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Gebärmutterhalskrebszelle, Foto: STEVE GSCHMEISSNER/SPL/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Gebärmutterhalskrebs: Behandlungsmöglichkeiten

Welche Therapien kommen für betroffene Frauen infrage?

Wie geht es für Patientinnen weiter, wenn die Ärzte Gebärmutterhalskrebs festgestellt haben, ein sogenanntes Zervixkarzinom? Kommt eine Operation infrage? Welche Alternativen gibt es? Die Antwort auf diese Fragen kann sehr unterschiedlich ausfallen: Bei der Wahl der Behandlung spielt das Stadium der Erkrankung eine wichtige Rolle. In welcher Lebenssituation man sich als Patientin befindet, wird aber ebenso berücksichtigt. Der folgende Text erläutert gängige Therapien und mögliche Nebenwirkungen. Er richtet sich an betroffene Frauen, ihre Angehörigen und Freunde. Interessierte und Fachkreise finden Linktipps und Hinweise auf genutzte Quellen.
Informationen aus dem Internet können eine persönliche ärztliche Beratung allerdings nicht ersetzen.
Achtung: Frauen mit Krebsvorstufen am Gebärmutterhals finden Informationen für ihre Situation nicht hier, sondern in einem eigenen Text. Auch für Patientinnen mit fortgeschrittener Erkrankung steht ein eigener Text zur Verfügung, der auf ihre besonderen Bedürfnisse eingeht.

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Links zu weiterführenden Informationen des Krebsinformationsdienstes sind direkt im Text genannt. Interessierte und Fachkreise finden Hinweise auf genutzte Quellen am Ende des Textes. Eine weitere Übersicht bietet auch der Text "Mehr wissen über Gebärmutterhalskrebs".

Das Wichtigste in Kürze: Behandlung bei Gebärmutterhalskrebs

Ist die Diagnose Gebärmutterhalskrebs gesichert? Dann stellt sich für viele Frauen zunächst die Frage: Wo soll ich mich behandeln lassen? Wichtig sind die Spezialisierung und auch die Erfahrung, die Krebskliniken und auch niedergelassene Frauenärztinnen und -ärzte mit der Erkrankung haben. Woran man diese Erfahrung erkennen kann, sowie weitere Hinweise zur Arzt- und Kliniksuche finden Betroffene im Abschnitt "Gute Ansprechpartner finden".

Welche Behandlung man als Patientin vorgeschlagen bekommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wichtig ist zum Beispiel, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wurde. Auch der Allgemeinzustand und Begleiterkrankungen spielen eine Rolle. Persönliche Faktoren werden aber ebenso berücksichtigt: Möchte man noch Kinder bekommen? Ist man vor oder nach den Wechseljahren? Welche langfristigen Folgen der Therapie sind möglich - und was ist man bereit, in Kauf zu nehmen? Deshalb kann die Behandlung bei der einen Patientin anders ablaufen als bei einer anderen.

Welche Therapie sinnvoll ist, prüft in spezialisierten Krebszentren ein Team aus verschiedenen Fachärzten, darunter Frauenärzte, Pathologen, Strahlentherapeuten und weitere Spezialisten. Woran orientieren sie sich bei ihren Empfehlungen? Einen Rahmen bieten sogenannte Leitlinien: Sie werden von Ärzten und anderen an der Behandlung beteiligten Fachleuten erstellt, die die vorliegende wissenschaftliche Literatur sichten und bewerten. Auch Vertreterinnen von Patientenverbänden sind beteiligt. Trotzdem zählt auch Erfahrungswissen: Leitlinien-Empfehlungen müssen Ärzte immer an die individuelle Situation anpassen.
Als Patientin sollte man mit dem Behandlungsteam die Vor- und Nachteile der infrage kommenden Therapien gründlich abwägen, um gemeinsam zu entscheiden, wie es weitergehen soll.

Welche Therapien kommen infrage?

Operation, Strahlentherapie und Chemotherapie sind die wichtigsten Behandlungsverfahren bei Gebärmutterhalskrebs. Bei manchen Patientinnen reicht eines der Verfahren aus, zum Beispiel eine Operation. Anderen Betroffenen empfehlen die Ärzte zum Beispiel eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie, auch Radiochemotherapie genannt. In manchen Situationen können im Verlauf der Therapie auch alle drei Verfahren zum Einsatz kommen. Hinzu kommen begleitende Medikamente, etwa zur Vorbeugung von Infektionen oder zur Linderung von Nebenwirkungen.
Außer bei sehr kleinen Zervixkarzinomen entnehmen die Ärzte vor Beginn der eigentlichen Behandlung Lymphknoten in der Nähe des Tumors. Im Labor wird geprüft, ob sich Krebszellen darin finden lassen. Das Ergebnis ist für die Behandlungsplanung wichtig.

Ist die Krebsgeschwulst noch klein und sind keine Lymphknoten befallen? Dann empfehlen die Ärzte in der Regel eine Operation. Unter Umständen können auch größere Tumoren operiert werden - wenn sie noch auf einen Bereich begrenzt sind. Dabei entfernen die Ärzte entweder einen Teil des Gebärmutterhalses oder die gesamte Gebärmutter, bei manchen Patientinnen auch angrenzende Gewebe. Wie umfangreich die Operation sein muss, hängt vor allem davon ab, wie ausgedehnt der Tumor wächst. Unter Umständen spielen aber auch andere Faktoren wie etwa ein Kinderwunsch eine Rolle.
Anhand der Befunde nach dem Eingriff können die Ärzte noch besser beurteilen, wie die Heilungsaussichten sind. Bleibt ein höheres Risiko für einen Rückfall, kann der Operation eine ergänzende - sogenannte adjuvante - Behandlung folgen: Betroffene Patientinnen profitieren möglicherweise von einer zusätzlichen Radiochemotherapie oder einer alleinigen Strahlentherapie. Je nach Situation kommt nach der Operation auch eine alleinige Chemotherapie infrage.

Ist der Tumor schon weiter fortgeschritten, aber eine Heilung nicht ausgeschlossen? Dann ist die wichtigste Behandlungsmöglichkeit bei einem Zervixkarzinom eine Radiochemotherapie. Die Bestrahlung erfolgt dabei zunächst von außen durch die Haut. In der Regel wird sie zusätzlich durch eine sogenannte "Brachytherapie" ergänzt. Dabei wird die Strahlungsquelle in die Scheide eingebracht, also noch näher an den Tumor. Die Chemotherapie während der Bestrahlung erfolgt nach Möglichkeit mit dem Medikament Cisplatin. Die Behandlung mit Bestrahlung und Chemotherapie ist sehr wirksam, aber auch sehr belastend, vor allem in der Kombination. Daher gehören unterstützende Therapien auf jeden Fall dazu, um Nebenwirkungen zu lindern.

  • Ist man noch vor den Wechseljahren, dann versuchen die Ärzte wenn möglich die Funktion der Eierstöcke und damit die Hormonproduktion zu erhalten, auch wenn man operiert oder bestrahlt wird.

Lässt sich die Krebserkrankung nur bremsen, aber nicht mehr heilen? Ärzte versuchen in dieser Situation, das Tumorwachstum möglichst lange aufzuhalten - angepasst an die individuelle Situation der betroffenen Patientin. Zur Behandlung kann eine Chemotherapie gehören, eine Bestrahlung, eventuell auch eine Operation. Wichtig ist für Betroffene auch die Linderung von Beschwerden, zum Beispiel durch eine gute Schmerztherapie. Welche Behandlung man als Patientin tatsächlich machen möchte und was eventuell zu belastend ist, sollte man zusammen mit den Ärzten im Verlauf der Erkrankung immer wieder gut überlegen.

