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Aktuelles Thema: Krebstherapie und Infektionsrisiko - wie sauber muss es zuhause sein?

Einfach nur putzen reiche nicht, lässt uns die Werbung wissen. Es müssten schon antibakterielle Spezialreiniger für ein "hygienisch reines" Ambiente sein. Damit werden nicht nur unnötige Ängste geschürt - übertriebene Hygiene kann auch schaden. Was aber muss man beachten, wenn jemand im Haushalt lebt oder zu Besuch kommt, der eine Krebsbehandlung hinter sich hat? Gelten dann besondere Hygieneregeln? Was, wenn ein Mitglied der Familie wegen einer Tumorerkrankung abwehrgeschwächt ist? Diesen Fragen gehen wir in unserem "Aktuellen Thema" nach.
Für Interessierte und Fachkreise haben wir am Ende des Textes eine Auswahl weiterführender Informationen und Quellen zusammengestellt.

Vielen Dank für Ihre Anfrage an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Ihre Schwiegermutter möchte Sie nach ihrer Brustkrebsbehandlung besuchen. Es ist sehr gut nachvollziehbar, dass Sie sich um mögliche Risiken durch Krankheitskeime oder Schmutz sorgen. Gerne stellen wir Ihnen Hintergrundinformationen zusammen, die Sie und Ihre Familie unterstützen. Bitte berücksichtigen Sie jedoch, dass Informationen aus dem Internet die persönliche Beratung Ihrer Schwiegermutter mit ihrem Arzt über Vorsichtsmaßnahmen nach der Chemotherapie nicht ersetzen können.

Putzeimer © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Für die meisten Krebspatienten reicht normales Putzen vollkommen aus. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Was wir Ihnen als Erstes sagen können: In der Regel sind nach Abschluss einer Chemotherapie keine besonderen Desinfektionsmaßnahmen erforderlich. Normales Putzen sowie das Beachten einiger einfacher Hygieneregeln reichen für die meisten Krebspatienten vollkommen aus.

Voraussetzung ist, dass das Immunsystem wieder normal arbeitet: Während einer Chemotherapie kann das Infektionsrisiko für Krebspatienten steigen. Der Hintergrund: Die Zellgifte lassen die Konzentration bestimmter Abwehrzellen des Immunsystems sinken, der sogenannten neutrophilen Granulozyten. Fachleute sprechen von "Neutropenie" oder "Granulozytopenie".
Der Anteil dieser Immunzellen wird während und auch nach der Behandlung regelmäßig kontrolliert. Von ihrem Arzt erfährt Ihre Schwiegermutter, ob die Konzentration ihrer Immunzellen in Ordnung ist. Ist das der Fall, dann gilt: Normale Hygiene sollte ausreichen, um sie vor Keimen zu schützen. Besondere Desinfektionsmaßnahmen sind für die meisten Krebspatienten nicht nötig.

  • Warum es im Alltag viel wichtiger ist, häufiger einmal den Wischlappen zu wechseln, als den Toilettensitz zu desinfizieren oder keimtötende Mittel auf alle Oberflächen zu sprühen, erläutern wir im Folgenden.
  • Bei weiteren Fragen zum Thema steht Ihnen der Krebsinformationsdienst außerdem gerne am Telefon oder per E-Mail zur Verfügung.

Wenn kein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt: Wie sauber soll es sein?

In den meisten Haushalten sind keine besonderen Desinfektionsmittel oder Putzmittel mit keimtötenden Zusätzen erforderlich. Darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin. Die Reinigung von Küche, Bad, Toilette oder Wohnräumen mit antibakteriellen Reinigern bietet keinen gesundheitlichen Vorteil. Im Gegenteil: Desinfektionsmittel enthalten meist Inhaltsstoffe, die Körper und Umwelt schaden können. Auch wichtig zu wissen: Eine Desinfektion ersetzt keine Reinigung. Sie inaktiviert zwar Mikroorganismen, beseitigt aber nicht den Schmutz.
Diese Hinweise gelten auch für die meisten Krebspatienten, die ihre Erkrankung gut überstanden haben und keine Immunschwäche aufweisen.

Übertragungswege: Wie werden Keime weitergereicht?

