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Mann im Badezimmer, Foto: Radius Images/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hautprobleme während einer Krebsbehandlung

Behandeln, schützen, vorbeugen

Ob Tumorgewebe aus dem Körper herausoperiert wird, ob die Krebserkrankung mit Chemotherapie, Bestrahlung oder zielgerichteten Methoden behandelt wird: Aus ganz unterschiedlichen Gründen können diese Verfahren der Haut zusetzen. Gerade weil die Haut für andere Menschen gut sichtbar ist, empfinden Krebspatienten Veränderungen oft als belastend. Narben, entzündete oder juckende Haut mindern die Lebensqualität mitunter deutlich.

Für Betroffene, aber auch Angehörige und Interessierte hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt, wie man mit Belastungen umgehen kann. Nicht alle Ansätze, die sich im Alltag bewährt haben, sind durch hochwertige wissenschaftliche Studien untersucht. Falls im Folgenden Tipps zitiert werden, die vor allem auf praktischen Erfahrungen beruhen, ist dies angegeben.

Letzte Aktualisierung: 14.07.2010

Genutzte Quellen und Links

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Operation: Meist kein Grund für eingeschränkte Hautpflege

Nach einer Operation dauert die Wundheilung etwa sechs bis acht Wochen. Wundverschlüsse wie Fäden oder Klammern werden oft schon nach ein bis zwei Wochen entfernt. Vorsichtiges Waschen mit Wasser und Seife oder einer milden Waschlösung rund um den Verband - der natürlich nicht nass werden darf - ist meist schon viel früher möglich und wird von Gesundheits- und Krankenpflegern beim Verbandwechsel gezeigt. Ansonsten sind - nach kurzer Rückfrage - Operationen meist kein Grund, die sonstige übliche Körperpflege einzuschränken. Im Gegenteil, das selbständige Waschen, ob mit oder ohne Hilfe durch Schwestern und Pfleger, gilt in vielen Kliniken als Teil der Maßnahmen, mit denen auch der Kreislauf wieder in Schwung gebracht und die Entstehung von Blutgerinnseln durch zu langes Liegen verhindert werden sollen.
Ein bis zwei Tage nach dem Fädenziehen können die meisten Patienten auch wieder duschen oder baden. Ein Aufweichen der Haut sollte aber noch ein bis zwei Wochen vermieden werden: Die konkreten Zeitangaben erfragen Patienten beim letzten Verbandswechsel vor der Entlassung aus der Klinik. Der Krebsinformationsdienst informiert in einem eigenen Text über das Risiko von Wundinfektionen nach Operationen.

Narbenpflege: Absprache mit dem Arzt notwendig

Ob eine sogenannte Narbenpflege mit speziellen Salben oder Cremes sinnvoll ist oder eher zu Reizungen führen könnte, sollte der behandelnde Arzt entscheiden. Dies gilt vor allem, wenn noch eine Bestrahlung des operierten Gebietes geplant ist. Narben sind zunächst und oft auch dauerhaft ohne Pigmente, deshalb sollten Patienten nach Operationen darauf achten, keine oder möglichst wenig Sonne auf die operierte Haut zu lassen. Nach dem vollständigen Abheilen schützt ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.
Nach manchen Operationen kommt es nicht nur auf die reine Wundheilung an, sondern auch auf die besondere Form und Funktion der operierten Körperregion. Patienten und Patientinnen sollten möglichst noch in der Klinik nach Pflegetipps fragen. Dazu gehören vor allem die Stomapflege bei künstlichem Darmausgang oder künstlicher Harnableitung, die Pflege nach plastischen Operationen zum Beispiel bei der Brustrekonstruktion oder die Versorgung von flächigen Hautnarben nach der Operation von Hautkrebs oder Hautmetastasen, vor allem wenn diese chirurgisch mit Haut von anderen Körperteilen abgedeckt wurden.