Was würde passieren, wenn man sich nicht behandeln lässt? Eine Heilung der Krebserkrankung ist dann sehr unwahrscheinlich. Für Betroffene mit fortgeschrittenem, nicht heilbaren Gebärmutterhalskrebs gilt: Statistisch gesehen führt die Krebserkrankung früher zum Tod als mit Behandlung. Wie schnell eine Krebserkrankung tatsächlich fortschreitet, lässt sich allerdings pauschal nur sehr schwer beantworten. Viele individuelle Faktoren spielen dabei eine Rolle. Hier ist das Gespräch mit den behandelnden Ärzten wichtig: Gemeinsam kann man abwägen, welche Beschwerden im Vordergrund stehen, welche Nebenwirkungen bei einer Therapie möglich sind und was man in Kauf nehmen möchte.

Fragen an die Ärzte: Was muss man wissen?

Patientenberatung ©Alexander Raths/Fotolia
Gemeinsam entscheiden: Welche Behandlung ist geeignet? © Alexander Raths/Fotolia

Ärzte und Patientin planen die Behandlung gemeinsam. Möchte man als Betroffene bei der Wahl der Therapie mitentscheiden, benötigt man ausführliche Informationen. Bei Gebärmutterhalskrebs ist das besonders wichtig: Je nach Situation kann es mehrere gleichwertige Behandlungsmöglichkeiten geben.
Aber auch wenn man die Entscheidung lieber den Ärzten überlassen möchte, helfen Informationen: Den meisten Menschen fällt es leichter, mit der Angst und den Sorgen während einer Krebserkrankung umzugehen, wenn sie wissen, mit welchen Krankheits- und Therapiefolgen sie rechnen müssen - und mit welchen nicht.

Die folgenden Fragen sollen es betroffenen Frauen erleichtern, sich auf das Gespräch mit den behandelnden Ärzten vorzubereiten:

  • In welchem Stadium ist meine Krebserkrankung?
  • Welche Behandlungsmöglichkeiten kommen für mich infrage?
  • Welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Verfahren?
  • Wie läuft die Behandlung jeweils ab? Muss ich ins Krankenhaus oder kann ich ambulant behandelt werden?
  • Mit welchen Nebenwirkungen und Folgen muss ich voraussichtlich rechnen? Was lässt sich dagegen tun?
  • Wie verändern die Erkrankung und die Behandlung voraussichtlich meinen Körper und meine Lebensqualität? Welche Auswirkungen auf den Alltag, den Beruf und die Partnerschaft/Sexualität können auf mich zukommen?
  • Für Frauen mit Kinderwunsch: Kann ich nach der Behandlung noch Kinder bekommen?
  • Für Frauen vor den Wechseljahren: Können die Eierstöcke ihre Funktion behalten? Falls nicht, welche Möglichkeiten gibt es, Anzeichen vorzeitiger Wechseljahre durch die fehlenden Hormone zu behandeln?
  • Wie lange soll die Behandlung dauern? Wie geht es danach weiter?
  • Was kann ich selbst tun, um den Behandlungserfolg zu unterstützen?
  • Wie verläuft die Erkrankung voraussichtlich, wenn sie behandelt wird? Was würde passieren, wenn ich mich nicht behandeln lasse? Oder die Behandlung aufschiebe, um zum Beispiel noch schwanger werden zu können?
  • Wie viel Bedenkzeit habe ich für meine Entscheidung?

Zum Gespräch über die Behandlungsplanung kann man in der Regel den Partner, Angehörige oder eine andere vertraute Person mitbringen. Wenn wichtige Entscheidungen anstehen, hilft es vielen Frauen außerdem, sich über Broschüren, das Internet oder im Kontakt mit Selbsthilfeorganisationen zu informieren. Eine Übersicht über mögliche Anlaufstellen und weitere Informationen bietet der Krebsinformationsdienst im Text "Mehr wissen über Gebärmutterhalskrebs: Adressen, Links, Broschüren, Fachliteratur".

Gute Ansprechpartner finden: Wohin gehen zur Behandlung?

Bei der Suche nach spezialisierten Ärzten oder nach einer geeigneten Klinik helfen normalerweise die Ärzte, die die Diagnose Zervixkarzinom gestellt haben. Auch die Krankenversicherung bietet Hilfe bei der Arzt- und Kliniksuche: über die nächstgelegene Geschäftsstelle, die Servicetelefone der Kasse oder über ihre Internetseiten. Spricht aus medizinischer Sicht nichts dagegen, können bei der Wahl der Klinik auch persönliche Wünsche berücksichtigt werden, etwa die Nähe zum Wohnort, um Angehörigen Besuche zu erleichtern.

Es gibt Krankenhäuser, die sich auf die Behandlung von Frauen mit Gebärmutterhalskrebs und anderen Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane spezialisiert haben. Diese Spezialisierung können Kliniken und ihre Ambulanzen durch eine Zertifizierung nachweisen.

Warum sollte man sich als Patientin mit Gebärmutterhalskrebs in der gynäkologischen Fachabteilung eines zertifizierten Zentrums vorstellen? Fachleute sprechen diese Empfehlung in der aktuellen Behandlungsleitlinie aus. Der Grund: In solchen Zentren stehen Teams zur Verfügung, in denen Spezialisten verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten. So ist sichergestellt, dass alle infrage kommenden Behandlungsverfahren geprüft und je nach Situation auch durchgeführt werden können.

Woran erkennt man Kliniken und Ambulanzen mit viel Erfahrung? Welche Zertifizierungen oder sonstigen Qualitätsnachweise gibt es? Hintergründe und Tipps zur Klinikwahl für Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs hat der Krebsinformationsdienst im Text "Mehr wissen über Gebärmutterhalskrebs - Adressen, Links, Broschüren, Fachquellen zum Zervixkarzinom" zusammengestellt. Auch die Texte "Arztsuche" und "Kliniksuche" bieten weitere Hintergründe sowie Linktipps.

Stadienabhängig behandeln: Möglichkeiten individuell auswählen

Je nach Krankheitsstadium und Lebenssituation kommen für Frauen mit Gebärmutterhalskrebs unter Umständen mehrere Behandlungsmöglichkeiten infrage. Welche für die individuelle Situation am besten geeignet ist, sollte man mit seinen Ärzten besprechen. Das Krankheitsstadium legen die Ärzte zunächst anhand einer gynäkologischen Untersuchung fest. Zu diesem Zweck haben Frauenärzte für gynäkologische Tumoren verschiedene Klassifikationen entwickelt. Häufig wird die sogenannte FIGO-Klassifikation verwendet. Sie ist benannt nach der Internationalen Vereinigung für Gynäkologie und Geburtshilfe (International Federation of Gynecology and Obstetrics). Ausschlaggebend für die Einordnung in der FIGO-Klassifikation ist die Ausdehnung des Tumors am Gebärmutterhals.

Aus auffälligen Bereichen entnimmt der Arzt im nächsten Schritt eine Gewebeprobe: Sie gibt unter anderem Aufschluss darüber, wie tief der Tumor bereits in das Gewebe eingedrungen ist. Je nach Ergebnis dieser Untersuchung kommen weitere Diagnostikverfahren hinzu, um festzustellen, ob sich der Tumor über die Gebärmutter hinaus in umliegende Lymphknoten oder in nahegelegene oder entfernte Organe ausgebreitet hat. Mehr zu den verschiedenen Untersuchungsverfahren und den Systemen zur Stadieneinteilung von Gebärmutterhalskrebs finden Betroffene im Text "Gebärmutterhalskrebs: Symptome, Untersuchung, Stadieneinteilung". Patientinnen, die sich nicht sicher sind, welches Erkrankungsstadium bei ihnen vorliegt, sollten ihre behandelnden Ärzte fragen.

