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Am 4. Februar ist Weltkrebstag

"Wer Krebs hat, wird früher oder später daran sterben." "Irgendwann kriegt jeder Krebs." Was ist dran an solchen Aussagen? Die Antwort lautet: rein gar nichts.

Mit diesen und anderen Irrtümern zum Thema Krebs wollen Gesundheitsorganisationen am Weltkrebstag aufräumen, unter dem Motto "Cancer- Did you know? ". Zudem machen sie auf die globalen Auswirkungen von Krebs aufmerksam. Initiiert hat den Weltkrebstag mit dem diesjährigen Motto die UICC, die "Union for International Cancer Control".

Krebs - ein Todesurteil? Krebs war früher eine Krankheit, die als  unheilbar und unvermeidbar galt. Doch das hat sich in den letzten Jahrzehnten gewandelt: Krebs lässt sich heute besser behandeln als früher. Durch Prävention und Früherkennungsprogramme gibt es bei manchen Krebsarten nur noch halb so viele Erkrankte. Beispielsweise können durch die Früherkennungsuntersuchung von Gebärmutterhalskrebs mit dem PAP-Abstrich bereits Krebsvorstufen erkannt werden. Durch diesen Abstrich konnte das Risiko an Gebärmutterhalskrebs zu sterben in Industrieländern wie Deutschland oder den USA bereits gesenkt werden. Aber auch Impfungen senken die Krebsrate. So beugt beispielsweise die Impfung gegen Hepatitis B Leberkrebs vor. Doch wie sieht es in den sogenannten Entwicklungsländern aus? Hier ist die Situation derzeit noch eine völlig andere - Strategien zur Vorbeugung, Früherkennung und effektive Behandlungen gibt es meist nicht.

Krebserkrankungen vorbeugen

World Cancer Day-Logo © UICC
World Cancer Day-Logo © UICC

Ein weiteres Thema, das die UICC zum Weltkrebstag aufgreift: Viele Menschen finden sich damit ab, dass sie irgendwann Krebs bekommen. Sie betrachten die Erkrankung als unabwendbares Schicksal. Auch wenn sich nicht jede Krebserkrankung verhindern lässt, sind einige Risiken vermeidbar. Dazu gehören in den Industrienationen vor allem das Rauchen, ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung und übermäßiger Alkoholkonsum. In Ländern wie Deutschland sind diese Risikofaktoren für Krebs bekannt. Anders sieht es in ärmeren Ländern aus. Das Wissen über die Krankheit Krebs und darüber, wie sie verhindert, diagnostiziert oder behandelt werden kann, ist meist unzureichend. Insbesondere Menschen mit geringem Einkommen und geringer Schulbildung haben ein erhöhtes Risiko, an Krebs zu erkranken. Wie die UICC feststellt, ließe sich ein Drittel aller Krebserkrankungen weltweit vermeiden, wenn es in den Entwicklungsländern Programme zur Krebsprävention gäbe.

Krebs – das ist in der Vorstellung vieler Menschen lediglich ein gesundheitliches Problem. Doch das stimmt so nicht: die Krankheit hat viel weitreichendere soziale und wirtschaftliche Konsequenzen. Armut und Krebs – das ist ein Teufelskreis. Global betrachtet stürzen die hohen Behandlungskosten von Krebs Familien häufig in den finanziellen Ruin, da in vielen Ländern kein oder kein ausreichender Versicherungsschutz vorhanden ist. Auch in Deutschland können Patienten durch krankheitsbedingte Berufsunfähigkeit oder unerwartete Kosten für die Pflege in eine finanzielle Notlage geraten.

Allein 47 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit treten derzeit in Entwicklungsländern auf. Bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der betroffenen Patienten in ärmeren Ländern nahezu verdoppelt haben. Zum Weltkrebstag folgert die UICC: Krebs ist, global betrachtet, nicht die "Wohlstandskrankheit", als die sie häufig bezeichnet wird. Krebs unterscheidet nicht zwischen arm und reich - auch nicht zwischen alt oder jung: Vor allem in den Entwicklungsländern kann es jeden treffen. 50 Prozent der an Krebs erkrankten Menschen sind dort jünger als 65 Jahre. Von den 750.000 Frauen, die weltweit jedes Jahr an Brust- oder Gebärmutterkrebs sterben, sind die meisten im gebärfähigen Alter. 

Was kann man dagegen tun?

Damit die Krebsrate weltweit weiter gesenkt werden kann, müsse Krebs ein Bestandteil der politischen Agenda werden, fordert die UICC. Programme zur Krebsprävention und –früherkennung müssen weiter verbessert werden. Mehr Menschen brauchen Zugang zu Informationen und zu gesundheitlichen Strukturen, die eine Früherkennung und Behandlung ermöglichen. Ihre Forderungen hat die UICC in einer "Weltkrebs-Deklaration" formuliert. Über 500.000 Menschen haben die Deklaration anlässlich des Weltkrebstages schon mitgezeichnet.



Herausgeber: Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ) │ Autoren/Autorinnen: Internet-Redaktion des Krebsinformationsdienstes. Lesen Sie mehr über die Verantwortlichkeiten in der Redaktion.

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