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Entzündung, Infektion, Fieber bei Krebspatienten

Das Wichtigste in Kürze

Was ist eine Entzündung, was eine Infektion? Welche Faktoren führen dazu, dass Krebspatienten manchmal anfälliger dafür sind als Gesunde? Woran können Betroffene erste Anzeichen einer Entzündung oder einer Infektion erkennen? 

Der folgende Text bietet eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten zum Thema "Entzündung, Infektion, Fieber bei Krebspatienten". Erkrankte Patienten sollten jedoch beachten: Informationen aus dem Internet können die persönliche Beratung durch Ärzte oder Pflegefachleute nicht ersetzen!

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Genutzte Quellen und Links

Eine Gesamtübersicht der bei der Erstellung genutzten Quellen und Hinweise auf weiterführende Fachinformationen zum Thema findet sich im Kapitel "Fieber ohne Keime: Gibt es das bei Krebspatienten?" unter dem Stichwort "Verwendete Quellen und Fachliteratur für Interessierte und Fachkreise".

Entzündung, Infektion, Fieber

Mit einer Entzündung reagiert der Körper ganz allgemein auf Schädigungen. Als Auslöser kommen viele Dinge in Frage: Druck - etwa bei langem Liegen, Hitze - bei einer Verbrennung, Strahlung - bei einem Sonnenbrand oder durch Strahlentherapie, allergieauslösende Stoffe - dazu gehören Pollen oder auch Medikamente, Giftstoffe - etwa nach einem Wespenstich. Und schließlich lösen Krankheitserreger ebenfalls Entzündungen aus.
Die Anzeichen sind zunächst immer die gleichen: Rötung, Schwellung, Erwärmung und Schmerz im betroffenen Gewebe, eventuell auch Fieber. Je nach Ausdehnung der Gewebereaktion ist ein weiteres Symptom ein allgemeines Krankheitsgefühl. Eine Entzündung kann außerdem je nach Organ auch spezifische Symptome verursachen: zum Beispiel Husten bei Atemweginfektionen, Ausschlag bei Infektionen der Haut, Eiter bei Wundinfektionen oder Durchfall bei Darminfektionen.

Symptome kennen und beachten

Für Krebspatienten ist es besonders wichtig, solche Warnzeichen zu kennen und zu beachten: Unterschiedliche Formen von Entzündungen können als Nebenwirkung der Krebsbehandlung auftreten. Sie sind unter Umständen auch ein Hinweis auf allergische Reaktionen, zum Beispiel auf Medikamente. Bei manchen Krebsarten tritt Fieber auf, ohne dass eine Infektion vorliegt. Auslöser ist der Tumor selbst. Auch die Infektionsgefahr steigt bei vielen Erkrankten, zumindest zeitweise: Keime gelangen über Operationswunden oder Spritzen und Infusionen in den Körper; durch eine Bestrahlung oder Chemotherapie gereizte Haut und Schleimhäute werden ebenfalls zur Eintrittspforte von Krankheitserregern. Nach einer Operation und bei einer Chemotherapie ist bei vielen Patienten vorübergehend die Immunabwehr beeinträchtigt. Eine Immunschwäche kann außerdem durch einige andere Krebsmedikamente sowie eine sehr umfangreiche Bestrahlung ausgelöst werden. Eine fortgeschrittene Erkrankung und ein schlechter Allgemeinzustand wirken sich ebenfalls ungünstig auf die Abwehrkräfte aus. Bei von solchen Problemen betroffenen Krebspatienten nehmen unter Umständen selbst harmlose Infektionen einen anderen und schwereren Verlauf als bei Gesunden.

Information kann schützen

Was müssen Patienten zu ihrem Schutz wissen? Unerlässlich ist gute Hygiene im Krankenhaus, in der Arztpraxis, aber auch zu Hause. Vor Infektionen mit Grippeviren und anderen häufigeren Viruserkrankungen schützt die Auffrischung des Impfschutzes.

Was für den einzelnen Patienten, die einzelne Patientin sonst noch zur Vorbeugung dazu gehört, hängt allerdings von der Erkrankung, der geplanten Behandlung, dem Allgemeinzustand und vor allem von den individuellen Umständen ab: So kann es für einige Patienten völlig ausreichen, etwa während einer Chemotherapie nur regelmäßig das Blutbild kontrollieren zu lassen. Für andere Betroffene ist von vornherein absehbar, dass ohne vorbeugende Antibiotika, Mittel gegen Viren oder Pilze der Schutz vor Infektionen nicht gelingen wird. Wo die einen Patienten während ihrer Behandlung ihrem Alltag fast uneingeschränkt nachgehen und Besuch empfangen können, müssen andere Menschenansammlungen meiden und besondere Hygienemaßnahmen treffen.

Für Patienten, die überwiegend ambulant behandelt werden, ist es daher wichtig, sich rechtzeitig zu informieren: Im Gespräch mit den Ärzten lässt sich klären, was im persönlichen Fall an Vorbeugung notwendig ist und worauf man besonders achten sollte. Bei entsprechender Vorsorge ist es selbst Patienten mit sehr eingeschränkter Immunabwehr heute oft möglich, zu Hause zu bleiben und aktiv zu sein, soweit es ihr Allgemeinzustand zulässt. Bei besonders gefährdeten Patienten, etwa bei Bettlägerigkeit, kann die Versorgung durch professionelle Pflegedienste helfen: Ihre geschulten Mitarbeiter haben ein besonderes Augenmerk auf die Vorbeugung und erste Symptome von Infektionen.
Die vorbeugende Aufnahme ins Krankenhaus oder gar die vollständige Isolation zum Schutz vor Infektionen sind heute nur noch für wenige Patienten notwendig, zum Beispiel bei einer Hochdosischemotherapie und Stammzelltherapie.

Bei Anzeichen für eine Entzündung und/oder eine Infektion ist es wichtig, einen Arzt oder eine Pflegefachkraft hinzuzuziehen: Hausmittel, die bei Gesunden helfen, sind bei Krebspatienten oft ungeeignet oder reichen nicht aus, um Komplikationen zu vermeiden.