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Ganzkörperscanner – wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Sogenannte "Body Scanner" sollen zur Sicherheitskontrolle an deutschen Flughäfen nun doch vermehrt zum Einsatz kommen. Noch vor einigen Jahren war die breite Verwendung für alle Fluggäste abgelehnt worden: Die Geräte waren zu ungenau, es gab Datenschutzbedenken, und auch das gesundheitliche Risiko wurde diskutiert.
Wie hoch ist die Strahlenbelastung bei neueren Geräten? Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat 2014 dokumentiert, was man über die "Body Scanner" oder Ganzkörperscanner weiß. Die Experten kommen zu dem Schluss: Eine gesundheitliche Belastung kann zwar nicht ausgeschlossen werden. Bei Systemen, die nicht mit Röntgenstrahlung arbeiten, ist sie aber als so gering einzustufen, dass das BfS aus Sicht des Strahlenschutzes keine grundsätzlichen Bedenken hat.
Die Experten weisen jedoch auch darauf hin, dass noch weitere Forschung notwendig ist, um eine abschließende Bewertung vornehmen zu können.
In Deutschland sind Scanner mit Millimeterwellen-Strahlung bereits an einigen Flughäfen im Einsatz. Sie zu benutzen ist bisher für die meisten Flüge freiwillig.

Was passiert im Ganzkörperscanner?

Koerperscanner-fund © Pianist Berlin
Bild eines Körperscanners: Ein Fund wird auf der schematischen Darstellung markiert. © Pianist Berlin

Ganzkörperscanner sollen bei Sicherheitskontrollen verdächtige Gegenstände unter der Kleidung von Reisenden erkennen. Als Passagier wird man gebeten, zum Scannen eine Art Kabine zu betreten. Die in Deutschland bereits betriebenen Geräte senden elektromagnetische Strahlung im Millimeterbereich aus, die vom Körper gestreut und dann gemessen wird. So entsteht Punkt für Punkt ein digitales Bild des Körpers und der Gegenstände, die man mit sich führt. Die Kontrolleure erkennen am Bildschirm allerdings nur eine schematische Zeichnung: Das Gerät zeigt lediglich an, wo es verdächtige Stellen am Körper entdeckt hat. So soll erkennbar werden, ob ein Passagier Waffen, Sprengstoffe oder Ähnliches bei sich führt.

Bald mehr Geräte im Einsatz

Je nach Gerätetyp nutzen die Scanner für dieses virtuelle Abtasten Röntgenstrahlen oder Strahlen im Terahertz- oder Millimeterwellen-Bereich. Terahertz- oder Millimeterwellen gelten als weitgehend unbedenklich, ihre genaue Wirkung wird derzeit aber noch untersucht. Röntgenstrahlen können dagegen menschliche Zellen schädigen,  auch bei sehr niedriger Strahlendosis; daher sind sie in Deutschland nicht geplant. Auch die Europäische Kommission hat sich gegen die Röntgenscanner ausgesprochen. International kommen sie zum Einsatz, werden aber zunehmend durch die unbedenklicheren Geräte ersetzt, etwa in den USA oder Großbritannien.
Das BfS  hat bereits im Jahr 2010 Geräte getestet, die mithilfe von Millimeterwellen scannen. Die damaligen Ergebnisse: Bei durchschnittlich häufiger Nutzung ist den Ergebnissen zufolge lediglich eine Belastung von bis zu etwa 0,001 Prozent des empfohlenen Grenzwerts zu erwarten. Seit 2010 wurden die Body Scanner laut Herstellerangaben weiterentwickelt. Die derzeit allgemein in den Geräten eingesetzten Techniken sind dem BfS allerdings nur zum Teil bekannt. Das Institut weist zudem darauf hin, dass weitere Forschung notwendig ist, um die Effekte der Strahlung abschließend beurteilen zu können.

Information für Reisende mit medizinischen Hilfsmitteln

Was kann das Sicherheitspersonal auf den Bildern erkennen? Die Bodyscanner machen, anders als die üblichen Metalldektoren, alle Materialien sichtbar, die man am Körper trägt. Wer beispielsweise einen künstlichen Darmausgang hat und ein Stoma trägt, sollte die Kontrollkräfte vor dem Scannen informieren. Gleiches gilt für Menschen, die andere medizinische Hilfsmittel am Körper oder unter der Haut tragen, zum Beispiel einen Chemotherapie-Port oder Brustimplantate. Je nach Situation sollte entschieden werden, ob ein Scan durchgeführt werden kann oder das herkömmliche Abtasten notwendig ist.