Die endgültige Behandlungsentscheidung treffen Ärzte und Patientin, wenn alle notwendigen Ergebnisse vorliegen. Die folgenden Absätze geben einen ersten Überblick über die infrage kommenden Therapieverfahren abhängig vom FIGO-Stadium, können eine individuelle Beratung aber nicht ersetzen.

Auffällige Befunde beim Pap-Test, aber kein Krebs

Für betroffene Frauen bietet der Text "Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs" weitere Informationen.

FIGO-Stadium IA

Zervixkarzinome im Stadium I sind bereits in Gewebeschichten unter der Gebärmutterhalsschleimhaut vorgedrungen, aber noch nicht über den Gebärmutterhals hinaus gewachsen. "Stadium IA" bedeutet: Nur unter dem Mikroskop ist sichtbar, dass der Tumor bereits in anderes Gewebe eindringt. Man bezeichnet solche Karzinome als "mikroinvasiv".

Schätzen die Ärzte das Risiko, dass der Tumor bereits in nahegelegene Lymphknoten gestreut hat, anhand der vorliegenden Befunde als sehr gering ein? Möchte man noch Kinder bekommen, dann genügt in dieser Situation eine Konisation: Dabei schneiden die Ärzte ein kegelförmiges Stück aus dem Gebärmutterhals aus, der Uterus selbst bleibt erhalten. Hat man die Familienplanung bereits abgeschlossen, raten Ärzte eher zu einer Entfernung der Gebärmutter, einer sogenannten Hysterektomie.

Besteht ein erhöhtes Risiko, dass der Tumor schon gestreut hat? Dann entnehmen die Ärzte bei einer diagnostischen Bauchspiegelung Lymphknoten, die auf Tumorzellen untersucht werden, bevor eine Therapieentscheidung getroffen wird. Sind sie tumorfrei? Dann kommt für Frauen mit Kinderwunsch neben der Konisation eine sogenannte Trachelektomie infrage: Dabei wird ein größerer Teil des Gebärmutterhalses entfernt, der Rest der Gebärmutter bleibt aber erhalten.
Nach abgeschlossener Familienplanung werden die Ärzte eher eine Hysterektomie vorschlagen. Diese Operation ist auch dann sinnvoll, wenn der Tumor bereits tiefer in das angrenzende Gewebe eingedrungen ist. Zeigt sich anhand der Befunde nach der Operation, dass das Risiko für einen Rückfall erhöht ist? Dann kann eine adjuvante Behandlung die Therapie ergänzen, als kombinierte Strahlen-Chemotherapie oder als alleinige Strahlentherapie.

Sind erste nahegelegene Lymphknoten befallen? Dann entfernen die behandelnden Ärzte zunächst weitere Lymphknoten. Es folgt eine Bestrahlung, die häufig mit einer Chemotherapie kombiniert wird, eine sogenannte Radiochemotherapie.

  • Bei Frauen vor den Wechseljahren versuchen die Ärzte, die Funktion der Eierstöcke zu erhalten, auch wenn operiert oder bestrahlt werden muss. Vor einer Bestrahlung verlegen sie zum Beispiel die Eierstöcke in einem kleinen Eingriff aus dem Strahlenfeld. Damit versucht man, die natürliche Hormonproduktion so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.

FIGO-Stadium IB und FIGO-Stadium II

Im Stadium IB ist bereits mit bloßem Auge sichtbar, dass der Tumor in umliegendes Gewebe eingedrungen ist. Stadium II bedeutet: Der Tumor hat sich über die Gebärmutter hinaus ausgedehnt. Er ist aber nicht bis zur Beckenwand oder ins untere Drittel der Scheide vorgedrungen.

Die Ärzte entnehmen dann zunächst Lymphknoten, die auf Tumorzellen untersucht werden. Sind sie nicht befallen? Dann raten sie zu einer Entfernung der Gebärmutter. Für Frauen, die noch Kinder bekommen möchten, kommt auch eine Trachelektomie infrage. Voraussetzung: Der Tumor ist noch klein genug und es liegen keine weiteren Risikofaktoren vor. Nach abgeschlossener Familienplanung folgt später aber in der Regel die Empfehlung, die Gebärmutter ganz entfernen zu lassen.
Hat sich der Tumor bereits auf die Scheide, die Vagina ausgedehnt? Dann werden die befallenen Anteile mit entfernt. Je nach Rückfallrisiko kann auf die Operation eine ergänzende Behandlung mit Bestrahlung und/oder Chemotherapie folgen.

Hat das Zervixkarzinom bereits in Lymphknoten des Beckens gestreut? Dann entfernen die Ärzte auch die Lymphknoten in der Nähe der Hauptschlagader. Anschließend folgt eine Radiochemotherapie. Sie kommt auch für Patientinnen infrage, die nicht operiert werden können oder möchten. Auch wenn der Halteapparat der Gebärmutter befallen ist (Stadium IIB), raten die Ärzte bevorzugt zu einer Radiochemotherapie.

  • Ob die Funktion der Eierstöcke bei einer Operation oder Radiochemotherapie erhalten werden kann, prüfen die Ärzte individuell.

FIGO-Stadium III

Hat sich der Tumor bis zur Beckenwand ausgedehnt, das untere Drittel der Scheide befallen oder beeinträchtigt die Nierenfunktion? Dann empfehlen die Ärzte in der Regel eine Radiochemotherapie. Befallene Lymphknoten entfernen sie gegebenenfalls zuvor in einer Schlüsselloch-Operation, einer sogenannten Laparoskopie.

FIGO-Stadium IV

Ist der Tumor bereits in ein angrenzendes Organ eingedrungen? Für einzelne Patientinnen kommt dann möglicherweise eine ausgedehnte Operation infrage. Für die meisten Betroffenen in dieser Situation ist jedoch eine Radiochemotherapie die erste Behandlungsempfehlung.

Hat der Tumor Metastasen in entfernten Organen gebildet, dann kommt für viele Patientinnen eine Chemotherapie infrage, eventuell kombiniert mit zielgerichteten Medikamenten. Die Behandlung in dieser Situation orientiert vor allem an den Beschwerden, die man als Betroffene hat. Mehr zum Ablauf der Behandlung und möglichen Nebenwirkungen findet sich im Text "Gebärmutterhalskrebs: Behandlung bei Rückfall und fortgeschrittener Erkrankung".

Rückfall

Kehrt die Erkrankung trotz Behandlung zurück? Dann richtet sich die weitere Therapie eines solchen Rezidivs nach dem Tumorstadium, den vorausgegangenen Behandlungen und auch danach, wie es einem als Betroffene aktuell geht - mehr dazu im Text "Gebärmutterhalskrebs: Behandlung bei Rückfall und fortgeschrittener Erkrankung".

Besondere Situation: Gebärmutterhalskrebs in der Schwangerschaft

Was passiert, wenn Gebärmutterhalskrebs während einer Schwangerschaft diagnostiziert wird? Insgesamt betrifft dies nur sehr wenige Frauen. Bei den meisten Patientinnen handelt es sich zudem um Krebs in einem frühen Stadium. Das bedeutet auch, dass die Erkrankung nicht zwangsläufig zum Verlust des Kindes führen muss. Wenn irgend möglich, werden die Ärzte die Therapie zumindest so lange aufschieben, bis das Kind lebensfähig ist und durch einen Kaiserschnitt geholt werden kann. Bei sehr frühen Tumoren ist unter Umständen sogar eine spontane Geburt möglich.

Was tun, wenn mit der Behandlung nicht abgewartet werden kann? Pauschale Aussagen sind hier kaum möglich, denn ob eine Behandlung noch in der Schwangerschaft infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab: Wie weit ist das Kind bereits entwickelt? Wie weit fortgeschritten ist die Erkrankung? Sind Lymphknoten befallen? Wie geht man als Patientin selbst mit der Situation um, auch psychisch?

