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Was Musiktherapie Krebspatienten bringt

Ein Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen gibt Aufschluss

Eine Krebserkrankung belastet Betroffene nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Musik kann in dieser Situation helfen, zum Beispiel Ängste, Stress und Stimmungsschwankungen zu lindern. Das bestätigt der HTA-Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Der aktuelle Bericht bewertet die Ergebnisse mehrere Studien zu einer begleitenden Musiktherapie während der Krebsbehandlung.

Mehr Lebensqualität

Lexikon

HTA-Bericht (englisch: Health Technology Assessments): Dort prüfen Sachverständige den Nutzen medizinischer Verfahren und Technologien für die Patientenversorgung.

Der HTA-Bericht (HT17-02) stützt sich auf die Ergebnisse aus insgesamt zehn Studien (USA, Brasilien, Deutschland und Irland) zur begleitenden Musiktherapie bei Krebs. Innerhalb der Studien haben Forscher jeweils zwei Gruppen verglichen: Die eine Gruppe nahm begleitend zur Standard-Krebsbehandlung eine Musiktherapie wahr, während die andere Gruppe keine oder eine andere Form der begleitenden Therapie erhielt.

Das Ergebnis: Eine Musiktherapie unmittelbar nach dem Ende der Krebsbehandlung kann bei Krebspatienten die psychische Belastung durch Angst, Abgeschlagenheit, Stimmungsschwankungen, Stress und Anspannungen verringern sowie die Lebensqualität verbessern. Nicht geklärt ist hingegen, ob die Wirkung von Dauer ist. Auch, ob die Musiktherapie anhaltende Beschwerden, wie eine Depression oder Schmerzen lindert, konnten die Verfasser des Berichts nicht beantworten.

Der Stimmung Ausdruck verleihen

Musiktherapie bei Krebs: Ein Weg, um seiner Stimmung Ausdruck zu verleihen. © Body Stock, Shutterstock
Musiktherapie bei Krebs: Ein Weg, um seiner Stimmung Ausdruck zu verleihen. © Body Stock, Shutterstock

So sieht die Musiktherapie für Krebspatienten aus: Entweder hört man Musik, was Gefühle auslösen oder Verdrängtes wieder ins Bewusstsein rufen kann (rezeptive Therapieform). Oder man musiziert selbst und drückt seine Gefühle mit Instrumenten aus (aktive Therapieform). Es spielt dabei keine Rolle, ob man ein Instrument spielen kann oder nicht. Im Anschluss an die Musik spricht man mit einem Therapeuten über seine Gedanken und Gefühle als Bestandteil der psychoonkologischen Betreuung.

Kostenübernahme: Die Musiktherapie für Krebspatienten ist beispielsweise in manchen Krankenhäusern und Reha-Zentren Teil des Angebots. Patienten, die sich ambulant behandeln lassen wollen, müssen in der Regel selbst für die Kosten aufkommen. Einzelne Krankenkassen bieten jedoch eine zusätzliche Übernahme der Musiktherapie an. Interessierte Patientinnen und Patienten können die Zusatzangebote der eigenen Krankenkasse entweder direkt erfragen oder auf deren Webseite finden. Der Betrag für eine Einzelsitzung liegt abhängig vom Anbieter bei etwa 50 bis 80 Euro.





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