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Gebärmutterkrebszellen im Elektronenmikroskop, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Endometriumkarzinom: Behandlung, Rehabilitation, Nachsorge

Operation als wichtigstes Behandlungsverfahren

Wichtigster Behandlungsschritt ist für Frauen mit Krebs der Gebärmutterschleimhaut die Operation. Dabei werden die Gebärmutter, die beiden Eileiter und die beiden Eierstöcke entfernt. Bei Patientinnen mit aggressiveren Tumoren oder mit fortgeschrittenen Erkrankungen kommen ergänzende Behandlungen infrage, wie etwa eine Strahlentherapie oder – deutlich seltener – eine Chemotherapie. Obwohl viele Tumoren auf Hormone mit Wachstum reagieren, spielt eine hormonelle Therapie bei dieser Tumorart eine untergeordnete Rolle.

Der folgende Text bietet Betroffenen und Interessierten einen Überblick über die Behandlung bei einem Endometriumkarzinom.

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Quellen und Links

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Behandlung: Operation als wichtigste Therapie

Die Operation ist bei den meisten Frauen mit einem neu festgestellten Endometriumkarzinom die Behandlung der Wahl. Gelingt es, alles Tumorgewebe zu entfernen, lässt sich eine Heilung erzielen. Auch Patientinnen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung profitieren von einem Eingriff: Belastende Symptome wie etwa starke Blutungen oder Schmerzen können vermieden werden oder lassen sich lindern. Oft wird erst durch die Operation deutlich, wie weit sich ein Tumor tatsächlich ausgebreitet hat. Dann lässt sich die weitere Therapie besser planen.

Wann lässt sich auf eine Operation verzichten?

Es gibt nur wenige Ausnahmesituationen, bei denen Ärzte unter Umständen auf andere Behandlungsmethoden als die Operation zurückgreifen:

  • Die Operation ist zu riskant, etwa bei Frauen in sehr schlechtem Allgemeinzustand. Auch Vorerkrankungen wie etwa eine hohe Blutungsneigung oder schwere Herzkreislauferkrankungen können eine Operation unmöglich machen. Diese Patientinnen erhalten in der Regel eine Strahlentherapie.
  • Starker Kinderwunsch: Nach Abwägung aller Risiken können betroffene Frauen zunächst eine Hormontherapie mit Gestagenen beginnen. Voraussetzung ist jedoch, dass die Erkrankung im frühen Stadium IA festgestellt wurde und die Untersuchung von entnommenen Gewebeproben auf gut bis mäßig differenziertes Tumorgewebe hindeutet. Die Hormone bremsen das Tumorwachstum, was zunächst über mehrere Monate kontrolliert werden muss. Die Erkrankung schreitet allerdings nicht selten trotzdem fort. Nur wenn der Tumor sich zunächst durch die Medikamente zurückdrängen lässt, sollten betroffene Frauen versuchen, schwanger zu werden. Wegen des hohen Rückfallrisikos empfehlen Ärzte, nach der Geburt eines Kindes die Gebärmutter entfernen zu lassen.

Was muss man vor der Operation beachten?

Vor einer Operation kommen meist noch verschiedene Untersuchungen wie etwa Bluttests auf Patientinnen zu. Frauen, die gesundheitliche Probleme und Vorerkrankungen haben, sollten ihre Ärzte darüber informieren, damit die Operationsplanung auf ihre Bedürfnisse angepasst werden kann.

Ein Beispiel: Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen, können bei einer Operation zum Risiko werden. Betroffene Patienten, die gerinnungshemmende Arzneimittel einnehmen, zum Beispiel wegen einer Herzerkrankung, sollten diese in Absprache mit dem Arzt einige Tage vorher absetzen. Sie erhalten vor der Operation eventuell ein Ersatzmedikament, dessen Wirkung die Ärzte gut dosieren und steuern können. So wird die Gefahr von Blutungen während oder nach dem Eingriff verringert.

Operiert wird zudem erst nach einem ausführlichen Aufklärungsgespräch durch die Operateure, einem Gespräch mit dem Narkosearzt und wenn man als Patient schriftlich eingewilligt hat. Spätestens jetzt sollten noch offene Fragen geklärt sein.

Wie läuft eine Operation ab?

Zur Operation muss man stationär ins Krankenhaus. Der einweisende Hausarzt oder Frauenarzt organisiert in der Regel die Aufnahme auf eine gynäkologische Station oder in eine spezialisierte Frauenklinik. Bei Patientinnen mit einem weiter fortgeschrittenen Endometriumkarzinom sind unter Umständen auch Blase und Darm bereits betroffen. Dann werden auch noch Ärzte anderer Fachabteilungen bei der Operationsplanung und dem Eingriff beteiligt, etwa aus der Bauchchirurgie und der Urologie.

Wie lange der Klinikaufenthalt voraussichtlich dauern wird, hängt vom Umfang des Eingriffs und von der individuellen Situation ab; die behandelnden Ärzte können vorab nur eine ungefähre Einschätzung geben.

Die Operation findet unter Vollnarkose statt. Sie dauert in der Regel etwa zwei bis drei Stunden. Die genaue Dauer der Operation ist allerdings von verschiedenen Faktoren abhängig, etwa vom angewandten Operationsverfahren oder der Ausdehnung des Tumors.