Bei und nach Chemotherapie: Haut- und Schleimhautpflege

Durch eine Chemotherapie werden besonders schnell wachsende Zellen geschädigt. Dazu gehören auch Haut- und Schleimhautzellen. Im Mundbereich leiden Chemotherapiepatienten gelegentlich unter Entzündungen, die die Mundpflege unangenehm machen.
Auch werden betroffene Patienten empfindlicher gegen Infektionen der Haut und der Schleimhäute mit Herpes-Viren, Bakterien oder Pilzen. Schon bevor bei einer Infektion mit Herpes-Viren Bläschen an der Lippe oder einem anderen betroffenen Körperteil zu sehen sind, kann die Haut an der entsprechenden Stelle spannen, jucken, kribbeln und brennen. Symptome für eine Pilzerkrankung der Haut sind juckende, leicht gerötete und schuppende Hautbezirke ebenso wie nässende Bläschenbildung. Bakterielle Infektionen zeigen sich durch Rötung und Überwärmung.

Einige Medikamente machen sonnenempfindlich. Am Tag der Gabe sollten Patienten direkte Sonnenbestrahlung vermeiden: Ob Sonnenschutzmittel ausreichen, oder ob Betroffene die Sonne besser ganz meiden sollten, erfahren sie von ihren Ärzten oder den betreuenden Fachpflegekräften.

Chemotherapie: Wie kann sich die Haut verändern?

Auftreten können trockene, schuppende und teilweise auch juckende Hautverdickungen, Rötungen und bei manchen Patienten auch Pigmentflecken. Allergische Reaktionen mit juckenden Knötchen oder Quaddeln sind ebenfalls möglich. Bei wenigen Behandelten entwickeln sich Hautausschläge am ganzen Körper ("generalisierte Exantheme"). Bei bestimmten Chemotherapiemedikamenten können auch schmerzhafte Veränderungen an Handinnenflächen und Fußsohlen auftreten. Man spricht auch vom Hand-Fuß-Syndrom. Die gute Nachricht: Die meisten Hautprobleme sind vorübergehend und verschwinden teilweise noch während und meist mit Abschluss der Therapie.

Auch nach der Übertragung von Spenderstammzellen im Rahmen einer Hochdosischemotherapie kann es zu Hautveränderungen kommen. Verantwortlich ist dann eine Transplantat-gegen-Wirt-Reaktion, bei der sich die übertragenen Immunzellen gegen das Gewebe des Patienten richten. Nicht selten verblassen solche Hautprobleme innerhalb einiger Monate. Bis dahin lassen sie sich durch kosmetische Maßnahmen überdecken.

Moderne Begleitmedikamente und die Weiterentwicklung der Chemotherapiesubstanzen selbst haben dafür gesorgt, dass die meisten Patienten gar keine oder nur sehr milde Hautprobleme erleben. Normalerweise müssen Patienten während einer Chemotherapie nichts an ihrer gewohnten Körperpflege ändern.
Es kann allerdings sinnvoll sein, während der Behandlung auf manche Pflegeprodukte mit potenziell reizenden Inhaltsstoffen zu verzichten. Wenn die Haut empfindlich reagiert, sollte beim Waschen beispielsweise lauwarmes Wasser anstatt eiskaltem oder sehr heißem Wasser verwendet werden, beim Abtrocknen sollte die Haut sanft getupft statt gerieben werden. Wenn das Immunsystem während einer (Hochdosis-)Chemotherapie vorübergehend "in die Knie geht" und die Zahl der Immunzellen unter einen kritischen Grenzwert fällt, kann es notwendig sein, bei jeder Wäsche frische Seifenläppchen und Handtücher oder Einmalwaschlappen zu benutzen, um das Risiko einer Infektion durch verschleppte Keime zu reduzieren.

Bei der Pflege beachten: Duft oder Geruch?

Problematisch kann für Chemotherapiepatienten ein Nebeneffekt von Seife, Cremes, Deos, Haarsprays und ähnlichen Produkten sein, der mit der eigentlichen Hautpflege nichts zu tun hat:
Während einer Zellgifttherapie reagieren einige Patienten sehr sensibel auf Düfte und Gerüche. Selbst das Lieblingsparfum wird unter Umständen als unangenehm empfunden. An den Mitpatienten im gleichen Zimmer sollten Betroffene beim Packen des Waschbeutels für den Krankenhausaufenthalt deshalb ebenfalls denken. Für Angehörige gilt: Ein eigentlich wohlriechender Blumenstrauß ist nicht immer das beste Geschenk. Ob Blumen auf der Station unter hygienischen Gesichtspunkten erlaubt und wegen ihres Dufts auch willkommen sind, kann man vorab erfragen.
Vorsicht ist bei der Aromatherapie geboten. Auch wenn einige Patienten auf ätherische Öle zur Besserung des Wohlbefindens und gegen Übelkeit schwören: Nicht jeder verträgt die Düfte. Selbst bei Gesunden können durch qualitativ hochwertige Produkte Allergien ausgelöst werden. Zu möglichen Risiken informiert das Bundesamt für Risikobewertung unter www.bfr.bund.de, die Eingabe von "ätherische Öle" in die Suchmaschine der Seite führt weiter.

Intimbereich: Krebsbehandlung kann Schleimhäute schädigen

Nicht nur die Haut, sondern auch die Schleimhaut in Darm, Blase und Scheide (Vagina) kann von einer Krebsbehandlung betroffen sein. Über diese Probleme zu sprechen ist vielen Menschen unangenehm.

Während einer intensiven Chemotherapie und vor allem bei Bestrahlung des Unterleibs können Frauen erheblich unter entzündeten Schleimhäuten der Vagina leiden. Frauen wie Männer sind bei einer höher dosierten Chemotherapie oder Bestrahlung des Beckens außerdem durch Entzündungen der Blase, des Enddarms und des Afters gefährdet. Diese können als Folge von Schädigungen der Schleimhäute entstehen. Darüber hinaus sind gereizte oder entzündete Schleimhäute anfälliger für Infektionen durch Krankheitserreger. Betroffene sollten nicht zögern, ihre Ärzte auf die Probleme anzusprechen, um Komplikationen vorzubeugen. Von Hygienemaßnahmen auf eigene Faust oder gar einer Selbstbehandlung raten Experten ab. Weitere Informationen hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt.

Trockene Schleimhäute: Hilfe durch fetthaltige Cremes und Köperpflegeprodukte?

Nicht nur beim Geschlechtsverkehr können trockene Schleimhäute der Vagina unangenehm sein. Sie sind auch ein Risikofaktor für Infektionen, da die Barrierefunktion gegenüber Keimen herabgesetzt ist. Trockene Schleimhäute können eine Folge von Operationen und Bestrahlungen im Beckenbereich sein. Veränderungen des Hormonhaushaltes durch eine Antihormontherapie, wie sie bei Brustkrebspatientinnen eingesetzt wird, wirken sich bei vielen Frauen ebenfalls entsprechend aus.

Fetthaltige Cremes oder gar normale Körperpflegeprodukte sind nicht geeignet, die Beschwerden zu lindern. Sie fördern die Ausbreitung von Krankheitskeimen, vor allem von Pilzen (Mykosen). In Apotheken gibt es medizinische Gels zur Befeuchtung der Schleimhaut. Betroffene Frauen sollten auf jeden Fall mit ihren Gynäkologen über Behandlungsmöglichkeiten sprechen. Ob Gels oder Zäpfchen mit Östrogenen angewendet werden können, hängt allerdings von der Grunderkrankung ab: Nach hormonabhängiger Brustkrebserkrankung sollten sie nur zum Einsatz kommen, wenn sich die Schleimhautprobleme anders nicht lösen lassen, mehr dazu hier.

Zielgerichtete Krebstherapien: Auswirkungen auf Haut und Nägel

Moderne Krebstherapien richten sich gegen bestimmte Merkmale auf der Oberfläche oder innerhalb von Tumorzellen. So sollen sie das Tumorwachstum stoppen. Sie wirken nicht auf den gesamten Körper. Jedoch sind die Ziel-Proteine (Eiweiße) auch auf anderen, gesunden Zellen vorhanden. Deshalb können Nebenwirkungen auftreten. Bei diesen zielgerichteten Krebstherapien, englisch "targeted therapies", kann es zu Veränderungen an Haut, Nägeln und Haaren kommen. Werden moderne Verfahren mit einer Chemotherapie kombiniert, können die Nebenwirkungen auch auf diese Medikamente zurückgehen.

Die Nebenwirkungen der "targeted therapies" sind nicht immer gleich. Untersuchungen haben gezeigt, dass verschiedene Wirkmechanismen jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf die Haut haben. Im Folgenden stellt der Krebsinformationsdienst häufige Nebenwirkungen von sogenannten EGFR-Hemmern und von Tyrosinkinase- und Multikinase-Inhibitoren vor.

EGFR-Hemmer: Mögliche Auswirkungen auf die Haut

Der "Epidermale Wachstumsfaktor Rezeptor", oder englisch "Epidermal-Growth-Factor-Receptor", ist ein Protein (Eiweiß), das auf bestimmten Tumorzellen vermehrt auftritt. Es ist wichtig für die Weiterleitung von Wachstumssignalen von der Zelloberfläche ins Innere. EGFR-Hemmer stören diese Weiterleitung. Fachleute sprechen auch von EGFR-Inhibitoren. Der EGF-Rezeptor findet sich allerdings nicht nur auf Krebszellen, sondern auch an Hautzellen und Nagelzellen. Nägel sind "Verlängerungen" oder auch "Anhangsgebilde" der Haut.

Zu den Veränderungen an Haut und Nägeln zählen bei EGFR-Hemmern:

  • Akneähnliche Hautveränderungen, fachsprachlich: akneiformes Exanthem (Rötung und Schuppung, Knötchenbildung und juckende Pusteln)
  • Trockene und rissige Haut
  • Entzündungen von Nagelwall und Nagelbett, fachsprachlich: Paronychie

Hautveränderungen treten nicht bei allen Wirkstoffen mit derselben Häufigkeit auf. Insgesamt gesehen handelt es sich um sehr häufige Nebenwirkungen, sie betreffen mehr als einen von zehn Patienten.

Multikinasehemmer: Mögliche Auswirkungen auf die Haut

Tyrosinkinasehemmer blockieren die Wachstumssignale in Krebszellen. Sogenannte Multikinasehemmer sind sogar in der Lage, die Signalübertragung in einer Tumorzelle an verschiedenen Stellen zu stören.
Nicht bei allen Medikamenten, die sich diese Mechanismen zunutze machen, treten die gleichen Nebenwirkungen auf. In Klammern sind deshalb die Wirkstoffe angegeben, bei denen die entsprechenden Hautprobleme beobachtet wurden.

  • Fleckiger Hautausschlag, fachsprachlich: makulopapulöses Exanthem (Imatinib, Sorafenib, Sunitinib)
  • Gewebeschwellungen im Bereich der Augenhöhle (Imatinib)
  • Juckreiz (Imatinib)
  • Hand-Fuß-Syndrom, also Ausschläge an Hand- und Fußsohle mit Rötung, Blasenbildung, vermehrter Hornhautbildung und Schmerzen (Sorafenib, Sunitinib)
  • Entzündungsbedingte Hautrötung im Gesicht, fachsprachlich: Gesichtserythem (Sorafenib)
  • Gelbfärbung der Haut (Sunitinib)

Nach der Therapie: Die Haut erholt sich

Die Veränderungen an Haut, Nägeln und Haaren bilden sich zurück, nachdem die Medikamente abgesetzt werden. Nur selten sind sie Grund für eine Therapieunterbrechung, auch wenn dies bei besonders schweren Nebenwirkungen notwendig sein kann. Trotzdem können Hautprobleme für Patienten eine große Belastung darstellen, vor allem da die Behandlung in der Regel über Monate fortgesetzt wird.
Da "targeted therapies" noch verhältnismäßig neu sind, gibt es zur Behandlung ihrer Nebenwirkungen bislang wenig durch wissenschaftliche Studien überprüfte Empfehlungen. Die Behandlung der Hautveränderungen orientiert sich an den bewährten Therapien von bekannten Hauterkrankungen wie Akne, Ekzem und trockener Haut. So kann es sinnvoll sein, einen Hautarzt aufzusuchen, der auf die Behandlung dieser Erkrankungen spezialisiert ist.

Vorbeugung und Behandlung: Was können Patienten tun?

Patienten, die mit modernen Krebstherapien behandelt werden, können mit entsprechenden Maßnahmen die Schwere von Nebenwirkungen an der Haut beeinflussen und Folgeschäden entgegenwirken. Einen sicheren Schutz vor Hautproblemen garantieren diese Maßnahmen jedoch nicht. In der Fachliteratur sind folgende Ratschläge aufgeführt:

  • Zur Reinigung der Haut nur Wasser und seifenfreie Lotionen verwenden
  • Kein unnötiges Waschen der Haut (kein unnötig langes Duschen oder Baden), nur lauwarmes Wasser verwenden
  • Die Anwendung von pflegenden Lotionen oder Cremes sollte mit dem Arzt abgesprochen werden, auch wenn diese nicht verschreibungspflichtig sind. Fachleute raten zwar unter bestimmten Umständen zu rückfettenden Cremes. Trotzdem sind nicht alle Präparate in jeder Phase der Hautveränderung hilfreich oder können sogar schädlich sein.
  • Hohe Raumtemperatur vermeiden, bei trockener Haut Luftfeuchtigkeit erhöhen; denn bei trockener Wärme transportiert die Haut vermehrt Feuchtigkeit an die Oberfläche und trocknet aus
  • Ausreichender Lichtschutz (Lichtschutzfaktor höher als 15), Vermeidung von direkter Sonneneinstrahlung
  • Vermeidung von Belastungen durch Reibung und Druck durch leichte, luftdurchlässige und nicht einengende Kleidung tragen
  • Weite Schuhe tragen, um Druck auf das Nagelbett zu vermeiden
  • Bei Hausarbeit baumwollgefütterte Handschuhe tragen
  • Schonende vorsichtige Nagelpflege, Nagelhaut nicht zurückschieben
  • Gründliche Fußpflege mit dem Ziel, die Menge von Keimen zu verringern (antiseptische Fußbäder)
  • Behandlung von Pilzbefall - Fußpilz, Nagelpilz - vor Beginn der Krebstherapie

In Studien konnte gezeigt werden, dass auch eine vorbeugende Antibiotikagabe die Ausprägung der Hautveränderungen günstig beeinflussen kann. Ob dies jeweils infrage kommt, entscheidet der Arzt.
Weitere Tipps zur Hautpflege können Betroffene von den behandelnden Ärzten und Hautärzten sowie von Pflegefachkräften erhalten.

Bei und nach Bestrahlung: Auf was man bei der Hautpflege achten sollte

Während einer Bestrahlung wird die Haut durch moderne Bestrahlungsgeräte zwar nicht so stark belastet wie der eigentliche Tumor im Zielgebiet. Schwere Hautschäden, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten bei manchen Patienten kaum zu vermeiden waren, sind sehr selten geworden. Innerhalb der ersten sechs Wochen nach Beginn einer Strahlentherapie können trotzdem leichte Rötungen oder Schwellungen auftreten, die den ersten Anzeichen eines Sonnenbrandes ähneln. Selbst wenn sich die Haut leicht schält oder brennt, ist dies jedoch meist kein Grund, die Therapie abzubrechen, da sich die Hautzellen wieder erholen.

Wesentlich seltener sind heute dauerhafte Schäden der Haut, wie zum Beispiel geplatzte Äderchen, Pigmentflecken oder hellere Stellen, oder dauerhaft trockene Haut durch eine Störung der Schweiß- oder Talgdrüsen. Ansprechpartner für Hautschäden ist auch nach dem Abschluss der Behandlung der Strahlentherapeut. Er gibt entsprechende Pflegetipps und verschreibt bei Bedarf lindernde Arzneimittel. Auf jeden Fall lohnt es sich für Patienten, gleich bei Behandlungsbeginn Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger nach Tipps zu fragen, um eine zusätzliche Hautbelastung zu verhindern.

Im Allgemeinen gilt:

  • Lockere, gut sitzende und nicht scheuernde Kleidung (das kann für Frauen bei einer Bestrahlung des Oberkörpers auch für einige Wochen den Verzicht auf einen BH bedeuten) und
  • kein oder möglichst wenig Schmuck auf dem bestrahlten Gebiet schützen die Haut vor mechanischen Reizungen.
  • Mit Seife, Deos, alkoholhaltigen Lösungen oder Cremes - auch medizinischen Salben - direkt an der Strahlenein- und austrittsstelle sollten Patienten vorsichtig sein und sicherheitshalber nachfragen, womit die bestrahlte Haut gepflegt werden darf, gerade dann, wenn sich eine Rötung oder Schwellung zeigt.
  • Beim Waschen ist mitunter Vorsicht geboten, damit die Haut nicht aufweicht. Die Haut im Bestrahlungsfeld darf jedoch in der Regel vorsichtig mit lauwarmem Wasser benetzt werden. Sind zur Positionierung der Bestrahlung und zur genauen Ausrichtung Farbmarkierungen notwendig, dürfen diese allerdings nicht entfernt werden. Beim Abtrocknen heißt es: Haut abtupfen statt rubbeln.
  • Für Männer gilt unter Umständen bei Behandlungen im Kopf-Hals-Bereich auch für einige Zeit eine Einschränkung oder sogar ein Verbot der Nassrasur.
  • Vorsicht mit dem heißen Fön, dem Heizkissen, aber auch der Eispackung: Frisch bestrahlte Haut reagiert sehr empfindlich auf Temperaturreize.

Die Körperpflege von nicht bestrahlten Hautarealen kann dagegen meist wie gewohnt erfolgen. Sonne, Salz- und Chlorwasser sind für Radiotherapiepatienten zwar meist bis einige Wochen nach Abschluss der Behandlung tabu - der Kurzurlaub zwischendurch muss deshalb aber nicht ins Wasser fallen.

Für die hier aufgeführten Ratschläge gilt jedoch: Im Bereich Pflege unter Bestrahlung gibt es bisher nur wenige gute und eindeutige Forschungsergebnisse. Informationen, die von diesen Hinweisen abweichen, können deshalb ebenso richtig sein.

Allgemein verständliche Tipps zur Hautpflege bei und nach Bestrahlung für Brustkrebspatientinnen enthält das Dokument "Brustkrebs. Die Ersterkrankung und DCIS - Eine Leitlinie für Patientinnen", ab Seite 57. Der Text kann im Internet als PDF-Dokument heruntergeladen werden: http://leitlinienprogramm-onkologie.de/uploads/tx_sbdownloader/Patientenleitlinie_Brustkrebs_1.pdf.

Hautpflege: Allgemeine Tipps

Nicht nur die eigentliche Krebstherapie, auch begleitende Maßnahmen, Vorerkrankungen und die Tumorerkrankung selbst können besondere Hautpflege notwendig machen. Wird die Haut in irgendeiner Form verletzt, schränkt das meist auch ihre Stabilität und Barrierefunktion ein und macht sie weniger widerstandsfähig gegen Infektionen. 

Dies trifft zu bei

Darüber hinaus können sich bei langfristig bettlägerigen Menschen Aufliegegeschwüre (Dekubitus) entwickeln; Vorerkrankungen wie Diabetes mellitus und krankhafte Verengungen der Arterien der Arme und Beine erhöhen das Risiko für Hautinfektionen.

Ein Gespräch mit dem Arzt, mit Pflegefachkräften, eine Schulung während einer stationären Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung oder durch Brückenpflegeteams und Sozialdienste und der Kontakt mit Selbsthilfegruppen machen Patienten fit für den Alltag. Weitere Informationen zur Vorbeugung von Hautkomplikationen bietet auch der Text "Risiken senken: Welche Maßnahmen schützen?".

Schönheit von außen: Schminken, aber wie?

In Filmen soll man Krebspatienten sofort erkennen: Mit dunklen Ringen unter den Augen, hohlen Wangen und blassen Lippen werden Schauspieler "auf krank geschminkt". Das Bild, das so vermittelt wird, entspricht manchmal auch der Realität: Eine mit Sorgen oder Beschwerden durchwachte Nacht hinterlässt Spuren ebenso wie eine Chemotherapie oder Bestrahlung. Manchmal trägt schon ein flüchtiger Blick in den Spiegel dazu bei, sich miserabel zu fühlen. Und nicht immer und überall möchte man als Patientin oder Patient neugierigen Blicken oder auch Fragen mit detaillierten Auskünften zur eigenen Krankengeschichte begegnen.

In den USA wurde deshalb vor einigen Jahren die "Look good…feel better"-Initiative (englisch für "Gut aussehen, besser fühlen"; in englischer Sprache im Internet unter www.lookgoodfeelbetter.org erreichbar) entwickelt. Die Idee hat inzwischen auch in Deutschland Fuß gefasst. Ein Beispiel ist www.dkms-life.de. DKMS Life ist, ebenso wie die namensgebende Deutsche Knochenmarksspenderdatei (DKMS), eine Tochterorganisation der "DKMS Stiftung Leben Spenden".

Was steckt dahinter? In einem etwa eineinhalbstündigen Schminkschule lernen Krebspatientinnen bei geschulten Kosmetikexperten, wie Augenringe verdeckt, ausgefallene Augenbrauen nachgestrichelt und mit einem geschickten Make-up ein frisches Aussehen erreicht werden können. Dieses Angebot hat sich inzwischen zu einem Erfolg in Selbsthilfegruppen, Nachsorgekliniken und anderen Einrichtungen entwickelt. Viele Kliniken, Krebsberatungsstellen und Patienteninitiativen haben die Idee aufgegriffen, mit ein bisschen Schminke dem Selbstwertgefühl auf die Beine zu helfen.

Einige Tipps und Tricks, die auch für Männer interessant sind, gibt es aus der medizinischen Kosmetik: So können Narben, Pigmentflecken oder auch geplatzte Äderchen, die als Folge einer Chemotherapie oder Bestrahlung auftreten können, mit einer wasserfesten Spezialkosmetik weitgehend abgedeckt werden. Sie wird dem Hautton angepasst und hält einen ganzen Tag. Da die Handhabung nicht ganz einfach ist, sollte eine Schulung durch eine Kosmetikerin erfolgen. Adressen vermitteln die behandelnden Ärzte und Kliniken oder Hautärzte.
Tabu für Kosmetik sind frisch bestrahlte Hautareale, noch nicht vollständig abgeheilte Operationsnarben, wunde oder entzündete Hautpartien, Infektionen mit Herpesviren und jede Form von neu diagnostizierten Hauttumoren oder Hautmetastasen. Von welchem Zeitpunkt an eine abdeckende Kosmetik möglich ist, sagen die behandelnden Ärzte.

Nagelpflege: Im Krankenhaus ist Lack nicht gern gesehen

Mit weißlichen Streifen und gelegentlich anderen Verfärbungen oder Veränderungen reagieren auch die Nägel an Fingern und Zehen auf einige der Chemotherapeutika, allerdings meist erst mit einigen Wochen Verzögerung. Sogenannte "targeted therapies" können zu Entzündungen an den Nägeln, etwa am Nagelwall, führen. Nagellack kann solche Entzündungen noch verschlimmern.
Während einer stationären Behandlung ist Nagellack auch aus einem anderen Grund oft nicht gern gesehen: Der kurze Blick auf die Nägel gibt Ärzten und Pflegepersonal erste Informationen über die Durchblutung eines Patienten. Später ist das Überdecken von Nagelverfärbungen mit Lack meist unproblematisch, wenn der Nagel an sich gesund erscheint. Ist der Nagel jedoch weniger stabil, sollte ein Hautarzt um Rat gefragt werden: Zwar kann sich auch ein geknickter oder sich blättrig ablösender Nagel von alleine auswachsen. Möglicherweise hat sich in der obersten Schicht aber auch ein Nagelpilz eingenistet, der behandelt werden sollte.

Dauerhafte Kosmetik: Permanent Make-up

Mit sogenanntem Permanent Make-up sollten Patientinnen und Patienten auf jeden Fall bis zum Ende einer Therapie warten, besser noch, bis wirklich sicher ist, dass eine Hautveränderung dauerhaft ist. Meist sind mit Permanent Make-up kosmetische Tätowierungen im Gesicht gemeint. Wie bei abwaschbarer Schminke geht es auch hier um ein möglichst natürliches Aussehen. Häufig werden beispielsweise die Augenbrauen oder der Wimpernkranz mit Farbpigmenten aufgefüllt.

Bevor man sich dazu entschließt, sollte man abwarten, ob die Augenbrauen oder Wimpern wirklich nicht nachwachsen. Die in die oberen Hautschichten eingebrachten Farbstoffe können während einer Therapie und auch danach zu unnötigen Reizungen führen. Welche Inhaltsstoffe bei Tätowierungen erlaubt sind und welche nicht, regelt ein Gesetz, die sogenannte "Tätowiermittel-Verordnung". Den darin formulierten Vorschriften zufolge müssen alle Inhaltsstoffe einer Farbe angegeben werden.

Bei dauerhaft anhaltenden Haut- oder Haarveränderungen oder auch zum Angleichen des Aussehens nach plastischen Operationen können Permanent Make-up oder sogar echte Tätowierungen eine Hilfe sein. Die Ausführung sollte jedoch unbedingt mit den behandelnden Ärzten und mit einem Hautarzt geplant werden, der mit Fachkräften für medizinische Kosmetik zusammenarbeitet.

Fragen zu Hautproblemen während einer Krebstherapie? Wir sind für Sie da

Der Krebsinformationsdienst ist täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40 zu erreichen, oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de. Eine gesicherte Verbindung bietet ein Kontaktformular.

Weitere Informationen: Fachinformationen, Quellen (Auswahl, Stand Juli 2010)