  • Ist der Tumor in einem frühen Stadium und sind keine Lymphknoten befallen? Dann kommt für manche Frauen eine Konisation infrage. Sie erhöht allerdings das Risiko für eine Fehlgeburt.
  • Ist die Erkrankung weiter fortgeschritten? Dann versuchen die Ärzte eventuell mit einer Chemotherapie, das Tumorwachstum bis zur Geburt zu bremsen. Eine Chemotherapie ist allerdings erst ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel möglich, um eine Schädigung des ungeborenen Kindes möglichst zu vermeiden.

In dieser schwierigen Situation ist es besonders wichtig, sich an ein spezialisiertes Zentrum zu wenden, in dem Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten. Je nach Situation kann das Risiko für eine Frühgeburt erhöht sein oder ein Kaiserschnitt vor dem Geburtstermin notwendig werden. Deshalb sollten neben Krebsspezialisten auch Geburtshelfer und Ärzte mit Spezialisierung auf Neu- und Frühgeborene an der Behandlungsplanung beteiligt sein.

Konisation: Entfernung kleiner, oberflächlicher Tumore

Bei einer Konisation schneidet der behandelnde Arzt ein kleines, kegelförmiges Stück aus dem Gebärmutterhals aus. Hinzu kommt eine Ausschabung des restlichen Gebärmutterhalses, auch "Zervixkürettage" genannt. Für diesen chirurgischen Eingriff erhält man in der Regel eine kurze Vollnarkose. Je nach Verfahren ist auch eine regionale Betäubung über das Rückenmark oder eine örtliche Betäubung des Gebärmutterhalses möglich. Ob die Behandlung ambulant erfolgen kann, erfährt man bei der Vorbesprechung.

Die Konisation wird über die Scheide durchgeführt, ein Bauchschnitt ist nicht notwendig. Es gibt verschiedene Verfahren, mit denen der Gewebekegel entfernt werden kann: mehr dazu im Text "Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs: Untersuchung und Behandlung" unter dem Stichwort "Konisation". Welches sich in der individuellen Situation am besten eignet, sollten betroffene Frauen mit ihrem behandelnden Gynäkologen besprechen.

Welche Nebenwirkungen und Folgen kann eine Konisation haben?

Der Eingriff ist in der Regel wenig belastend und die meisten Frauen haben nach einigen Wochen keine Probleme mehr. Es kann allerdings zu leichten Schmerzen und Blutungen unmittelbar nach der Operation kommen. Weitere leichte Blutungen oder Schmierblutungen treten bei vielen Frauen nach etwa einer Woche auf, wenn der Wundschorf abgestoßen wird. Infektionen sind selten, aber wie bei jeder Operation nicht ganz auszuschließen.
Wie die Körperpflege und die Monatshygiene in der Zeit der Wundheilung aussehen sollte und ab wann wieder Geschlechtsverkehr möglich ist, sollten betroffene Patientinnen individuell mit ihrem Arzt besprechen.

Was gilt für Frauen mit Kinderwunsch?

Bei den meisten Betroffenen ist auch nach einer Konisation eine Schwangerschaft möglich. Die Wahrscheinlichkeit, ein Kind zu empfangen, unterscheidet sich nicht von der anderer Frauen. Selbst bei einer wiederholten Konisation ist es oft möglich, anschließend noch Kinder zu bekommen.
Während der Schwangerschaft ist eine sorgfältige Betreuung nötig: Das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt ist nach einer Konisation geringfügig höher. Für manche Frauen kommt eine sogenannte Cerclage infrage. Der Muttermund wird dabei mit einer Naht, einer Schlinge oder einem Pessar verschlossen und vor dem vorzeitigen Öffnen geschützt. Ob das notwendig ist oder nicht und was man sonst beachten muss, erfahren Frauen von ihrem Gynäkologen.

Trachelektomie: Teilentfernung des Gebärmutterhalses

Bei einer sogenannten radikalen Trachelektomie entfernen die Operateure einen großen Teil des Gebärmutterhalses. Für diese Operation ist ein Krankenhausaufenthalt notwendig. Sie findet unter Vollnarkose statt. Bei den meisten Patientinnen lässt sich der Eingriff als "Schlüssellochoperation" durchführen: über kleine Hautschnitte am Unterbauch und zusätzlich über die Scheide. Nur wenige Frauen erhalten einen größeren Bauchschnitt. Während der Operation entfernen die Ärzte bis zu zwei Drittel des Gebärmutterhalses, einen Teil der Haltebänder der Gebärmutter und einen schmalen Teil der Scheide. Den inneren Muttermund verbinden sie anschließend mit der restlichen Scheide. Mit einer Cerclage genannten Naht oder Schlinge wird der Muttermund fast vollständig verschlossen.

Mit welchen Nebenwirkungen und Folgen muss man rechnen?

Unmittelbar nach der Operation besteht eine gewisse Blutungs- und Infektionsgefahr, wie nach allen chirurgischen Eingriffen. Wie die Hygiene in der Zeit der Wundheilung aussehen sollte und ab wann wieder eine normale körperliche Belastung möglich ist, müssen Betroffene mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Diese geben auch Auskunft darüber, wann Geschlechtsverkehr wieder erlaubt ist und wie lange man mit einer Schwangerschaft warten sollte.
Zu den möglichen Spätfolgen nach einer Trachelektomie zählt eine Verengung der Scheide oder des inneren Muttermunds. Einige Patientinnen klagen auch über Sensibilitätsstörungen der Beine oder des Intimbereichs oder über Lymphödeme.

Was bedeutet der Eingriff für Frauen mit Kinderwunsch?

Die Gebärmutter und die Eierstöcke bleiben bei dieser Operation erhalten. Man kann später also prinzipiell noch Kinder bekommen, allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit nur per Kaiserschnitt. Ob die Fruchtbarkeit von betroffenen Frauen beeinträchtigt ist, ist noch nicht abschließend geklärt. Neuere Auswertungen deuten allerdings nicht darauf hin. Die Wahrscheinlichkeit, ein gesundes Kind zu bekommen, ist trotzdem vermindert, denn: Das Risiko für eine Fehl- oder Frühgeburt ist deutlich höher als normalerweise. Daher werden Frauen nach Trachelektomie während der Schwangerschaft besonders engmaschig betreut. Sie sollten sich außerdem körperlich in dieser Zeit möglichst schonen. Ob man trotz der Schwangerschaft weiter arbeiten gehen kann und welche sonstigen Vorsichtsmaßnahmen wichtig sind, sollten betroffene Frauen mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Hysterektomie: Entfernung der Gebärmutter

Als "Hysterektomie" bezeichnet man eine Operation, bei der die Gebärmutter vollständig entfernt wird. Für diesen Eingriff ist ein Klinikaufenthalt notwendig. Er findet in der Regel in Vollnarkose statt, es kommt aber auch eine regionale Betäubung über das Rückenmark infrage. Je nach Tumorstadium kann die Operation unterschiedlich umfangreich ausfallen: Bei der "einfachen Hysterektomie" entnehmen die Ärzte nur die Gebärmutter selbst. Sie erfolgt entweder über die Scheide oder über einen Bauchschnitt. Auch eine "Schlüssellochoperation" über kleine Bauchschnitte ist möglich.

Entfernen die Operateure neben der Gebärmutter noch weiteres Gewebe, dann bezeichnet man den Eingriff als "radikale Hysterektomie". Hinzukommen dabei je nach Situation die Haltebänder der Gebärmutter, Teile der Scheide und Teile von Blase und Harnleiter. Patientinnen hören in diesem Zusammenhang möglicherweise den Begriff "Klassifikation nach Piver": Fachleute unterteilen die Operation nach ihrem Umfang in "Piver I" bis "Piver V", wobei Piver V der umfangreichste Eingriff ist.

