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Archiv

Aktuelles Thema: Nachsorge bei Krebspatienten

Ist die Krebsbehandlung abgeschlossen, bieten Nachsorgeprogramme Betroffenen eine fortlaufende Betreuung. Teil der Tumornachsorge ist es, den Gesundheitszustand zu prüfen und Anzeichen eines möglichen Rückfalls zu erkennen. Mindestens ebenso wichtig ist aber festzustellen, wie es um die Lebensqualität bestellt ist. Gibt es Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung? Ärzte unterstützen Patienten darüber hinaus bei der Krankheitsverarbeitung. Bei Bedarf vermitteln sie auch Kontakte zu sozialrechtlichen Ansprechpartnern, Krebsberatungsstellen, Psychoonkologen oder Selbsthilfegruppen, zu Ernährungsberatern oder Sportgruppen. Je nach Tumorart, Krankheitsstadium und Therapie kann der Übergang zwischen Krebsbehandlung, Verlaufskontrolle und Nachsorge fließend sein.

Welcher Arzt ist für die Nachsorge zuständig? Was kann sie leisten, was nicht? Anhand einer E-Mail-Anfrage erläutert der Krebsinformationsdienst Hintergrundinformationen zum Thema.

Quellen und Links

Interessierte und Fachleute finden am Ende dieses Textes weiterführende Informationen und Quellen.

Vielen Dank für Ihre Anfrage an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Sie schildern, dass für Sie nach Ihrer Erkrankung die Nachsorge beginnen soll. Ob Sie zur Krebsnachsorge ebenso zu Ihrem Frauenarzt gehen können, ist nun Ihre Frage an uns. Wir bitten Sie um Verständnis dafür, dass Ihnen der Krebsinformationsdienst eine Entscheidung nicht abnehmen kann. Gerne sind wir Ihnen aber mit Hintergrundinformationen behilflich.

Ob Ihr Frauenarzt der richtige Ansprechpartner ist, ob die Ambulanz des Krankenhauses umfassendere Angebote hat, oder ob Sie möglicherweise sowohl vom niedergelassenen Arzt wie vom Krankenhaus weiter betreut werden können – diese Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab:
Dazu gehört Ihre bisherige Behandlung, aber auch, wie die Ärzte Ihre Krebserkrankung und Ihren allgemeinen Gesundheitszustand einschätzen. Eine Antwort, die für alle Patientinnen in Ihrer Situation gilt, ist daher kaum möglich.
Der Krebsinformationsdienst hat in den folgenden Abschnitten trotzdem einige allgemeine Hinweise für Sie zusammengestellt. Das Gespräch mit Ihren Ärzten kann er nicht ersetzen. Vielleicht sind Ihnen die folgenden Informationen aber eine Hilfe bei der Vorbereitung auf ein solches Gespräch.

Informationen sammeln: Was können Sie Ihren Arzt fragen?

Wenn Sie sich für die Klinikambulanz entscheiden, sollten Sie auch klären: Können die Ärzte Ihnen wegen der Belastung durch die Anfahrt zum Beispiel eine Taxi-Verordnung ausstellen? Dann würde Ihre Krankenversicherung auch die Kosten weitgehend übernehmen. Für alle Krebspatienten sind zudem diese Fragen wichtig: Wer betreut mich vor Ort oder am Wochenende, wenn ich mich plötzlich unwohl fühle und die Klinikambulanz für mich zu weit weg ist? Und: Wer ist mein Ansprechpartner, wenn ich Fragen zu den Folgen der Erkrankung im Alltag oder zur Krankheitsverarbeitung haben?

Wissen gegen Angst

Ihre Angst vor regelmäßigen Nachsorgeuntersuchungen teilen Sie mit vielen Krebspatientinnen und Krebspatienten: Auch wenn die psychische Belastung durch die Krebserkrankung im Alltag nach einiger Zeit nicht mehr so spürbar ist – bei einem Nachsorgetermin kann sie wieder zum Vorschein kommen. Viele Krebspatienten haben Angst davor, dass sich die Krankheit ausbreitet oder zurückkommt. Nachsorgetermine werden deshalb oft mit einer gewissen Beunruhigung wahrgenommen. Sprechen Sie auch dieses Thema an, wenn Sie klären, wer Sie in der nächsten Zeit betreut.

