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Mann und Frau beim Kochen, Foto: STOCK4B Creative/Getty Images © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Einfluss der Erkrankung: Wie kann man die Ernährung anpassen?

Ernährungsprobleme und Ernährungsempfehlungen

Verändert eine Krebserkrankung immer den Stoffwechsel? Muss man sich als Betroffener auf jeden Fall auf Gewichtsverlust einstellen? Auch wenn viele Menschen mit Krebs Angst vor ernährungsbedingten Problemen haben, so gilt doch: Längst nicht jeder Tumorpatient muss mit Einschränkungen rechnen. Bei einigen Krebsarten ist das Risiko von Ernährungsproblemen größer, bei anderen kleiner. Der folgende Text bietet Betroffenen und ihren Angehörigen einen Überblick über die wichtigsten Fakten. Er richtet sich an Krebspatienten in und nach der ersten Behandlungsphase. Wichtig zu wissen: Informationen aus dem Internet dienen nur einer ersten Orientierung. Eine individuelle Beratung durch behandelnde Ärzte können sie nicht ersetzen.
Patienten, bei denen die Krebserkrankung zu Mangelernährung und Gewichtsverlust geführt hat, finden für sie zugeschnittene Informationen in einem eigenen Text.

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Quellen und Links

Verweise auf weiterführende Informationen sind im folgenden Text direkt verlinkt, eine Auflistung genutzter Quellen findet sich außerdem am Ende. Interessierte und Fachleute finden weiterführende Informationen, Links und Quellen zudem im Text "Mehr wissen zu Ernährung bei Krebs: Links, Adressen, Fachinformationen".

Individuelle Bedürfnisse: Probleme erkennen und gezielt erfassen

Welche Auswirkungen hat eine Krebserkrankung auf Ernährung, Gewicht und Stoffwechsel von Patienten? Wie lässt sich erkennen, ob es Probleme gibt? Und wenn ja, welches sind die Auslöser dafür?
Allgemein gilt: Welche Ursachen ein Problem bei einem einzelnen Patienten tatsächlich hat, lässt sich nur individuell beantworten. Lebensalter, Allgemeinzustand sowie eventuell vorhandene Vorerkrankungen – das alles kann ebenfalls Einfluss auf die Ernährungssituation eines Patienten haben. Diese Faktoren werden deshalb beim Erfassen des Ernährungszustandes mit einbezogen. Wie eine Einschätzung des Ernährungszustandes erfolgt, ist in dem Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?" beschrieben.

Welche Unterschiede gibt es zwischen den einzelnen Tumorarten? Womit müssen Patienten rechnen, die sich Gedanken um den Einfluss der Ernährung machen? Welche Probleme sind nur vorübergehend, welche werden auf Dauer den Alltag beeinflussen?

Die folgenden Kapitel bieten einen Überblick über wichtige Fakten bei in Deutschland häufigen Krebsarten. Fragen zur Ernährungssituation zu hier nicht aufgeführten Tumorformen beantwortet der Krebsinformationsdienst am Telefon und per E-Mail. Einen kurz gefassten Überblick bietet das Informationsblatt "Ernährung bei Krebs" (PDF).

Brustkrebs: Keine Diät, aber auf das Gewicht achten

Brustkrebs bei der Frau zählt zu den Tumorarten, die nach bisherigem Wissensstand den Energiestoffwechsel meist wenig verändern. Dies gilt zumindest solange die Erkrankung frühzeitig erkannt und behandelt wird. Dies bedeutet für viele Patientinnen: Sofern ihr Brustkrebs nicht fortgeschritten ist, beeinträchtigt der Tumor selbst ihr Gewicht oder ihren Stoffwechsel nicht unmittelbar. Eine besondere Ernährungsform allein wegen der Krebserkrankung benötigen daher die wenigsten betroffenen Frauen: Sie können sich an den Empfehlungen orientieren, die auch für Gesunde gelten: Ihre Ernährung sollte ausgewogen sein, Energiezufuhr und Energieverbrauch sollten sich die Waage halten. Zusätzliche Vitamine oder Nahrungsergänzungsmittel sind bei ausgewogener Ernährung nicht notwendig.

Fachleute empfehlen: Für Frauen, bei denen die Behandlung oder schon vorhandene Risikofaktoren die Knochengesundheit beeinträchtigen, sind gesunde Ernährung, aber auch körperliche Bewegung wichtig. Beides trägt dazu bei, einer sogenannten Osteoporose vorzubeugen. Bei Bedarf können behandelnde Ärzte eine Ernährungsberatung vermitteln. Auch wenn es um die Knochenstabilität geht, so gilt: Zusätzliches Vitamin D und Calcium sollten nur in Absprache mit dem Arzt oder einem Ernährungsberater eingenommen werden.

Gewicht: Welchen Einfluss hat es auf Wohlbefinden und Rückfallrisiko?