Bei Patientinnen nach den Wechseljahren entfernen die Ärzte in der Regel auch die Eierstöcke, auch als Ovarien bezeichnet. Ist man noch vor den Wechseljahren, dann können sie bei den meisten Frauen erhalten bleiben. Die Hoffnung dabei: den natürlichen Hormonhaushalt mit der Produktion von Östrogenen und Gestagenen so lange wie möglich aufrecht zu erhalten. Ausnahme sind Tumoren, die aus Drüsengewebe entstanden sind - sogenannte Adenokarzinome - und schon weiter fortgeschritten sind. Sie streuen mit größerer Wahrscheinlichkeit in die Eierstöcke. Daher wäre das Risiko zu groß, die Ovarien zu belassen.

Die radikale Hysterektomie führen die Ärzte entweder über einen großen Bauchschnitt durch, oder als "Schlüssellochoperation" durch mehrere kleine Bauchschnitte. Erprobt werden außerdem auch bei dieser erweiterten Form der Gebärmutterentfernung, ob Operationen über die Scheide ebenso sicher sind. Daneben werden auch Roboter-unterstützte Operationssysteme angewendet - zum Beispiel mit dem "da Vinci-System".

Welche Folgen kann eine Hysterektomie haben?

Je nach Ausmaß der Operation sind unterschiedliche Nebenwirkungen und Spätfolgen möglich: Je mehr Gewebe die Ärzte entfernen müssen, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass kurz- oder langfristig Probleme auftreten. Vor allem bei umfangreicheren Operationen besteht ein gewisses Risiko, dass Blase, Harnleiter oder Darm verletzt werden. Nach dem Eingriff kann es zu Nachblutungen kommen. Wie bei jeder Operation besteht das Risiko von Infektionen. Auch Probleme mit der Blasenentleerung und der Verdauung sind möglich. Bei den meisten Frauen sind sie aber nur vorübergehend und bessern sich innerhalb weniger Wochen bis Monate.

Viele Patientinnen sind einige Zeit nach dem Eingriff körperlich wieder so fit wie vor der Operation. Wie lange man sich schonen sollte und ab wann Geschlechtsverkehr wieder erlaubt ist, sollten Patientinnen mit ihrem behandelnden Arzt besprechen.

Ist man vor den Wechseljahren und die Eierstöcke konnten erhalten bleiben, dann ist ihre Funktion durch die Operation zunächst nicht beeinträchtigt. Je nach Umfang des Eingriffs kann es allerdings sein, dass sie langfristig schlechter durchblutet werden und deshalb ihre Funktion früher verlieren. Ist das der Fall, oder mussten die Eierstöcke entfernt werden, dann lässt sich die fehlende Hormonproduktion durch Medikamente ergänzen. Diese Unterstützung erhält man normalerweise so lange, bis rein vom Alter her die Wechseljahre auch natürlicherweise einsetzen würden.
Eine Regelblutung findet dagegen wegen der fehlenden Gebärmutter nicht mehr statt. Auch eine Schwangerschaft ist nicht mehr möglich.

Langfristig sind durch eine ausgedehntere Operation innere Narben und Verwachsungen möglich. Diese können die Funktion benachbarter Organe beeinflussen. Mögliche Nervenschäden behindern unter Umständen die Funktion von Blase oder Darm. Verwachsungen verursachen bei manchen Patientinnen auch Schmerzen. Solche Spätfolgen sollten Thema bei den Nachsorgeuntersuchungen sein.

Die Entfernung der Gebärmutter kann nicht nur körperliche Folgen haben. Zur Belastung durch die Krebsdiagnose kommt bei Frauen, die sich eigentlich noch Kinder wünschten, die veränderte Lebensplanung hinzu. Manche Frauen berichten auch von Folgen für das eigene Körperempfinden, die Partnerschaft und die Sexualität.

  • Als Patientin sollten Sie auftretende Probleme rechtzeitig mit einem Arzt besprechen, bei Bedarf auch außerhalb der regulären Nachsorgetermine. Möglicherweise lassen sich belastende Symptome leicht lindern oder beheben. Der behandelnde Frauenarzt kann auch bei psychologischen Problemen Informationen geben und weitere Ansprechpartner nennen.

Exenteration: Entfernung der Gebärmutter und benachbarter Organe

Dieser sehr umfangreiche Eingriff kommt nur für vergleichsweise wenige Frauen infrage. Vor der Entscheidung sollte man sich auf jeden Fall umfassend über den Ablauf und die Folgen informieren.
Bei der Operation entfernen die Operateure nicht nur die Gebärmutter selbst und umliegendes Gewebe, sondern auch weitere befallene Gewebe, Organe oder Organteile im Beckenbereich. Je nach Ausdehnung des Tumors gehören zum Beispiel Teile von Scheide, Harnblase und/oder Darm dazu.

Für den Eingriff ist in der Regel ein mehrwöchiger Krankenhausaufenthalt notwendig. Er findet unter Vollnarkose statt. Die Operateure entfernen nach einem Bauchschnitt die befallenen Organe und Gewebe. Danach müssen sie sicherstellen, dass alle betroffenen Körperfunktionen wieder möglich werden: Wenn Blase oder Enddarm betroffen waren, schaffen sie künstliche Ausgänge für Harn und/oder Stuhl, sogenannte Stomata.
Zumindest für die Urinableitung gibt es noch eine weitere Möglichkeit: Unter Umständen lässt sich aus nicht betroffenen Darmanteilen eine "Neoblase" oder ein "Pouch" bilden. Sie dienen in gewissem Umfang als Reservoir für Urin, so dass dieser nicht kontinuierlich abtropft.
Auch der Beckenboden und eventuell ein Scheidenanteil muss unter Umständen chirurgisch nachgebildet werden. Durch die umfangreiche Gewebeentfernung könnten sich die inneren Organe sonst eventuell dauerhaft verlagern.

Welche Folgen hat eine so umfangreiche Operation?

Eine Exenteration ist ein sehr belastender Eingriff. Patientinnen benötigen viel Zeit, um sich davon zu erholen. Direkt nach der Operation kann es zu Nachblutungen und Infektionen kommen. Bei manchen Patientinnen bilden sich Entzündungsherde im Operationsbereich. Auch Probleme mit Verdauung, Stuhlgang oder dem Wasserlassen sind häufig.

War die Anlage eines Stomas notwendig? Dann müssen betroffene Frauen den Umgang damit erst erlernen und Erfahrungen sammeln, wie sie den künstlichen Darmausgang im Alltag am besten versorgen. Hilfe bekommt man dabei schon im Krankenhaus.

  • Nach dem Klinikaufenthalt ist für Betroffene eine medizinische Rehabilitation besonders sinnvoll. Dort erhält man nicht nur Hilfestellung und Beratung im Umgang mit den Folgen der Operation, etwa dem Stoma. Teil der Reha sind auch physiotherapeutische, psychologische und weitere Angebote, um den Alltag später wieder gut meistern zu können.
  • Auch der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen kann helfen. Eventuell können das Krankenhaus, das örtliche Selbsthilfebüro oder die Kliniksozialdienste und Krebsberatungsstellen Adressen und Ansprechpartner vermitteln.
  • Für Frauen, die mit einem Stoma leben werden, ist auch die Deutsche ILCO e.V, als Selbsthilfegruppe eine Anlaufstelle, mehr unter www.ilco.de.