Wie viel und womit sollte man putzen, um Infektionen vorzugbeugen? Auslöser für Infektionen sind Bakterien, Pilze und Viren; andere Krankheitserreger spielen in Deutschland eine untergeordnete Rolle. Die gängigen Verhaltensregeln und -tipps zum Schutz leiten sich davon ab, wie diese Krankheitserreger normalerweise übertragen werden:

  • über Tröpfchen zum Beispiel beim Niesen, Husten oder Sprechen - sie werden von anderen Menschen direkt eingeatmet oder gelangen in den Mund
  • über den unmittelbaren Kontakt mit verunreinigten Gegenständen - hier gilt für die Keimübertragung oft die Regel "von der Hand zum Mund"
  • durch Hautkontakt zu anderen Menschen
  • durch Einatmen - zum Beispiel von Pilzsporen beim Entleeren des Biomülls
  • über kontaminierte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser - so gelangen Keime direkt über den Mund in Magen und Darm
  • durch kleine oder größere Wunden, vom Schnitt in den Finger bis zum Hundebiss - Keime haben Zugang zu Blut- und Lymphbahnen.

Hygienetipps: Was ist wichtig, was ist verzichtbar?

Hände waschen © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Infektionen vorbeugen: Regelmäßig und gründlich Hände waschen - unter fließendem Wasser, dabei die Seife 20 bis 30 Sekunden zwischen den Fingern verreiben, sorgfältig abspülen und abtrocknen. © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Die wichtigste Hygienemaßnahme, um Infektionen vorzubeugen, ist gründliches Händewaschen: Das gilt vor allem vor dem Zubereiten von Speisen, vor dem Essen und nach dem Toilettengang. Auch wenn man nach Hause kommt, sollte man die Hände waschen - so entfernt man Keime, die  beispielsweise aus der Straßenbahn, vom Griff des Einkaufswagens oder vom Griff der Haustür stammen. Danach sollte man die Hände mit einem sauberen Handtuch abtrocknen. Mehr erläutern das Robert Koch-Institut (RKI) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) unter www.wirgegenviren.de, "Hygienetipps", Stichwort "Händewaschen".

Mit welchen Mitteln sollte man putzen? Das hängt in erster Linie davon ab, was man reinigen möchte und wozu. Dabei gilt: Wer falsch putzt, macht möglicherweise alles nur schlimmer. Durch das Reinigen darf es nicht zu einer Erhöhung der Keimzahl auf Oberflächen kommen. In einer feuchten Umgebung vermehren sich Erreger besonders gut: Ein unsauberer, feuchter Wischlappen kann mit 100 Millionen Keimen pro Quadratzentimeter und mehr besiedelt sein. Wischt man mit einem solchen Lappen, verbreitet man die Keime eher, als dass man sie beseitigt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät daher: Küchenhandtücher und Wischlappen sollten häufig gewechselt und bei mindestens 60 °C gewaschen werden.

Warum dann keine Desinfektionsmittel? Handelsübliche Reinigungsmittel reichen zum Reinigen der Wohnung vollkommen aus. Desinfektionsmittel sollten im privaten Haushalt generell nur in medizinisch begründeten Situationen verwendet werden - nach ärztlicher Beratung und für einen begrenzten Zeitraum.
Die Gründe: Die Produkte können zum Einen gesundheitliche Risiken bergen, möglich sind beispielsweise Allergien.
Zum Anderen diskutieren Fachleute, dass solche Mittel durch falsche Anwendung irgendwann nicht mehr gegen gefährliche Mikroorganismen wirken - die Keime könnten "resistent" werden. Dies würde Krankenhäuser, Pflegeheime oder andere Einrichtungen, wo Desinfektion tatsächlich notwendig ist, vor riesige Probleme stellen. Zuhause genügt es, Oberflächen wie Regale oder Tische mit einem feuchten Tuch abzuwischen, zum Beispiel mit einem Mikrofasertuch.

In der Küche ist das etwas anderes: Lebensmittel wie Eier, rohes Fleisch, rohes Geflügel oder roher Fisch, aber auch Obst oder Gemüse können mit Krankheitserregern belastet sein. Nach Kontakt mit diesen Lebensmitteln sollte man Oberflächen und Geräte wie Messer und Schneidbretter auf jeden Fall mit möglichst heißem Wasser und Spülmittel gründlich reinigen und sorgfältig abtrocknen.
Im Bad finden sich dagegen in der Regel deutlich weniger Keime - vorausgesetzt, dass niemand in der Familie einen Magen-Darm-Infekt hat. Die entsprechenden Viren können dann zum Beispiel beim Erbrechen verteilt werden.

Haustiere: Sind sie eine Keimquelle?

Was gilt für den Umgang mit Hunden, Katzen, Kaninchen oder Ziervögeln? Haustiere können Keime übertragen, auch wenn sie gesund sind und sauber gehalten werden. Ob man als Krebspatient zu Haustieren Kontakt haben darf oder nicht, erfährt man vom behandelnden Arzt.
Selbst wenn es gesundheitliche Einschränkungen gibt: Manchmal reicht es als Vorsichtsmaßnahme schon aus, wenn man als Betroffener eine Zeitlang nicht selbst den Vogelkäfig oder die Katzentoilette saubermacht, sondern Verwandte, Freunde oder Haushaltshilfen diese Aufgabe übernehmen.