Wie viel eine Frau wiegt, kann nach neueren Untersuchungen möglicherweise Einfluss auf ihre Gesundheit haben. Dabei gilt: Sowohl Übergewicht wie auch Untergewicht sehen Ärzte eher kritisch. Nicht wenige Frauen kämpfen nach der Diagnose jedoch mit Übergewicht: Einige Brustkrebspatientinnen sind entweder bereits übergewichtig, oder sie nehmen nach einer Brustkrebsdiagnose an Gewicht zu. Die Gründe dafür sind nicht abschließend erforscht. Ob es tatsächlich die Antihormontherapie ist, wie viele Frauen befürchten, ist nicht vollständig geklärt. Studien zeigen: Die Gewichtszunahme belastet, körperlich wie auch psychisch.

In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte außerdem gezeigt werden, dass stark übergewichtige Brustkrebspatientinnen ein höheres Rückfall- und Sterberisiko haben. Als Grenzwert wurde hier ein sogenannter Body-Mass-Index von 30 kg/m² angesetzt, für normales Gewicht wird ein sogenannter Body-Mass-Index von 24,9 kg/m² angegeben. Der Body-Mass-Index wird berechnet aus Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergröße mal Körpergröße in Metern. Ab einem BMI von 25 kg/m² spricht man von Übergewicht, ab einem BMI von über 30 kg/m² von Fettleibigkeit oder Adipositas.
Übergewicht hat jedoch auch unmittelbar spürbare Folgen: Übergewichtige Frauen fühlen sich beispielsweise nach der ersten Krebsbehandlung häufiger und länger erschöpft als normalgewichtige Frauen. Ein sehr hohes Körpergewicht erschwert die Brustoperation und steigert das Risiko für Nebenwirkungen auf das Herz bei einigen Chemotherapien.

  • Fachleute empfehlen allen Brustkrebspatientinnen deshalb, langfristig ein normales Körpergewicht anzustreben und sich ausgewogen und vom Energiegehalt angemessen zu ernähren.
  • Sie raten außerdem jeder Frau dazu, sich ausreichend zu bewegen. Weitere Informationen bietet der Text "Sport und Bewegung: Unterstützung für Krebspatienten".

Anders sieht es aus, wenn eine Brustkrebserkrankung weiter fortschreitet, den körperlichen Zustand beeinträchtigt und Gewichtsverlust droht. Wem es an wichtigen Nährstoffen fehlt oder wer zu wenig wiegt, der gefährdet zum Beispiel seine Knochengesundheit: Das Risiko für Osteoporose steigt. Mit Untergewicht und Mangelversorgung steht man zudem eine Krebsbehandlung nicht so gut durch wie Normalgewichtige. Auch Schmerzen, etwa durch Knochenmetastasen, können den Appetit nehmen. Betroffene Frauen benötigen dann eine individuelle Beratung, die auf ihre Situation angepasst ist, mehr dazu im Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?".

Phytoöstrogene in Lebensmitteln?

Viele Brustkrebspatientinnen wissen, dass ihr Tumor abhängig von Hormonen wächst. Seit einiger Zeit sind daher die sogenannten Phytoöstrogene in die Diskussion geraten. Diese Bezeichnung steht für eine große Gruppe natürlich vorkommender hormonähnlicher Stoffe, die in Pflanzen und damit in vielen Lebensmitteln vorkommen. Als typische Quellen gelten Sojaprodukte oder Leinsamen. Lange wurden sie pauschal als "gesund" beurteilt: Grundlage waren unter anderem Studien, nach denen asiatische Frauen seltener an Brustkrebs erkranken als Europäerinnen oder Amerikanerinnen, weil sie viel Soja verzehren. Heute weiß man, dass vermutlich nicht Soja, sondern das niedrigere Körpergewicht und der allgemein gesündere Lebensstil für die Unterschiede verantwortlich sind.

Völlig anders verläuft die Diskussion um die hormonähnlichen Substanzen als mögliches Risiko für Patientinnen mit Brustkrebs. Sie geht von der Voraussetzung aus, dass Frauen mit Brustkrebs möglichst jede zusätzliche Hormonaufnahme ausschließen sollten. Geht man davon aus, dass manche Stoffe tatsächlich hormonähnlich wirken - dann würde dieses Verbot auch für sie gelten. Aber: Noch ist gar nicht zweifelsfrei in Studien geklärt, wie sich zum Beispiel solche Phytoöstrogene auf einen hormonabhängigen Brustkrebs auswirken.
Man geht heute davon aus, dass es zwar eine ganze Reihe pflanzlicher Stoffe gibt, die im menschlichen Gewebe ähnlich wie Östrogen wirken. Ob dies aber auch bei Tumorzellen der Fall ist, ist nicht für alle Substanzen dieser Gruppe zweifelsfrei geklärt. Insgesamt scheint es jedoch auf die Dosis anzukommen: Phytoöstrogene wirken schwächer als Östrogen.
Das derzeitige Fazit vieler Fachgesellschaften und Behörden in Deutschland wie in anderen Ländern lautet daher:

  • Phytoöstrogene, die man über eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung zu sich nimmt, sind vermutlich unbedenklich.
  • Konzentrierte Phytoöstrogene in Nahrungsergänzungsmitteln sollte man dagegen meiden. Grundsätzlich gilt: Brustkrebspatientinnen benötigen normalerweise keine Nahrungsergänzungsmittel.

