsweise jung und in gutem Allgemeinzustand.
Wie sind die Aussichten von Patienten ganz allgemein in dieser Situation? Bei einem nicht geringen Teil lässt sich die Krankheit möglicherweise langfristig kontrollieren oder sogar heilen. Bei anderen Betroffenen wird dies dagegen nicht gelingen, weil sich noch weitere, zum Zeitpunkt der Diagnose nicht erkennbare Metastasen gebildet haben.

Lebermetastasen bei Hautkrebs: Ein Patient leidet schon länger an schwarzem Hautkrebs, einem sogenannten Melanom. Er hat bereits mehrere große Lebermetastasen in verschiedenen Abschnitten der Leber, außerdem weitere Metastasen in anderen Organen. Für ihn ist es wichtig, die Ausbreitung der Erkrankung im ganzen Körper zu bremsen, nicht nur in der Leber. Zur Behandlung kommen zum Beispiel Chemotherapien oder sogenannte zielgerichtete Arzneimittel infrage. Eventuell kann der Patient auch an einer Studie teilnehmen, in der neue Ansätze geprüft werden. Eine gezielte Behandlung der Lebermetastasen kommt allenfalls ergänzend infrage.

Diese Situation ähnelt der, in der sehr viele Krebspatienten mit Lebermetastasen sind. Sie müssen sich darauf gefasst machen, dass sich ihre Erkrankung nur verlangsamen, aber nicht langfristig aufhalten lässt. Das heißt jedoch nicht, dass gegen die Metastasen nichts getan werden könnte oder eine weitere Behandlung nicht möglich ist: Wichtig ist eine gute sogenannte palliative Betreuung. Sie soll Folgen der Metastasierung vorbeugen, Beschwerden lindern und Betroffenen eine möglichst gute Lebensqualität erhalten.

Informieren, beraten, entscheiden: Fragen an die Ärzte

Fragen Sie Ihre Ärzte, welche Behandlungsmöglichkeiten es in Ihrer individuellen Situation gibt. Klären Sie, was Sie sich von einer Behandlung erwarten können und was nicht: Lässt sich Ihre Krankheit dadurch aufhalten, und wenn ja wie lange? Mit welchen Nebenwirkungen müssten Sie rechnen? Was lässt sich für Ihre Lebensqualität erreichen?

Lassen Sie sich die Vor- und Nachteile vorgeschlagener Behandlungen erläutern. Fragen Sie, ob Sie zur Behandlung ins Krankenhaus müssen, oder ob eine ambulante Behandlung von zuhause aus möglich ist. Klären Sie auch, ob Sie eventuell an einer klinischen Studie teilnehmen können, in der neue Verfahren und neue Medikamente erprobt werden.

  • Bringen Sie Ihre individuellen Vorstellungen mit ein. Erläutern Sie, was Ihnen ganz persönlich wichtig ist. Wägen Sie gemeinsam mit den Ärzten ab, was Sie an Belastungen durch die Behandlung auf sich nehmen wollen und was nicht.

Benötigen Sie Unterstützung zum Vor- oder Nachbereiten eines solchen Arztgesprächs? Der Krebsinformationsdienst nimmt sich Zeit für Ihre Fragen und Ihre Sorgen in der aktuellen Situation. Unter 0800 – 420 30 40 stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr zur Verfügung. Ihr Anruf aus Deutschland ist für Sie kostenlos. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de. Mit einem Klick gelangen Sie zu unserem Kontaktformular. Es bietet Ihnen eine gesicherte Verbindung für Ihre Anfrage.

Therapie im Überblick

Wichtig: Die hier aufgeführten Behandlungsverfahren eignen sich nicht pauschal für alle Patienten mit Lebermetastasen. Jedes Verfahren hat seinen Stellenwert, doch nicht alle sind in jeder Krankheitssituation und bei jeder Krebsart geeignet. Einige haben sich schon lange bewährt. Andere sind noch vergleichsweise neu, und einige werden erst unter Studienbedingungen erprobt. Dann sollte man auf jeden Fall mit der Krankenversicherung abklären, ob sie die Kosten der Behandlung trägt.

Systemisch wirkende Therapien

Für die meisten Patienten mit Lebermetastasen sind Medikamente wichtig, die im gesamten Körper wirken. Sie können entweder allein eingesetzt werden oder "lokale", nur auf die Leber zielende Behandlungen ergänzen.

  • Wichtig sind die verschiedenen Möglichkeiten der Chemotherapie.
  • Patienten können auch Arzneimittel erhalten, die gezielt in den Stoffwechsel von Tumorzellen eingreifen.

Dazu gehört eine Reihe von neueren Krebsmedikamenten, aber auch die "klassische" Hormontherapie gegen Brustkrebs oder Prostatakrebs. Für die "zielgerichtete" Therapie gilt jedoch als Voraussetzung: Das Krebsgewebe muss die ganz bestimmten biologischen Eigenschaften aufweisen, gegen die sich die verschiedenen Arzneimittel jeweils richten. Auch Immuntherapien können bei einzelnen Patienten infrage kommen. Sie gehören jedoch noch nicht zu den Standardverfahren und werden eher unter Studienbedingungen durchgeführt.

Lokal oder regional wirksame Verfahren

Als lokal oder regional wirksam werden Verfahren bezeichnet, die gezielt auf die Metastasen in der Leber gerichtet sind. Diese Verfahren werden bei den meisten Betroffenen erst dann eingesetzt, wenn eine Operation oder eine Chemotherapie nicht infrage kommen. Grundsätzlich können aber alle Therapiemethoden auch miteinander kombiniert werden.
Sie ermöglichen zwar nur in Ausnahmefällen und nur bei wenigen Krebsarten eine langfristige Heilung. Die meisten sind aber "minimal-invasiv", das heißt, sie gehen mit weniger Belastungen für Betroffene einher und sind zum Beispiel schonender als eine große Operation. Eine weitere Hoffnung: Die gezielte Zerstörung von Tumorgewebe kann die Regeneration gesunder Leberanteile stimulieren. Ärzte setzen sie deshalb vor allem bei fortschreitender Erkrankung ein, wenn es darum geht, eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten. Hier einige Beispiele:

  • Auf die Leber direkt zielen sogenannte thermoablative Verfahren, darunter die Radiofrequenzablation (RFA) oder Laserinduzierte Thermotherapie (LITT). Bei diesen Methoden werden Lebermetastasen durch "Verkochen" des Gewebes zerstört.
  • Eine weitere Methode ist die transarterielle Chemoembolisation (TACE). Dabei bleibt die Gabe von Zellgiften auf die Leber beschränkt. Das Legen der Infusionskatheter für die Chemotherapie direkt in die Leber erfordert allerdings einen kleineren, bei anderen Verfahren auch einen größeren Eingriff.

