© Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Diese Seiten sind Ausdrucke aus www.krebsinformationsdienst.de, den Internetseiten des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum. Mehr über den Krebsinformationsdienst und seine Angebote lesen Sie auf unseren Internetseiten. Am Telefon stehen wir Ihnen täglich von 8.00 bis 20.00 für Fragen zur Verfügung, unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 420 30 40. Oder Sie schreiben uns eine E-Mail an krebsinformationsdienst@dkfz.de.

Bitte beachten Sie: Internet-Informationen sind nicht dazu geeignet, die persönliche Beratung mit behandelnden Ärzten oder gegebenenfalls weiteren Fachleuten zu ersetzen, wenn es um die Diagnose oder Therapie einer Krebserkrankung geht. Die vorliegenden Informationen sind urheberrechtlich geschützt. Jede Vervielfältigung oder Verbreitung dieser Inhalte, unabhängig von Form, Zeit oder Medium bedarf der schriftlichen Zustimmung des Krebsinformationsdienstes, Deutsches Krebsforschungszentrum.

Ursprüngliche Adresse dieses Ausdrucks: https://www.krebsinformationsdienst.de


Aktuelles

Fatigue bei Krebs: Helfen Pillen beim Wachwerden?

Was tun bei ausgeprägter Erschöpfung? Gibt es Medikamente gegen Müdigkeit?

Ausgelaugt und schlapp? Das kennen viele Krebspatienten – selbst dann noch, wenn die Behandlung vorbei ist und es ihnen aus medizinischer Sicht eigentlich wieder gut gehen müsste. Fachleute bezeichnen dies als tumorbedingte Fatigue.
Die extreme Erschöpfung kann bereits während der Krebsbehandlung auftreten. Es gibt jedoch auch Betroffene, denen ihre andauernde Müdigkeit erst später bewusst wird, wenn sie keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der Therapie mehr herstellen können. Besonders belastend kann das Nachlassen der Kräfte für Menschen mit fortgeschrittener Krebserkrankung werden.

Wach auf Rezept? Stimulanzien bisher ohne festen Stellenwert

Gibt es Mittel, die wieder wach und leistungsfähig machen? Die Behandlung der Fatigue erfolgt heute in erster Linie ohne Arzneimittel: Aktuell können Fachleute keine Medikamente empfehlen, die direkt oder indirekt gegen eine schwere tumorbedingte Erschöpfung wirken. Dazu gibt es Studien: Getestet werden sogenannte Psychostimulanzien, zum Beispiel Methylphenidat. Sie wirken zwar anregend, haben aber auch starke Nebenwirkungen wie Nervosität, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit.

Bei Krebspatienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung und Fatigue wird auch die kurzfristige Gabe von Steroiden ("Kortison") geprüft. Steroide wirken entzündungshemmend und können dadurch die Müdigkeit eindämmen.

Das bisherige Fazit der Wissenschaftler: Insgesamt konnte in Studien nicht eindeutig belegt werden, dass entsprechende Arzneimittel Krebspatienten mit Fatigue tatsächlich nützen. Sie kommen deshalb in der Regel nur infrage, wenn sich eine tumorbedingte Fatigue durch andere Verfahren nicht lindern lässt.

Wie sieht es mit freiverkäuflichen Mitteln gegen Müdigkeit aus?

Sollte man sich selbst Koffeintabletten oder andere "Wachmacher" besorgen? Einige bekommt man in der Apotheke, andere angeblich leistungsfördernde Mittel werden als Nahrungsergänzungsmittel angepriesen. Doch hier raten Experten zur Vorsicht: Wer während einer Krebserkrankung eigenständig etwas gegen Fatigue einnehmen möchte, sollte dies vorher immer mit seinem Arzt besprechen. Denn: Einige Mittel können zu unerwünschten Wechselwirkungen mit der Krebstherapie führen. Manches ist auch nicht gesund, was frei verkäuflich ist oder übers Internet bestellt werden kann. Gemeinsam mit seinem Arzt kann man herausfinden, was in der eigenen Situation nützt oder eher schadet.

Was hilft wirklich gegen tumorbedingte Fatigue?

Müder und nachdenklicher Mann beim Tomatenschneiden, Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Immer mal kleine Ruhepausen einplanen. Foto: Tobias Schwerdt © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Was sich gegen extreme Erschöpfung rund um eine Krebserkrankung tun lässt, hängt stark von der persönlichen Situation ab. Denn: Fatigue ist nicht gleich Fatigue. Sie kann in unterschiedlichen Krankheitsphasen auftreten, verschiedene Ursachen haben und sich bei jedem Betroffenen anders zeigen. Vielen Krebspatienten hilft es deshalb, verschiedene Ansätze und Verfahren zu kombinieren.

Wichtig ist zunächst, die Auslöser für eine Fatigue zu identifizieren und gegebenenfalls zu behandeln. Körperliche Auslöser können beispielsweise Schmerzen, Übelkeit oder andere Beschwerden im Rahmen einer Krebserkrankung sein. Auch ein Nährstoffmangel oder Begleiterkrankungen können die Belastbarkeit beeinträchtigen. Die Schlafqualität ist ebenfalls ein wichtiges Thema: Wer nicht gut schläft, bleibt tagsüber müde.

In Studien hat sich außerdem gezeigt: Eine angepasste, auf die persönliche Situation abgestimmte Bewegungstherapie kann die Symptome einer Fatigue lindern. Zu wenig Bewegung während oder nach einer abgeschlossenen Krebstherapie kann sich ebenfalls auf die Leistungsfähigkeit auswirken und eine Erschöpfung verstärken. Krebspatienten sollten deshalb mit ihren behandelnden Ärzten klären, ob körperliche Aktivität möglich ist.

Auch psychosoziale Unterstützung hat sich bewährt: Vielen Betroffenen helfen Entspannungstechniken dabei, besser zur Ruhe zu kommen und sich schneller zu erholen. Wenn die seelische und psychische Belastung die Lebensqualität und den Antrieb mindern, kann eine psychosoziale Beratung und eventuell eine psychotherapeutische Begleitung den Umgang mit einer starken Erschöpfung erleichtern.