Immunabwehr, Infektionsrisiko: Sind alle Krebspatienten gefährdet?

Nein, auf keinen Fall. Es kommt darauf an, ob die Erkrankung oder ihre Behandlung das Immunsystem tatsächlich geschwächt haben. Dies ist keineswegs bei allen Krebspatienten und schon gar nicht auf Dauer der Fall.

Was passiert bei einer Infektion?

Bei einer Infektion dringen Krankheitserreger in den Körper ein. Dort können sie sich verbreiten und vermehren - aber nur, wenn sie günstige Bedingungen vorfinden. Bei gesunden Menschen verlaufen viele Infektionen daher ganz ohne oder nur mit leichten Symptomen: Ihr Immunsystem erkennt und bekämpft die Angreifer. Mit vergleichsweise harmlosen Keimen auf der Haut, im Verdauungstrakt oder an den Geschlechtsorganen lebt ein gesunder Mensch sogar in einer Art Gleichgewicht, ohne Schaden zu nehmen.
Ist das Immunsystem geschwächt, können jedoch auch harmlose Keime gefährlich werden und eine Lungenentzündung, Durchfälle oder andere Erkrankungen und Probleme verursachen.

Wie sieht es mit der Immunabwehr bei und nach einer Krebserkrankung aus?

Ist eine Krebserkrankung überstanden und liegt die Behandlung einige Zeit zurück? Dann müssen sich die meisten Krebspatienten kaum Sorgen um ihre Immunabwehr machen. Ihr Immunsystem kann die üblichen Krankheitserreger bekämpfen. Pauschale Auskünfte sind hier jedoch schwierig: Wer sicher gehen will, sollte die behandelnden Ärzte fragen.

Anders kann es während einer anstrengenden Krebsbehandlung aussehen, insbesondere während einer Chemotherapie. Selbst dann müssen die meisten Patienten keine Angst vor Krankheitserregern haben. Ihre Immunfunktion kann zwar unter den Zytostatika leiden. Sie ist aber selten so beeinträchtigt, dass Betroffene - mit einigen Vorsichtsmaßnahmen - ernsthafte Probleme durch Infektionen erwarten müssten.

Je nach Situation kann es bei einigen Patienten jedoch passieren, dass die Konzentration der sogenannten neutrophilen Granulozyten während ihrer Chemotherapie deutlich abfällt. Einen Mangel an diesen weißen Blutkörperchen bezeichnen Fachleute als "Neutropenie" oder "Granulozytopenie". Hält dieser Mangel längere Zeit an? Dann steigt das Risiko messbar, dass der Körper Keime nicht ausreichend in Schach halten kann.

Ob man als Patient eine solche Abwehrschwäche während der Behandlung bekommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab: von Art und Dosis der Medikamente, von vorangegangen Behandlungen, von der Krebsart und vom Stadium der Erkrankung. Auch das Alter spielt eine Rolle. Ein höheres Infektionsrisiko tragen zum Beispiel Krebspatienten, deren Allgemeinzustand zeitweilig oder dauerhaft stark eingeschränkt ist, die viel Gewicht verloren haben oder bettlägerig sind.

Ein Problem, mit dem sich viele Experten im Gesundheitswesen intensiv beschäftigen, ist auch der Schutz von Kranken, die in Heimen oder Krankenhäusern leben: Dort verbreiten sich Infektionen aufgrund des Gesundheitszustands vieler Bewohner besonders schnell, mehr zu diesen sogenannten nosokomialen Infektionen im Text "Entzündungen, Infektionen, Fieber".

Wie es genau um die Abwehrzellen im Blut aussieht, können die behandelnde Ärzte am besten beurteilen: Aufschluss gibt ein einfacher Test an einer Blutprobe.

Wenn ein erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt: Wichtige Tipps zur Hygiene

Liegt tatsächlich ein erhöhtes Infektionsrisiko vor? In einer solchen Situation können einige besondere Hygienemaßnahmen nötig sein, darunter auch das Verwenden von Desinfektionsmitteln. Patienten und Angehörige sollten jedoch nicht auf eigene Faust handeln: Die behandelnden Ärzte und Pflegefachleute geben Betroffenen meist sehr präzise Anweisungen, ob, wann und welche Desinfektionsmittel in der individuellen Situation sinnvoll sind. Patienten erfahren darüber hinaus von ihren Ärzten und Pflegefachleuten, ob weitere Maßnahmen notwendig sind.