Mehr zum Thema Phytohormone hat der Krebsinformationsdienst in dem Text "Risikofaktoren für Brustkrebs" aufgelistet; weitere Informationen für Brustkrebsbetroffene finden sich unter "Wechseljahre nach Brustkrebs". Warum die meisten Produkte mit Phytohormonen gar keine geprüften Arzneimittel sind, ist beim Thema "Nahrungsergänzungsmittel" erläutert.

Darmkrebs: Nach der Behandlung Geduld erforderlich

Viele Patienten mit Dick- oder Enddarmkrebs verlieren rund um eine Operation, eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung mehr oder weniger stark an Gewicht: Essen fällt schwer und außerdem kann es nach einer Operation eine Zeit dauern, bis der Darm wieder normal funktioniert. Wird Darmkrebs durch eine Therapie in Schach gehalten, normalisiert sich das Gewicht bei diesen Patienten aber meist von alleine wieder. Das bedeutet allerdings: Wer vor der Erkrankung deutlich übergewichtig war, kann trotz dieses zeitweiligen Gewichtsverlustes immer noch zu viel wiegen.

Anpassung in der Zeit nach der Operation: Alles essen dürfen oder Diät?

In der ersten Zeit nach einer Operation reagiert der Darm meist sehr "ungnädig" auf schwer verdauliche, blähende Speisen oder auch schlicht auf zu viel Nahrung in zu kurzer Zeit. Fachleute empfehlen, so früh wie möglich nach einer Operation wieder mit Trinken und Essen zu beginnen. Allerdings sollten Betroffene langsam wieder mit einem normalen Kostaufbau beginnen. Es kann für den einen oder anderen sinnvoll sein, die Nährstoffaufnahme durch eine vorübergehende enterale Ernährungstherapie zu unterstützen. Welche Form des Kostaufbaus sich bei einem Einzelnen am besten eignet, erfahren Betroffene von ihren behandelnden Ärzten. Bis sich der Darm wieder an die Nahrungsaufnahme gewöhnt hat, ist es sinnvoll, Speisen mit Bedacht auszuwählen. Ein typisches Beispiel sind Ballaststoffe: Sie sind eigentlich ein wichtiger und empfohlener Bestandteil der täglichen Ernährung. Für viele Darmkrebspatienten sind sie zumindest anfangs jedoch zu schwer verdaulich. Ihnen tut es meist gut, den Darm erst langsam wieder an Vollkornprodukte, rohes Gemüse, Hülsenfrüchte und Ähnliches zu gewöhnen.

Solange sich ehemalige Darmkrebspatienten ausgewogen und ihrem tatsächlichen Energiebedarf entsprechend ernähren, müssen sie ansonsten langfristig meist keine besonderen Regeln beachten. Dies gilt auch für Patienten, die dauerhaft mit einem Stoma leben, einem künstlichen Darmausgang. Fachleute empfehlen Stomaträgern, sich abwechslungsreich und ausgewogen zu ernähren. In der ersten Zeit ist allerdings meist Geduld notwendig. Hilfreich ist es, Signale des Körpers wahrzunehmen: Welche Lebensmittel lösen beispielsweise verstärkt Blähungen aus oder führen zu Durchfällen? Bei welchen kommt es zu einer starken Geruchsentwicklung? Qualifizierte Beratung bieten Stomatherapeuten, Ernährungsberater, Pflegefachleute oder die behandelnden Ärzte.

Dauerhafte Einschränkungen durch verkürzten Darm?

Die meisten Patienten müssen auch dann keine Angst vor einer Mangelversorgung haben, wenn der Dickdarm bei der Operation verkürzt werden musste oder nach einer Bestrahlung seine volle Funktion nicht wiedererlangt: Im Dickdarm findet kaum Nährstoffaufnahme statt, dies geschieht im Dünndarm. In den bei Dick- oder Enddarmkrebs betroffenen Abschnitten wird der Stuhl lediglich eingedickt.
Je nachdem, wie viel Dickdarmanteile fehlen, neigt man zumindest anfangs zu Durchfall. Grund dafür ist: Der Wasseranteil im Stuhl bleibt höher als zuvor, deshalb wird er schneller in den Enddarm transportiert. Der Darm muss sich erst an diese neue Situation "gewöhnen". Fachleute sprechen von der sogenannten "Adaptationsphase".
In dieser Zeit benötigen Betroffene viel Geduld. Was man verträgt und was nicht – das herauszufinden, erfordert noch mehr Aufmerksamkeit, als man sie nach Darmoperationen sowieso schon benötigt. Einige Fehler sollten Patienten jedoch vermeiden: Es nützt nichts weniger zu trinken, um den Stuhl einzudicken. Das kann im Gegenteil sogar schaden: Um nicht auszutrocknen und zu vermeiden, dass der Mineralstoffhaushalt durcheinandergerät, sollte man auf jeden Fall viel trinken. Durch den dünnflüssigen Stuhl verliert man aber nicht nur Flüssigkeit, sondern unter Umständen auch Mineralsalze: Der Arzt kann anhand einer Blutuntersuchung klären, ob es zu Mineralstoffmangel kommt.
Er ist außerdem der Ansprechpartner für die Frage, ob stuhlverdickende Medikamente sinnvoll sind – mit der Selbstmedikation sollte man hier vorsichtig sein. Für alle Betroffenen mit Darmkrebs bietet außerdem die Ernährungsberatung während einer Rehabilitationsmaßnahme einen guten Einstieg. Alltagstaugliche Tipps gibt es auch von den Selbsthilfegruppen, insbesondere von der Deutschen ILCO, Kontaktdaten und Informationen unter www.ilco.de.

