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Thema des Monats: Autofahren zur Chemotherapie - als Patient ans Steuer?

Die meisten Krebspatienten werden zunächst operiert. Für viele Betroffenen ist die Behandlung nach der Operation jedoch noch nicht zu Ende. Zur Chemotherapie oder zum Beispiel für eine Strahlentherapie kommen sie immer wieder in die Klinik zurück - oder besuchen spezialisierte Arztpraxen. Der Weg zum Arzt ist dabei nicht selten beschwerlich und kostet Zeit. Die einfachste Lösung scheint da oft das eigene Auto. Doch dürfen Krebspatienten am Tag ihrer ambulanten Behandlung selbst Autofahren? Wer übernimmt die Kosten für ein Taxi oder einen Krankentransport? Anhand einer aktuellen Anfrage erklärt der Krebsinformationsdienst, ob und wann Krebspatienten in der ambulanten Behandlung selbst mit dem Auto fahren können und für welche anderen Fortbewegungsmittel eventuell die Kosten übernommen werden.

Vielen Dank für Ihre Anfrage an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Gerne bieten wir Ihnen allgemeine Hinweise zur Fahrtauglichkeit bei einer Chemotherapie. Auch haben wir Informationen zur Fahrtkostenübernahme bei einer ambulanten Chemotherapie für Sie zusammengefasst. Falls Sie weitere Fragen zum Thema haben, erreichen Sie uns auch per E-Mail oder Telefon. Wir bitten Sie aber um Verständnis dafür, dass wir Ihnen keine individuelle Empfehlung geben können. Ob Sie trotz der Therapie fahrtüchtig sein werden, können ausschließlich Ihre behandelnden Ärzte beurteilen.

Mit dem Auto zur Chemotherapie, geht das?

Ob Sie als Krebspatient selbst Autofahren dürfen, ist von Ihrem körperlichen und geistigen Zustand abhängig. Dabei ist nicht nur Ihre Krankheit an sich von Bedeutung. Nehmen Sie Medikamente ein, die Ihre Fahrtüchtigkeit beeinflussen? Das kann zum Beispiel bei starken Schmerzmitteln der Fall sein. Ärzte sind verpflichtet, ihre Patienten auf entsprechende Nebenwirkungen hinzuweisen. Trotzdem ist es sinnvoll, sich auch selbst zu informieren. Denn wer trotz Einschränkungen fährt, riskiert nicht nur seine Gesundheit, sondern auch die anderer Menschen. Im Schadensfall kann es zudem vorkommen, dass die Autoversicherung für die entstandenen Kosten nicht oder nur teilweise aufkommt.

Dies gilt auch für die Autofahrt zu einer Chemotherapie-Sitzung. Es ist vorab schwer absehbar, wie Sie auf die verabreichten Medikamente reagieren werden. Sie schreiben zwar nicht, welche Medikamente Sie bekommen sollen. Patienten mit Hodenkrebs erhalten im Anschluss an die Operation aber zum Beispiel oft Carboplatin oder eine Kombination aus Cisplatin, Etoposid und Ifosfamid (PEB). Diese Zytostatika wirken sich zum Teil direkt auf die Fahrtüchtigkeit aus: Cisplatin kann beispielsweise das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die aktive Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigt wird, so lautet die Information in der Packungsbeilage.

Sie werden mit großer Wahrscheinlichkeit außerdem noch Arzneimittel gegen Nebenwirkungen der Behandlung erhalten: Auch solche zusätzlich zur Chemotherapie eingenommenen Medikamente können sich negativ auswirken: Nehmen Sie zum Beispiel Mittel gegen Übelkeit oder Schwäche, werden Sie unter Umständen müde und unkonzentriert. Ein Risiko besteht, unabhängig davon, wie lange die Fahrt dauert. Sie sollten sich also nicht darauf verlassen, dass Sie es nicht weit bis nach Hause haben oder dass Sie den Weg gut kennen.

Ob Sie Ihr Auto am Tag der Chemotherapie-Sitzung besser stehen lassen, sollten Sie daher unbedingt im Vorfeld mit Ihren Ärzten besprechen. Diese können Ihnen sagen, welche Medikamente Sie erhalten werden und wie sich diese auf Ihre Fahrtüchtigkeit auswirken.

Ambulante Chemotherapie: Wer übernimmt die Fahrtkosten?

Sie haben nicht geschrieben, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sind. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) übernehmen in der Regel einen Teil der Transportkosten zu einer ambulanten Chemotherapie. Das ist im Sozialgesetzbuch (SGB V) und der Krankentransport-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) festgelegt. Die Kostenübernahme muss jedoch immer im Vorhinein von der Krankenkasse beantragt und genehmigt werden. Versicherte müssen zwischen 5 und 10 Euro pro Fahrt zuzahlen. Für zuzahlungsbefreite Patienten entfällt dieser Betrag. Auch bei privaten Krankenversicherungen ist eine Kostenübernahme üblich. Ausschlaggebend ist hier jedoch der individuelle Vertrag.
Die Krankenkassen übernehmen Kosten nur für den direkten Weg zum Arzttermin. Sollten Sie Ihre Fahrt zum Arzt mit privaten Angelegenheiten verbinden, müssen Sie für eventuell anfallende Mehrkosten selbst aufkommen.

Falls Ihre Ärzte Ihnen abraten, selbst mit dem Auto zur Chemotherapie zu fahren, erstatten die Kassen in der Regel die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel. Eine Fahrt mit dem Taxi muss von Ihrem Arzt allerdings explizit verordnet werden: Nur wenn aus medizinischen Gründen eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht infrage kommt, werden auch hier Kosten übernommen. Bei einer ambulanten Chemotherapie wird die Taxifahrt oder die Fahrt mit einem auf Krankentransporte spezialisierten Unternehmen jedoch in der Regel gewährt. Dies gilt aber nur, wenn Sie vor der Chemotherapie mit Ihrer Krankenkasse sprechen. Informieren Sie sich, für welche Fahrten die Kosten übernommen werden, wie hoch die Zuzahlung ist und welche Nachweise Sie vorlegen müssen. Fragen Sie auch nach, welche Regelungen gelten, falls Sie doch einmal von Ihrer Frau zur Behandlung gefahren werden.