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Krebszellen im Rasterelektronenmikroskop, Foto: MedicalRF.com/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Wissen kurz gefasst: Fragen und Antworten zu Knochenmetastasen

Ein Überblick für Betroffene und Interessierte

Dieser Text bietet einen kurzen Überblick zum Thema Knochenmetastasen. Der Krebsinformationsdienst erläutert, was Knochenmetastasen sind, welche Symptome sie hervorrufen und wie sie behandelt werden. Links verweisen auf ausführlichere Kapitel mit weiteren Informationen. Eine Auswahl genutzer Quellen ist im Text "Knochenmetastasen: Weiterführende Informationen und Quellen" aufgelistet.

Die Informationen richten sich an Patienten, bei denen Knochenmetastasen festgestellt wurden, an ihre Angehörigen und an Menschen, die allgemein am Thema interessiert sind. Für individuelle Fragen steht der Krebsinformationsdienst am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche Beratung durch Ärzte und weitere Fachleute jedoch nicht ersetzen.

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Knochenmetastasen: Was ist mit diesem Begriff gemeint?

Knochenmetastasen sind Absiedlungen anderer Tumoren in die Knochen. Das heißt: Krebszellen wandern vom ursprünglichen Tumor über den Blutweg bis in die Knochen. Dort setzen sie sich fest und bilden neue Geschwulste, sogenannte Metastasen. In der Fachsprache findet sich neben den Bezeichnungen Knochen- und Skelettmetastasen auch der Begriff der ossären Metastasen - vom lateinischen Wort "os" für Knochen.

Abgrenzung: Warum sind Knochenmetastasen kein "echter" Knochenkrebs?

Knochenmetastasen zählen nicht zu den verschiedenen Formen von "Knochenkrebs" im engeren Sinn. Knochenkrebs geht von den Zellen des Knochens selbst aus. Metastasen weisen dagegen meist noch typische Eigenschaften ihres Ursprungsgewebes auf: Sie entstehen, wenn Krebszellen sich von einem Tumor ablösen und über Blutgefäße oder Lymphbahnen in andere Körperregionen gelangen. Ist das Skelettsystem betroffen, handelt es sich um Knochenmetastasen. Wären Zellen in die Leber gewandert und hätten sich dort angesiedelt, würde man von Lebermetastasen sprechen.

Symptome: Welche Folgen können Knochenmetastasen haben?

Knochenmetastasen können zu Schmerzen und Brüchen führen. Beides sind häufige Symptome. Schmerzen entstehen, wenn durch das Wachstum der Metastasen die empfindliche Knochenhaut gedehnt wird. Eine weitere Ursache können schmerzauslösende Botenstoffe sein, die von den Tumorzellen ausgeschüttet werden.

Brüche können bei Menschen mit Skelettmetastasen schon bei normaler Belastung auftreten. Verantwortlich ist ein verstärkter Knochenabbau oder eine überschießende Produktion von minderwertiger Knochensubstanz. Das verringert die Stabilität der Knochen. Je nachdem, in welchem Umfang Knochen und Gelenke betroffen sind, ist die Beweglichkeit von Betroffenen mehr oder weniger stark eingeschränkt.

Eine weitere Folge solcher Umbauvorgänge können Störungen im Mineralhaushalt des Körpers sein. Wird vermehrt Kalzium freigesetzt und ins Blut abgegeben, sprechen Fachleute von Hyperkalzämie. Patienten fühlen sich müde und haben verschiedene gesundheitliche Beschwerden. Eine wirklich schwere Hyperkalzämie ist selten. Sie kann aber die Nieren schädigen und wegen ihrer Auswirkungen auf das Herz lebensbedrohlich werden.

Behandlung: Welche Ansätze gibt es?

Für Patienten gibt es verschiedene Ansätze, um die Folgen von Knochenmetastasen zu lindern und eine möglichst hohe Lebensqualität zu erhalten. Welche Therapie eingesetzt wird, lässt sich nicht pauschal sagen. Dies hängt zum Beispiel von den Symptomen ab: Stehen für Betroffene Schmerzen im Vordergrund? Oder droht ein Knochenbruch? Droht bei Metastasen in der Wirbelsäule eine Schädigung von Nervengewebe? Darüber hinaus berücksichtigen Ärzte den allgemeinen Gesundheitszustand von Patienten. Auch die Art des ursprünglichen Tumors wird in die Überlegung einbezogen, ebenso die Ausdehnung und Verteilung der Metastasen in Knochen und anderen Organen.

Betroffene benötigen eine Behandlung, die auf ihre persönliche Situation abgestimmt ist. Zur Verfügung stehen ganz allgemein drei Möglichkeiten:

  • Bestrahlung
  • Medikamente - zur Krebsbehandlung und gegen Schmerzen
  • Operationen

Ausführliche Informationen zur Behandlung von Knochenmetastasen bietet der Krebsinformationsdienst im Teilkapitel "Behandlung von Knochenmetastasen: Welche Möglichkeiten gibt es?".

Knochenmetastasen: Bei welchen Krebsarten treten sie auf?

Knochenmetastasen sind Anzeichen einer fortgeschrittenen Erkrankung. Bei einigen Tumoren sind sie wahrscheinlicher, bei anderen eher selten. Knochenmetastasen treten vor allem bei

Weitere Tumorarten, bei denen im fortgeschrittenen Stadium Skelettmetastasen auftreten können, sind

Auch bei anderen Tumorarten sind Knochenmetastasen möglich, entstehen aber seltener. In der Fachliteratur werden aufgeführt:

Knochenmetastasen können auch der erste Hinweis auf eine Krebserkrankung überhaupt sein. Wird der ursprüngliche Tumor nicht gefunden, sprechen Ärzte sprechen von "Krebs mit unbekanntem Primärtumor", heute wegen der englischsprachigen Bezeichnung "cancer of unknown primary" oft als CUP-Syndrom abgekürzt.