Auch die Strahlentherapie von Lebermetastasen darf nur sehr gezielt wirken, um die gesunden Leberanteile nicht zu schädigen. Das Lebergewebe ist empfindlich, und es bestünde ein hohes Risiko eines Leberversagens. Die klassische Bestrahlung wird daher ausschließlich eingesetzt, um Schmerzen zu lindern, wenn andere Verfahren nicht gut genug wirken.

  • Bei einigen Patienten ist es möglich, die Leber "von innen" zu bestrahlen. Fachleute nennen dieses Verfahren selektive interne Strahlentherapie (SIRT). Dabei werden radioaktiv beladene Teilchen direkt in die Blutgefäße der Leber und so an den Tumor gespritzt.
  • Erprobt werden außerdem neue Formen der sogenannten stereotaktischen, punktgenauen Strahlentherapie von außen, durch die Haut. Dabei setzen die Strahlentherapeuten die Strahlung so gezielt wie ein Skalpell ein: Sie zerstören Tumoren präzise, mit hohen Energiedosen, ohne das umliegende Lebergewebe zu sehr zu schädigen. Das Ergebnis ist daher fast mit einem chirurgischen Eingriff vergleichbar, und daher wird gelegentlich auch der Begriff Radiochirurgie verwendet.

Einen Überblick mit ausführlicheren Informationen auch zu weiteren Methoden bietet der Abschnitt "Lokale Verfahren".

Operation

Kann man Lebermetastasen nicht einfach herausschneiden? Diese Frage stellen sich vermutlich sehr viele Krebspatienten. Die Antwort lautet: Bei den meisten Patienten ist dies nicht möglich. Dafür gibt es vor allem zwei Gründe:

  • weil die Metastasen bei vielen Betroffenen so in der Leber sitzen, dass das Organ nach dem Eingriff nicht mehr arbeiten würde, oder
  • weil die Lebermetastasen sehr häufig nur ein Indiz dafür sind, dass sich Tumorzellen vermutlich noch weiter im Körper ausgebreitet haben. Finden sich bei einer Untersuchung bereits Metastasen in weiteren Organen, ist fast immer eine sogenannte systemische Behandlung wichtiger, die im ganzen Körper wirkt.

Es gibt jedoch einige wenige Ausnahmen: Bei Patienten mit Dick- und Enddarmkrebs, den sogenannten kolorektalen Tumoren, lassen sich einzelne kleine Lebermetastasen eventuell vollständig entfernen. Dann ist für einen Teil der Betroffenen sogar eine langfristige Heilung nicht ausgeschlossen, mehr dazu in den Texten zu "Darmkrebs".
Bei praktisch allen anderen Tumorarten ist die Operation von Lebermetastasen eher die Ausnahme, wenn auch nicht völlig ausgeschlossen. Voraussetzung ist auch dann immer: Es darf sich nur um einzelne oder wenige Metastasen handeln, die sich voraussichtlich gut chirurgisch entfernen lassen, ohne die Leber sehr zu schädigen. Um den Erfolg der Operation zu verbessern, wird Patienten in fast allen Situationen zusätzlich zu einer systemischen Behandlung geraten, also einer Chemotherapie und/oder zielgerichteten Medikamente.

Neuer sind Ansätze, die darauf zielen, das Tumorgewebe innerhalb der Leber operativ zu "isolieren". Die gesunden Leberanteile werden so unter Umständen zum Wachstum angeregt. So ließe sich zumindest zeitweilig die Funktion des Organs verbessern und möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt Metastasen durch eine Operation entfernen.

Wenn die Erkrankung sich nicht aufhalten lässt

Was ist, wenn man schon eine oder gar mehrere Krebstherapien hinter sich hat, die Erkrankung aber dennoch fortschreitet? Was tun, wenn die Leber nicht mehr richtig arbeitet? Für Betroffene und auch ihre Angehörigen ist dies eine sehr belastende Situation. Auch wenn keine Voraussagen darüber möglich sind, wie schnell sich die Krankheit weiter entwickeln wird: Lebermetastasen, die nicht auf eine Behandlung ansprechen und beginnendes Leberversagen stehen für eine sehr schlechte Prognose.

  • In der letzten Lebensphase sollten Betroffene sich nicht scheuen, so viel Unterstützung wie möglich in Anspruch zu nehmen. Auch Angehörige benötigen Hilfe: bei organisatorischen Fragen, aber auch, um mit der eigenen Belastung besser umgehen zu können.

Besonders ausgebildete Ärzte und Pflegefachleute können in dieser Situation sehr viel tun: Ziel einer sogenannten palliativen Versorgung ist es, Schmerzen und Beschwerden zu lindern. Die Kliniksozialdienste, die Krebsberatungsstellen und die Krankenkassen helfen bei praktischen Fragen, etwa bei der Klärung, wo und wie man als Patient am besten versorgt werden kann, und welche Unterstützung Angehörige in Anspruch nehmen können.
Wenn die Angst vor dem Tod, vor Schmerzen und vor Verlust überhand nehmen, stehen Psychoonkologen und je nach persönlicher Situation auch Seelsorger Betroffenen zur Seite.

Informationen für Betroffene und ihre Angehörigen hat der Krebsinformationsdienst im Text "Leberversagen durch Metastasen: Wer hilft, wenn sich Krebs nicht mehr aufhalten lässt?" zusammengestellt.

Ansprechpartner: Wohin gehen zur Diagnose, Beratung und Behandlung?

Viele Betroffene, bei denen Lebermetastasen diagnostiziert werden, haben schon eine onkologische Behandlung hinter sich. Die Ärzte, die sie bisher betreut haben, sind daher in der Regel ihre ersten Ansprechpartner.
Zusätzlich empfehlen Fachleute: Patienten mit Lebermetastasen sollten sich vor einer Behandlungsentscheidung in einem Zentrum beraten lassen, das über viel Erfahrung verfügt. In den großen Krebszentren, den Tumorzentren oder den sogenannten Onkologischen Spitzenzentren arbeiten Leberspezialisten, Chirurgen, Strahlenärzte und internistische Krebsmediziner eng zusammen.
Hinzu kommen Fachleute für die Behandlung belastender Symptome, die auch bei sehr fortgeschrittener Erkrankung über sogenannte palliative, also unterstützende und lindernde Therapien informieren können. Große Zentren bieten außerdem in der Regel eine Ernährungsberatung sowie eine psychosoziale und psychoonkologische Beratung an.

