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Gebärmutterhalskrebs © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Gebärmutterhalskrebs

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Gebärmutterhalskrebs: Rehabilitation und Nachsorge

Letzte Aktualisierung: 09.11.2016

Wie geht es nach der eigentlichen Behandlung von Gebärmutterhalskrebs weiter? Was hilft beim Gesundwerden? Für viele Gebärmutterhalskrebspatientinnen schließt sich an die Erstbehandlung eine Rehabilitationsmaßnahme an. Ein Schwerpunkt ist die körperliche Erholung. Aber auch die psychische Belastung gilt es zu verarbeiten. Danach kann ein niedergelassener Frauenarzt oder die Ambulanz eines Krebszentrums die Nachsorge übernehmen. Zur Nachsorge gehört die Überwachung des allgemeinen Gesundheitszustands und möglicher Folgen der Erkrankung. Damit sind auch hier nicht nur rein körperliche Symptome gemeint: Genauso wichtig sind Auswirkungen auf die Lebensqualität und den Alltag.

Der folgende Text bietet einen Überblick über die Zeit nach der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs und nennt wichtige Ansprechpartner. Er richtet sich vor allem an Patientinnen, aber auch an Angehörige, allgemein Interessierte und Fachkreise.
Was gilt für Frauen mit auffälligen Veränderungen am Gebärmutterhals, die noch nicht als Krebs gewertet werden? Betroffene finden Informationen für ihre Situation im Text "Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs: Untersuchung und Behandlung".

Die Behandlung von Gebärmutterhalskrebs kann belastend sein, selbst dann, wenn die Erkrankung früh erkannt wurde. Die meisten betroffenen Frauen benötigen Zeit, um sich körperlich und psychisch zu erholen. Um trotz der Erkrankung den gewohnten Alltag wieder meistern zu können, haben gesetzlich versicherte Krebspatientinnen und in der Regel auch Privatversicherte Anspruch auf Rehabilitation. Jüngeren Frauen soll sie nach Möglichkeit auch die Rückkehr in den Beruf erleichtern.

Reha-Sport © Daniel Grill, Getty Images
© Daniel Grill/Getty Images

Heute üblich ist die Anschlussrehabilitation (AHR): Sie schließt sich unmittelbar an die Akutbehandlung an. Ist dies nicht möglich, kann auch eine sogenannte Regelheilbehandlung innerhalb von zwei Jahren nach der Erstbehandlung infrage kommen. Die meisten Frauen entscheiden sich heute für einen meist dreiwöchigen stationären Aufenthalt in einer dafür geeigneten Klinik. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die gesamten Reha-Leistungen oder einen Teil von zuhause aus in Anspruch zu nehmen. Dann geht diese Zeit fließend in die Nachsorgephase über.

Bei den Reha-Leistungen gibt es allerdings Einschränkungen: Frauen, die keinen invasiven Gebärmutterhalskrebs hatten, sondern eine Krebsvorstufe, haben keinen Anspruch auf eine onkologische Rehabilitation. Denn: Die Befunde der Abstrichuntersuchung bis Pap IVa gelten noch nicht als Gebärmutterhalskrebs. Die Regelungen zur Rehabilitation nach Krebs greifen hier also nicht - selbst dann nicht, wenn die Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut länger anhalten. Gemeinsam mit den behandelnden Ärzten kann man in dieser Situation höchstens klären, ob es weitere gesundheitliche Gründe für eine Rehabilitationsmaßnahme gibt.

Was gehört zur "Reha" nach Gebärmutterhalskrebs?

Was gehört zur "Reha"?

Das hängt von der persönlichen Situation ab. Die Spanne reicht von Bewegungs- und Ernährungstherapie bis hin zur Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung.

Welche Unterstützung man als Patientin benötigt, hängt davon ab, welche Einschränkungen sich nach der Behandlung ergeben. Ein wichtiger Teil der "Reha" ist die Behandlung von Folgen der Krebsbehandlung. Wie sieht es mit der körperlichen Belastbarkeit aus? Sind alle Wunden gut verheilt? Gibt es Anzeichen für Lymphödeme, etwa Schwellungen im Unterbauch oder in den Beinen? Klappt es mit der Kontinenz, also der Fähigkeit, Urin- und Stuhlabgang zu kontrollieren? Zur Reha im engeren Sinn zählen aber auch Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung, sowie Information und Schulung in ganz praktischen Fragen, etwa zur gesunden Ernährung oder zur Rolle von körperlicher Aktivität und Sport.

Wer hilft beim Klären von Fragen und beim Stellen von Anträgen?

Leistungsträger von Rehabilitationsmaßnahmen sind bei gesetzlich Versicherten meist die Rentenversicherung, auch die Krankenkassen kommen infrage. Bei privat Versicherten gilt der jeweilige Vertrag.
Beim Beantragen einer Reha helfen noch während des Krankenhausaufenthaltes die Kliniksozialdienste. Sie prüfen auch, welche Reha-Formen und Einrichtungen je nach Situation infrage kommen.