Lymphknoten: Entnahme zur Diagnose und Therapie

Lymphknoten und -bahnen im Becken- und Bauchbereich © MediDesign Frank Geisler
Lymphknoten und -bahnen im Becken- und Bauchbereich (grün) © MediDesign Frank Geisler

Über das Lymphsystem transportiert der Körper Flüssigkeit aus dem Gewebe in den Blutkreislauf. Entlang der Lymphbahnen dienen Lymphknoten als eine Art Filter und regionale Aufnahmestation für diese sogenannte Lymphe. Über diesen Weg können sich allerdings auch Tumorzellen ausbreiten. Die Untersuchung von Lymphknoten in der Umgebung des Tumors spielt daher für die meisten Frauen mit Gebärmutterhalskrebs bei der Behandlungsplanung eine große Rolle.
Zur Sicherung der Diagnose entnehmen die Ärzte deshalb beim sogenannten "operativen Staging" Lymphknoten aus dem Becken- und Bauchbereich. Dieser Eingriff findet bei den meisten Patientinnen bei einer Bauchspiegelung statt.

Ob es ausreicht, bei frühen Tumoren zunächst nur den jeweils ersten Lymphknoten in der Umgebung des Tumors zu untersuchen, wird noch in Studien untersucht. Von anderen Tumorarten ist bekannt: Ist dieser sogenannte "Wächterlymphknoten" frei von Tumorzellen, dann sind die folgenden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nicht befallen. Für Gebärmutterhalskrebs muss aber erst noch gezeigt werden, ob dieses Verfahren sicher genug ist.

Sind keine Lymphknoten befallen? Dann kann das operative Staging je nach Situation gleich in die eigentliche Operation des Tumors übergehen.
Finden sich Krebszellen? Dann heißt das, dass die Erkrankung nicht mehr auf den eigentlichen Gebärmutterhals begrenzt ist. Die Ärzte entfernen dann je nach Befall das lymphatische Gewebe im Becken- und Bauchbereich. Ziel dieser therapeutischen Entnahme ist es, die Ausbreitung von Tumorzellen in weitere Lymphknoten oder andere Organe zu verhindern.

Welche Folgen hat die Entfernung von Lymphknoten?

Die Entfernung von Lymphknoten und -bahnen birgt ein gewisses Risiko, dass der Lymphabfluss im Gewebe vorübergehend oder dauerhaft behindert ist. Als Faustregel gilt, dass das Risiko mit der Zahl der entnommenen Lymphknoten steigt. Als Folge können Lymphödeme entstehen. Bei einem Lymphödem reichert sich Gewebsflüssigkeit an, es kommt zu mehr oder weniger ausgeprägten Schwellungen. Diese zeigen sich nicht zwangsläufig nur im Unterleib. Da auch die Lymphbahnen aus den Beinen im Unterleib münden, sind sie im ungünstigsten Fall ebenfalls betroffen.
Bei Frauen mit mehreren befallenen Lymphknoten und ausgedehnteren Tumoren kann auch eine Bestrahlung den Lymphfluss stören.
Mit diesen Schwellungen sollte man sich nicht einfach abfinden: Bleiben sie unbehandelt, muss man mit Spätschäden rechnen, denn das Gewebe leidet. Die Haut wird empfindlich und anfällig für Infektionen, das Gewebe verhärtet sich, was die Chance mindert, das Lymphödem wieder vollständig zurückzudrängen.
Wie hoch das Risiko für Lymphabflusstörungen im Einzelfall ist, sollten Patientinnen mit ihren behandelnden Ärzten besprechen. Diese klären auch auf, welche Warnzeichen auf ein beginnendes Lymphödem hindeuten.

Radiochemotherapie: Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie

Schätzen die Ärzte das Rückfallrisiko nach einer Operation als höher ein, kann eine anschließende Bestrahlung oder auch die Kombination von Bestrahlung und Chemotherapie mehr Schutz bieten. Bei Frauen, deren Tumor ausgedehnter ist, gilt die Radiochemotherapie als erste Therapiemöglichkeit.
Vorteile dieser Kombination sind: Die Bestrahlung wirkt vor allem auf den Tumor selbst, während die Chemotherapie auch bereits im Körper gestreute Krebszellen schädigt. Die Chemotherapie-Medikamente machen die Krebszellen außerdem empfindlicher gegenüber den Strahlen. Bei der Kombinationstherapie summieren sich allerdings auch die Nebenwirkungen beider Verfahren.
Gibt es Situationen, in denen eine alleinige Strahlentherapie oder eine alleinige Chemotherapie infrage kommt?

Muss man während der Behandlung ganz oder zeitweise ins Krankenhaus? Das hängt davon ab, ob man für eine ambulante Behandlung fit genug ist. Vor allem für Patientinnen, die eine weitere Anfahrt haben, kann es auch ein Problem sein, die aufwändigen Termine für beide Therapien von zu Hause aus überhaupt zu koordinieren.

Wie läuft die Strahlentherapie ab?

Perkutane Bestrahlung "von außen durch die Haut": Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs erhalten in der Regel zunächst eine Bestrahlung von außen durch die Haut. Der Fachbegriff lautet "perkutan". Dabei werden alle Regionen im Unterbauch bestrahlt, die wahrscheinlich vom Tumor befallen sind, inklusive eines Sicherheitsabstands: Je nach Krankheitssituation gehören dazu neben dem Gebärmutterhals die Gebärmutter selbst, sowie umliegende Gewebe wie ihre Haltebänder, die Scheide und Lymphknoten.
Ist man noch vor den Wechseljahren, dann verlegen die Ärzte wenn möglich vorher die Eierstöcke aus dem Strahlungsfeld. Das Ziel: die natürliche Hormonproduktion soll solange wie möglich aufrecht erhalten bleiben. Dazu ist eine Schlüssellochoperation notwendig, eine sogenannte Laparoskopie, die ohne Bauchschnitt auskommt.

Die notwendige Strahlendosis bekommt man nicht auf einmal: Sie wird auf mehrere Sitzungen verteilt, der Fachbegriff dafür lautet Fraktionierung. So lassen sich Nebenwirkungen verringern: Das gesunde Gewebe erholt sich schneller, während Tumorgewebe dazu meist schlechter in der Lage ist. In der Regel hat man über mehrere Wochen hinweg Termine an jeweils fünf Tagen pro Woche.
Bei der Behandlung liegt man auf einer Liege unter dem Bestrahlungsgerät. Sie dauert üblicherweise nur wenige Minuten. Es kann allerdings etwas dauern, bis man vom beteiligten Fachpersonal richtig "positioniert" wird und das Bestrahlungsprogramm vorbereitet ist. Als Patientin spürt man von der Bestrahlung selbst nichts.

Brachytherapie - Bestrahlung "von innen": Sind die Sitzungen mit perkutaner Bestrahlung weitgehend oder ganz abgeschlossen, dann folgt bei den meisten Patientinnen eine sogenannte Brachytherapie. Bei vergleichsweise wenigen Frauen kommt eine alleinige Brachytherapie infrage.
Bei dieser "Bestrahlung von innen" bringen die Ärzte eine Strahlungsquelle über die Scheide möglichst nahe an den Tumor. Bei nicht voroperierten Frauen legen sie die Strahlungsquelle sogar nach Möglichkeit direkt in den Gebärmutterhals ein. Der Vorteil: Die Strahlung wirkt sehr gezielt, dringt aber nicht allzu tief in das umliegendes Gewebe ein, dieses wird geschont. So lässt sich die Dosis auf den Tumor selbst noch steigern, ohne die Nebenwirkungen wesentlich zu verstärken.

Bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs wenden die Radiologen in der Regel das sogenannten Afterloading an, englisch für Nachladetechnik: Dabei platzieren sie zunächst eine Hülse oder eine Art Röhrchen am richtigen Ort, je nach Situation also im obersten Bereich der Scheide, oder bei nicht operierten Patientinnen auch direkt im Gebärmutterhals. Dafür ist eine Kurznarkose notwendig. Der richtige Sitz wird anhand von Magnetresonanztomographiebildern kontrolliert, danach vernähen die Ärzte das Röhrchen, damit es nicht verrutscht. Diese Hülse dient als eine Art "Führungsschiene" für das eigentliche radioaktive Material. Es bleibt für die Dauer der Brachytherapie im Körper und wird erst nach Abschluss der Behandlung wieder entfernt.

Auch bei dieser Bestrahlungstechnik wird die Strahlendosis auf mehrere Termine aufgeteilt, meist im Abstand von einigen Tagen bis zu einer Woche. Die Behandlung an sich ist ambulant möglich. Bei den Terminen liegt man als Patientin in einem gynäkologischen Stuhl, und die Ärzte und Techniker verbinden die Führungshülse mit dem Bestrahlungssystem. Dann wird die Strahlenquelle computergesteuert in die Hülse eingeführt. Sie bleibt nur wenige Minuten im Körper.
Von der Bestrahlung selbst spürt man nichts, aber das Platzieren des Afterloading-Systems ist je nach Krankheitssituation unangenehm bis schmerzhaft. Deshalb kann man bei Bedarf ein beruhigendes und schmerzlindernden Medikament erhalten.

Bei manchen Patientinnen ist eine Brachytherapie nicht möglich: zum Beispiel wenn der Tumor die Scheide oder - bei nicht voroperierten Patientinnen - den Gebärmutterhals zu sehr verengt. Dann kann stattdessen eine insgesamt höhere Strahlendosis über die Haut gegeben werden.

  • Die gesamte Strahlentherapie, also perkutane Bestrahlung plus Brachytherapie, dauert bei den meisten Frauen in der Regel längstens acht Wochen. Ausnahmen sind möglich.

Was passiert bei der Chemotherapie?

Bei einer Chemotherapie erhält man Medikamente, die im ganzen Körper wirken, sogenannte Zytostatika. Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs bekommen üblicherweise den Wirkstoff Cisplatin. Verträgt man dieses Zytostatikum nicht? Dann kommt zum Beispiel Carboplatin infrage. Ist eine Heilung der Erkrankung nicht wahrscheinlich? Dann kann der Platin-Wirkstoff mit weiteren Zytostatika kombiniert werden, zum Beispiel mit den Substanzen Topotecan oder Paclitaxel.

Wird die Chemotherapie mit einer Bestrahlung kombiniert, als Radiochemotherapie? Dann erhält man Cisplatin in der Regel jeweils am ersten Tag jeder Bestrahlungswoche während der Bestrahlung durch die Haut. Alternativ erfolgt die Chemotherapie jeweils an Tag eins bis fünf der ersten und fünften Bestrahlungswoche. Wird Cisplatin mit einem weiteren Medikament kombiniert, dann planen die Ärzte die Therapieabstände individuell.

Die Zytostatika bekommt man über eine Infusion. Diese dauert je nach Medikament eine halbe bis mehrere Stunden.
Ist absehbar, dass man häufiger Infusionen erhalten wird, dann empfehlen Ärzte einen Port. Dabei handelt es sich um ein kleines Kunststoff-Reservoir unter der Haut, das mit einer großen Vene verbunden ist. Es wird bei einem ambulanten Eingriff unter örtlicher Betäubung unter die Haut eingesetzt. Der Vorteil: Das wiederholte Suchen nach einer geeigneten Vene und das oft schmerzhafte Legen immer neuer Infusionsnadeln entfallen. Das "Anstechen" nur der Haut über dem Port ist wesentlich weniger unangenehm.

Nebenwirkungen der Radiochemotherapie: vorbeugen und behandeln

Die Radiochemotherapie ist eine sehr wirksame Krebsbehandlung. Patientinnen müssen jedoch damit rechnen dass sich die Nebenwirkungen beider Behandlungsverfahren gegenseitig verstärken.

Bei einer Strahlentherapie werden Zellen mit energiereicher Strahlung so stark geschädigt, dass sie sich nicht mehr teilen können und nach einiger Zeit absterben. Mit modernen Bestrahlungstechniken versuchen Radiologen heute, an den Tumor angrenzende Organe möglichst aus dem Strahlenfeld zu halten. Dennoch erreicht eine Bestrahlung auch umliegendes gesundes Gewebe. Vor allem dann, wenn man als Patientin Krebs im fortgeschrittenen Stadium hat, wird ein relativ großer Bereich im Unterbauch gezielt mitbestrahlt - so sollen unsichtbar bereits verbreitete Tumorzellen erreicht werden.

Auch eine Chemotherapie schädigt nicht nur Krebszellen. Betroffen sind alle Zellen, die sich häufig teilen, zum Beispiel die blutbildenden Zellen des Knochenmarks, der Haarwurzeln und Schleimhautzellen in Mund und Verdauungstrakt.

Werden Bestrahlung und Chemotherapie kombiniert? Dann können sich die Nebenwirkungen der beiden Behandlungen gegenseitig verstärken. Eine solche Kombinationstherapie empfinden deshalb viele Betroffene als sehr belastend.

Mit welchen Nebenwirkungen man als Patientin aber tatsächlich rechnen muss und wie ausgeprägt Beschwerden sind, hängt von mehreren Faktoren ab:

  • von der Art und Länge der Behandlung,
  • bei einer Chemotherapie vom Medikament oder der Kombination an Medikamenten, die man bekommt,
  • von individuellen Faktoren: Nicht jede Patientin reagiert gleich.

Ziel einer begleitenden Behandlung ist es, Nebenwirkungen zu lindern, einigen lässt sich auch vorbeugen. Die meisten Symptome klingen nach Abschluss der Therapie relativ bald ab. Langzeitfolgen sind möglich, betreffen aber nicht alle Patientinnen. Für alle Nebenwirkungen gilt: Wenn man während der Therapie Beschwerden hat, sollte man nicht warten, sondern möglichst rasch mit den behandelnden Ärzten oder den Pflegefachkräften sprechen, die für die Versorgung zuständig sind.

Im folgenden Abschnitt geht der Krebsinformationsdienst auf häufigere kurz- und langfristige Folgen der Strahlen- und Chemotherapie bei Gebärmutterhalskrebs ein. Verlinkt sind weiterführende Texte, in denen einzelne Themen vertieft werden.

Bestrahlung: Welche Folgen sind möglich?

Kurzfristige Nebenwirkungen

Probleme mit Haut und Schleimhaut an Darm, Scheide und Blase: Erste Reaktionen zeigen sich oft als Reizungen in Blase, Darm, After und/oder Scheide - mit Symptomen, wie sie auch bei einer Infektion auftreten würden: Das Wasserlassen kann schmerzhaft sein. Manchen Patientinnen fällt es schwer, den Urin zu halten. Der Darm kann schmerzhaft entzündet sein, beim Gang zur Toilette bluten oder Schleim absondern. Auch Durchfälle sind möglich. Ähnliche Entzündungsreaktionen zeigen Haut und Schleimhäute an Scheide und After.

Je nach Situation verschreiben die Ärzte dann Schmerzmittel, krampflösende Medikamente oder Arzneimittel gegen Durchfälle. Sie beraten auch zur Auswahl geeigneter Lebensmittel und Getränke, die die Blasen- und Darmschleimhaut weniger reizen.
Zur äußerlichen Behandlung empfehlen Fachleute hautschützende und entzündungsmindernde Cremes oder Salben. Wer nicht allergisch reagiert, kann auch Kamillensitzbäder oder Sitzbäder mit künstlichen Gerbstoffen anwenden.
Auf diese und weitere Hausmittel sollte man als Betroffene aber nicht ohne Rücksprache mit den Ärzten zurückgreifen, um unerwünschte Reaktionen zu vermeiden. Ein weiteres Problem: Treten solche Schleimhautprobleme auf, steigt auch das Infektionsrisiko - das geschädigte Gewebe verliert seine Barrierefunktion gegenüber Keimen, mehr dazu im Text "Fieber, Entzündungen, Infektionen bei Krebs".
Eine Bestrahlung von außen durch die Haut kann zu Hautrötungen am Unterbauch führen, ähnlich wie bei einem Sonnenbrand. Tipps zur Pflege erhalten Patientinnen schon während der Bestrahlung von Ärzten und Pflegefachleuten.