Der Vorteil dieser Zusammenarbeit vieler verschiedener Fachleute für Betroffene: Diagnostik und Behandlung können so besser aufeinander abgestimmt werden. Hinzu kommt in den meisten großen Zentren die Möglichkeit, eventuell an einer klinischen Studie teilnehmen zu können: In solchen Studien werden neue Arzneimittel und neue sonstige Behandlungsverfahren geprüft. Außerdem gibt es sogenannte Therapieoptimierungsstudien, in denen bereits bekannte Möglichkeiten neu kombiniert werden. So wird zum Beispiel geprüft, ob sich die bisherige Therapie bei gleicher Wirksamkeit verträglicher machen lässt.

Wichtig: Die Beratung in einem spezialisierten Zentrum bedeutet nicht zwangsläufig, dass dann auch die gesamte weitere Behandlung dort stattfinden muss. Wenn es der Therapieplan ermöglicht, kann man auch einen Facharzt vor Ort einbeziehen. Man sollte dann allerdings klären, wer der "therapieführende" Ansprechpartner ist.

Weitere Hintergründe bieten Texte zur "Arztsuche" und "Kliniksuche", eine Zusammenfassung kann man als Informationsblatt (PDF) auch ausdrucken.

Systemische Therapie: Welche Rolle spielen im ganzen Körper wirksame Medikamente?

Welche Medikamente eignen sich zur Behandlung von Lebermetastasen? Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten: Die Möglichkeiten hängen in erster Linie von der ursprünglichen Tumorart und den biologischen Eigenschaften des Tumors ab.
Infrage kommen Chemotherapie, zielgerichte Arzneimittel und bei Brustkrebs oder Prostatakrebs auch eine antihormonelle Behandlung. Viele dieser Arzneimittel können auch kombiniert werden. Oder sie ergänzen die anderen Verfahren zur gezielten Therapie von Lebermetastasen. In Studien werden weitere Ansätze geprüft, etwa neue Verfahren der Immuntherapie.

  • Diesen Medikamenten gemeinsam ist, dass sie "systemisch" im ganzen Körper wirken, nicht nur "lokal" in der Leber.

Bei der Wahl der Chemotherapie-Substanzen, der zielgerichteten Arzneimittel, der Antihormontherapie oder anderen Medikamenten zur Behandlung von Lebermetastasen orientieren sich Ärzte an Behandlungsleitlinien. Diese Empfehlungen zur bestmöglichen Krebstherapie stellen Fachgesellschaften in regelmäßigen Abständen für viele Erkrankungen zusammen, auf der Basis der aktuell verfügbaren Literatur.
Die Behandlung "laut Leitlinie" bedeutet jedoch nicht, dass alle Betroffenen nur noch "nach Schema F" betreut werden. Für die Arzneimittelauswahl und die Höhe der Dosierung werden individuelle Dinge berücksichtigt: Wie weit fortgeschritten ist die Erkrankung? Wie ist der allgemeine Gesundheitszustand? Auf welche Behandlungsziele hat man sich als Patient mit den Ärzten verständigt, was lässt sich mit der Therapie erreichen und was nicht?

  • Weitere Informationen zur medikamentösen Behandlung einzelner Tumorarten und deren Nebenwirkungen finden Interessierte in der Rubrik "Krebsarten: Diagnose, Behandlung und Nachsorge" des Krebsinformationsdienstes.
  • Wer Fragen zu Chemotherapien oder anderen Arzneimitteln bei Lebermetastasen hat, kann sich außerdem per Telefon oder E-Mail an den Krebsinformationsdienst wenden.

Welche Vor- und Nachteile können diese medikamentösen Therapien haben?

Eine Behandlung mit Medikamenten, die im ganzen Körper wirken, kann Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern. Möglicherweise verlängert sie die Überlebenszeit. Doch diese Vorteile werden in der Regel mit Nachteilen erkauft:

  • Chemotherapien, zielgerichtete Behandlungen, Hormontherapien und andere Arzneimittel haben immer auch Nebenwirkungen.

Dazu zählen bei Chemotherapien je nach Arzneimittel beispielsweise Übelkeit, Schädigungen der Schleimhäute, Haarausfall, Erschöpfung, eine verstärkte Neigung zu Infektionen und bei einigen Mitteln auch Nervenschädigungen. Einige zielgerichtete Medikamente können mehr oder weniger schwere Hautschäden auslösen. Bei einer Antihormontherapie kann es zu ähnlichen Beschwerden kommen, wie sie bei Frauen während der Wechseljahre auftreten.

Wiegen die Vorteile der Behandlung die Nachteile auf? Diese Frage lässt sich nur ganz individuell beantworten, es gibt große Unterschiede von Patient zu Patient.
Zudem gilt: Ob mögliche Nebenwirkungen auch tatsächlich auftreten werden, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit voraussagen.
Andererseits gilt aber auch: Nicht alle Patienten mit Lebermetastasen sprechen auf eine Chemotherapie oder andere Medikamente an. Die Behandlung dann weiter fortzuführen, würde lediglich zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen, nicht aber zu einem längeren Überleben.

Woran können sich Patienten und Ärzte orientieren? Neben den Aussagen aus Leitlinien und Studien, die einen Rahmen bieten, hilft immer wieder nur die ganz persönliche Abwägung: Was bin ich bereit, auf mich zu nehmen, was nicht? Wie geht es mir im Alltag tatsächlich?

Lokale und regionale Verfahren: Welche Methoden setzen gezielt an der Leber an?

Welche Alternativen gibt es für Menschen mit Lebermetastasen, bei denen weder eine Operation noch eine systemische Therapie infrage kommen? Von der Technik her gibt es verschiedene Ansätze, Metastasen gezielt anzugreifen. Sie wirken "lokal" oder "regional", belasten also nicht den ganzen Körper. Sie erfordern trotzdem oft einen kleinen Eingriff, um das Lebergewebe überhaupt zu erreichen. Anders als eine große Operation gelten sie jedoch als minimal-invasiv, also "wenig eingreifend". Ärzte hoffen außerdem, durch die lokale Zerstörung von Tumorgewebe die gesunden Leberanteile anzuregen: Das Organ kann sich teilweise regenerieren.

Möglich sind:

  • die gezielte Überwärmung oder das "Verkochen" des Tumorgewebes,
  • die Gabe radioaktiver Partikel in die Leber zur Bestrahlung von innen, oder moderne, sehr zielgerichtete Bestrahlungsverfahren, die auch als "Radiochirurgie" bezeichnet werden,
  • eine auf die Leber begrenzte Chemotherapie und/oder der Verschluss von Blutgefäßen, die die Tumoren versorgen.