Bei der Operation eines Endometriumkarzinoms entfernen die Operateure immer die Gebärmutter samt Gebärmutterhals. Fachleute bezeichnen dies als totale Hysterektomie. Entfernt werden auch die beiden Eileiter und Eierstöcke (Adnexextirpation) sowie Lymphknoten aus der Umgebung der Organe. Die Scheide bleibt erhalten, sofern sie nicht von Tumor befallen ist. Außerdem versuchen die Ärzte, während der Operation mittels einer Spülung aus der Bauchhöhle freie Zellen zu gewinnen. Diese werden dann im Labor untersucht. Das Ergebnis hat jedoch keinen Einfluss auf die Stadieneinteilung. Behandlungsentscheidungen werden davon auch nicht abgeleitet.

Bei sichtbar fortgeschrittenen Tumoren versuchen die Operateure, außer der Gebärmutter selbst so viel Krebsgewebe wie möglich zu entfernen. Entfernt werden muss beispielsweise je nach Situation auch das Fett- und Bindegewebe, das wie eine Schürze über dem Darm liegt, das sogenannte große Netz.

Bei weiter fortgeschrittenen Tumoren lässt es sich unter Umständen nicht vermeiden, auch den Halteapparat der Gebärmutter und Teile der Scheide oder des Darms zu entnehmen.

Hat sich die Erkrankung noch weiter ausgebreitet, müssen Ärzte und Patientin möglichst schon bei der Operationsplanung abwägen zwischen der möglichst vollständigen Tumorentfernung und der Lebensqualität, die eine betroffene Frau nach einer sehr ausgedehnten Operation voraussichtlich haben wird. Dann kann auch die Entfernung der kompletten Scheide, des Enddarms und/oder der Blase infrage kommen. Die Entscheidung zu einem solchen umfassenden Eingriff und der Anlage eines künstlichen Blasen- oder Darmausgangs wird betroffenen Frauen vorgeschlagen, wenn sich die Ärzte dadurch gute Heilungschancen ausrechnen. Voraussetzung ist zudem, dass die Patientin einen solch umfassenden Eingriff auch körperlich verkraften kann.

Entnahme von Lymphknoten

Während der Operation entnehmen Ärzte Beckenlymphknoten und Lymphknoten neben der Bauchschlagader, der Aorta. Das Gewebe wird auf Tumorzellen hin untersucht: Haben sich Zellen bereits über die Gebärmutter hinaus ausgebreitet, senkt die umfangreiche Entfernung vieler Lymphknoten möglicherweise das Rückfallrisiko. Allerdings ist die Datenlage dazu nicht ganz eindeutig.

Auf eine Lymphknotenentnahme verzichten Ärzte gemäß einer Empfehlung deutscher Fachgesellschaften meist nur bei Patientinnen mit einem niedrigen Rückfallrisiko, bei denen folgende Kriterien zutreffen:

  • Sie haben ein östrogenabhängiges Endometriumkarzinom im Stadium IA.
  • Das Tumorgewebe ist gut bis mäßig differenziert.
  • Die Lymphknoten erscheinen dem Operateur unauffällig, Hinweise auf einen Tumorbefall sind während der Operation nicht erkennbar.

Operationsverfahren

Zur Operation eines Endometriumkarzinoms stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Operation mit Bauchschnitt

Fachleute bezeichnen die Methode als Laparatomie. Die Mehrheit der Patientinnen wird auf diese Weise operiert. Der Operateur entfernt über einen Bauchschnitt die Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke, gegebenenfalls Lymphknoten und alles weitere sichtbare Tumorgewebe. Ob ein vergleichsweise kleiner Schnitt quer im Unterbauch ausreicht, oder ob der gesamte Unterbauch mit einem Längsschnitt geöffnet werden muss, hängt unter anderem von der Tumorausdehnung ab.

Operation per Bauchspiegelung – "Schlüssellochchirurgie" oder Laparoskopie

Bei der sogenannten totalen laparoskopischen Hysterektomie führt der Operateur durch kleinste Schnitte in der Bauchdecke eine Sonde mit integrierter Kamera in den Bauchraum ein. Durch die Kamera wird das Bild auf Monitore übertragen. Der Bauchraum wird mit einer dünnen Kanüle mit einem Gas gefüllt, meist unschädlichem Kohlendioxid. Dies macht eine freie Sicht auf die Organe im Bauchraum möglich. Mit der Kamera untersucht der Operateur den Bauchraum. Über weitere Sonden kann er seine Operationsinstrumente einführen, mit denen er die Gebärmutter entfernt. Die Bauchschnitte sind jedoch zu klein, um das Organ in einem Stück zu entfernen. Der Arzt muss die Gebärmutter dazu in kleine Stücke zerteilen.