Allgemeinsymptome, Erschöpfung: Manche Patientinnen fühlen sich während der Strahlenbehandlung sehr erschöpft. Ob es sich dabei tatsächlich um eine unmittelbare Bestrahlungsfolge handelt, oder ob Betroffene unter der allgemein belastenden Situation leiden, lässt sich allerdings kaum klären. Eine andauernde Müdigkeit, die sich auch durch Ruhen oder viel Schlafen nicht bessert, bezeichnen Fachleute als "Fatigue".

Langfristige Folgen

  • Auf Dauer bleiben bei vielen Frauen nach einer Bestrahlung die Schleimhäute im Bereich von Geschlechtsorganen, Blase und Darm trockener als zuvor. Das empfindliche Gewebe wird insgesamt weniger elastisch und empfindlich gegenüber Reizungen oder Keimen. Als Betroffene sollte man sich schon vor Beginn der Bestrahlung beraten lassen, was an medizinischen Maßnahmen möglich ist und was man selbst zur vorbeugenden Pflege tun kann.
  • Auch im Bereich der mitbestrahlten Haut am Unterleib kann es zu Veränderungen kommen. Langfristig ist die Haut empfindlicher gegenüber Reizungen und muss gut gepflegt werden. Dauerhafte Schäden sind heute aber deutlich seltener als früher.
  • Seltener, aber nicht auszuschließen sind stärkere Verwachsungen und Verhärtungen durch Narbenbildung - auch "Strahlenfibrose" genannt. Sie können die Funktion von Organen und Geweben langfristig beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel Verengungen von Blase oder Scheide. Auch der Schließmuskel des Darms kann betroffen sein, die Darmschleimhaut neigt unter Umständen zu Blutungen. Auffällige Gefäßveränderungen kann ein Arzt gegebenenfalls veröden. Scheidenverengungen können unter Umständen vorsichtig gedehnt werden. Weitere Informationen finden sich im Text "Gebärmutterhalskrebs: Leben mit und nach der Erkrankung".
  • Wurden Lymphknoten bestrahlt? Dann steigt das Risiko, ein Lymphödem zu entwickeln. Diese Schwellung entsteht, weil die Lymphe nicht mehr abfließen kann. Betroffen sind der Unterkörper, eventuell auch die Beine, deren ableitende Lymphbahnen im Unterbauch münden. Wie man Lymphödemen bei und nach Krebs vorbeugt und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt, erläutert der Krebsinformationsdienst in den Texten zum Thema "Lymphödem bei Krebspatienten - Verhindern, erkennen, behandeln".
  • Befanden sich die Eierstöcke im Strahlenfeld? Dann kann ihre Funktion nachlassen oder ganz aufhören. Eine Folge sind vorzeitige Wechseljahre. Anzeichen dafür lassen sich in der Regel durch Hormone ausgleichen, mehr dazu auch im Text "Gebärmutterhalskrebs: Leben mit und nach der Erkrankung".

Chemotherapie: Mit welchen Nebenwirkungen muss man rechnen?

Blutbildung, Immunfunktion: Viele Zytostatika beeinflussen die Bildung von Blutzellen im Knochenmark. Dazu gehören Zellen, die für die Immunabwehr wichtig sind. Sind sie betroffen, dann steigt das Risiko für Infektionen. Seltener kommt es zu Blutgerinnungsproblemen, weil die Anzahl der Blutplättchen vermindert ist. Wenn rote Blutkörperchen fehlen, dann führt die Blutarmut zu Müdigkeit und Schwäche. Während einer Radiochemotherapie ist das Risiko für eine Blutarmut besonders hoch. Daher überwachen die Ärzte die Blutwerte sorgfältig. Unter Umständen sind Transfusionen notwendig, oder die Gabe von Wachstumsfaktoren, die die Bildung von Blutzellen anregen.

Übelkeit, Erbrechen: Während der Chemotherapie kann es zu Übelkeit, Erbrechen und/oder Durchfall kommen. Um Übelkeit und Erbrechen während und nach einer Krebsbehandlung vorzubeugen oder um sie zu behandeln, gibt es wirksame Medikamente. Diese sogenannten Antiemetika sind mittlerweile fester Bestandteil der Krebstherapie. Weitere Informationen zum Thema bietet der Krebsinformationsdienst im Text "Übelkeit und Erbrechen während der Krebsbehandlung: Vorbeugen, Belastung reduzieren, Folgen vermeiden". Auch gegen Durchfall verschreiben die Ärzte bei Bedarf Medikamente.

Hautprobleme, Haarausfall: Einige Zytostatika wirken auf Schleimhäute und können Hautprobleme verursachen: Manche Patientinnen leiden unter Entzündungen, Juckreiz oder Ausschlägen. Auch Haarausfall ist möglich. Was man als Betroffene tun kann, hat der Krebsinformationsdienst in den Texten "Haare, Haut, Zähne: Pflegen und schützen" zusammengestellt.

Nebenwirkungen an Ausscheidungsorganen: Auch Niere und Leber können in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Grund: Über diese Organe werden die Zytostatika verstoffwechselt und wieder ausgeschieden. Voraussetzung für eine Chemotherapie ist deshalb eine gute Funktion insbesondere der Niere.

Nervenschäden, Neuropathie: Zytostatika, die Platin enthalten, bergen ein gewisses Risiko, dass Nervenschäden entstehen. Fachleute sprechen von "Neuropathie". Meist sind Hände oder Füße betroffen. Symptome sind Gefühlsstörungen, Kribbeln oder Schmerzen in den betroffenen Regionen. Auch Hörprobleme sind möglich. Diese Störungen sind bei den meisten Patientinnen vorübergehend, bleiben aber bei manchen Betroffenen auch nach Ende der Therapie bestehen. Weiterführende Informationen bietet der Krebsinformationsdienst im Text "Neuropathie bei Krebspatienten - Wenn Hände und Füße kribbeln".

Klinische Studien: Behandlungen verbessern, neue Verfahren etablieren

In spezialisierten Krebszentren erhält man als Patientin mit Gebärmutterhalskrebs unter Umständen das Angebot, an einer klinischen Studie teilzunehmen. Was bedeutet das? In klinischen Studien werden zum einen neue Verfahren erprobt, etwa neue Arzneimittel. Häufig handelt es sich aber auch um Studien, in denen die bisherige Behandlung verbessert werden soll. Die Teilnahme ist keine Pflicht. Die Betreuung innerhalb einer Studie kann Vorteile haben, weil man je nach Situation und Studie Zugang zu verbesserten Behandlungsverfahren erhält. Auch wird man in einer klinischen Studie meist sehr engmaschig und sorgfältig betreut. Handelt es sich um die Prüfung neuer Verfahren, sind allerdings auch bisher nicht vollständig bekannte Risiken nicht ausgeschlossen. Hintergründe und Entscheidungshilfen hat der Krebsinformationsdienst in seinen Texten zur "Krebsforschung" zusammengestellt. Dort finden sich auch Linktipps und Anlaufstellen für die Suche nach klinischen Studien.

Zum Weiterlesen: Linktipps, Fachinformation, Quellen (Auswahl)