Je nach Situation lassen sich einzelne Verfahren kombinieren, um eine bessere Wirkung zu erzielen. Auch die Kombination mit einer im ganzen Körper wirksamen Therapie, etwa einer Chemotherapie ist möglich.

Auch hier steht die Frage im Vordergrund: Welchen Nutzen kann man sich erwarten, welche Risiken bestehen?
Diese Behandlungen führen bei den allermeisten Patienten nicht zu einer endgültigen Heilung. Aber sie können Betroffenen nützen, wenn sich belastende Beschwerden lindern lassen. Dies setzt jedoch voraus, dass die Therapie ihrerseits mit möglichst wenig Nebenwirkungen und Belastungen durchführbar ist. Je mehr Lebergewebe zerstört werden soll, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Leber zumindest einige Zeit benötigt, bis sie sich wieder regeneriert hat.
Daher gilt auch für die lokal auf die Leber gerichteten Verfahren: Sie eignen sich nicht für jeden Patienten mit Lebermetastasen.

Welche Verfahren sind gängig und gelten als Standard? Welche werden noch in Studien geprüft, und welche kommen eher selten zur Anwendung? Die Antwort auf diese Fragen ist gar nicht so einfach: Bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung müssen Ärzte häufig ganz individuell planen.

Die folgende Auswahl listet daher Verfahren auf, zu denen entweder bereits Bewertungen in ärztlichen Leitlinien vorliegen, oder zu denen Patienten und Angehörige besonders häufig Anfragen an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums richten.
Die Reihenfolge in dieser Aufzählung stellt keine Wertung dar, und sie erhebt auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit: In klinischen Studien werden weitere Verfahren geprüft.

Radiofrequenzablation (RFA)

Definition: Bei einer Radiofrequenzablation werden Lebermetastasen durch Hitze zerstört. Fachleute sprechen auch von Radiofrequenz-Thermoablation (RFTA), Radiofrequenzinduzierter Thermoablation (RITA) oder Radiofrequenz-Therapie. Die dazu notwendigen Sonden werden bei einem kleinen operativen Eingriff direkt in die Leber eingeführt.
Die Thermoablation eignet sich für Menschen mit wenigen und kleinen Lebermetastasen. Nicht möglich ist der Eingriff, wenn Lebermetastasen in enger Nachbarschaft zu Gallenwegen, Magen- oder Darmwand und Gefäßwänden liegen. Der Grund dafür: Diese Gewebe könnten durch die entstehende Hitze geschädigt werden. Die Radiofrequenzablation ist bei der Behandlung von Lebermetastasen in Deutschland schon länger verbreitet. Insgesamt verfügen die auf Krebs spezialisierten Kliniken meist über viel Erfahrung mit dieser Methode. Sie wird auch in zahlreichen Behandlungsleitlinien zu einzelnen Tumorarten erwähnt. Trotzdem sollte man mit der Krankenkasse vorab klären, ob sie die Kosten der Behandlung übernimmt.

Vorbereitung: In der Regel muss man zur Radiofrequenzablation für wenige Tage ins Krankenhaus. Welche Vorbereitung vorab notwendig ist, und ob man beispielsweise blutverdünnende Medikamente vorher absetzen muss, erfährt man von den behandelnden Ärzten.
Vom eigentlichen Eingriff bekommt man wenig mit: Entweder erhält man eine örtliche Betäubung und ein Beruhigungsmittel oder eine Vollnarkose. Es hängt unter anderem davon ab, ob nur ein kleiner Schnitt in die Haut vorgenommen wird oder eine größere Operation notwendig ist. Die Dauer des Eingriffs beträgt einige Minuten bis wenige Stunden.

Ablauf: Unter Kontrolle von Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie schieben die Ärzte eine Elektrode direkt in den Tumor. Möglich ist ein Zugang direkt über die Haut, über eine Bauchspiegelung oder durch eine Bauchoperation. An die Sonde wird Strom angelegt. Die so entstehenden hohen Temperaturen "verkochen" das Metastasengewebe. Innerhalb der nächsten Tage und Wochen wird abgestorbenes Gewebe von Zellen des Immunsystems abgebaut und durch Narbengewebe ersetzt.

Vor- und Nachteile: Im Vergleich zu einer Operation oder einer Chemotherapie ist eine Radiofrequenzablation vergleichsweise wenig belastend für Betroffene. Nicht ganz ausgeschlossen sind Blutungen oder Infektionen und Abszesse der Leber. Unter Umständen wird auch umliegendes Gewebe durch die Hitze angegriffen, etwa die Gallenwege.
Eine Heilung können sich die meisten Betroffenen von dieser Behandlung nicht erwarten, wohl aber eine Linderung ihrer Beschwerden.

Laserinduzierte Interstitielle Thermotherapie (LITT)

Definition: Bei der laserinduzierten interstitiellen Thermotherapie (LITT) wird Gewebe ebenfalls durch Hitze zerstört; auch hier nutzen Ärzte Sonden, die bei einem kleinen oder größeren Eingriff direkt in die Leber eingeführt werden müssen. Die Behandlung eignet sich für Patienten mit wenigen und kleinen Lebermetastasen. Da die LITT bisher kein Standardverfahren ist, sollte man auf jeden Fall vorab die Kostenübernahme mit der Kasse klären.

Vorbereitung: Man geht für den Eingriff in der Regel für wenige Tage stationär ins Krankenhaus. Je nach Anzahl und Größe der Metastasen dauert die Anwendung einige Minuten bis wenige Stunden.

Ablauf: Notwendig ist eine örtliche Betäubung, seltener eine Vollnarkose. Dies hängt davon ab, ob die notwendigen Sonden von außen durch die Haut in die Leber eingeführt werden können, oder ob die Ärzte das Organ nur in einer kleineren oder größeren Operation erreichen. Die Ärzte schieben über eine Sonde einen sogenannten Glasfaser-Lichtleiter ins Tumorgewebe vor. Dies geschieht unter Kontrolle von Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Das Metastasengewebe selbst sowie ein Saum gesundes Gewebe um den Tumor herum werden durch langwelliges Laserlicht erhitzt und zerstört.