Was kann man selbst tun? Mit einigen einfachen Maßnahmen lässt sich das Infektionsrisiko durchaus messbar verringern. Für die meisten allgemein üblichen Ratschläge fehlen jedoch Daten aus großen Studien. Die folgenden Tipps des Krebsinformationsdienstes sind daher als Anregungen zu verstehen. Sie wurden auf der Basis allgemeiner Hygieneregeln zusammengestellt sowie anhand von Informationsblättern verschiedener Kliniken. Es kann daher durchaus sein, dass die Empfehlungen der behandelnden Ärzte und Pflegefachleute für die eigene Situation davon abweichen.

  • Viele Keime werden über Handkontakt weitergegeben. Sie gelangen über den Griff zur Nase und an den Mund oder das Reiben der Augen in den Körper. Daher ist vor allem wichtig, die Hände gründlich und regelmäßig zu waschen und bei Infektionsgefahr auch zu desinfizieren. Diese Empfehlung gilt für Betroffene sowie für alle Menschen, die mit ihnen in engeren Kontakt kommen.
  • Für die Zeit der Immunschwäche sollte man Menschenansammlungen aus dem Wege gehen. Lässt sich das nicht verhindern, kann das Tragen eines Mundschutzes das Risiko verringern, Krankheitserreger einzuatmen oder sich per Tröpfcheninfektion bei Hustenden und Niesenden anzustecken.
  • Hat man als Angehöriger eine ansteckende Krankheit, sollte man den engen Kontakt mit einem abwehrgeschwächten Krebspatienten so weit wie möglich meiden.
  • Eine Möglichkeit, im Vorfeld bereits etwas zu tun, sind Schutzimpfungen, zum Beispiel eine Grippeimpfung: Nicht nur Patienten, auch Angehörige und Freunde sollten sich gegen Grippe impfen lassen.
  • Eine Quelle für Keime können auch Nahrungsmittel sein. Patienten mit einer Neutropenie sollten daher nur gekochte, ultrahocherhitzte oder zumindest pasteurisierte Nahrung zu sich nehmen. Auf ungekochtes Obst, rohes Gemüse und andere Keimträger wie etwa Rohmilchprodukte sollte man als Betroffener ganz verzichten, solange die Immunschwäche ausgeprägt ist. Vorsicht ist zudem geboten bei pilzhaltigen Lebensmitteln sowie bei Naturheilmitteln, die durch Schimmelpilze kontaminiert sein können.
    Wegen des Kontakts mit potenziellen Keimen ist auch die Verarbeitung dieser Lebensmittel beim Kochen für Betroffene möglicherweise eine Zeitlang tabu.
  • Um das Risiko einer Übertragung von Schimmel durch die Luft zu reduzieren, gibt es ebenfalls einige Tipps. Den Kontakt mit Abfällen sollte man meiden: Sie sind eine Quelle für Schimmelpilzsporen. Auch bei Erd- und Gartenarbeiten kann man vermehrt Schimmelpilzsporen ausgesetzt sein. Betroffene sollten daher darauf verzichten, auch Zimmerpflanzen sollte man nicht umtopfen.  Ob in der Küche oder im Schlafraum Zimmerpflanzen stehen dürfen, sollten Betroffene mit ihrem Arzt besprechen. Außerdem sollten während der Immunschwäche keine Bauarbeiten in der Wohnung oder im unmittelbaren Umfeld stattfinden.
  • Um die Wohnung staubarm und damit auch keimarm zu halten, reicht es in der Regel, staubzusaugen und Oberflächen feucht zu wischen. Alte Teppichböden sollten gut gereinigt werden.
  • Keime können sich auch in Kleidung, Handtüchern und Bettwäsche ansammeln. Diese Textilien sollte man daher bei mindestens 60°C mit einem Vollwaschmittel waschen. Bettwäsche sollte wöchentlich und bei Bedarf auch öfter gewechselt werden, Handtücher je nach Bedarf alle ein bis drei Tage.
  • Fachleute raten außerdem dazu, dass Haustiere nicht im gleichen Zimmer wie ein Patient mit Neutropenie schlafen sollten. Betroffene sollten auch nicht das Reinigen des Vogelkäfigs, der Hundedecke oder der Katzentoilette übernehmen.

Ein besonders hohes Infektionsrisiko haben zum Beispiel Patienten, die eine Blutstammzelltransplantation erhalten. Sie sind aufgrund der Hochdosischemotherapie stark abwehrgeschwächt. Im Krankenhaus wird daher auf besondere Schutzmaßnahmen geachtet. Viele Kliniken, in denen Stammzelltransplantationen durchgeführt werden, halten eigene Broschüren oder Merkblätter für Patienten und Angehörige bereit. Hier finden sich meist auch detaillierte Empfehlungen zur Vorbeugung von Infektionen.

Für Interessierte und Fachkreise: Linktipps, weiterführende Informationen und Quellen