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Gebärmutterkrebszellen im Elektronenmikroskop, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Endometriumkarzinom: Leben mit und nach der Erkrankung

Was können Betroffene selbst tun?

Viele Frauen mit einem Endometriumkarzinom können auf langfristige Heilung hoffen. Doch wie gestaltet sich der Alltag nach der Diagnose Krebs, auch wenn die Aussichten auf Heilung gut sind? Wie geht man mit der Situation um, wenn es doch zu einem Rückfall kommt und die Erkrankung fortschreitet?

Die meisten Menschen wollen nach einer Krebserkrankung nicht weiterleben wie zuvor, sie möchten etwas für sich tun und selbst zum Heilungsprozess beitragen. Der folgende Text bietet Betroffenen und Interessierten einen Überblick zum Leben mit Gebärmutterkörperkrebs, er zeigt auf, was helfen kann und wovor Experten eher warnen.

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Quellen und Links

Weitere Informationsmöglichkeiten und Ansprechpartner sowie bei der Erarbeitung genutzte Quellen sind im Text "Mehr wissen: Adressen, Links, Broschüren, Fachinformationen" unter dem Stichwort "Fachinformationen" aufgeführt. Bei Fragen ist der Krebsinformationsdienst auch am Telefon oder per E-Mail für Sie da. Wichtigste Ansprechpartner für Betroffene sind jedoch die behandelnden Ärzte. Das Gespräch mit ihnen lässt sich durch Auskünfte aus dem Internet, per E-Mail oder am Telefon nicht ersetzen.

Ernährung: Keine Krebsdiäten

An guten Ratschlägen mangelt es krebskranken Frauen meist nicht: Die Nachbarin empfiehlt Brokkoli, der Bekannten haben Nahrungsergänzungsmittel und Säfte geholfen, und im Internet gibt es Werbung für Pillen und Pülverchen jeder Art. Diese Tipps sind jedoch sehr kritisch zu sehen. Keine der häufig propagierten Diäten gegen Krebs ist wissenschaftlich geprüft oder hat klinischen Studien standgehalten, auch nicht bei Gebärmutterkörperkrebs. Von zusätzlichen Vitaminen und Nahrungsergänzungsmitteln raten Experten ab. Vitaminmangel sollte soweit wie möglich über die normale Ernährung oder gezielt verordnete Präparate unter ärztlicher Kontrolle  behoben werden.

Wissenschaftlich nachgewiesen ist aber, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung und ein normales Körpergewicht den Allgemeinzustand von Betroffenen günstig beeinflussen. Wer körperlich fit ist, übersteht auch anstrengende Therapien besser, und: Die Lebensqualität ist höher. Ob sich durch gesunde Ernährung auch das Rückfallrisiko bei Frauen mit Endometriumkarzinom beeinflussen lässt, lässt sich dagegen noch nicht sicher sagen. Unklar ist beispielsweise auch, ob bei übergewichtigen Frauen durch eine Gewichtsreduktion die Heilungsaussichten steigen. Dazu sind weitere wissenschaftliche Studien notwendig.

Starker Gewichtsverlust?

Für Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom in einem fortgeschrittenen Stadium, die viel Gewicht verloren haben, reicht normale gesunde Ernährung manchmal nicht aus. Sie benötigen eine individuelle Ernährungsberatung durch Fachleute. Wie man starke Mangelernährung behandeln kann, hat der Krebsinformationsdienst in seinem Text "Was tun bei Gewichtsverlust und Mangelernährung?" zusammengestellt.

Bewegung und Sport: Ansprechpartner finden

Direkt nach der Operation sind viele Frauen in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt. Meist schon im Krankenhaus vermitteln Physiotherapeuten gezielte Übungen, um Behandlungsfolgen zu vermindern. Je nach körperlicher Situation kann etwa regelmäßige Beckenbodengymnastik die Schließmuskeln von Harnblase oder Enddarm kräftigen.

Wie sieht es mit körperlicher Belastung aus? Auf jeden Fall muss nach einer Operation die Wundheilung abgeschlossen sein. Schon im Krankenhaus beginnen viele Patientinnen allerdings mit vorsichtiger Physiotherapie. Auch später ist angepasste Bewegung meist eher förderlich als zu viel Schonung. Wie viel Bewegung es im Alltag sein darf, ob man Sport machen darf oder sogar soll, dazu sollte man den behandelnden Arzt um Rat fragen.

Insgesamt gilt: Ob regelmäßiges Training das Rückfallrisiko von Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom verringert, ist bislang noch nicht ausreichend durch Studien belegt. Bewegung wirkt sich aber grundsätzlich positiv auf das Allgemeinbefinden aus. Sie kann auch dabei helfen, ein paar überflüssige Pfunde zu verlieren. Möchten Betroffene sich sportlich betätigen, eignen sich Sportgruppen im Rahmen der Krebsnachsorge. Sie wurden von den Landessportbünden in zahlreichen Orten eingerichtet. Eine Liste, die nach Postleitzahlen durchsuchbar ist, bietet der Deutsche Sportbund unter www.sport-pro-gesundheit.de, Stichwort "Angebote in Ihrer Nähe".