Vor- und Nachteile: Für Menschen, die bereits schwer krank sind, ist dieser Eingriff weniger belastend als etwa eine große Operation. Eine Heilung ist eher nicht möglich, aber Beschwerden durch Lebermetastasen lassen sich zumindest eine Zeit lang zurückdrängen. Als Nebenwirkung der Behandlung sind sehr häufig etwa Fieber oder Schmerzen an der Einstichstelle beschrieben worden. Auch Übelkeit, Erbrechen und Atemnot sind möglich. Seltener kann es zu Blutungen, Infektionen in der Leber oder zu Gallenwegverletzungen kommen.
Wirkt die LITT verglichen mit der Radiofrequenzablation besser oder zumindest gleich gut? Dazu fehlen noch aussagekräftige wissenschaftliche Daten. Eine laserinduzierte interstitielle Thermotherapie wird in Deutschland häufig nur im Rahmen von Studien durchgeführt. Auch ist sie aufwändig und steht daher bisher nur an vergleichsweise wenigen Krebszentren in Deutschland zur Verfügung.

Mikrowellenablation

Definition: Bei diesem Verfahren werden Lebermetastasen ebenfalls durch Hitze zerstört. Die Wärme wird jedoch nicht durch Strom, sondern durch Mikrowellen erzeugt. Das Verfahren eignet sich ebenfalls nur für kleinere, gut abgegrenzte Metastasen. Insgesamt ist das Verfahren weniger weit verbreitet. Auch hier sollte man die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung vorab abklären.

Ablauf, Vor- und Nachteile: Vorbereitung und Ablauf gestalten sich ähnlich wie bei einer Radiofrequenzablation. Auch die möglichen Nebenwirkungen sind ähnlich. Insgesamt liegen nur vergleichsweise wenige Daten zum Erfolg vor.

Kryotherapie

Definition: Dabei wird Tumorgewebe statt durch Hitze durch Kälte zerstört. Andere Bezeichnungen sind Kältetherapie, Kryoablation oder Kryochirurgie. Vorab sollte man mit der Krankenkasse abklären, ob Sie die Kosten übernimmt.

Vorbereitung und Ablauf: Auch hier erreichen die Ärzte die Lebermetastasen über Sonden, die sie bei einem kleinen Eingriff direkt in den Tumor einbringen müssen. Diese Sonden werden mit flüssigem Stickstoff und Argon gekühlt.

Vor- und Nachteile: Nach den bisher vorliegenden Daten ist diese Methode im Vergleich mit anderen thermoablativen Verfahren mit einer höheren Rückfallrate und einer größeren Blutungsgefahr verbunden. Sie ist deshalb heute in der Behandlung von Lebermetastasen nicht mehr so verbreitet wie etwa noch vor ein paar Jahren.

Transarterielle Chemoembolisation (TACE)

Definition: Bei einer Chemoembolisation handelt es sich um eine Kombination aus lokal wirkenden Chemotherapeutika und gefäßverschließenden Substanzen. Um gezielt nur die Leber durchspülen zu können, ist ein kleiner Schnitt in der Leiste notwendig, um den Zugang zu einer großen Arterie zu ermöglichen. Das Verfahren eignet sich für Patienten, bei denen die Metastasen sehr gut durchblutet sind. Die Behandlung ist unter Umständen auch dann möglich, wenn es viele Metastasen in allen Anteilen der Leber gibt. Allerdings steigt dann das Risiko von Komplikationen.
Wie für die meisten anderen aufgeführten Verfahren gilt auch für die Chemoembolisation: Man sollte die Kostenübernahme vorab mit der Krankenkassen abklären.

Vorbereitung: Die meisten Patienten gehen für einige Tage stationär ins Krankenhaus. Die eigentliche Behandlung dauert etwa zwei Stunden, danach ist allerdings für einige Zeit Bettruhe und medizinische Überwachung notwendig. Eine Narkose ist nicht erforderlich, lediglich eine örtliche Betäubung im Bereich des winzigen Hautschnitts, durch den die Kanüle eingeführt wird.

Ablauf: Über diesen kleinen Schnitt in der Leiste führen die Ärzte einen dünnen Plastikschlauch in die große Schlagader im Becken ein. Dieser Schlauch wird bis in die eigentliche Leberarterie und dann in die Adern vorgeschoben, die die Metastasen versorgen.
Die Lage der Kanüle kontrollieren die Ärzte durch Röntgen, dazu ist allerdings auch das Einspritzen eines Kontrastmittels notwendig. Ist der Schlauch im Metastasengewebe richtig platziert, wird eine Mischung aus Chemotherapeutikum und gefäßverschließender Substanz in die Leber gespritzt.
Weil die betreffenden Adern nicht mehr durchgängig sind, wird das Metastasengewebe nicht mehr mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Außerdem kommt es in diesem Bereich der Leber zu einer höheren Konzentration an Zellgiften, als wenn die Chemotherapie sofort wieder über den Blutkreislauf abfließen würde.

Warum funktioniert diese Methode, ohne dass gesunde Leberanteile ebenfalls geschädigt werden? Grund dafür ist die doppelte Blutversorgung der Leber: Sauerstoff wird zum einen über die Pfortader und zum anderen über die eigentlichen Leberarterien in der Leber verteilt, über die Pfortader gelangen außerdem die aus dem Darm aufgenommenen Nahrungsbestandteile in die Leber. Die meisten Tumore werden fast ausschließlich über die kleineren Leberarterien versorgt, während die gesunde Leber den meisten Sauerstoff über die Pfortader erhält. Solange die Chemoembolisation nur auf die Leberarterien zielt, reicht die Pfortader aus, um das Organ weiter zu versorgen. Und die gesunden Leberanteile können durch die "Abkopplung" der Metastasen zudem dazu angeregt werden, möglichst viel Gewebe zu regenerieren.

Wie geht es nach dem Eingriff weiter? Nach vier bis sechs Wochen erfolgt eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie, um zu sehen, ob sich die Lebermetastasen zurückgebildet haben. In der Regel wird der Eingriff dann nochmals wiederholt.

Vor- und Nachteile: Bei vielen Patienten lässt sich das Tumorwachstum eine Zeitlang bremsen, und wenn sich gesundes Lebergewebe nachbildet, verbessert dies auch die Funktion des Organs. Die Chemoembolisation allein führt jedoch nicht zu einer endgültigen Heilung.
Im Vergleich zu einer Operation oder einer Chemotherapie, die im gesamten Körper wirkt, ist eine Chemoembolisation schonender. Die Zellgifte wirken vor allem direkt auf die Metastasen. Deshalb fallen die meisten Nebenwirkungen einer im ganzen Körper wirkenden Chemotherapie weg.
Kurze Zeit nach der Behandlung kommt es bei vielen Betroffenen zu Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauchs. Häufig haben Betroffene auch Fieber, fühlen sich müde oder leiden unter Übelkeit. Diese Beschwerden lassen sich jedoch gut mit Arzneimitteln lindern. Andere Nebenwirkungen wie Blutungen, Nervenreizungen oder allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel sind seltener.

