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Anti-Diabetes-Medikament Pioglitazon: Leicht erhöhtes Blasenkrebsrisiko

Zuckerkranke Menschen mit Harnblasenkrebs sollten statt Anti-Diabetes-Medikamenten mit dem Wirkstoff Pioglitazon besser ein anderes Arzneimittel verwenden. Dies empfiehlt die Europäische Arzneimittelagentur (EMA).
Anlass für diese Einschränkung sind Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen Pioglitazon und bösartigen Veränderungen der Blasenschleimhaut.

Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät Patienten, die zurzeit pioglitazonhaltige Medikamente einnehmen, diese keinesfalls eigenmächtig absetzen, sondern Rücksprache mit ihren Ärzten zu halten. Ein unkontrollierter Anstieg des Blutzuckerspiegels kann andernfalls zu Risiken für die Gesundheit führen.

EMA: Nutzen und Risiken müssen sorgfältig abgewogen werden

Studien aus Frankreich und den USA hatten ein leicht erhöhtes Blasenkrebsrisiko für Patienten ergeben, die über einen längeren Zeitraum Pioglitazon einnehmen. Die EMA hat daraufhin seit dem Frühjahr das Nutzen-Risiko-Verhältnis von pioglitazonhaltigen Medikamenten geprüft und jetzt einen Abschlussbericht vorgelegt.

Demnach sollen Patienten entsprechende Medikamente nicht erhalten, wenn sie

Menschen mit Diabetes, die aufgrund weiterer Risikofaktoren ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs haben, sollten mit ihren Ärzten Nutzen und Risiken pioglitazonhaltiger Medikamente für ihre persönliche Situation sorgfältig gegeneinander abwägen. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel steigt das Risiko für Blasenkrebs mit dem Lebensalter; weitere Faktoren sind Tabakrauch und der Kontakt mit bestimmten Chemikalien, etwa sogenannten aromatischen Aminen, vor allem am Arbeitsplatz.

Pioglitazon gehört zu den sogenannten Insulin-Sensitizern. Diese Arzneimittel werden zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt, fälschlich oft als "Alterszucker" bezeichnet: Sie erhöhen die Empfindlichkeit des Gewebes für Insulin; Zucker wird so leichter aus dem Blut in die Zellen aufgenommen. Für die meisten Patienten mit dieser Form der Zuckerkrankheit stehen geeignete andere Medikamente mit ähnlicher Wirkung zur Verfügung.

Die Europäische Arzneimittelbehörde weist darauf hin, dass manche Patienten trotz des Blasenkrebsrisikos von der Einnahme von Pioglitazon durchaus profitieren können. Dies gilt vor allem, wenn bei ihnen die Behandlung mit anderen Anti-Diabetes-Medikamenten nicht ausreichend ist. Bei diesen Patienten sollte der Arzt regelmäßig kontrollieren, ob die Blutzuckerspiegel-Einstellung wirklich besser gelingt.