Langfristige Anpassung: Ernährung und Bewegung

Fachleute empfehlen allen Betroffenen, die sich wieder erholt haben, sich gesund und ausgewogen zu ernähren. Auch ein möglichst normales Gewicht sollte man anstreben. Das bedeutet:

  • Wer untergewichtig ist, sollte mit dem Arzt über mögliche Ursachen sprechen. Wenn möglich sollte er versuchen, wieder auf ein normales Gewicht zu kommen.
  • Wer Übergewicht hat oder sogar langfristig wieder "zulegt", sollte dagegen auf eine weniger energiereiche Ernährung und mehr Bewegung achten.

Untergewicht ist zwar nicht zwangsläufig gesundheitsschädlich. Wiegt man zu wenig, ist man jedoch oft körperlich weniger belastbar und erholt sich nach anstrengenden Therapien schlechter. Ein geringes Körpergewicht kann jedoch auch ein Hinweis auf eine Mangelversorgung an wichtigen Nährstoffen sein. Vitamine und Spurenelemente oder andere Nahrungsergänzungsmittel sollte man als Darmkrebspatient nicht auf eigene Faust einnehmen, sondern nur, wenn der Arzt es ausdrücklich empfohlen hat. Besser ist es, zunächst die Ernährung abwechslungsreich und ausgewogener als bisher zu gestalten.

Übergewicht und seine Auswirkungen auf das Rückfallrisiko der Krebserkrankung sind zurzeit ein viel diskutiertes Thema. In einigen Studien deutet sich an, dass Übergewicht allein das Rückfallrisiko bei Patienten mit Darmkrebs erhöht. Aber: Der Zusammenhang konnte bisher nicht zweifelsfrei belegt werden.
Mehrere neuere Studien weisen dagegen auf die Rolle der Energiebilanz hin und beachten daher auch die Auswirkungen von Bewegung und Sport: Es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Rückfallrisiko bei Darmkrebspatienten.
Forscher hatten Patienten mit Darmkrebs nach ihren Bewegungsgewohnheiten befragt und über mehrere Jahre nachbeobachtet. Ein deutlich niedrigeres Rückfallrisiko zeigten Studienteilnehmer, die sich trotz ihrer Erkrankung viel bewegten und diese Gewohnheit danach beibehielten. Dies war auch dann der Fall, wenn sie vor der Diagnose unsportlich gewesen waren. Ob die Ergebnisse dieser Studien allerdings auf alle Gruppen von Darmkrebspatienten übertragbar sind, lässt sich zurzeit noch nicht abschätzen. Offen bleibt: Gelten diese Ergebnisse sowohl für Männer als auch Frauen oder für Betroffene jeden Alters? Welche sportliche Aktivität ist besonders geeignet? Spielt die Dauer der Bewegung eine Rolle?

Stoma und Übergewicht

Für Patienten mit einem künstlichen Darmausgang ist es noch aus einem anderen Grund sinnvoll, Übergewicht zu vermeiden: Das Stoma reicht durch die Muskulatur der Bauchdecke hindurch. Diese Öffnung beeinträchtigt die Haltefunktion der Muskeln. Drückt viel Gewicht auf das Stoma, kann es leichter zu einem Bauchwandbruch kommen, oder der Darm wölbt sich durch das Stoma hindurch nach außen. Wenn die Bauchdecke flach ist, lässt sich zudem die Stomaversorgung leichter befestigen.

Ernährung bei fortgeschrittener Erkrankung

Anders sieht es für Darmkrebspatienten aus, wenn die Erkrankung nur zeitweise kontrolliert werden kann, etwa über längere Zeit eine Chemotherapie notwendig ist oder Metastasen festgestellt werden. In dieser Situation können auch noch andere Faktoren wie etwa Schmerzen oder Übelkeit den Appetit und das Essverhalten beeinflussen. Dann benötigen Betroffene eine auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Situation ausgerichtete Behandlung und Ernährung. Die Ernährung soll einerseits den Darm und andere an der Verdauung beteiligten Organe so wenig wie möglich belasten. Andererseits benötigen Patienten ausreichend Kalorien, um einen krankheitsbedingten Gewichtsverlust möglichst in Grenzen zu halten. Mehr zu diesem Thema hat der Krebsinformationsdienst im Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?" zusammengestellt.