Transarterielle Chemoembolisation mit Drug eluting beads (DEB)

Definition: Bei dieser Methode handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Chemoembolisation. Die Leberarterien werden dabei mit kleinen Partikeln oder Kügelchen (englisch: beads) verschlossen, die mit einem chemotherapeutischen Medikament beladen sind. Dieses Zellgift wird dann erst nach und nach in die Leber abgegeben (englisch: to elute = auswaschen). Wegen der Kostenübernahme sollte man mit der Krankenkasse Rücksprache halten.

Vorbereitung und Ablauf: Sie sind ähnlich wie bei der transarteriellen Chemoembolisation.

Vor- und Nachteile: Dieses neue Verfahren ist etwas schonender als die TACE. Sie hat das Ziel, durch eine Anreicherung der Zellgifte vor Ort ihre Wirkung zu erhöhen. Der Grund dafür: Das Zytostatikum wird erst nach und nach in die Leber abgegeben.

Chemosaturation

Definition: Bei diesem noch sehr neuen Verfahren wird die gesamte Leber für kurze Zeit vom Blutkreislauf getrennt. Dann behandeln die Ärzte sie isoliert mit einer Chemotherapie. Die Kostenübernahme muss vorab geklärt werden.

Vorbereitung und Ablauf: Der dazu notwendige chirurgische Eingriff ist vergleichsweise aufwändig und anspruchsvoll. Er erfordert eine Vollnarkose, und man muss für mehrere Tage ins Krankenhaus.

Vor- und Nachteile: Die Chemotherapie selbst kann höher dosiert werden, da sich die Zytostatika nicht im ganzen Körper verteilen und es insgesamt wesentlich weniger Nebenwirkungen der Zellgifte selbst gibt. Demgegenüber stehen die Risiken und Belastungen des Eingriffs, auch die Gefahr einer Leberschädigung ist gegeben. Die Behandlung kann das Tumorwachstum bremsen, aber nach den bisher vorliegenden Daten nicht dauerhaft aufhalten.

Perkutane Alkoholinjektion (PEI) und Essigsäureinjektion (PAI)

Definition und Ablauf: Bei der perkutanen Ethanolinjektion (PEI) oder der perkutanen Acetacidinjektion (PAI) spritzen die Ärzte Alkohol oder Essigsäure durch die Haut direkt in die Leber. Vorab sollte man mit der Krankenkasse abklären, ob Sie die Kosten übernimmt.

Vor- und Nachteile: Für die meisten Patienten mit Lebermetastasen sind diese Verfahren nicht geeignet. Sie kommen eher bei Betroffenen mit primärem Leberzellkrebs zum Einsatz. Eine Ausnahme bilden Patienten mit Lebermetastasen aufgrund von neuroendokrinen Tumoren.

Irreversible Elektroporation (IRE)

Definition: Bei diesem Verfahren werden Tumorzellen durch starke, aber örtlich begrenzte elektrische Felder zerstört. Die IRE ist zwar an sich wenig belastend. Doch die Technik ist aufwändig, das Verfahren ist noch sehr neu und wird derzeit erst an wenigen Kliniken erprobt. Die Kostenübernahme sollte man im Vorfeld mit der Krankenkasse klären.

Vorbereitung und Ablauf: In der Regel muss man für den Eingriff für einige Tage ins Krankenhaus. Man erhält eine Vollnarkose. Ärzte führen dann drei bis sechs Sonden in den Tumorherd ein, an die Strom angelegt wird. Dies geschieht unter Ultraschall- oder Computertomographie-Steuerung.

Vor- und Nachteile: Im Vergleich zur Zerstörung von Metastasen mit Hitze, etwa bei der Radiofrequenzablation oder der laserinduzierten Thermotherapie, werden benachbarte empfindliche Strukturen wie Blutgefäße, Nerven und Gallenwege besser geschont. Es kann jedoch zu Fieber, Entzündungen und Blutungen kommen. Insgesamt sind Wirksamkeit und Nutzen der Methode aber noch nicht ausreichend erforscht.

Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU)

Definition: Ultraschall lässt sich nicht nur zur Untersuchung, sondern auch zur Therapie einsetzen. Der "hochintensive fokussierte Ultraschall" ist zur Behandlung von Lebermetastasen jedoch noch recht neu und wird nur in wenigen Zentren angeboten. Bezüglich der Kostenübernahme sollte man sich im Vorfeld bei der Krankenkasse erkundigen.

Ablauf, Vor- und Nachteile: Bei der Behandlung bündeln die Ärzte energiereiche Ultraschallwellen durch eine Art Hohlspiegel und lenken sie gezielt auf die Lebermetastasen. Dadurch entsteht Hitze, mit der Tumorzellen in einem relativ genau umgrenzten Bereich eingeschmolzen werden können. Gesunde Zellen in der Umgebung bleiben weitgehend geschont. Insgesamt liegen nur vergleichsweise wenige Daten zum Erfolg vor.

Selektive interne Strahlentherapie (SIRT)

Definition: Die selektive interne Radiotherapie (SIRT) ist eine besondere Form der Strahlentherapie. Anders als bei der herkömmlichen Strahlentherapie wird das Krebsgewebe aber nicht von außen durch die Haut bestrahlt, und auch nicht durch gesundes Gewebe hindurch. Die Strahlen gehen vielmehr von winzigen radioaktiven Partikeln aus, die direkt in die Leber gespült werden. Eine SIRT kommt vor allem für Betroffene infrage, bei denen andere Therapien nicht gewirkt haben. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse sollte man vorab klären.

Vorbereitung: Da die strahlenden Teilchen über die Lebergefäße in das Organ gespült werden müssen, führen die Ärzte vorab eine sogenannte Angiographie durch: Damit soll sichtbar gemacht werden, ob die Tumoren auf diesem Weg überhaupt erreicht werden können. Zur Angiographie muss man eventuell stationär ins Krankenhaus, auf jeden Fall aber für die eigentliche SIRT: Aus Strahlenschutzgründen schreibt der Gesetzgeber einen Mindestaufenthalt von 48 Stunden vor.

Ablauf: Für die Behandlung sind Ärzte zuständig, die sich auf die Gebiete Radiologie und Nuklearmedizin spezialisiert haben. Durch einen kleinen Hautschnitt in der Leiste schieben die Ärzte einen dünnen Schlauch über die Hautschlagader bis in die Leberarterien.
Über diesen Schlauch spritzen die Mediziner dann Kunststoffkügelchen, die mit dem radioaktiven Nuklid Yttrium-90 (Y90) beladen sind. Da bösartiges Lebergewebe meist besser durchblutet ist als gesundes, reichern diese sich dort an und geben Strahlung ab. Die Strahlung zerstört nicht nur das Tumorgewebe, sondern auch die Gefäße, die die Metastasen versorgen. Bis sie abgeklungen ist, bleibt man unter Strahlenschutzbedingungen im Krankenhaus.

