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Prostatakrebs: Vorteil für Verheiratete?

Leben verheiratete Prostatakrebspatienten länger als alleinstehende Betroffene? Dieser Frage ist eine Gruppe internationaler Wissenschaftler nachgegangen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass ein solcher Zusammenhang statistisch nachweisbar ist. Welche Ursachen dafür verantwortlich sind, wurde allerdings nicht untersucht.

Die Forscher werteten Krebsregister-Daten von mehr als 163.000 U.S.-amerikanischen Prostatakrebspatienten aus. Erkrankt waren die Betroffenen zwischen 1988 und 2006. Die Tumoren hatten zu diesem Zeitpunkt noch nicht gestreut, zur Behandlung entschieden sich die Männer alle für die operative Entfernung der Prostata, fachsprachlich radikale Prostatektomie (RPE).

Krankheitsverläufe verglichen

Die Wissenschaftler verglichen den Krankheitsverlauf von getrennt lebenden, geschiedenen und verwitweten Männern mit dem verheirateter Patienten. Die Forscher können belegen, dass die Sterblichkeit unter Betroffenen mit Trennungs- und Verlusterfahrung höher war. Dies galt sowohl für Todesfälle infolge der Krebserkrankung als auch aufgrund anderer Ursachen.

Allerdings waren die Unterschiede eher gering: Fünf Jahre nach der Operation waren unter 1.000 Ehemännern 14 an Prostatakrebs gestorben, bei den getrennten Männern waren es 21 von 1.000. Unter 1.000 Betroffenen, die nie den Bund fürs Leben geschlossen hatten, waren es ebenfalls 14. Bezogen die Forscher nicht nur Krebs, sondern alle dokumentierten Todesursachen mit ein, starben innerhalb der ersten fünf Jahren nach der radikalen Prostatektomie 70 von 1.000 Verheirateten, dagegen 224 von 1.000 mit Trennungserfahrung und 87 von 1.000 Nie-Verheirateten.

Einschränkung: Daten erlauben keine Aussage zu den Ursachen

Aussagen zu den möglichen Ursachen für die Unterschiede in der Sterblichkeitsrate liefert die aktuelle Studie nicht: Die Arbeit der Forscher aus Kanada, Italien, Frankreich und den USA beruht auf der Auswertung rein statistischer Zusammenhänge. Den Studienautoren lagen über die in den Krebsregistern erfassten Daten hinaus keine Zusatzinformationen vor. Beispielsweise konnten sie nicht auswerten, wie zufrieden die Krebspatienten mit ihrer privaten Situation waren und welchen Einfluss dies auf ihre Erkrankung oder ihre Lebensführung hatte.