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Schutz vor Radon und mehr: BfS stellt Arbeitsschwerpunkte vor

Linktipp: Neue Broschüre des Bundesamts für Strahlenschutz

Beim Stichwort Strahlenschutz denken viele Menschen an Kernkraftwerke, radioaktiven Müll oder an medizinische Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung. Doch es gibt auch natürliche Strahlenquellen, denen der Menschen ausgesetzt ist. Eine davon ist das Edelgas Radon, darauf weist das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in der aktuellen Broschüre "Schwerpunkt Strahlenschutz" hin.

Die Broschüre widmet sich den verschiedenen Arbeitsbereichen des BfS. Sie geht ein auf radioaktive Rückstände bei industriellen Prozessen, den Rückbau von Kernkraftwerken, den Notfallschutz bei einem Reaktorunglück, den Strahlenschutz in Medizin und Beruf – und eben Radon.

Radon ist ein radioaktives Edelgas, das in manchen Regionen Deutschlands vermehrt im Boden vorkommt. Ältere Berechnungen gehen davon aus, dass Radon zwischen 1996 und 2000 für fünf Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs in Deutschland verantwortlich war. Das entspricht 1.900 Lungenkrebstoten pro Jahr. Seitdem wird die Radonbelastung in Deutschland umfangreich überwacht. Auch Vorkehrungen zum Schutz wurden entwickelt.

Radon: Was ist das Problem? Was kann man tun?

Broschüre "Schwerpunkt Strahlenschutz" des Bundesamts für Strahlenschutz © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Broschüre "Schwerpunkt Strahlenschutz" des Bundesamts für Strahlenschutz © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Vor Radon schützen können bauliche Maßnahmen und viel Lüften. Denn: Das Gas kann durch ein undichtes Fundament, Risse im Mauerwerk oder Kabel- und Rohrdurchführungen in Gebäude gelangen. Reichert es sich in der Raumluft an, schadet der regelmäßige Aufenthalt in den betroffen Räumen langfristig der Gesundheit. Der Grund: Radon zerfällt in die radioaktiven Formen von Polonium, Wismut und Blei. Beim Einatmen lagern sich diese Elemente in der Lunge ab und zerfallen dort weiter. Das schädigt das Lungengewebe und kann im schlimmsten Fall zu Krebs führen.

In Gebieten mit einer hohen Radonkonzentration im Boden kann es daher sinnvoll sein, die tatsächliche Belastung im Gebäude zu prüfen. Wie das geht, erklärt das BfS auf seiner Internetseite. Durch die Messung lässt sich abschätzen, ob eine Sanierung des Gebäudes zum Schutz vor Radon notwendig ist. 100 Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m3) gelten im Jahresmittel als Grenzwert für die Belastung in Innenräumen. Deutschlandweit liegt der Durchschnitt bei 50 Bq/m3, so das BfS. Um die Belastung mit Radon in regelmäßig genutzten Räumen zu reduzieren, empfiehlt das BfS außerdem häufiges, intensives Lüften und das Abdichten der Kellertüren.

Radon: Welche Regionen sind betroffen?

Doch nicht überall in Deutschland ist die Belastung mit Radon aus dem Erdreich gleichermaßen stark. In manchen Regionen fällt die Konzentration deutlich höher aus als in anderen. Besonders betroffen sind nach Angaben des BfS vor allem das Erzgebirge, der Bayerische Wald, der südliche Schwarzwald, der Alpennordrand und die Mittelgebirgsregionen.