Vor- und Nachteile: Die selektive interne Radiotherapie (SIRT) kann auch eingesetzt werden, wenn die Lebermetastasen in der Nähe von empfindlichen Strukturen wie Gefäßen und Gallenwegen liegen und deshalb eine Thermotherapie nicht infrage kommt. Größe, Anzahl und Ausdehnung der Lebermetastasen spielen bei dieser Behandlung keine Rolle. Mit einer SIRT kann es gelingen, das Tumorwachstum vor Ort einzudämmen. Ob die Behandlung zu einem längeren Überleben beiträgt, dazu fehlen noch Studien.
Das Verfahren ist allerdings aufwändig und teuer: Möglich sind Schmerzen und Fieber direkt nach der Behandlung. Innerhalb der darauffolgenden Tage kommt es bei vielen Betroffenen zu Appetitlosigkeit, Übelkeit und starker Erschöpfung, die auch länger anhalten können. Schmerzen und Übelkeit lassen sich aber in der Regel gut behandeln. Seltener kann es zu Funktionsstörungen der Leber kommen. Die Leber selbst sowie Gallenblase oder Magen können sich aufgrund der Strahlung entzünden.

Brachytherapie

Definition: Bei der Brachytherapie handelt es sich wie bei der selektiven internen Strahlentherapie um eine Bestrahlung von innen. Allerdings werden die strahlenden Teilchen nicht über die Lebergefäße in die Metastasen eingebracht, sondern über eine Sonde, die von außen durch die Haut gestochen wird. Als Strahlenquelle dient das Nuklid Iridium-192.
Die Therapie kommt nicht für alle Patienten infrage, und wie für die anderen gezielten Verfahren gilt: Ob die Kasse die Kosten trägt und welche Kliniken auf die Behandlung spezialisiert sind, sollte man vorab klären.

Vorbereitung und Ablauf: Zur Behandlung geht man einige Tage stationär ins Krankenhaus. Vor dem Eingriff erhält man eine örtliche Betäubung der Haut über der Leber und ein Schmerzmittel. Das Einführen der Sonde und die Platzierung des Nuklids geschehen unter computertomographischer Kontrolle. Die Bestrahlungsdauer beträgt in der Regel 20 bis 40 Minuten. Danach wird die Sonde gezogen.

Vor- und Nachteile: Die Gesamtbelastung für das Restlebergewebe und den Körper ist sehr gering, eine dauerhafte Heilung jedoch eher ausgeschlossen. Als Nebenwirkungen kann es durch Einbringen der Sonde zu Blutungen, Infektionen und Verletzung der benachbarten Organe kommen. Als Folge der Bestrahlung sind Magenschleimhautentzündungen möglich, längerfristig können sich die Gallenwege verengen, und die Leberfunktion kann leiden.

Stereotaktische Strahlentherapie, Radiochirurgie

Definition: Außergewöhnlich ist bei dieser Form der Bestrahlung: Strahlentherapeuten setzen Strahlung fast wie ein Skalpell ein. Sie zerstören Tumoren punktgenau mit hohen Energiedosen. Die Technik kommt daher wie die Operation nur für Patienten mit kleinen Lebermetastasen infrage.

Vorbereitung und Ablauf: Damit die Bestrahlung so gezielt erfolgen kann, erfolgt sie unter Röntgenkontrolle. Bei vielen Patienten ist es notwendig, das Metastasengewebe mit einem kleinen Metallmarker zu kennzeichnen. Diese Markierung erfolgt ambulant, die "Clips" werden bei einer Computertomographie über die Haut in die Leber gesetzt. Die eigentliche Behandlung erfolgt mit modernen Bestrahlungsgeräten, oft sind wenige Sitzungen oder sogar eine einmalige Therapie ausreichend.

Vor- und Nachteile: Das Verfahren ist abgesehen von der eventuell notwendigen Clipmarkierung der Metastasen "nicht-invasiv" und vergleichsweise schonend. Die schnelle Wirkung bringt für Patienten, bei denen die Lebenserwartung begrenzt ist, einen wichtigen Zeitgewinn.
Als Nebenwirkungen können allerdings Geschwüre oder Blutungen in Organen des Magen-Darmtrakts auftreten, die in enger Nachbarschaft zur Leber liegen. Da es sich um moderne Verfahren der Strahlentherapie handelt, liegen aktuell noch wenige wissenschaftliche Daten vor.

Protonentherapie

Die Therapie mit Protonen oder anderen, schwereren Ionen, also mit geladenen Teilchen, ist noch Gegenstand der Forschung: Weltweit stehen nur wenige Bestrahlungseinrichtungen zur Verfügung. Ein großer Teil ihrer Kapazität wird außerdem nicht zur Therapie, sondern zur Forschung genutzt. Die Behandlung von Patienten mit Lebermetastasen ist derzeit noch die Ausnahme.

Operation: Warum ist sie vor allem für Patienten mit Darmkrebs möglich?

Das Besondere der Leber: Sie erholt sich vergleichsweise gut. Entfernt man Lebergewebe, bildet das Organ neues Gewebe nach. Eine Operation von Lebermetastasen kommt trotzdem oft nur dann infrage, wenn sie sich dadurch möglichst vollständig entfernen lassen.
Das bedeutet: Die Lebermetastasen dürfen nicht zu groß sein, und es dürfen nicht zu viele sein. Sie sollten so liegen, dass bei der Operation für die Leberfunktion wesentliche Anteile des Organs erhalten bleiben können, etwa die zentralen Blutgefäße der Leber.

Für Krebsspezialisten ist außerdem wichtig, welche Prognose sich aus den Befunden ableiten lässt: Gibt es Hinweise auf weitere Metastasen im Körper? Wie wird sich die Erkrankung voraussichtlich weiter entwickeln? Und vor allem: Ist das Risiko der Operation überhaupt gerechtfertigt, wenn dadurch gar kein langfristiger Krankheitsstillstand erzielt werden kann?
Von vielen Krebsarten weiß man, dass es bei den meisten Betroffenen nicht bei Lebermetastasen bleibt. Daher wird die Entscheidung zur Operation heute auch von der zugrundliegenden Art der Krebserkrankung abhängig gemacht.