Prostatakrebs: Erkrankung lange ohne Einfluss auf Ernährungssituation

Prostatakrebs wirkt sich bei den meisten Betroffenen nicht oder nur wenig auf die Ernährungssituation und das Körpergewicht aus. Kurzzeitige Einschränkungen sind aber rund um eine Operation möglich. Auch wenn man aufgrund einer Strahlentherapie Durchfall hat, kann sich das auf die Ernährungssituation auswirken. Wichtig ist dann darauf zu achten, dass man dennoch ausreichend Flüssigkeit und Mineralstoffe zu sich nimmt. Kann die Erkrankung dauerhaft gestoppt werden, müssen Betroffene praktisch keine krankheitsbedingten Einschränkungen befürchten.

Was sollten Patienten essen? Eine normale, ausgewogene Auswahl von Lebensmitteln, die dem individuellen Allgemeinzustand und der körperlichen Aktivität angemessen ist, reicht völlig aus.

Selen, Soja und Phytoöstrogene sinnvoll?

Ob eine gesunde Ernährung zur Vorbeugung von Rückfällen beitragen kann, ist auch in der Forschung zum Prostatakarzinom ein großes Thema - bisher allerdings mit vergleichsweise wenig Erfolg. Für bereits Erkrankte haben Experten zurzeit keine Ratschläge parat. Eine Diät gegen Prostatakrebs gibt es nicht.
Was ist mit konzentrierten Wirkstoffen auf natürlicher Basis? Die bisherige Datenlage zeigt: Weder von Granatapfelextrakten noch von anderen Pflanzenstoffen oder konzentrierten Extrakten aus natürlichen Lebensmitteln können sich betroffene Männer einen Nutzen erhoffen.
Wie sieht es mit Vitamin E und vor allem Selen aus? Studien zeigen, dass nicht wenige Patienten auf Selen setzen. Die meisten Daten zu diesem Mineralstoff, ob mit oder ohne Vitamin E, liegen jedoch zur Vorbeugung von Krebs bei gesunden Männern vor. Und diese Daten zeigen: Solche Supplemente können sogar schaden. Bereits 2007 wurde die SELECT-Studie abgebrochen. Sowohl das geprüfte Vitamin E wie auch Selen steigerten bei den gesunden Teilnehmern das Prostatakrebsrisiko, statt es zu senken. Noch ist offen, ob die überwiegend an gesunden Männern erhobenen Daten auch für Patienten mit Prostatakrebs gelten.

Doch die meisten Experten sind sich einig: Kein Nahrungsergänzungsmittel hat einen Stellenwert in der Vorbeugung und auch nicht in der Behandlung von Krebs. Solche Produkte können nach bisherigem Kenntnisstand bereits Erkrankte weder heilen noch vor Rückfällen schützen.

Ernährung und Bewegung

Wie für Brustkrebs und Darmkrebs gibt es auch für Prostatakrebs inzwischen erste Hinweise, dass nicht die Ernährung an sich, sondern eher die Energiebilanz eine Rolle spielen könnte: Dabei geht es darum, wie viel Energie ein Patient über die Nahrung aufnimmt, und wie viel er über Bewegung und Aktivität wieder verbraucht. Erste Studien deuten an, dass körperlich aktive Prostatakrebspatienten eventuell eine bessere Prognose haben als Betroffene, die sich wenig bewegen und keinen Sport treiben. Noch sind aber viele Fragen offen, und ausdrückliche Empfehlungen für Männer mit Prostatakrebs gibt es bisher nicht.
Sport und Bewegung können aber die Lebensqualität und den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern. Hintergründe bietet der Text "Sport und Bewegung: Unterstützung für Krebspatienten".

Ernährung bei fortgeschrittener Erkrankung

Anders sieht es mit dem Essen und Trinken aus, wenn eine Prostatakrebserkrankung fortgeschritten ist und zum Beispiel Schmerzen durch Knochenmetastasen auftreten. Schmerzen sind für Betroffene oft so belastend, dass regelmäßiges Essen oder ausreichendes Trinken in den Hintergrund treten. Hier ist die Behandlung der Schmerzen die wichtigste Maßnahme. Dies ist notwendig, um eine ungewollte Gewichtsabnahme zu vermeiden. Mehr zum Thema Mangelernährung hat der Krebsinformationsdienst im Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?" zusammengestellt.

Lungenkrebs: Mangelernährung schnell erkennen und behandeln

Viele Menschen mit Lungenkrebs haben zunächst keine besonders typischen Beschwerden. Im Nachhinein wird ihnen jedoch oft klar, dass sie schon längere Zeit vor der Diagnose an Gewicht verloren hatten und es ihnen insgesamt nicht gut ging. Insbesondere für die starken Raucher unter den Betroffenen wird dies schnell zum Problem: Sie sind deutlich häufiger als Nichtraucher untergewichtig, so dass sie bei einer Lungenkrebserkrankung kaum "von der Substanz" zehren können. Ein besonderes Problem vieler Lungenkrebspatienten ist zudem Appetitlosigkeit, was Gewichtsprobleme weiter verschärfen kann.

Gewichtsverlust bis hin zum Untergewicht und Mangelversorgung gelten als Risikofaktoren für eine Operation, und Betroffene verkraften eine Chemotherapie oder eine Bestrahlung oft schlechter. Ob bereits eine Mangelversorgung vorliegt, wird daher schon bei den ersten ärztlichen Untersuchungen mit überprüft. Deutliche Symptome dafür finden sich bei etwa einem Drittel der Betroffenen bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung.
Dementsprechend wichtig ist eine Ernährungsberatung, die heute an spezialisierten Lungenzentren und auch vielen anderen Kliniken verfügbar ist. Bei Bedarf verordnen die Ärzte auch zusätzliche Nahrungsunterstützung. Ab wann dies sinnvoll ist und wie eine unterstützende Versorgung aussehen kann, hat der Krebsinformationsdienst im Kapitel "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?" zusammengestellt.

Hautkrebs: Gesund und ausgewogen ernähren

Für Patienten mit einer der verschiedenen Formen von Hautkrebs gelten derzeit keine besonderen Ernährungsempfehlungen.
Bei den meisten Betroffenen mit "weißem" Hautkrebs, also Basalzellkarzinomen oder etwa Spinalzellkarzinomen, gibt es zudem nur selten einen Einfluss der Erkrankung auf Ernährung, Gewicht oder Nährstoffversorgung. Wer erkrankt ist, kann sich also fast immer wie gewohnt ernähren – oder die Erkrankung zum Anlass nehmen, die bisherige Ernährungsweise zu überprüfen. Nicht empfohlen werden, wie bei allen Krebsarten, Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine, Spurenelemente oder besondere Krebsdiäten.

Anders kann es für Patienten mit einem malignen Melanom aussehen, dem sogenannten "schwarzen" Hautkrebs. Gelingt es, den Tumor zu entfernen, so können sich fast alle Betroffenen nach den Empfehlungen für eine normale, ausgewogene Ernährung richten.
Für Melanompatienten, deren Erkrankung fortschreitet und ihren Allgemeinzustand beeinflusst, reicht dies unter Umständen jedoch nicht aus. Sie benötigen eine individuelle Ernährungsberatung durch Fachleute, mehr dazu auch im Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?" zusammengestellt.

Kopf-Hals-Tumoren: Kau- und Schluckstörungen frühzeitig identifizieren

Für Patienten mit Tumoren an Lippe, Mund, Hals- oder Kehlkopfbereich sind Ernährungsfragen sehr wichtig. Pauschale Aussagen sind allerdings schwierig: Wie mögliche Einschränkungen aussehen können, hängt von verschiedenen Faktoren ab: Wo genau sitzt der Tumor? Sind umfangreiche Operationen, Bestrahlungen und Chemotherapien notwendig? Wie verläuft die Erkrankung insgesamt? Möglich sind beispielsweise Kauprobleme, Probleme mit der Speichelproduktion oder Schluckstörungen. Diese Einschränkungen können durch Schmerzen, kleinere und größeren Wunden oder Infektionen noch verstärkt werden.

Hinzu kommt: Ein großer Teil der Betroffenen mit Tumoren im Kopf-Hals- Bereich war bereits vor der Diagnose der Erkrankung nicht optimal versorgt. Die Erkrankung verstärkt das Risiko für Untergewicht, Mangelernährung und Austrocknung. Was man tun kann, wenn man Probleme mit dem Essen und Trinken hat, erläutert der Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?".

Eine professionelle Ernährungsberatung und gegebenenfalls auch eine unterstützende Ernährungstherapie sind bei vielen Patienten schon vor Behandlungsbeginn notwendig. Unmittelbar nach einer Operation ist bei nicht wenigen Patienten eine Ernährungstherapie wichtig, etwa über eine Sonde. Auch in der Zeit der Nachsorge sollten Betroffene im Blick haben, ob sie ausreichend Nährstoffe und Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei der unterstützenden Behandlung von Patienten mit Krebs in Mund, Rachen oder Kehlkopf werden außer Ärzten, Pflegekräften und Ernährungsspezialisten häufig Zahnärzte, Logopäden und gegebenenfalls weitere Spezialisten mit einbezogen. Auch die Selbsthilfegruppen helfen mit Alltagstipps weiter. Eine Liste findet sich im Text "Selbsthilfegruppen und Patientenverbände".

Magenkrebs: Patienten benötigen angepasstes Ernährungsschema

Bereits zum Zeitpunkt der Diagnose haben viele Magenkrebspatienten Gewicht verloren. So kann es unter Umständen notwendig sein, bereits vor der eigentlichen Behandlung mit unterstützender Ernährung Mangelzustände auszugleichen. Als Patient ist man dadurch besser gewappnet für die nachfolgende Therapie. Nach einer Operation sollte man in der Regel so früh wie möglich wieder normal essen und trinken.
Auch dann, wenn Operation und weitere Behandlungen erfolgreich verlaufen, bleibt es für die meisten Betroffenen schwer, ausreichend Nährstoffe und Kalorien zu sich zu nehmen. Viel Geduld ist notwendig, um die Ernährung an die neue Situation anzupassen. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine teilweise oder vollständige Entfernung des Magens notwendig war. Die Verwertung der Nahrung ist nach einer Magenoperation ebenfalls oft eingeschränkt: Viele Betroffene benötigen beispielsweise Vitamin B12 als Injektion, da die Aufnahme über den Magen nicht mehr möglich ist.
Eine professionelle Ernährungsberatung erhalten Patienten oft noch im Krankenhaus, oder dann spätestens während einer Rehabilitationsmaßnahme. Nur die wenigsten Menschen erreichen allerdings auch bei guter Versorgung wieder ihr früheres Gewicht.

Schreitet die Erkrankung fort, fällt es Betroffenen aus verschiedenen Gründen besonders schwer, ausreichend zu essen und zu trinken: Der Tumor beeinflusst nicht nur das allgemeine Befinden, er kann auch die bereits eingeschränkte Magenpassage weiter verengen und verlegen. Auch Schmerzen oder Übelkeit können den Appetit beeinflussen. Da die Situation von Magenkrebspatienten insgesamt wenig mit der anderer Tumorkranker vergleichbar ist, hat der Krebsinformationsdienst einen eigenen Text "Magenkrebs: Gewicht und Ernährung" zusammengestellt. Was man tun kann, wenn beispielsweise eine künstliche Ernährung notwendig wird, beschreibt der Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?".

Harnblasenkrebs: Besonderheiten bei künstlicher Harnableitung

Ein Großteil der Patienten mit Harnblasenkrebs muss keine besonderen Ernährungsregeln beachten. Dazu zählen insbesondere Patienten, bei denen der Tumor noch nicht in die Blasenwand eingewachsen ist. Hat die Erkrankung nicht gestreut, und ist die Behandlung erfolgreich abgeschlossen, so gilt: Betroffene können sich an Empfehlungen der internationalen Fachgesellschaften für eine ausgewogene und ihrem Alter angemessene Ernährung orientieren. Dazu zählt auch, langfristig auf ein möglichst normales Gewicht zu achten. Eine Krebsdiät, die Patienten nützen würde, gibt es nicht, und bei ausgewogener Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel normalerweise überflüssig.

Es gibt jedoch einige Besonderheiten. Dies betrifft beispielsweise Patienten, die nach der Operation eine "Neoblase", ein "Pouch" oder eine andere Form der künstlichen Harnableitung haben. Wichtig ist dann, ausreichend zu trinken. Dies ist für Betroffene jedoch nicht immer leicht: Nicht wenige empfinden es als lästig, aufwändig oder gar belastend größere Urinmengen loszuwerden. Dennoch ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen.
Eine wichtige Rolle spielt beispielsweise der Säurewert des Urins. Er ist unter anderem ein Anzeichen für das Risiko von Harnsteinen. Er lässt sich durch die Trinkmenge und durch eine gezielte Lebensmittelauswahl beeinflussen. Patienten, deren Urin nicht sauer genug oder zu sauer ist, oder die immer schon zu Harnsteinen neigten, sollten sich bei ihren Ärzten nach Ernährungsempfehlungen erkundigen. Bei Bedarf sollten sie sich professionell zum Thema Ernährung beraten lassen.

Haben die Ärzte größere Anteile des Dünndarms für eine künstlichen Harnblase verwendet, müssen Patienten wissen: Bei ihnen wird unter Umständen Vitamin B12 aus der Nahrung nicht so gut verwertet. Hier gilt: Produkte, die man selbst kaufen kann, etwa Mineraltabletten oder Vitaminpräparate, sind zum Ausgleich nicht geeignet. Was jeweils hilft, hängt von der individuellen Situation ab und sollte mit dem Arzt besprochen werden.

Wie bei allen Tumorarten gilt: Schreitet die Erkrankung fort, beeinträchtigt dies bei vielen Betroffenen den Allgemeinzustand. Betroffene haben dann oft aus verschiedenen Gründen Schwierigkeiten mit dem Essen und Trinken und sind dann nicht ausreichend ernährt. Ausführliche Informationen dazu bietet der Text "Kräfte sammeln und bewahren: Was tun bei Gewichtsverlust?".

Bauchspeicheldrüsenkrebs: Verdauungsenzyme und Insulin nach Bedarf

Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs haben meist eine ganze Reihe von Ernährungs- und Verdauungsproblemen – oft führen Beschwerden überhaupt erst dazu, dass die Erkrankung entdeckt wird. Viele Betroffene erleben einen starken Gewichtsverlust. Dies kann bereits vor der Erkrankung eintreten als auch während der Behandlung und danach. Für sie ist es besonders wichtig, sich professionell zum Thema Ernährung beraten zu lassen. In spezialisierten Krebszentren ist dies meist auch Teil des Versorgungsangebotes.

Selbst wenn bei einem selbst das Tumorwachstum gestoppt wird, können Ernährungsprobleme bestehen bleiben: Bezüglich der Lebensmittelauswahl gibt es für Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs keine besonderen Empfehlungen. Wichtig ist zunächst eher, dass man ausreichend Kalorien und Nährstoffe aufnimmt.
Selbst wenn Bauchspeicheldrüsenanteile erhalten werden konnten, entwickeln manche Betroffenen trotzdem Symptome einer Zuckerkrankheit. Sie benötigen dann zusätzliches Insulin, ein für die Zuckerverarbeitung notwendiges Hormon. Musste die Bauchspeicheldrüse ganz entfernt werden, fehlen Betroffenen nicht nur das Insulin, sondern auch viele für die Verdauung wichtige Enzyme. Patienten werden darin geschult, wie sie mit ihrer Situation im Alltag möglichst gut selbst umgehen können: Dazu gehört beispielsweise das Messen des Blutzuckerspiegels und die Anleitung, wie Insulin entsprechend des täglichen Bedarfs gespritzt werden muss. Auch die Unterstützung mit Verdauungsenzymen muss sich erst "einpendeln": Ob und wie viele Medikamente jemand während der Mahlzeiten benötigt, hängt davon ab, ob Bauchspeicheldrüsengewebe erhalten werden konnte und welche Lebensmittel verzehrt werden. Wichtig ist auf eine ausreichende Einnahme von Verdauungsenzymen zu achten.

Lässt sich die Erkrankung nicht aufhalten, benötigen Betroffene viel Unterstützung: Die kranke Bauchspeicheldrüse und Absiedlungen des Tumors in andere an der Verdauung beteiligte Organe machen es schwer, sich normal zu ernähren. Außer einer unterstützenden Ernährungstherapie können beispielsweise Mittel gegen Übelkeit oder Schmerzen helfen, trotzdem eine möglichst gute Lebensqualität zu erhalten.

Weitere Krebsarten: Individuelle Betreuung und Beratung wichtig

Wie wirken sich andere, hier nicht aufgeführte Tumorformen auf das Gewicht aus? Welche Probleme haben betroffene Krebspatienten? Informationen und Anlaufstellen vermittelt der Krebsinformationsdienst am Telefon unter 0800 – 420 30 40, oder per E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de. Eine gesicherte Verbindung bietet ein Kontaktformular. Allgemein gilt: Neben den behandelnden Ärzten und Ernährungsfachleuten sind außerdem häufig Selbsthilfegruppen eine wertvolle Quelle für Ernährungsinformationen und Alltagstipps.

  • Eine Liste mit Links zu wichtigen Dachverbänden hat der Krebsinformationsdienst im Text "Selbsthilfegruppen und Patientenverbände" zusammengestellt.
  • Broschüren zum Thema Ernährung bei Krebs finden sich unter dem Stichwort "Kostenlose Broschüren zu Krebs", weitere kann der Krebsinformationsdienst am Telefon nennen. 
  • Individuelle Fragen beantwortet der Krebsinformationsdienst am Telefon: Unter 0800 – 420 30 40 nennt er Ansprechpartner oder vermittelt weitere Literaturtipps. Der Krebsinformationsdienst ist täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr; Anrufe sind kostenlos. Weitere Linktipps für Interessierte und Fachkreise finden sich auch am Ende dieser Seite.

Immunsystem und Ernährung: Hygiene wichtig

Darf man als abwehrgeschwächter Patient alles essen und trinken? Darf man beispielsweise mit Leukämie oder einem Lymphom selbst kochen?
Generell gilt: Eine Krebserkrankung und ihre Behandlung führen nicht zwangsläufig zu einer Schwächung der Abwehrkräfte. Ob die Immunfunktion beeinträchtigt ist, können die behandelnden Ärzte anhand von Blutuntersuchungen feststellen. Diese gehören bei vielen Krebsarten und während der meisten Behandlungen zur Routine.

Ist das Immunsystem tatsächlich beeinträchtigt? Fachleute empfehlen Patienten dann, einige wichtige Hygieneregeln einzuhalten. Dazu gehört beispielsweise, Fleisch vor dem Verzehr ausreichend zu braten. Auf rohes Fleisch wie etwa Tartar, rohen Fisch oder Rohmilchprodukte wie manche Käsearten sollte man besser ganz verzichten. Auch in der Küche ist Sauberkeit besonders wichtig: An sich harmlose Keime beispielsweise auf Schneidbrettern oder Lappen können bei geschwächtem Immunsystem zur Gefahr werden. Wer unsicher ist, was erlaubt ist und was nicht, sollte mit seinem Behandlungsteam Rücksprache halten.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema finden sich in den Texten "Entzündung, Infektion, Fieber bei Krebspatienten" des Krebsinformationsdienstes.

Fachliteratur: Weitere Informationen für Interessierte und Fachkreise (Auswahl, Stand August 2014)