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Blasenkrebspatienten: Jeder zweite hat geraucht

Rauchen kann Krebs verursachen, nicht nur in der Lunge, sondern auch in der Blase. Das hat einmal mehr eine aktuelle Studie gezeigt, die in der US-amerikanischen Fachzeitschrift JAMA veröffentlicht wurde. Jeder zweite Blasenkrebs ist demnach auf den Zigarettengenuss zurückzuführen: Bei Männern ließen sich durch striktes Nichtrauchen 50 von 100 Krebserkrankungen in der Harnblase vermeiden, bei Frauen sogar 52 von 100. Bei Männern waren diese Zahlen schon länger bekannt. Bei Frauen ging man bisher von einer geringeren Anzahl aus.

Blasenkrebs in Deutschland

In Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI, www.rki.de/krebs) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister (GEKID, www.gekid.de) jedes Jahr etwa 21.500 Männer und 8.500 Frauen an Harnblasenkrebs.

Wissenschaftler vom U.S.-amerikanischen National Cancer Institute und der "Amerikanischen Vereinigung der Ruheständler" (AARP) werteten für die Untersuchung die Daten von insgesamt rund 470.000 US-Amerikanern aus. Die Frauen und Männer zwischen 50 und 71 Jahren wurden im Rahmen einer groß angelegten Studie ("National Institutes of Health-AARP Diet and Health Study") 1995 und 1996 zu ihren Lebensgewohnheiten befragt und über elf Jahre nachbeobachtet. Von insgesamt rund 290.000 Männern erkrankten in diesem Zeitraum etwa 4.000 an Blasenkrebs, von rund 180.000 Frauen waren es etwa 630.

Aktive Raucher hatten in der Gruppe ein vierfach höheres Risiko für eine Blasenkrebserkrankung als Personen, die noch nie geraucht hatten. Bei Ex-Rauchen trat der Tumor etwa doppelt so häufig auf wie bei den Nichtrauchern. Dass trotz sinkender Raucherzahlen die Häufigkeit von Blasenkrebs in den USA nicht abnimmt, führen die Wissenschaftler auf Veränderungen in den Inhaltsstoffen von Tabak zurück. Obwohl zum Beispiel Nikotin im Tabak reduziert worden sei, sei die Konzentration einiger krebserregender Substanzen gestiegen.

Blasenkrebs-Screening: Keine Beweise für einen Nutzen

Wer als Raucher sein erhöhtes Krebsrisiko durch eine Früherkennung von Blasenkrebs senken will, wird enttäuscht: Die gesetzlichen Krankenkassen bieten in Deutschland keine entsprechende Früherkennung an. Und dies nicht ohne Grund: In einer aktuellen Untersuchung hat eine US-amerikanische Expertengruppe (U.S. Preventive Service Task Force, www.uspreventiveservicestaskforce.org) erneut bestätigt, dass es bisher keine ausreichenden Belege für einen routinemäßigen Nutzen der Blasenkrebs-Früherkennung gibt.



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