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Krebszellen im Rasterelektronenmikroskop, Foto: MedicalRF.com/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hirnmetastasen: Der Aufbau des Zentralnervensystems

Dieser Text ist Teil mehrer Texte zum Thema Hirnmetastasen. Er bietet Hintergrundinformationen zum Aufbau des Zentralnervensystems (ZNS). Dazu gehört das Gehirn und das Rückenmark. Informationen, die der Mensch aus seiner Umwelt bekommt, laufen hier zusammen, werden verarbeitet und in Reaktionen umgesetzt. Das Gehirn besteht wiederum aus einzelnen Bereichen, die unterschiedliche Funktionen erfüllen.

Die Inhalte richten sich an Patienten mit Hirnmetastasen und ihre Angehörigen sowie an Interessierte, die sich über das Thema informieren möchten. Für Fragen, die über diesen kurzen, allgemein gehaltenen Überblick hinaus gehen, steht der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung. Informationen aus dem Internet, einer E-Mail oder einem Telefongespräch können eine persönliche ärztliche Beratung jedoch nicht ersetzen.

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Großhirn

Auf das Großhirn entfallen beim Menschen rund 80 Prozent der gesamten Hirnmasse, obwohl es entwicklungsgeschichtlich der jüngste Teil des Gehirns ist. Das Großhirn besteht aus der dunkelgrauen Großhirnrinde und einer weißlichen inneren Marksubstanz. Dank intensiver Forschung kann man den beiden Gehirnhälften und sogar einzelnen Hirnarealen relativ exakt eine konkrete Aufgabe zuordnen.

  • Logische und analytische Denkprozesse, das Sprachzentrum sowie das Verständnis von Grammatik und Wortsinns werden bei der Mehrzahl der Menschen von der linken Hirnhälfte übernommen, die man auch als die dominante bezeichnet. Schäden im Bereich der linken Hirnhälfte ziehen damit oft Störungen des Sprechens und/oder des Sprachverständnisses nach sich.
  • Kreativität und Vorstellung, räumliche Orientierung und das Erkennen von Gesichtern und Gefühlen des Gegenübers ist meist in der rechten Hirnhälfte lokalisiert.

Anhand der Aufgaben, die einzelne Bereiche erfüllen, unterscheiden Neurologen weitere Teile des Großhirns, die bei einer Ansiedlung von Tumorzellen mehr oder weniger typische Ausfälle aufweisen:

Das Stirnhirn ist "Sitz der Persönlichkeit" und des Antriebs. Bei Veränderungen in diesem Bereich zeigen  Betroffene eine gewisse Apathie und Teilnahmslosigkeit, sie leiden unter Antriebslosigkeit und Motivationsmangel.

Die Schläfenlappen sind Ort der Bewegungssteuerung und der Berührungswahrnehmung. Hier werden jeder Muskel des Körpers kontrolliert, jede Berührung wahrgenommen, die Temperatur gefühlt und Schmerzreize empfunden. Dabei „kreuzen“ die Nervenfasern der Großhirnhälften. Die rechte Körperseite wird durch die linke Hirnhälfte (Hemisphäre), die rechte Körperseite durch die linke Hemisphäre kontrolliert.

Im Hinterhauptsbereich, dem Okzipitallappen, liegt die Sehrinde. Sie setzt die Farbeindrücke, Licht- und Schattenkonturen, die von den Augen wahrgenommen und von den Sehnerven weitergeleitet werden, zu einem Bild zusammen. Bei Schädigungen der Sehrinde können Patienten trotz intakter Augen nicht sehen, die Ärzte sprechen dann von Rindenblindheit.

Mittelhirn

Das Mittelhirn, ein entwicklungsgeschichtlich älterer Teil des Gehirns, besteht aus Zwischenhirn und der Hirnanhangdrüse. Aus dieser Drüse werden Hormone oder Taktgeber der Hormonbildung ausgeschüttet. Sie ist das übergeordnete Regelzentrum zum Beispiel für den weiblichen Zyklus oder die Schilddrüsenfunktion.

  • Im Zwischenhirn werden die Informationen des Nerven- und des Hormonsystems zusammengeführt, es ist sozusagen die Schnittstelle zwischen Körper und Geist.
  • Das Zwischenhirn ist zudem an der Entstehung von Gefühlen beteiligt. Alle Sinneseindrücke werden auch hier registriert und schnell als "angenehm" oder "unangenehm" bewertet.

Kleinhirn

Das Kleinhirn unterstützt die Bewegungskontrolle und die Feinkoordination des Großhirns. Es hält eine gewisse Menge an Bewegungsprogrammen bereit, meist Muster von alltäglichen Bewegungsabläufen. Damit kann es einfache Abläufe bereits in Gang setzten und koordinieren, das Großhirn ist dann nur für die Feinabstimmung nötig. Damit regelt das Kleinhirn einfache Bewegungen auf "niedrigerer" Ebene und hält die Aufmerksamkeit der Großhirnhemisphären für komplexe Aufgaben frei.

Hirnnerven, Hirnstamm und Rückenmark

Vom Gehirn ziehen Nervenbahnen aus, die zwölf Hirnnerven, die direkt Kopf und Hals und teilweise den Bauchraum versorgen, und das Rückenmark, das im Spinalkanal der Wirbelsäule geschützt den Rücken entlang läuft. Kurz oberhalb des Eintritts in das Rückenmark sitzt der Hirnstamm. Durch ihn ziehen nicht nur alle Nerven, die das Rückenmark mit dem Gehirn verbinden, sondern er ist auch als Sitz des entwicklungsgeschichtlich ältesten Hirnteils: Hier werden wichtige Körperfunktionen wie zum Beispiel Atmung, Stoffwechsel oder Blutdruck kontrolliert.

Liquor und Ventrikel

Der Liquor, das Nervenwasser, umspült das Gehirn innerhalb der Schädeldecke beziehungsweise der Hirnhäute von außen, steht aber auch über eine Reihe von sogenannten Zisternen mit dem Liquor im Inneren des Gehirnes. Hier findet man insgesamt vier Kammern oder Ventrikel, die ebenfalls mit Liquor gefüllt sind. Das Nervenwasser ist im Normalfall durch all diese Räume miteinander verbunden. Dies machen sich Ärzte bei der Gewinnung von Liquor zur Untersuchung oder bei der Gabe von Medikamenten zu Nutze: Sie müssen nicht das Gehirn selbst punktieren, es reicht ein Einstich in der Höhe der Lendenwirbelsäule.