Bei Bedarf kann man Rehabilitationsmaßnahmen auch von zuhause aus fortsetzen. Ein Beispiel ist etwa Physiotherapie, wenn die Beweglichkeit und Belastbarkeit im Alltag durch die Erkrankung eingeschränkt ist. Ansprechpartner für die entsprechende Verordnung ist dann der Arzt, der die Nachsorge durchführt.

Wenn die eigentliche Behandlung abgeschlossen ist, hat man als Patientin die Möglichkeit, regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Ziel der Nachsorge ist, Behandlungsfolgen rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Im Nachsorgeplan wird auch festgelegt, wie häufig und wie umfangreich Untersuchungen auf einen möglichen Rückfall durchgeführt werden sollen.

Beratungsgespräch zwischen Arzt und Patientin © Jeanette Dietl - Fotolia
Nachsorgetermin: Eine gute Gelegenheit, den Arzt über das eigene Befinden zu informieren und Fragen zu stellen. © Jeanette Dietl - Fotolia.com

Am besten noch vor Ende der intensiven Erstbehandlung sollte man als Betroffene klären, welcher Arzt Ansprechpartner ist und wo die Nachbetreuung stattfindet. Möglich ist die Nachsorge in der Ambulanz der Klinik, in der man behandelt wurde, oder bei einem niedergelassenen Frauenarzt. Auch der bisherige Hausarzt kann mit einbezogen werden, auch wenn er meist nicht die eigentliche Krebsnachsorge durchführt.

Im Mittelpunkt der Nachsorgetermine stehen das Gespräch mit dem Arzt, sowie eine körperliche Untersuchung. Was an weiteren Untersuchungen hinzukommt, hängt zum Teil von der individuellen Situation ab. Bei vielen Frauen gehören eine Scheidenspiegelung, gegebenenfalls ein Pap-Abstrich in der Scheide und am Übergang zum Gebärmutterhals, ein HPV-Test oder auch eine Ultraschalluntersuchung des Unterbauchs hinzu. Diese Untersuchungen sind die gleichen, die auch bereits zur Diagnostik angewandt wurden.

Wichtige Fragen, die der Arzt abklärt, sind unter anderem:

  • Wie ist der Allgemeinzustand?
  • Treten Probleme auf, die vermutlich unmittelbar mit der Erkrankung oder ihrer Behandlung zusammenhängen?
  • Gibt es gesundheitliche Beschwerden, die möglicherweise auf einen Rückfall hindeuten?

Wie häufig finden die Termine statt?

Zu Art und zeitlichen Abständen der Untersuchungen existieren Empfehlungen in der ärztlichen Leitlinie. Sie dienen als Orientierung für Ärzte. Im Einzelfall sind aber durchaus Abweichungen möglich, etwa wenn beim Abschluss der ersten Behandlung noch gesundheitliche Probleme bestehen, oder wenn andere Erkrankungen die Krebsbehandlung beeinflussen.

Wenn man keine Beschwerden hat: Fühlt man sich allgemein gut? Dann lautet die Empfehlung, in den ersten drei Jahren alle drei Monate zur Nachsorge zu gehen. In den folgenden zwei Jahren genügen in der Regel halbjährliche Untersuchungsabstände. Nach fünf Jahren folgen jährliche Kontrollen.

Wenn man Beschwerden hat: Gibt es gesundheitliche Probleme? Oder hat man gar den Verdacht, dass der Krebs zurückgekommen sein könnte? Dann sollte man als Betroffene nicht bis zum nächsten geplanten Nachsorgetermin warten. Der Arzt wird dann je nach Art der Beschwerden umfangreichere Untersuchungen durchführen. Bei Verdacht auf ein sogenanntes Rezidiv erfolgt auch eine Gewebeentnahme. Bestätigt sich der Verdacht, folgen weitere Untersuchungen. Sie sollen Aufschluss darüber geben, ob es sich um einen lokalen Rückfall handelt, oder ob sich der Tumor möglicherweise ausgebreitet hat.

Wenn die Erkrankung durch die erste Behandlung gebremst, aber nicht geheilt werden konnte: Frauen in dieser Situation benötigen eine individuelle Behandlungsplanung. Bei Ihnen gehen die Untersuchungen nach der Erstbehandlung daher fließend in die weitere Therapie über.



Quellen zum Weiterlesen (Auswahl)

Leitlinien, Fachempfehlungen, Fachgesellschaften
Der Krebsinformationsdienst hat zur Erstellung des Textes im Wesentlichen zurückgegriffen auf die S3-Leitlinie "Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Patientin mit Zervixkarzinom", Version 1.0, September 2014, AWMF-Registernummer 032/033OL, abrufbar unter www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-033OL.html. Sie wurde herausgegeben vom Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF), der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und der Deutschen Krebshilfe e.V. (DKH). Federführende Fachgesellschaften waren die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) sowie die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO). Neben der Fachleitlinie ist auch eine Leitlinie für Patientinnen abrufbar.

Weitere Quellen und Hintergrundinformationen finden sich auch im Text "Mehr wissen über Gebärmutterhalskrebs - Adressen, Links, Broschüren, Fachquellen zum Zervixkarzinom".

Erstellt: 26.06.2015

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