Lassen Sie sich das Für und Wider des für Sie individuell zusammengestellten Programms noch einmal genau erläutern: Wie hoch ist Ihr Rückfallrisiko? Was passiert, wenn der Tumor erneut auftritt, dies aber sehr früh erkannt wird? Bei vielen, wenn auch nicht allen Frauen mit Endometriumkarzinom ist auch dann noch einmal eine Behandlung möglich, mit der sich eine Heilung erzielen lässt.

Welche Möglichkeiten der Unterstützung bieten regelmäßige Termine hinsichtlich der Krankheitsverarbeitung und zur Verbesserung der Lebensqualität?
Wenn Sie wissen, was genau in der Nachsorge vorgesehen ist und warum die einzelnen Maßnahmen für Sie wichtig sind, können Sie vielleicht besser mit der Angst vor den Terminen umgehen.

Ausführliche Informationen des Krebsinformationsdienstes zur Behandlung und Nachsorge Ihrer Erkrankung finden Sie auf unseren Internetseiten in der Rubrik "Krebsarten", unter dem Stichwort "Endometriumkarzinom: Krebs des Gebärmutterkörpers". Dort werden auch viele Fragen aufgegriffen, die die Zeit nach der ersten Behandlung und das Leben mit einer Krebserkrankung im Alltag betreffen.
Patienten mit anderen Erkrankungen finden entsprechende Texte unter "Krebsarten".
Falls Sie weitere Fragen haben, erreichen Sie uns auch per E-Mail oder Telefon.

Nachsorge: Was gehört dazu?

Nach einer Krebsbehandlung empfehlen Fachleute Krebspatienten, an Programmen zur medizinischen Nachsorge teilzunehmen. Sie zielen darauf ab, Betroffene in dieser Phase zu unterstützen und zu begleiten. Die Nachsorge deckt den Zeitraum ab, in dem viele Patienten noch mit den Folgen der Erkrankung und ihrer Behandlung zu tun haben. Sie wird meist so lange fortgeführt, bis das Risiko für einen Rückfall deutlich gesunken ist. Als Faustregel dafür gelten fünf Jahre. Bei manchen Krebsarten sind es mehr, bei anderen weniger. Wie lange regelmäßige Termine notwendig sind, hängt aber auch vom Krankheitsverlauf ab, und davon, wie wahrscheinlich langfristige Nebenwirkungen sind.

Ärztin und Patientin im Wartezimmer © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
Nachsorgetermine bei Krebs: Eine gute Gelegenheit, den Arzt über das eigene Befinden zu informieren und Fragen zu stellen, Foto: © Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum

Bei Krebspatienten beginnt die Nachsorge nach Abschluss der Erstbehandlung und der medizinischen Rehabilitation. Es gibt jedoch viele Patienten, die längerdauernde oder ergänzende, adjuvante Krebsbehandlungen erhalten. Bei ihnen gehen Erstbehandlung, Weiterbehandlung und Nachsorgeuntersuchungen fließend ineinander über. Zwei Beispiele sind Frauen mit Brustkrebs oder Männer mit Prostatakrebs, die oft über Jahre mit Antihormonen behandelt werden. Bei Patienten mit Leukämien und Lymphomen dauert die Behandlung insgesamt lange, besonders bei chronischen Verlaufsformen: Erstbehandlung, Kontrolle des Therapieerfolgs, Folgebehandlungen, Verlaufskontrollen und Nachsorge sind dann nicht immer klar voneinander zu trennen.

Ist eine Krebserkrankung weiter fortgeschritten, befindet man sich als Betroffener meist kontinuierlich in Behandlung. Der Begriff Nachsorge passt dann eigentlich nicht recht und wird eher gleichbedeutend mit Langzeitbehandlung und –betreuung verwendet, oder auch synonym zu lindernder beziehungsweise palliativer Behandlung. Bei Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung orientiert sich der Untersuchungs- und Behandlungsplan von vornherein ausschließlich am aktuellen Gesundheitszustand und den individuellen Bedürfnissen.

Rehabilitation: Was unterscheidet sie von der Nachsorge?

Eine Rehabilitationsmaßnahme schließt in der Regel unmittelbar an die erste Krebsbehandlung an. Viele Betroffene entscheiden sich für eine stationäre "Reha" in einer spezialisierten Klinik, in der innerhalb von drei Wochen ein umfangreiches Programm zur körperlichen Erholung und zur Krankheitsverarbeitung geboten wird. Eine solche Maßnahme soll Betroffenen dabei helfen, nach der Krebsbehandlung schnell in das alltägliche und gegebenenfalls berufliche Leben zurückzukehren. Bis vor einigen Jahren war für eine kompakte Rehabilitationsmaßnahme auch der Begriff "Nachsorgekur" üblich. Hintergründe erläutert der Krebsinformation in einem eigenen Text "Rehabilitation nach Krebs: Was hilft beim Gesundwerden?".

Ansprechpartner: Wer koordiniert die Nachsorge?

Als Krebspatient sollte man während oder kurz nach der ersten Krebsbehandlung absprechen, welcher Arzt Ansprechpartner für die Nachsorge sein wird. Eine Planung der Nachsorge findet bei vielen Patienten noch im Krankenhaus statt, wo die Erstbehandlung durchgeführt wurde. Beim Entlassungsgespräch oder bei einem gesondert vereinbarten Termin gilt es, eine Lösung zu finden: Sie muss auf die eigene Krankheitssituation passen und auch persönliche Umstände berücksichtigen. Wichtig ist, eindeutig zu regeln, wer wofür zuständig ist, vor allem, wenn mehrere Ärzte an der Nachsorge beteiligt sein werden.

Rechtzeitig absprechen: Klinikambulanz, Facharzt oder Hausarzt?

Die Nachbetreuung kann in der Ambulanz der Klinik stattfinden, in der man behandelt wurde. Für diese Variante spricht die besondere Erfahrung, die heute in auf Krebsbehandlungen spezialisierten Zentren vorliegt. Notwendig wird die Nachsorge in der Klinikambulanz auch meist dann, wenn die Behandlung in einer klinischen Studie mit neuen Medikamenten oder anderen neuen Therapieverfahren erfolgt ist.
Gegen die Nachsorge im Krankenhaus kann zum Beispiel sprechen, dass die Klinik weit weg vom Wohnort liegt: Hier können längere Fahrten notwendig werden. Möchten Patienten dennoch die Nachsorge dort durchführen lassen, sollten sie im Vorfeld mit ihrer Krankenkasse klären, wer die Fahrtkosten übernimmt.

Bei vielen Krebspatienten ist die Koordination der Nachsorge auch durch einen niedergelassenen Facharzt möglich, der Erfahrung in der Nachbetreuung von Krebspatienten hat. In vielen Fachrichtungen der Medizin können sich Ärzte auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisieren. So gibt es beispielsweise Frauenärzte mit Schwerpunkt Gynäkologische Onkologie oder hauptsächlich onkologisch tätige Urologen. Fachärzte für Innere Medizin können sich unter anderem zu Hämatologen-Onkologen fortbilden.

Je nachdem, welche Untersuchungen notwendig werden, kann es sein, dass Betroffene während der Nachsorge zu mehreren Spezialisten gehen. Röntgenaufnahmen, Mammografien, Computertomografien oder Magnetresonanztomografien übernimmt zum Beispiel oft ein niedergelassener Radiologe.

Auch ist ein Nachsorgemodell vorstellbar, bei dem ein Krankenhaus und ein niedergelassener Facharzt jeweils einen Teil der Nachsorge übernehmen. Dann ist die Abstimmung der beteiligten Partner wichtig, damit keine wichtigen Informationen verloren gehen.

Welche Rolle spielt der Hausarzt?

Patienten sollten auch klären, wer bei allgemeinen medizinischen Fragen Ansprechpartner ist und wer im Notfall. Sind Klinik oder Facharzt nicht am Wohnort? Dann ist es sinnvoll, für Notfälle oder bei anderen Erkrankungen auch Ansprechpartner in der näheren Umgebung festzulegen. Dafür kommt der Hausarzt infrage: Er sollte dann aber auch Informationen zur bisherigen Therapie, zur Nachsorge und zur weiteren Behandlung erhalten, selbst wenn er nicht der therapieführende Arzt ist. Weiß er zum Beispiel, welche Medikamente ein Krebspatient erhält, kann er im Notfall oder bei anderen Erkrankungen seine Maßnahmen darauf abstimmen.

Grundsätzlich ist es zwar auch möglich, dass ein Allgemein- oder Hausarzt die Krebsnachsorge selbst durchführt. Die Behandlung von Krebs und die Nachbetreuung gehören allerdings meist nicht zu seinem Spezialgebiet. Er kann jedoch die Überweisungen zu Fachärzten koordinieren und sich mit diesen eng abstimmen. Sind die Zuständigkeiten geklärt, können bei ihm auch Befunde und Laborberichte zusammen kommen.

Benötigt man einen Nachsorgepass?

Nachsorgepässe enthalten Angaben über den Verlauf der Erkrankung, Termine der Untersuchungen sowie die einzelnen Behandlungen. In Deutschland existiert jedoch keine einheitliche Regelung für die Gestaltung und Vergabe von Nachsorgepässen für Tumorpatienten. Sie werden an einzelnen Kliniken oder von einzelnen Fachgesellschaften und Berufsverbänden zur Verfügung gestellt. Vorgeschrieben oder zwingend notwendig sind sie nicht.

Ablauf der Nachsorge: Leitlinien geben Rahmen vor

In medizinisch-wissenschaftlichen Leitlinien zu den einzelnen Krebsarten finden sich Empfehlungen, in welchen Abständen und über welchen Zeitraum regelmäßige Nachsorgetermine sinnvoll sind. Darüber hinaus bieten diese Leitlinien weitere Anhaltspunkte für Ärzte und Betroffene: Sie enthalten Angaben, welche Untersuchungen wie oft notwendig sind und welchen Stellenwert sie haben. Leitlinien werden von Fachleuten erarbeitet und regelmäßig aktualisiert. Sie geben Ärzten eine Orientierungshilfe, weil sie das jeweils aktuelle Fachwissen bündeln und bewerten. Diese Empfehlungen passen Ärzte dann auf die individuellen Risiken und Bedürfnisse einer Patientin oder eines Patienten an.

Nachsorge planen: Ziele individuell festlegen

Wie oft zur Nachsorge?

Bei den meisten Krebspatienten sollten Nachsorgeuntersuchungen zunächst in kürzeren Zeitabständen stattfinden. Treten keine Probleme auf und gibt es keine Anzeichen für einen Rückfall, können die Abstände nach und nach verlängert werden. Oft ist einige Jahre nach der Erkrankung nur noch eine Untersuchung pro Jahr vorgesehen. Treten aber Beschwerden auf, sollte möglichst bald ein Arzt aufgesucht werden – auch zwischen zwei Nachsorgeterminen.

Was erwartet einen bei der Nachsorge?

Basis aller Nachsorgeuntersuchungen ist ein ausführliches Gespräch zwischen Patient und Arzt. Vor einem Nachsorgetermin können sich Krebspatienten überlegen, was sie dem Arzt gerne mitteilen oder welche Fragen sie ihm stellen möchten.

Im Anschluss an das Gespräch führen Ärzte je nach Krankheitsart und Nachsorgeplan meist eine körperliche Untersuchung durch. Dann können weitere diagnostische Maßnahmen folgen, etwa eine Blutentnahme, bildgebende oder endoskopische Verfahren – abhängig davon, was bei der Planung vorgesehen wurde, oder was sich aus aktuell vorliegenden Beschwerden ergibt.

Welche dieser Untersuchungen bei einem einzelnen Patienten tatsächlich sinnvoll sind, ist von den Zielen der Nachsorge abhängig.

Nutzen: Was kann die Nachsorge leisten, was nicht?

Bei vielen Tumorarten sind Fachleute in den letzten Jahren von einer intensivierten Nachsorge abgerückt. Sie verzichten heute oft auf umfangreiche und streng festgelegte Untersuchungen in ganz festen Zeitabständen. Ärzte orientieren sich heute eher an der Lebensqualität Betroffener, und sie machen den Umfang von Untersuchungen zum Beispiel von der Wahrscheinlichkeit und den Anzeichen für einen Rückfall sowie dem tatsächlichen Gesundheitszustand abhängig. Bei einigen Krebsarten gibt es dagegen nach wie vor ausgefeilte Nachsorgepläne. Die Unterschiede hängen auch davon ab, welche Behandlungsmöglichkeiten es bei einem Rückfall gäbe.
Gleich zu Beginn der Nachsorge sollten sich Krebspatienten deshalb von ihren behandelnden Ärzten das Für und Wider eines für sie individuell zusammengestellten Nachsorgeprogramms erläutern lassen.

Was können sich Krebspatienten von Nachsorgeprogrammen erwarten, welchen Nutzen bringen sie? Was kann die Nachsorge nicht leisten?

Lebensqualität verbessern: Langzeitfolgen erkennen und behandeln

Nachsorgetermine haben ein besonders wichtiges Ziel: Sie dienen dazu, Langzeitfolgen einer Krebserkrankung oder ihrer Behandlung früh zu erkennen und zu behandeln. Solche Nachwirkungen schränken die Lebensqualität mancher Patienten stark ein. Daher ist ihre rechtzeitige und möglichst umfassende Behandlung wichtig. Bei Bedarf stellen Ärzte in der Nachsorge Kontakt zu anderen Fachleuten her, wie etwa Physiotherapeuten oder Ernährungsberatern. Sie verordnen gegebenenfalls auch Rehabilitationsmaßnahmen. Darüber hinaus erfahren Betroffene während der Arzttermine, was sie selbst tun können, um Beschwerden zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Wer sich Unterstützung bei der Krankheitsverarbeitung wünscht, kann dies ebenfalls in der Nachsorge ansprechen. Für viele bleibt etwa die Angst vor einem möglichen Rückfall oder dem Fortschreiten der Erkrankung lange Zeit bestimmend. Der Arzt, der die Nachsorge koordiniert, ist auch hier ein wichtiger Ansprechpartner. Er kann zu psychotherapeutisch arbeitenden Psychoonkologen überweisen, oder Adressen von psychosozialen Krebsberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen nennen.

Hat die Erkrankung Folgen für den Alltag, für die finanzielle Situation oder für den Arbeitsplatz? Nachsorgetermine bieten Patienten die Gelegenheit, Bedarf an sozialrechtlicher Beratung anzumelden und sich nach zuständigen Stellen und weiteren Ansprechpartnern zu erkundigen.

Die Suche nach Rückfällen und Metastasen: Nutzen und Risiken sorgfältig abwägen

Doch was ist mit der Nachsorge, wenn es um die Früherkennung eines Rückfalls oder von Metastasen geht? Vielen Patienten ist es wichtig, bei jedem Termin möglichst umfangreich untersucht zu werden. Andere haben genau davor Angst, weil es sie immer wieder an die Gefahr eines Rückfalls erinnert. Heute gilt, kurz zusammengefasst: Es gibt zwar viele Untersuchungen, die in der Krebsnachsorge möglich sind. Sinnvoll sind aber nur Tests, die für Betroffene auch Konsequenzen haben und das weitere Vorgehen beeinflussen.

Beispiele bieten die regelmäßige Messung von Tumormarkern. Sie ist nicht immer und bei allen Patienten gleich sinnvoll. Bei manchen Krebsarten können erhöhte Tumormarker durchaus ein Fortschreiten einer Erkrankung anzeigen. Viel entscheidender ist die Frage, ob dieses Wissen Konsequenzen hinsichtlich einer Behandlung hat.

Ein weiteres Beispiel ist die gezielte Suche nach Metastasen. Was bringt es einem als Patient, wenn ein Rückfall bei regelmäßigen Computertomographien oder Szintigraphien früh erkannt wird? Kann man dann anschließend erfolgreich behandelt werden? Oder erfährt man nur früher, dass die Krankheit wieder da ist, ohne dass dies Konsequenzen für das Überleben oder die Lebensqualität hat?

Bei vielen Krebsarten ist es zum Beispiel durchaus sinnvoll, das Nachwachsen des Tumors an der gleichen Stelle als "lokalen Rückfall" möglichst früh zu erkennen, weil dann noch einmal eine Behandlung mit guter Aussicht auf Heilung möglich ist. Die gezielte Suche nach Fernmetastasen in anderen Organen kann bei der gleichen Tumorart dagegen aufwendig und belastend sein, aber nicht dazu beitragen, dass ein Betroffener länger oder besser lebt.
Bei einer sehr fortgeschrittenen Erkrankung ist auch die Frage erlaubt: Möchte man als Patient überhaupt, dass eine Behandlung stattfindet?

Informationsaustausch ist wichtig

Noch sind zur optimalen Nachsorgeplanung Fragen offen – bei einigen Krebsarten mehr, bei anderen weniger. Daher ist dieses Thema auch Gegenstand der Forschung. Welche Auswirkungen haben beispielsweise neue Medikamente oder andere neue Behandlungsverfahren auf die Nachsorgeplanung? Welche Rolle spielt das Alter von Patienten: Muss die Nachsorge für 20-Jährige anders aussehen als für 80-Jährige?
Wie die Balance zwischen starren Plänen und individueller Nachsorge zu halten ist, wird international in Studien immer wieder aufs Neue geprüft und kann sich im Lauf einiger Jahre auch verändern.