Den Ergebnissen aktueller Studien zufolge ist die laparoskopische Operation eines Endometriumkarzinoms mit weniger Schmerzen, kürzerem Klinikaufenthalt, schnellerer Erholung und einer besseren Lebensqualität zumindest in den ersten drei Monaten nach der Operation verbunden. Diese Operation kommt allerdings nur bei Patientinnen mit kleinen Tumoren infrage. Bei Frauen mit Verwachsungen im Bauchraum, einer vergleichsweise großen Gebärmutter oder mit Übergewicht lässt sie sich oft nicht anwenden. Hat sich der Tumor schon über die Gebärmutter hinaus ausgebreitet, ist das Operationsverfahren vermutlich nicht sicher genug.

Vaginale Operation über die Scheide mit Bauchspiegelung

Die Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke lassen sich jedoch ebenfalls ohne Bauchschnitt über die Scheide entfernen. Bei Frauen mit einem Endometriumkarzinom wird der Eingriff über die Scheide in der Regel aber mit einer Bauchspiegelung kombiniert: So kann der Operateur den Bauchraum überblicken und auf Tumorbefall achten. Auch der Halteapparat von Gebärmutter, Eileitern und Eierstöcken sowie die sie versorgenden Blutgefäße werden bei der Bauchspiegelung durchtrennt, bevor der Operateur die eigentliche Organentfernung über die Scheide vornimmt. Fachleute sprechen von einer sogenannten laparoskopisch assistierten vaginalen Hysterektomie. Auch hier gilt: Ob das Verfahren anstelle einer offenen Bauchoperation für eine Frau mit Endometriumkarzinom infrage kommt, hängt von der individuellen Situation ab.

Akute Folgen der Gebärmutterentfernung

Auch wenn die verschiedenen Operationsverfahren in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert wurden – die Eingriffe zur Behandlung von Endometriumkarzinomen bleiben belastend. Patientinnen benötigen Zeit, um sich zu erholen. Es dauert einige Wochen, bis die gewohnte körperliche Belastbarkeit annähernd wieder hergestellt ist. Bei sehr umfangreichen Eingriffen, bei älteren Patientinnen oder bei Frauen, die noch an weiteren Erkrankungen leiden, kann dies unter Umständen auch länger dauern.

Unmittelbar nach der Operation besteht ein gewisses Risiko für folgende Beschwerden:

  • Blutungen aus der Scheide: Wie bei anderen Operationen kann es in den ersten Tagen zu Nachblutungen kommen. Blutungen, die erst nach der Entlassung aus dem Krankenhaus auftreten, sind ein Warnsignal: Betroffene Frauen sollten möglichst sofort ihren Arzt kontaktieren.
  • Schmerzen: Die Vorbeugung und Behandlung von Schmerzen nach der Operation gehört heute im Krankenhaus zur Routine. Reichen die Medikamente nicht aus, sollten sich betroffene Frauen nicht scheuen, nach einer Anpassung der Dosis zu fragen. Treten in der ersten Zeit nach der Krankenhausentlassung ungewohnt starke Schmerzen auf, sollte der Arzt kontaktiert werden.
  • Infektionen und Wundheilungsstörungen: Bei jedem chirurgischen Eingriff besteht ein gewisses Risiko einer Wundinfektion. Hygiene ist wichtig: Worauf Patientinnen in diesem Zusammenhang selbst achten können, hat der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zu "Fieber und Infektionen" zusammengestellt, Abschnitt "Wundinfektion allgemein: Symptome erkennen und behandeln".
  • Verdauungsstörungen: In den ersten Tagen nach der Operation kommt es bei vielen Betroffenen zu Verstopfung oder anderen Verdauungsbeschwerden, auch wenn der Darm durch die Operation nicht unmittelbar betroffen ist. Dies lässt sich aber meist durch entsprechende Medikamente schnell beheben. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus sollten Frauen, bei denen weiter Probleme oder Schmerzen bestehen, ihren Arzt auf geeignete Abhilfe ansprechen.

Langfristig mögliche Folgen der Operation

Nach der Entfernung der Gebärmutter besteht ein gewisses Risiko für Probleme, die auch längere Zeit nach der Operation anhalten können. Wer betroffen sein wird und wie groß die Wahrscheinlichkeit jeweils ist, lässt sich jedoch nicht pauschal angeben: Die Art und der Umfang der Operation spielen für die Einschätzung eine große Rolle. Auch die allgemeine gesundheitliche Situation einer Frau wirkt sich auf das Risiko für Folgeschäden aus. Ansprechpartner sind die behandelnden Ärzte, die am ehesten die individuelle Situation abschätzen können. Möglich sind:

Verwachsungen, veränderte Anatomie, Verletzung von Nerven im Bauchraum

Nach einer Entfernung der Gebärmutter kann es wie bei jedem Eingriff im Bauchraum zu Verwachsungen kommen. Viele Frauen merken nichts davon, andere haben gelegentlich unklare Unterbauchschmerzen; zu schweren Problemen kommt es seltener.
Die Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken wirkt sich insgesamt auf die Lage der anderen Organe im Bauchraum aus. Möglich sind zum Beispiel Probleme mit der Blasenentleerung. Sie können verstärkt werden, wenn durch den Eingriff Nerven geschädigt wurden.

Kann die Blase nicht vollständig entleert werden, steigt das Risiko für Blaseninfektionen. Kommt es nach der Operation tatsächlich zur Bildung von Restharn in der Blase, können Ärzte krampflösende und bei einer Infektion keimtötende und entzündungshemmende Medikamente verordnen. Manche Frauen können nach der Operation den Harndrang vorübergehend nicht kontrollieren und verlieren ungewollt Urin. Fachleute sprechen dann von Harninkontinenz. Diese Beschwerden lassen sich durch ein Beckenbodentraining und eine medikamentöse Behandlung aber oft gut behandeln oder zumindest lindern.

Lymphödeme

Werden bei der Operation Lymphknoten im Bereich des Beckens entfernt, steigert dies das Risiko für ein Lymphödem in den Beinen und im Unterbauch. Warnzeichen für diese Einlagerung von Gewebsflüssigkeit sind ungewohnte Schwellungen, die unter Umständen auch nur an einem Bein auftreten. Die Behandlung setzt vor allem auf manuelle Lymphdrainage und die Verhinderung des erneuten Anschwellens durch Kompressionsbandagen oder Kompressionsstrümpfe. Mehr zum Thema hat der Krebsinformationsdienst im Text "Lymphödeme bei Krebspatienten: Verhindern, erkennen, behandeln" zusammengestellt.

Einschränkungen der Sexualität

Rein körperlich gesehen schränkt der Verlust der Gebärmutter und der Eierstöcke das sexuelle Empfinden einer Frau nicht ein. Auch wenn die Scheide bei der Operation etwas verkürzt werden muss, sind die für das sexuelle Empfinden wichtigen Bereiche genauso funktionsfähig wie zuvor. Ein Orgasmus ist nach wie vor möglich. Für manche Frauen kann Geschlechtsverkehr jedoch auch nach Abschluss der körperlichen Erholung schmerzhaft oder unmöglich bleiben, vor allem dann, wenn noch eine Bestrahlung hinzu kommt. Ob dahinter körperliche Veränderungen stecken, zum Beispiel starke Verwachsungen oder narbige Veränderungen, oder ob die Krankheit und ihre Behandlung vor allem psychische Folgen haben, lässt sich oft nicht gleich erkennen. Wichtig ist, dass Betroffene ihre Beschwerden, aber auch Gefühle, Sorgen und Ängste ernst nehmen. Ansprechpartner ist der behandelnde Arzt, der bei Bedarf auch eine psychologische Beratung vermitteln kann. Mehr über den Umgang mit diesem Thema findet sich in der Broschüre des Krebsinformationsdienstes "Weibliche Sexualität und Krebs" (PDF).

Bei jungen Patientinnen: Vorzeitiges Eintreten der Wechseljahre

Da bei den meisten Frauen nicht nur die Gebärmutter, sondern auch die Eierstöcke entfernt werden, kommen jüngere Patientinnen vorzeitig in die Wechseljahre. Typische Beschwerden wie etwa Hitzewallungen sind möglich und durch den plötzlichen Hormonentzug unter Umständen auch ausgeprägter als normal. Ob eine Hormonersatztherapie infrage kommt, hängt vom Alter und von der Stärke der Beschwerden ab: eine pauschale Empfehlung ist hier kaum möglich. Das Risiko, eventuell noch verbliebene Tumorzellen zu erneutem Wachstum anzuregen, scheint nach bisheriger Datenlage eher gering zu sein. Trotzdem sollten betroffene Frauen Nutzen und Risiko sorgfältig mit ihrem Arzt gegeneinander abwägen, mehr dazu in den Texten "Hormone als Risiko".

Künstlicher Darmausgang oder künstliche Harnableitung

Selbst bei Patientinnen mit einem sehr weit fortgeschrittenen Endometriumkarzinom, bei denen der Tumor bereits in die Harnblase und/oder den Darm eingewachsen ist, ist unter Umständen immer noch eine Heilung möglich. Voraussetzung ist jedoch die Entfernung allen befallenen Gewebes, meist verbunden mit der Anlage eines künstlichen Darmausgangs oder einer künstlichen Harnableitung. Der Umgang mit einem solchen Stoma ist zu Beginn nicht immer leicht. Auf Dauer können betroffene Frauen jedoch meist ein weitgehend normales Leben führen. Unterstützung und Beratung erhalten sie bereits im Krankenhaus und während der Rehabilitation von den betreuenden Pflegefachkräften und von besonders ausgebildeten Stomatherapeuten. Ein wichtiger Ansprechpartner ist die Deutsche ILCO e.V. als größte Selbsthilfeorganisation für Betroffene, www.ilco.de.

Strahlentherapie: Brachytherapie und perkutane Strahlentherapie

Eine alleinige Strahlentherapie ohne vorhergehende Operation kommt nur bei Patientinnen in Betracht, die aufgrund einer weit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen oder einer Begleiterkrankungen gar nicht operiert werden können.
Wie es nach einer Operation weitergeht, hängt davon ab, wie hoch die Ärzte die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall einstufen: Die Bestrahlung ist eine Möglichkeit, noch verbliebene, unsichtbare Tumorzellen im Bauchraum zu zerstören. Eine solche Behandlung bezeichnet man als "adjuvant" oder ergänzend.

Ob bestrahlt wird, und wenn ja, mit welcher Methode, hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Fachleute schätzen das Rückfallrisiko und damit den Nutzen der Bestrahlung auch danach ab, ob bei der Operation Lymphknoten entfernt wurden oder nicht.

Insgesamt sind zurzeit einige Fragen zum genauen Nutzen der verschiedenen Bestrahlungsmöglichkeiten noch offen. Auch die Abwägung zwischen Nutzen und Risiken durch Strahlenschäden ist noch nicht für jedes Verfahren eindeutig möglich. Eine pauschale Empfehlung ist schwierig. Über die Vor- und Nachteile einer Bestrahlung sollten sich betroffene Patientinnen daher gemeinsam mit ihren behandelnden Ärzten informieren.

  • Wird das Rückfallrisiko als sehr niedrig eingestuft, kann auf eine anschließende, adjuvante Bestrahlung verzichtet werden.
  • Je höher das Rückfallrisiko erscheint, desto eindeutiger fallen zurzeit aber die Empfehlungen zu einer Strahlentherapie aus.

Durchführung

Wie sieht die Bestrahlung nach der Operation aus? Die Wundheilung muss abgewartet werden, die anschließende Behandlung beginnt erst danach.

Sie besteht in der Regel aus einer Brachytherapie, einer perkutanen Strahlentherapie, oder aus einer Kombination beider Bestrahlungsverfahren. Damit gemeint sind eine Bestrahlung von innen durch die Scheide, und eine Bestrahlung von außen, durch die Bauchhaut.

  • Brachytherapie (auch: Afterloading): Bei der Brachytherapie führen die Ärzte über eine Art Rohr eine Strahlenquelle in die Scheide ein, wo sie solange bleibt, bis die für diese Sitzung vorgesehene Strahlendosis erreicht wurde. Die Behandlung ist nicht schmerzhaft. Lediglich die Kontrolle des richtigen Sitzes des sogenannten "Applikators" ist aufwändig. Danach kann man sofort wieder nach Hause – die Strahlenquelle verbleibt nicht im Körper. Je nach Planung reichen einige wenige Bestrahlungen aus. Die Brachytherapie kann oft ambulant durchgeführt werden. Geht es einer Frau nicht gut, oder ist der organisatorische Aufwand sehr hoch, ist auch die kurze Aufnahme ins Krankenhaus möglich.
  • Perkutane, externe Bestrahlung: Die Bestrahlung erfolgt mit einem üblichen Bestrahlungsgerät von außen. Man erhält nicht die gesamte notwendige Strahlendosis auf einmal. Sie wird vielmehr fraktioniert, das heißt, auf mehrere Termine aufgeteilt. In der Regel  gehen Patientinnen mit einem Endometriumkarzinom über mehrere Wochen an Werktagen täglich zur Bestrahlung. Je nach Befinden und auftretenden Nebenwirkungen kann es aber auch zu Anpassungen des Terminplans kommen. Der einzelne Termin selbst dauert meist nicht lange, danach kann man wieder nach Hause.

Beide Bestrahlungsformen können kombiniert werden, nacheinander oder auch in einem gemeinsamen Behandlungszyklus. An einem Brachytherapie-Tag findet jedoch in der Regel keine weitere perkutane Bestrahlung statt.
Mehr zur Durchführung der beiden Verfahren hat der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zur "Strahlentherapie und Nuklearmedizin: Mit Energie gegen Krebs" zusammengestellt.

Akute Folgen und Spätfolgen der Bestrahlung

Die im Bestrahlungsfeld liegende Bauchhaut kann sich während der Strahlenbehandlung röten, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand. Schwere oder anhaltende Hautveränderungen sind heute selten geworden.
Mehr Probleme haben viele Frauen mit der Scheidenschleimhaut. Sie wird sowohl durch die externe Bestrahlung wie vor allem durch die Brachytherapie gereizt, sie kann trocken, berührungsempfindlich, verletzbarer und anfällig für Infektionen werden. Nach dem Ende der Bestrahlung klingen bei vielen, aber nicht bei allen Frauen diese Beschwerden wieder ab. Eine Strahlenbehandlung kann dazu führen, dass man sich als Patient unter Umständen sehr erschöpft fühlt. Meist klingt diese ungewohnte Erschöpfung aber einige Zeit nach der Behandlung wieder ab.

Ein Anzeichen für eine längerfristige Empfindlichkeit sind Schmerzen und leichte Blutungen, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Sie deuten auf eine "Atrophie" der Scheide hin, eine Rückbildung der Scheidenschleimhaut. Dann kann der Frauenarzt befeuchtende Gele oder hormonhaltige Salben verordnen. So wird kleinen Verletzungen und Infektionen möglichst vorgebeugt. Hausmittel oder normale Fettcremes sind weniger geeignet, weil sie die empfindliche Schleimhaut weiter belasten können und Infektionen fördern.

Problematischer sind Scheidenveränderungen und Verengungen aufgrund einer narbigen Umbildung des Gewebes. Sie können für betroffene Frauen sehr belastend sein, weil Geschlechtsverkehr schmerzhaft oder ganz unmöglich wird. Heute weiß man, dass sich zur Vorbeugung und auch zum vorsichtigen Aufdehnen bereits entstandener Verengungen sogenannte Dilatatoren oder Vaginaltrainer eignen. Sie sind auf Rezept in Sanitätshäusern und vielen Apotheken erhältlich und werden zu Hause über längere Zeit immer wieder vorsichtig in die Scheide eingeführt.

Ebenfalls möglich sind Strahlenschäden an Blase und Darm. Hier ist viel Geduld und die langfristige Betreuung durch spezialisierte Ärzte nötig, um Entzündungen und Schleimhautschäden so gut wie möglich zu behandeln und Beschwerden zu lindern.

Chemotherapie: Bei Patientinnen mit hohem Rückfallrisiko

Möglich ist eine ergänzende, adjuvante Chemotherapie bei Frauen mit einem hohen Rückfallrisiko. Ob und wann sie infrage kommt, hängt zum einen vom Tumorstadium ab und davon, wie erfolgreich die Operation verlief, und zum anderen von den Gewebeeigenschaften des Tumors.

Schließlich spielt eine Rolle, ob einer Frau die Behandlung und ihre möglichen Nebenwirkungen zugemutet werden können: Daher spielt auch der Allgemeinzustand eine Rolle. Gemeinsam mit den behandelnden Ärzten sollte man als Patientin Nutzen und Schaden gegeneinander abwägen und auf dieser Basis eine Entscheidung für sich treffen.

Möglich ist auch die kombinierte Behandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie. Wie die optimale Kombination der ergänzenden Therapie aussieht, welche Zytostatika zur Chemotherapie am besten wirken, und welchen Nutzen Frauen mit einem Endometriumkarzinom insgesamt aus der Behandlung ziehen, wird zudem weiter in sogenannten Therapieoptimierungsstudien geprüft.

Die adjuvante Chemotherapie kann meist von zuhause aus durchgeführt werden. Man kommt über einen Zeitraum von mehreren Wochen nach einem festgelegten Zeitplan immer wieder in die Klinik oder zu einem spezialisierten Facharzt und erhält die Medikamente als Infusion. Zur Vorbeugung kommen zu den eigentlichen Zytostatika noch Mittel gegen Übelkeit und bei Bedarf gegen weitere Nebenwirkungen hinzu.

Akute Folgen und Spätfolgen einer Chemotherapie

Heute lassen sich viele Nebenwirkungen einer Chemotherapie mit wirksamen Medikamenten lindern. Vor allem Übelkeit müssen betroffene Frauen kaum noch fürchten. Auch klingen die meisten Beschwerden nach Abschluss der Therapie ab. Ist Haarausfall zu erwarten, haben gesetzlich versicherte Patientinnen Anspruch auf eine Perücke, bis die eigenen Haare wieder nachgewachsen sind. Möglich sind auch Schleimhautentzündungen im Darm und in der Scheide: Die Zellen der Schleimhäute teilen sich ähnlich schnell wie Tumorzellen und werden daher von den Medikamenten der Chemotherapie ebenfalls angegriffen. Schmerzen und Entzündungen, auch Durchfälle sind möglich. Auch diese Beschwerden werden lindernd behandelt und verschwinden nach dem Ende der Behandlung meist schnell. Während einer Chemotherapie fühlt man sich oft extrem erschöpft, alltägliche Aktivitäten werden dann unter Umständen zur Belastung. Bei vielen Betroffenen verschwindet diese ausgeprägte Müdigkeit aber nach abgeschlossener Behandlung wieder. Manche Chemotherapiemedikamente schädigen feinste Nerven an Händen und Füßen. Fachleute sprechen dann von einer chemotherapiebedingten Neuropathie. Weiterführende Informationen finden sich beim Krebsinformationsdienst im Text "Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Chemotherapie: Kann man sie vermeiden?".

Hormontherapie: Nur wenn keine Operation möglich ist

Hormone spielen zwar bei der Entstehung von Endometriumkarzinomen eine Rolle. Eine hormonelle Therapie wie etwa bei Brustkrebs hat bei der Behandlung dieser Tumorart aber nur einen untergeordneten Stellenwert: Sie kommt infrage, wenn eine Operation oder eine Bestrahlung nicht möglich sind.
Künstliche Gestagene, die Gelbkörperhormone, können unter besonderen Voraussetzungen vorübergehend bei Frauen mit Kinderwunsch eingesetzt werden: Sie drängen das Tumorwachstum zwar meist nicht auf Dauer zurück, aber doch so lange, dass eine Schwangerschaft möglich wird.
Eine ergänzende Hormontherapie mit Gestagenen nach einer Operation oder Bestrahlung senkt die Rückfallrate dagegen nicht nachweislich.

Rückfall: Was tun, wenn der Tumor wiederkommt?

Drei von vier Frauen mit einem Endometriumkarzinom bleiben nach erfolgreicher Operation und gegebenenfalls einer adjuvanten Behandlung auf Dauer geheilt. Bei etwa einer von vier Patientinnen kommt es nach zunächst erfolgreicher Therapie allerdings zu einem Rückfall, meist noch innerhalb der ersten beiden Jahre nach der Erstbehandlung. Etwa die Hälfte der Frauen hat bei der Diagnose eines Rückfalls Fernmetastasen in Lunge, Leber oder Knochen gebildet. Bei den anderen findet sich erneutes Tumorwachstum in der Scheide oder im Becken (Lokalrezidiv).

Ist das erneute Tumorwachstum auf die Scheide und/oder den unteren Bauchraum begrenzt, ist unter Umständen eine erneute Operation möglich. Frauen, die noch nicht bestrahlt wurden, können von einer Bestrahlung profitieren, wenn eine Operation zu umfangreich und belastend wäre. Kann alles Tumorgewebe entfernt oder zerstört werden, ist eine Heilung nach wie vor möglich.

Fortgeschrittene Erkrankung: Welche Behandlungen sind möglich?

Was tun, wenn eine Frau Fernmetastasen hat, oder wenn sich Tumoren in Scheide und Becken nicht mehr bei einer Operation entfernen lassen? Eine Behandlung ist trotzdem möglich: Sie zielt darauf, das Tumorwachstum nach Möglichkeit zu bremsen und vor allem Beschwerden durch die Erkrankung zu lindern. Die dazu eingesetzten Verfahren bezeichnet man als palliative Behandlung, im Gegensatz zur heilenden, kurativen Behandlung. Für betroffene Frauen heißt dies, gemeinsam mit ihren Ärzten auch nach individuellen Lösungen zu suchen und bei jedem Behandlungsschritt die persönliche Situation zu berücksichtigen.

  • Um das Tumorwachstum zu bremsen, kommen Hormontherapie und Chemotherapie in Betracht.

Fachleute empfehlen bei Patientinnen mit östrogenabhängigen Tumoren eine Behandlung mit Gestagenen: Diese Medikamente können als Tablette eingenommen werden. Sie haben kaum Nebenwirkungen, und sie können das Tumorwachstum oft eine Zeitlang aufhalten. Möglich sind auch Medikamente, die die Östrogenwirkung blockieren. Dazu gehört zum Beispiel die Substanz Tamoxifen.

Eine Chemotherapie kann sinnvoll sein, wenn das Tumorgewebe nicht oder nicht mehr auf Hormone anspricht. Geht es einer Frau körperlich relativ gut, raten Ärzte heute zu einer Kombination verschiedener Zytostatika. Bei schlechtem Allgemeinzustand ist ein einzelnes Medikament zur Chemotherapie weniger belastend.

Eine Chemotherapie ist meist mit Nebenwirkungen verbunden. Daher fällt die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung oft nicht leicht: Eine ausführliche Beratung durch die behandelnden Ärzte ist daher Voraussetzung – sie können die individuelle Situation überblicken und eventuell auch eine Studie empfehlen, in der neue Verfahren zur Anwendung kommen oder bereits zugelassene Medikamente in einer neuen Form kombiniert werden.

Lindern von Beschwerden, Pflege und Versorgung

Schreitet die Erkrankung trotzdem weiter fort, steht die Kontrolle belastender Symptome im Vordergrund. Insbesondere die Behandlung von Schmerzen ist wichtig: Sie rauben Kraft und beeinträchtigen die Lebensqualität. Mehr zur Schmerzbehandlung und zur Therapie anderer Krankheitsfolgen hat der Krebsinformationsdienst in der Rubrik "Belastende Symptome" zusammengestellt.

Vor allem für ältere Betroffene ist in dieser Zeit auch die Versorgung im Alltag ein Problem: Zu den krankheitsbedingten Problemen kommen Probleme durch Vorerkrankungen oder altersbedingte Einschränkungen hinzu. Wer bei der häuslichen Pflege weiterhelfen kann, hat der Krebsinformationsdienst im Text "So wird häusliche Krankenpflege organisiert: Ansprechpartner" zusammengestellt. Das Informationsblatt "Fortgeschrittene Krebserkrankung – Pflege und Betreuung in der letzten Lebensphase" (PDF) informiert zudem über die Versorgung bei sehr weit fortgeschrittener Erkrankung.

Rehabilitation: Was folgt im Anschluss an eine Krebsbehandlung?

Die Behandlung eines Endometriumskarzinoms ist anstrengend und belastend. Es dauert einige Zeit, sich davon zu erholen. Viele Patientinnen sind schon älter. Für sie gestaltet sich die Rückkehr in den gewohnten Alltag deshalb oft noch schwieriger. Rehabilitationsmaßnahmen helfen, wieder fit für das gewohnte Leben zu werden.
Krebspatienten haben in der Regel Anspruch auf eine medizinische Rehabilitationsmaßnahme. Leistungsträger sind bei gesetzlich Versicherten die Rentenversicherung oder die Krankenkassen. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag. Welche Formen von Rehabilitation es gibt und wie die gesetzlichen Rahmenbedingungen aussehen, fasst der Text des Krebsinformationsdienstes "Rehabilitation nach Krebs: Was hilft beim Gesundwerden?" zusammen.

Nachsorge: Wann und wie oft zum Arzt?

Die langfristig angelegte medizinische Nachsorge dient in der Zeit nach der eigentlichen Behandlung dazu,

  • den Gesundheitszustand zu überwachen,
  • Krankheits- oder Therapiefolgen zu behandeln und
  • einen Rückfall oder eine Verschlechterung der Erkrankung zu erkennen.

Als Ansprechpartner für Nachsorgeuntersuchungen kommt unter Umständen die Ambulanz der Klinik infrage, die die Behandlung übernommen hatte. Es ist aber auch möglich, sich von einem niedergelassenen Frauenarzt betreuen zu lassen, der Erfahrung in der Nachbetreuung von Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs hat. Wer sich für die Betreuung in einer Klinikambulanz entscheidet, sollte sicherstellen, dass auch die allgemeine gesundheitliche Versorgung gewährleistet ist, etwa durch den Kontakt zum Hausarzt. Wird die Nachsorge beim Frauenarzt durchgeführt, sollte vorab geklärt werden, ob er alle notwendigen Untersuchungen selbst durchführt oder ob er weitere Fachärzte mit einbeziehen wird.

Fachleute empfehlen Patientinnen mit Endometriumkarzinom in den ersten ein bis drei Jahren etwa alle drei bis sechs Monate zu Nachsorgeuntersuchungen zu gehen. Dies sind jedoch nur Richtwerte für die behandelnden Ärzte. Die genauen Zeitintervalle können sich von Patientin zu Patientin unterscheiden. Denn es gilt: Der für die Nachsorge verantwortliche Arzt erstellt gemeinsam mit der Patientin einen individuellen Nachsorgeplan. Berücksichtigt werden dabei das Krankheitsstadium, das individuelle Rückfallrisiko, die Art der Krebsbehandlung, aber auch Langzeitfolgen der Krebsbehandlung und mögliche Begleiterkrankungen. Für alle Patientinnen wichtig:

  • Wer zwischen zwei Nachsorgeterminen Beschwerden hat, muss nicht bis zum nächsten Termin warten. Auffällige Veränderungen sind immer ein Grund, besser gleich zum Arzt zu gehen.

Welche Untersuchungen stehen bei der Nachsorge an?

Dies ist von der individuellen Situation abhängig, genauso wie die zeitlichen Abstände der einzelnen Untersuchungen. Was bei allen betroffenen Frauen regelmäßig ansteht, ist eine sogenannte gynäkologische Untersuchung. Gegebenenfalls wird der Arzt auch noch eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums und der Organe im Becken durchführen. Weitere bildgebende Verfahren, etwa CT oder Kernspintomographie, sind nur erforderlich, wenn eine Patientin auffällige Beschwerden hat.

Was nützt die Nachsorge?

15 von 100 Patientinnen mit Endometriumkarzinom in den Stadien I und II müssen mit lokalen Rückfällen rechnen – das heißt, der Tumor bildet sich im Bereich der entfernten Gebärmutter erneut, zum Beispiel am oberen Ende der Scheide. Wird ein solcher Rückfall in der Scheide aber früh entdeckt, ist unter Umständen eine erneute Operation möglich. Betroffene Frauen haben weiter die Chance auf eine Heilung.

Hat der Tumor in andere Organe gestreut, ist auf jeden Fall eine lindernde Behandlung möglich. Ob sich der Krankheitsverlauf noch verzögern und das Tumorwachstum erneut bremsen lässt, hängt allerdings stark von der individuellen Situation ab.

Bei den Nachsorgeterminen sind auch die Früherkennungsuntersuchungen für andere Krebsarten wichtig: Eine Krebserkrankung überstanden zu haben, bedeutet leider nicht, vor anderen Tumorarten geschützt zu sein. Das Risiko für Brustkrebs ist bei Frauen mit einem Endometriumkarzinom beispielsweise sogar etwas höher als normal.

Nachsorgetermine dienen vor allem dazu, Langzeitfolgen der Krebserkrankung oder ihrer Behandlung frühzeitig zu erkennen und zu lindern. Dazu zählen bei Patientinnen mit Gebärmutterkörperkrebs beispielsweise starke Trockenheit und Verengungen der Scheide als Folge einer Bestrahlung sowie Lymphödeme in den Beinen aufgrund der Entfernung oder Bestrahlung von Lymphknoten. Beschwerden an Darm und Harnblase sind ebenfalls als Bestrahlungsfolge nicht auszuschließen. Bei jüngeren Frauen können die Wechseljahre verfrüht einsetzen, oder Wechseljahresbeschwerden werden stärker.

Der Arzt kann auch weitere Rehabilitationsmaßnahmen verordnen, zum Beispiel Physiotherapie oder Reha-Sport. Haben betroffene Frauen durch die Erkrankung und ihre Folgen Probleme, den gewohnten Alltag wieder aufzunehmen, kann der Arzt bei der Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten helfen, und falls nötig auch die häusliche Krankenpflege durch ambulante Pflegedienste organisieren.

Außerdem bieten die Nachsorgetermine Raum, um über psychosoziale Themen wie etwa die persönliche Krankheitsbewältigung zu sprechen. Ärzte können gegebenenfalls zu weiteren Ansprechpartnern vermitteln. Je nach Situation sind dies Krebsberatungsstellen, spezialisierte Psychotherapeuten oder Selbsthilfegruppen.