Ältere Krebspatientinnen: Unterstützung im Alltag und Pflege zuhause

Die meisten Frauen, die an einem Endometriumkarzinom erkranken, sind schon älter. Viele sind mit höherem Lebensalter noch sehr fit. Einige sind zum Zeitpunkt der Diagnose aber bereits pflegebedürftig oder stark bewegungseingeschränkt und haben neben der Krebserkrankung noch weitere gesundheitliche Probleme: Sie sind zuckerkrank, haben Bluthochdruck oder andere Herz-Kreislaufprobleme. Diese Patientinnen erholen sich meist langsamer von einer Krebsbehandlung als jüngere Patientinnen ohne Vorerkrankungen. Sie benötigen unter Umständen weitere Unterstützung im Alltag oder bei der Pflege. Im Text "So wird häusliche Krankenpflege organisiert: Ansprechpartner" hat der Krebsinformationsdienst weiterführende Informationen für Betroffene, Angehörige und Interessierte zusammengestellt.

Alternative und komplementäre Behandlungsverfahren: Informationen finden

In den Leitlinien zur Krebsbehandlung haben alternative und komplementäre Verfahren keinen Stellenwert. Für die meisten Verfahren fehlt ein Wirksamkeitsnachweis, dies gilt etwa für pflanzliche Medikamente wie die Misteltherapie, für Naturheilverfahren oder Krebsdiäten, aber auch für Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel. Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom, die sich für solche Methoden interessieren, finden Hintergrundinformationen und Kriterien, die eine persönliche Entscheidung erleichtern können, unter dem Stichwort "Alternative Methoden in der Krebstherapie: Ein Überblick".

Krankheitsverarbeitung: Die Erkrankung und psychische Belastungen bewältigen

Nach der Diagnose einer Krebserkrankung setzen sich fast alle Betroffenen mit einer Vielzahl von bedrückenden Gefühlen und Gedanken auseinander. Die Erkrankung wird als massiver Einschnitt erlebt. Die Zukunftsplanung bleibt offen, Zweifel an der Wirksamkeit der Behandlung und Angst vor dem Fortschreiten der Erkrankung kommen bei fast allen Betroffenen irgendwann auf. Es gibt Zeiten, in denen sich Patientinnen hilflos und niedergeschlagen fühlen. Wie Betroffene diese psychischen Belastungen meistern können, hat der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zur "Krankheitsverarbeitung: Umgang mit einer Krebserkrankung" zusammengestellt. Dort finden Patientinnen wie auch ihre Angehörigen und Freunde Hintergrundinformationen sowie die Adressen regionaler psychosozialer Krebsberatungsstellen und psychotherapeutisch arbeitender Psychoonkologen.

Partnerschaft und Sexualität: Informationen finden

Ob man bisher alleine gelebt oder die Erkrankung gemeinsam mit einem Partner durchgestanden hat: Eine Krebserkrankung verändert auch viele Aspekte, die für eine Partnerschaft oder zukünftige Beziehungen wichtig sind. Dazu gehört nicht zuletzt alles, was mit körperlicher Nähe und Sexualität zu tun hat. Für betroffene Frauen und ihre Partner bietet der Krebsinformationsdienst die Broschüre "Weibliche Sexualität und Krebs" an. Sie kann beim Krebsinformationsdienst mit einem Bestellformular bestellt werden oder unter www.krebsinformationsdienst.de/wegweiser/iblatt/krebspatientin-sexualitaet.pdf als PDF-Datei geladen und gelesen werden.

Selbsthilfegruppen: Erfahrungen austauschen

Eine deutschlandweite, unabhängige Selbsthilfeorganisation zum Endometriumkarzinom, die auch im Internet mit Informationen und Kontaktdaten vertreten ist, ist dem Krebsinformationsdienst im Sommer 2012 nicht bekannt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass nicht in einzelnen Bundesländern oder Städten entsprechende Initiativen existieren. Über regionale Selbsthilfegruppen informieren beispielsweise die örtlichen Krebsberatungsstellen. Viele Selbsthilfegruppen sind jedoch nicht auf eine Tumorart festgelegt. Dazu zählt beispielsweise die Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V. im Internet unter www.frauenselbsthilfe.de. Adressen von Patientenorganisationen finden sich in der Rubrik "Wegweiser" unter "Adressen und Links" und dort unter dem Stichwort "Selbsthilfeorganisationen".

Krebs überleben: Informationen für die Zeit nach der Krebsbehandlung

Wie geht es eigentlich weiter, wenn die Erkrankung den Alltag nicht mehr bestimmt? Informationen für Menschen nach überstandener Krebserkrankung bieten die folgenden Texte: