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Mann im Badezimmer, Foto: Radius Images/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Hautprobleme während einer Krebsbehandlung

Behandeln, schützen, vorbeugen

Ob Tumorgewebe aus dem Körper herausoperiert wird, ob die Krebserkrankung mit Chemotherapie, Bestrahlung oder zielgerichteten Methoden behandelt wird: Aus ganz unterschiedlichen Gründen können diese Verfahren der Haut zusetzen. Gerade weil die Haut für andere Menschen gut sichtbar ist, empfinden Krebspatienten Veränderungen oft als belastend. Narben, entzündete oder juckende Haut mindern die Lebensqualität mitunter deutlich.

Für Betroffene, aber auch für Angehörige und Interessierte hat der Krebsinformationsdienst hier zusammengestellt, wie man mit Belastungen umgehen kann. Nicht alle Ansätze, die sich im Alltag bewährt haben, sind durch hochwertige wissenschaftliche Studien untersucht  - Erfahrungswissen spielt eine wichtige Rolle. Daher gilt: Was man ganz persönlich zur Hautpflege tun kann, sollte man als Patientin oder Patient mit den behandelnden Ärzten besprechen.

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Rund um eine Operation: Vorsichtige Hautpflege möglich

Nach einer Operation dauert die erste Wundheilung etwa sechs bis acht Wochen. Wundverschlüsse wie Fäden oder Klammern werden oft schon nach ein bis zwei Wochen entfernt. Muss man in dieser Zeit auf Hygiene verzichten? Die Antwort lautet nein.
Ganz wichtig ist aber: Was man konkret tun darf, wie viel man sich dabei bewegen und anstrengen darf, wissen nur die behandelnden Ärzte und Pflegefachleute. Bevor man etwas falsch macht, sollte man sich daher besser erkundigen, was im persönlichen Fall erlaubt ist und was nicht.

Direkt nach der Operation

Selbst den Bereich rund um die Wunde darf man meist vorsichtig mit Wasser und Seife oder einer milden Waschlösung waschen, solange kein Wasser an die Wunde oder den Verband kommt. Beim Verbandswechsel zeigen Gesundheits- und Krankenpfleger, worauf man achten muss. Sie helfen auch, wenn man sich das selbständige Waschen nicht zutraut oder zu schwach dazu ist. 

Die sonst übliche Körperpflege muss man nicht einschränken - solange man es schafft, den Bereich der OP-Wunde, die Zugänge von Infusionen, Drainagen oder sonstigen kleinen Wunden nicht nass werden zu lassen. Das schließt Duschen oder Baden bei vielen Betroffenen in den ersten ein bis zwei Wochen zunächst aus. Behelfen kann man sich mit Waschen. Aus hygienischen Gründen raten viele Krankenhäuser und Ärzte dann aber zu Einmal-Waschlappen statt Stofftüchern.

  • Besonders strenge Hygiene-Vorschriften gelten für Patientinnen und Patienten, deren Immunsystem stark geschwächt ist: Sie müssen besonders darauf achten, dass über Handtücher, Frotteeläppchen oder andere Waschutensilien keine Keime in den Körper gelangen.
  • Mehr zum Schutz vor Wundinfektionen erläutert der Krebsinformationsdienst unter "Entzündungen, Infektionen, Fieber bei Krebs".

Das selbständige Waschen, ob mit oder ohne Hilfe durch Schwestern und Pfleger, gilt in vielen Kliniken zudem als Teil der Maßnahmen, mit denen auch der Kreislauf wieder in Schwung gebracht werden soll. Wer direkt nach einer belastenden OP aber das erste Mal selbständig ins Bad möchte, sollte dabei nicht allein bleiben, sondern warten, bis die Pflegefachleute ihr o.k. geben.

Nach zehn Tagen bis zwei Wochen

Wann darf man duschen oder baden? Eine pauschale Antwort darauf ist schwierig. Als Faustregel gilt: nach ungefähr zwei Wochen, bei kleineren Wunden auch früher, bei sehr tiefen Wunden später. Ein weiterer Anhaltspunkt ist: Nach dem Entfernen von Wundverschlüssen, dem "Fädenziehen".
Ein starkes Aufweichen der Haut oder sonstige Reizungen sollte man aber noch ein bis zwei Wochen vermeiden. Genaueres zur Pflege erfährt man von den behandelnden Ärzten, die die Wunde regelmäßig kontrollieren.

Narbenpflege: Absprache mit dem Arzt notwendig

Ist eine sogenannte Narbenpflege sinnvoll, bei der man das Gewebe mit speziellen Salben oder Cremes elastisch hält und leicht massiert? Oder reizt dies eher die Haut und das frische Narbengewebe? Das sollte der behandelnde Arzt entscheiden. Dies gilt vor allem, wenn noch eine Bestrahlung des operierten Gebietes geplant ist. Generell gilt das regelmäßige Einmassieren mit einer geeigneten Salbe oder Creme aber als Schutz vor Austrocknung der empfindlichen Haut. Bis sich der Wundbereich endgültig stabilisiert hat, kann es einige Wochen und Monate dauern.

Narbengewebe entwickelt meist keine schützenden Pigmente. Deshalb sollte man nach Operationen darauf achten, keine oder möglichst wenig Sonne auf die operierte Haut zu lassen. Nach dem vollständigen Abheilen schützt bedeckende Kleidung oder ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.

Wann brauchen Narben besondere Pflege?

Dies gilt immer dann, wenn nach der Operation die besondere Form und Funktion der jeweiligen Körperregion wiederhergestellt werden muss. Ein typisches Beispiel: das Brustgewebe nach brusterhaltender Operation oder Mastektomie bei Frauen mit Brustkrebs. Ein anderes Beispiel sind Patientinnen und Patienten mit einem Stoma, einem künstlichen Darmausgang oder künstlicher Harnableitung. Immer dann, wenn das Risiko einer dauerhaften Verformung besteht, wenn sich der operierte Bereich verhärten oder verziehen könnte, ist die Wundpflege besonders anspruchsvoll.
Was genau dazu gehört, hängt von der Körperregion ab - hier können nur die behandelnden Ärzte weiterhelfen. Möglich sind bei größeren Wunden zum Beispiel formende Verbände oder elastische Kompressionskleidung. Auch Lymphdrainage, fachgerechte Massage und Bewegung des Wundbereichs durch Physiotherapeuten können helfen.

Bei und nach Chemotherapie: Haut- und Schleimhaut schützen

Durch eine Chemotherapie werden besonders Zellen geschädigt, die ähnlich schnell wachsen wie Krebszellen. Dazu gehören auch Haut- und Schleimhautzellen: Sie müssen sich ständig erneuern, um dem Körper nicht nur als Hülle, sondern auch als Schutz vor allen schädlichen Einflüssen zu dienen. Die Folge der Chemotherapie: Die Haut wird insgesamt empfindlicher, ganz besonders die Schleimhäute im Verdauungstrakt und im Intimbereich.

Worauf muss man sich einrichten? Nicht alle Chemotherapeutika haben die gleichen Nebenwirkungen. Auch die Dosis und die Dauer der Behandlung spielen eine Rolle. Daher sollte man schon vor Beginn der Behandlung mit den Ärzten über mögliche Nebenwirkungen sprechen und nach der richtigen Hautpflege fragen.

Mögliche Risiken:

Wird die Haut tatsächlich geschädigt? Dann ist man empfindlicher gegenüber kleinen Verletzungen. Die Barrierefunktion der Haut leidet, und kleine Wunden insbesondere der Schleimhäute können zur Eintrittspforte für Keime werden.
Hier hilft nur vorsichtige Hygiene, die die Haut nicht zusätzlich belastet, aber trotzdem schützt. Was man beim Waschen, beim Cremen oder bei der sonstigen Körperpflege beachten sollte, erfährt man von den behandelnden Ärzten. Zur Mundpflege bei Krebs gibt es hier eigene Informationen.

Einige Medikamente machen sonnenempfindlich. Im schlimmsten Fall kann es zu Hautschädigungen, aber auch zu Augenschäden kommen. 
Patienten, die mit solchen Arzneimitteln behandelt werden, sollten deshalb direkte Sonnenbestrahlung vermeiden. Ob Sonnenschutzmittel, Kleidung und Sonnenbrille ausreichen, oder man besser erst in den Abendstunden nach draußen geht, erfährt man von den Ärzten oder den betreuenden Fachpflegekräften.

Allergien, Unverträglichkeiten, Arzneimittelnebenwirkungen

Es gibt jedoch auch Hautreaktionen, die unmittelbar auf die Medikamente zurückzuführen sind. Dazu gehören Allergien, weitere Unverträglichkeitsreaktionen und einige unmittelbare Nebenwirkungen mancher Zytostatika zur Chemotherapie.

Warnzeichen sind trockene, schuppende und teilweise auch juckende Hautverdickungen, Rötungen und bei manchen Patienten auch Pigmentflecken. Nagelveränderungen können zu den Hautreaktionen hinzu kommen.
Allergische Reaktionen mit juckenden Knötchen oder Quaddeln sind ebenfalls möglich. Bei wenigen Behandelten entwickeln sich Hautausschläge am ganzen Körper ("generalisierte Exantheme").

Eine besondere Form von Hautnebenwirkungen ist das sogenannte Hand-Fuß-Syndrom durch manche Zytostatika: Bei Betroffenen röten sich die Flächen der Hände und Füße, hinzu kommen Kribbeln und Gefühlsstörungen. Manche Patienten haben Schwellungen der Hände und Fußsohlen und ein starkes Wärmegefühl. Ist die Hautreaktion sehr stark, kann sich die Haut auch entzünden.

  • Fast alle diese Hautreaktionen gehen mit dem Ende der Behandlung wieder weg.
  • Mit lindernden Medikamenten kann man die Zeit bis dahin in der Regel überbrücken.
  • Bei schweren Nebenwirkungen müssen die Ärzte die Therapie aber unter Umständen anpassen oder unterbrechen.

Wie pflegt man die Haut während einer Chemotherapie?

Viele Patientinnen und Patienten müssen während einer Chemotherapie nichts an ihrer gewohnten Körperpflege ändern.
Es kann allerdings sinnvoll sein, während der Behandlung auf manche Pflegeprodukte mit potenziell reizenden Inhaltsstoffen zu verzichten. Achtung: Dazu gehören auch und gerade manche Naturkosmetika mit ätherischen Ölen und anderen Pflanzenextrakten.

Wenn Haut und Schleimhäute empfindlich reagieren, sollte beim Waschen lauwarmes Wasser anstatt eiskaltem oder sehr heißem Wasser verwendet werden. Beim Abtrocknen sollte man die Haut sanft abtupfen statt sie abzureiben.

Besonders vorsichtig sollte man den Intimbereich pflegen, um kleine Verletzungen oder Infektionen zu vermeiden. Ob fetthaltige Cremes, zum Beispiel Babycreme, zum Schutz geeignet sind, sollte man sicherheitshalber erfragen. Unter Umständen stört das Fett den Eigenschutz der Schleimhäute.

Bei Hautreaktionen sollten Männer wie Frauen auf das Rasieren oder Enthaaren verzichten, auch mit Peelings sollte man vorsichtig sein, bis sich die Haut wieder beruhigt hat.

Wenn das Immunsystem während einer Chemotherapie vorübergehend "in die Knie geht" und die Zahl der Immunzellen unter einen kritischen Grenzwert fällt, kann es notwendig sein, bei jeder Wäsche frische Seifenläppchen und Handtücher oder Einmalwaschlappen zu benutzen, um das Risiko einer Infektion durch verschleppte Keime zu reduzieren.

Bei der Pflege beachten: Duft oder Geruch?

Problematisch kann für Chemotherapiepatienten ein Nebeneffekt von Seife, Cremes, Deos, Haarsprays und ähnlichen Produkten sein: der Duft.
Während einer Zellgifttherapie reagieren einige Patienten sehr sensibel auf Düfte und Gerüche. Selbst das Lieblingsparfum wird unter Umständen als unangenehm empfunden. Daher sollte man auch als Mitpatient oder Besucher auf starke Düfte oder ätherische Öle verzichten.

Vorsicht ist bei der Aromatherapie geboten. Auch wenn viele Menschen auf ätherische Öle zur Besserung des Wohlbefindens und gegen Übelkeit schwören: Nicht jeder mag und verträgt die Düfte gleichermaßen.

Zielgerichtete Krebstherapien: Auswirkungen auf Haut und Nägel beobachten

Moderne Krebstherapien richten sich gegen bestimmte Merkmale auf der Oberfläche oder innerhalb von Tumorzellen. So sollen sie das Tumorwachstum stoppen. Obwohl diese neueren Arzneimittel sehr spezifisch wirken, können sie gesunde Gewebe trotzdem schädigen: Die besonderen Merkmale und Zielstrukturen finden sich zwar vor allem auf Tumorzellen, aber eben nicht nur. Deshalb können Nebenwirkungen auftreten.

Auch wenn die Medikamente nicht alle gleich wirken und nicht jeder Patient betroffen ist: Besonders typisch für zielgerichtete Krebstherapien, englisch "targeted therapies", sind Veränderungen an Haut, Nägeln und Haaren.
Das Problem: Zunächst sehen einige dieser Veränderungen wie andere Erkrankungen aus, zum Beispiel wie Akne oder wie Schuppungen oder andere Hautschäden nach ungewohnter Belastung. Veränderungen an den Nägeln lassen sich leicht mit einem Nagelpilz oder mit Wachstumsstörungen aufgrund anderer Ursachen verwechseln. Rötungen, Schwellungen und Ausschläge sind ebenfalls möglich.

  • Diese Hautveränderungen sollte man nicht auf eigene Faust behandeln, sondern möglichst rasch mit den behandelnden Ärzten über eine geeignete Therapie sprechen.
  • Infektionen der Haut oder der Nägel, die man schon vor Beginn der Krebstherapie hatte, sollte man möglichst vorab behandeln lassen. Ein Beispiel sind Nagelpilz-Infektionen.

Nach der Therapie: Die Haut erholt sich

Die Veränderungen an Haut, Nägeln und Haaren bilden sich zurück, nachdem die Medikamente abgesetzt werden. Nur selten sind sie Grund für eine Therapieunterbrechung, auch wenn dies bei besonders schweren Nebenwirkungen notwendig sein kann. Trotzdem können Hautprobleme für Patienten eine große Belastung darstellen, vor allem da die Behandlung in der Regel über Monate fortgesetzt wird.

Vorbeugung und Behandlung: Was können Patienten tun?

Was tun, wenn es trotzdem zu Hautschäden gekommen ist? Generelle Empfehlungen gibt es nicht, es gilt allein, was die behandelnden Ärzte empfehlen.

Zur Vorbeugung und Linderung haben sich folgende Tipps bewährt, auch wenn sie keinen hundertprozentigen Schutz bieten:

  • Zur Reinigung der Haut nur Wasser und seifenfreie Lotionen verwenden
  • Kein unnötiges Waschen der Haut (kein unnötig langes Duschen oder Baden), nur lauwarmes Wasser verwenden
  • Die Anwendung von pflegenden Lotionen oder Cremes sollte mit dem Arzt abgesprochen werden. Auch wenn die Haut sehr trocken ist: Nicht alle Präparate sind in jeder Phase der Hautveränderung hilfreich, manche können sogar schädlich sein.
  • Guter Sonnenschutz ist wichtig, am besten durch Kleidung.

Im Alltag sollte man auch auf den Schutz vor zusätzlichen Reizungen achten: Dazu gehören zum Beispiel Schutzhandschuhe, wenn man mit den Händen arbeitet, weite Schuhe, um die Fußnägel nicht zu reizen, sowie lockere, nicht scheuernde Kleidung.

Bei und nach Bestrahlung: Langfristige Auswirkungen seltener geworden

Während einer Bestrahlung wird die Haut durch moderne Bestrahlungsgeräte zwar nicht so stark belastet wie der eigentliche Tumor im Zielgebiet. Schwere Hautschäden, wie sie noch vor wenigen Jahrzehnten bei manchen Patienten kaum zu vermeiden waren, sind sehr selten geworden.
Innerhalb der ersten sechs Wochen nach Beginn einer Strahlentherapie können trotzdem leichte Rötungen oder Schwellungen auftreten, die den ersten Anzeichen eines Sonnenbrandes ähneln. Selbst wenn sich die Haut leicht schält oder brennt, ist dies jedoch meist kein Grund, die Therapie abzubrechen, da sich die Hautzellen wieder erholen.

Beratung durch Strahlentherapeuten

Wesentlich seltener sind heute dauerhafte Schäden der Haut, wie zum Beispiel geplatzte Äderchen, Pigmentflecken oder hellere Stellen, oder dauerhaft trockene Haut durch eine Störung der Schweiß- oder Talgdrüsen. Die Empfindlichkeit bleibt jedoch gegenüber Belastungen, Reizungen und Verletzungen, ebenso gegenüber möglichen Infektionen.

Ansprechpartner für Hautschäden ist auch nach dem Abschluss der Behandlung der Strahlentherapeut. Er gibt entsprechende Pflegetipps und verschreibt bei Bedarf lindernde Arzneimittel. Auf jeden Fall lohnt es sich für Patienten, gleich bei Behandlungsbeginn Ärzte, Gesundheits- und Krankenpfleger nach Tipps zu fragen, um eine zusätzliche Hautbelastung zu verhindern.

Was man selbst tun kann: Reizungen der Haut vermeiden

Im Allgemeinen gilt:

  • Lockere, gut sitzende und nicht scheuernde Kleidung (das kann für Frauen bei einer Bestrahlung des Oberkörpers auch für einige Wochen den Verzicht auf einen BH bedeuten) und
  • kein oder möglichst wenig Schmuck auf dem bestrahlten Gebiet schützen die Haut vor mechanischen Reizungen.
  • Mit Deos, alkoholhaltigen Lösungen oder Cremes - auch medizinischen Salben - direkt an der Strahlenein- und austrittsstelle sollten Patienten vorsichtig sein. Man sollte sicherheitshalber nachfragen, womit die bestrahlte Haut gepflegt werden darf, gerade dann, wenn sich eine Rötung oder Schwellung zeigt.
  • Beim Waschen ist Vorsicht geboten, damit die bestrahlte Haut nicht aufweicht. Die Haut im Bestrahlungsfeld darf jedoch in der Regel vorsichtig mit lauwarmem Wasser benetzt werden. Wenn es der Arzt erlaubt, darf man auch eine milde Seife oder Waschlotion verwenden. Beim Abtrocknen heißt es: Haut abtupfen statt rubbeln.
  • Sind zur Positionierung der Bestrahlung und zur genauen Ausrichtung Farbmarkierungen aufgetragen worden? Dann darf man sie nicht abwaschen.
  • Ob man die betroffenen Hautbereiche rasieren darf, und falls ja, ob man besser nass oder trocken rasiert, muss man unbedingt erfragen. In den unmittelbar betroffenen Hautstellen kann eine Rasur sonst zu Hautschäden führen, kleine Wunden heilen unter Umständen zu schlecht ab. Epiliergeräte, Auszupfen oder Wachsen sind meist ebenfalls im bestrahlten Bereich tabu.
  • Vorsicht mit dem heißen Fön, dem Heizkissen, aber auch der Eispackung: Frisch bestrahlte Haut reagiert sehr empfindlich auf Temperaturreize.

Die Körperpflege von nicht bestrahlten Hautarealen kann dagegen meist wie gewohnt erfolgen.

Schönheit von außen: Schminken, aber wie?

In Filmen soll man Krebspatienten sofort erkennen: Mit dunklen Ringen unter den Augen, hohlen Wangen und blassen Lippen werden Schauspieler "auf krank geschminkt". Das Bild, das so vermittelt wird, entspricht manchmal auch der Realität: Eine mit Sorgen oder Beschwerden durchwachte Nacht hinterlässt Spuren ebenso wie eine Chemotherapie oder Bestrahlung.

Manchmal trägt schon ein flüchtiger Blick in den Spiegel dazu bei, sich miserabel zu fühlen. Und nicht immer und überall möchte man als Patientin oder Patient erkannt werden. 

Ist Schminke erlaubt? Die Antwort lautet für fast alle Patientinnen (und auch Patienten) ja.

In den USA wurde deshalb schon vor Jahren die "Look good …feel better"-Initiative entwickelt. Dieser englische Begriff seht für "Gut aussehen, sich besser fühlen". Die Idee hat inzwischen auch in Deutschland Fuß gefasst. An vielen Kliniken und Reha-Einrichtungen gehören Kosmetikkurse zum Angebot. Termine kann man auch bei Selbsthilfegruppen oder in Krebsberatungsstellen erfragen. Ein Beispiel für eine bundesweit aktive Organisation ist www.dkms-life.de.

 

Medizinische Kosmetik - auch für Männer

Einige Tipps und Tricks, die auch für Männer interessant sind, gibt es aus der medizinischen Kosmetik: So können Narben, Pigmentflecken oder auch geplatzte Äderchen mit einer wasserfesten Spezialkosmetik weitgehend abgedeckt werden. Sie wird dem Hautton angepasst und hält einen ganzen Tag. Da die Handhabung nicht ganz einfach ist, sollte eine Schulung durch eine Kosmetikerin erfolgen. Adressen vermitteln die behandelnden Ärzte und Kliniken oder Hautärzte. Von welchem Zeitpunkt an eine abdeckende Kosmetik möglich ist, erfährt man ebenfalls von den Ärzten.

Was darf man nicht, worauf sollte man achten?

Tabu für Kosmetik sind frisch bestrahlte Hautareale, noch nicht vollständig abgeheilte Operationsnarben, wunde oder entzündete Hautpartien, Infektionen mit Herpesviren und jede Form von neu diagnostizierten Hauttumoren oder Hautmetastasen.

Nagelpflege: Im Krankenhaus ist Lack nicht gern gesehen

Auch mit der Nagelpflege sollte man während einer anstrengenden Krebstherapie einige Regeln beachten. Um Infektionen zu vermeiden, solange das Immunsystem geschwächt ist, muss die Hand- und Fußpflege besonders vorsichtig und mit einwandfrei sauberen Gerätschaften erfolgen.
Nagelschäden sollten nicht mit Lack überdeckt werden, ohne vorher die Ärzte zu fragen. Ein Beispiel sind weißliche Streifen und andere Verfärbungen oder Veränderungen. Damit reagieren die Nägel an Fingern und Zehen auf einige Chemotherapeutika. Auch sogenannte "targeted therapies", also zielgerichtete Antikörper und weitere Wirkstoffe, können zu Entzündungen an den Nägeln führen. Das Risiko: Nagellack kann solche Entzündungen noch verschlimmern. Vor allem verdeckt er die Symptome und erschwert die Diagnose durch die Ärzte.

Rund um Operationen und ganz allgemein im Krankenhaus ist Nagellack auch aus einem anderen Grund oft nicht gern gesehen: Der kurze Blick auf die Nägel gibt Ärzten und Pflegepersonal erste Informationen über die Durchblutung eines Patienten.

 

Dauerhafte Kosmetik bei Hautproblemen: Permanent Make-up?

Mit Permanent Make-up sind vor allem kosmetische Tätowierungen im Gesicht gemeint. Beispiele sind das Nachstricheln fehlender Augenbrauen oder ein Lidstrich, um ausgefallende Wimpern zu kaschieren. Dieses Permanent Make-up hält meist einige Zeit, aber nicht auf Dauer. Ein anderes Beispiel ist das Nachzeichnen einer Brustwarze, wenn diese bei Patientinnen mit Brustkrebs nicht erhalten bleiben konnte. Dabei handelt es sich in der Regel um eine dauerhafte Tätowierung.

Mit solchen Schritten sollten Patientinnen und Patienten allerdings auf jeden Fall bis zum Ende einer Therapie warten, besser noch, bis wirklich sicher ist, dass eine Hautveränderung lange anhalten wird oder dauerhaft ist. Die in die oberen Hautschichten eingebrachten Farbstoffe können sonst während einer Therapie und auch danach zu unnötigen Reizungen führen. 

Die Ausführung sollte jedoch unbedingt mit den behandelnden Ärzten und mit einem Hautarzt geplant werden, der mit Fachkräften für medizinische Kosmetik zusammenarbeitet. Auch Fachärzte für plastische Chirurgie wissen meist Rat.

Fragen zu Hautproblemen während einer Krebstherapie? Wir sind für Sie da

Die Beratung durch Ihre behandelnden Ärzte können Informationen aus dem Internet, am Telefon oder per E-Mail nicht ersetzen. Wir helfen Ihnen aber dabei, sich auf ein Arztgespräch vorzubereiten, bieten Ihnen eine allgemeine Übersicht und wichtige Fakten.

Der Krebsinformationsdienst ist für Sie täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr zu erreichen,

  • persönlich am Telefon unter der kostenlosen Nummer 0800 – 420 30 40, oder
  • per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de. Eine gesicherte Verbindung bietet ein Kontaktformular. Per E-Mail erhalten Sie innerhalb von zwei Werktagen für Sie individuell zusammengestellte Informationen. 

Für Interessierte und Fachkreise: Linktipps und Quellen (Auswahl, Stand August 2016)

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