  • Derzeit sind die meisten Betroffenen, die operiert werden können, an Dick- oder Enddarmkrebs erkrankt, mehr dazu hier.
  • Und auch bei ihnen kommt zur Operation oft noch eine systemische Behandlung hinzu, um die Krankheit wirkungsvoll zu bremsen, in der Regel eine Chemotherapie.

Welche Vorbereitungen sind für eine Operation notwendig?

Für eine Leberoperation sollte man sich an ein Zentrum wenden, das viel Erfahrung auf dem Gebiet hat. Für fast alle Formen der chirurgischen Metastasenentfernung und auch die In-situ-Split-Leberresektion ist die stationäre Aufnahme in eine Klinik notwendig.

Bei der Behandlungsplanung erläutern die Chirurgen, wie der jeweils geplante Eingriff abläuft, und informieren über mögliche Folgen und Risiken. In dieses Gespräch kann man auch eigene Fragen und Vorstellungen einbringen, bevor man dem Eingriff zustimmt.

Die Planung einer Leberoperation ist immer vergleichsweise aufwändig: Die Ärzte müssen genau prüfen, wo sie Gewebe entfernen können, ohne das Organ als Ganzes zu schädigen. Auch für die Durchtrennung der Blutzufuhr zu betroffenen Leberanteilen ist diese Kenntnis Voraussetzung. Und sie müssen genau wissen, wo die Metastasen sitzen. Eine wichtige Rolle spielen dabei bildgebende Verfahren, mehr dazu im Text "Lebermetastasen: Diagnostik".

Außerdem sollte man sich auf eine Reihe von Voruntersuchungen einstellen, etwa Bluttests oder sogenannte Leberfunktionsprüfungen. Diese sind notwendig, um mögliche Risiken durch die Operation frühzeitig zu erkennen und Folgen zu vermeiden. Ob diese Tests ambulant oder stationär gemacht werden, wenn man schon in der Klinik ist, erfährt man beim Vorgespräch.

Bei der Planung der eigentlichen Metastasenentfernung muss auch eine weitere Frage geklärt werden: Lassen sich die gesunden Leberanteile eventuell schon bereits vor der Operation vergrößern? So wird der Eingriff unter Umständen auch für Patienten möglich, deren "Leberreserve" für eine sofortige OP nicht ausreichen würde. Mehrere Möglichkeiten stehen zur Verfügung. Sie eignen sich allerdings nach den bisherigen Daten nur für vergleichsweise wenige Betroffenen.

  • Pfortaderligatur, Pfortaderembolisation: Dabei wird die Blutversorgung in Bereichen der Leber unterbunden, in denen sich Metastasen befinden. Sie werden weniger durchblutet. Die gesunden Teile der Leber reagieren dagegen mit Wachstum, um den Gewebeverlust zu kompensieren.
  • Zweizeitige Operation: Neuer sind Operationsverfahren, bei denen in zwei Etappen operiert wird. Fachleute sprechen auch von einer zweizeitigen Leberresektion. Dazu zählt beispielsweise die "In-Situ-Split-Leberresektion". Dabei wird die Blutversorgung chirurgisch unterbunden - die Leberanteile mit Metastasen werden von gesunden Anteilen des Organs sozusagen abgekoppelt. Die Hoffnung: Reichen die gesunden Leberanteile aus, um die Organfunktion aufrecht zu erhalten, so bilden sie eventuell auch so viel gesundes Gewebe nach, dass in einem zweiten Eingriff weiteres oder eventuell sogar alles Lebermetastasengewebe entfernt werden kann.

Wie läuft eine Leberoperation ab?

Wer regelmäßig Arzneimittel einnimmt – auch solche, die nicht gegen die Krebserkrankung gerichtet sind, sollte die Ärzte davon informieren: Einige Mittel müssen vor der Operation abgesetzt werden, bei anderen wird die Dosierung angepasst.

Am Tag vor dem Eingriff klärt ein Anästhesist über die Narkose auf, und in der Regel stehen die Chirurgen ebenfalls noch einmal für letzte Fragen zur Verfügung.
Während des Eingriffs erhält man eine Vollnarkose. Die Operation dauert in der Regel mehrere Stunden. Wie lange man danach im Krankenhaus bleiben muss, hängt vom Umfang und Art des Eingriffs ab und davon, wie schnell man sich allgemein erholt.
Verschiedene Operationsmethoden sind möglich, je nach individueller Situation: Bei einer sogenannten offenen Bauchoperation, der Laparotomie, macht der Chirurg einen größeren Schnitt, meist quer unterhalb des Rippenbogens. Je nach Situation möglich ist auch die "Schlüssellochchirurgie", die Laparoskopie: Dabei macht der Arzt nur kleine Schnitte in die Bauchdecke. Er führt darüber einen Schlauch (Endoskop) mit Kamera und die notwendigen Instrumente in den Bauch ein.

Einzelne Metastasen lassen sich aus der Leber herausschälen, mit einem Randsaum von gesundem Gewebe. Liegen mehrere Metastasen vor, entnehmen die Chirurgen ganze Leberanteile. Dabei achten sie darauf, dies nur entlang der anatomischen Grenzen zu tun: Die Leber ist in einzelne Segmente aufgeteilt, die jeweils eine eigene Blutversorgung haben.

Welche Folgen kann die Operation von Lebermetastasen haben?

Wie bei jeder Operation sind Schmerzen sowie Wundinfektionen oder Wundheilungsstörungen nie ganz ausgeschlossen.
Je nachdem wie viel Gewebe entfernt wurde, benötigt die Leber einige Zeit, bis sie wieder voll funktionsfähig ist. Dies kann sich beispielsweise an den Blutwerten zeigen: Die sogenannten Leberwerte benötigen einige Zeit, bis sie sich normalisieren. Seltener tritt eine vorübergehende leichte Gelbsucht auf: Haut und Augenweiß sind dann gelblich verfärbt, weil die verkleinerte Leber es noch nicht schafft, alle Stoffwechselabbauprodukte aus dem Körper zu schleusen. Aber auch Blutgerinnungsfaktoren oder andere Werte wie etwa Eiweiße im Blut (Albumin) oder Blutfette können noch einige Zeit durcheinander geraten.
Auch wenn die Leber sehr regenerationsfähig ist: Bei der Operation bleibt ein, wenn auch geringes, Restrisiko, dass sich das Organ doch nicht oder nicht ausreichend erholt. Dann ist ein Leberversagen nicht ausgeschlossen.

Eine Lebertransplantation zur Behandlung von Lebermetastasen kommt nur für ganz wenige Patienten infrage.

 

Weitere Informationen: Linktipps, Quellen, Fachinformationen (Auswahl, Stand 08/2015)