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Aktuelles Thema: Rehabilitation nach Krebs - Was hilft beim Gesundwerden?

Eine Krebsbehandlung kann sehr anstrengend sein. Die Rückkehr zum gewohnten Alltag fällt vielen Betroffenen danach schwer. Eine Rehabilitationsmaßnahme kann dazu beitragen, diesen Übergang leichter zu machen. Die "Reha" soll außerdem den Erfolg der Behandlung sichern sowie etwaigen Spätfolgen und Einschränkungen durch die Krankheit oder die Behandlung nach Möglichkeit vorbeugen.
Was ist eigentlich eine Rehabilitation? Und wer hat Anspruch auf solche Maßnahmen? Am Beispiel einer aktuellen Anfrage erläutert der Krebsinformationsdienst wichtige Grundlagen, nennt Ansprechpartner und verweist auf weitere Informationsquellen.

Vielen Dank für Ihre Anfrage an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Fast alle Krebspatienten haben, unabhängig von ihrer Versicherung, Anspruch auf Rehabilitationsleistungen. Gerne erläutern wir Ihnen einige Hintergründe und nennen Ansprechpartner.
Wir müssen Sie allerdings um Verständnis dafür bitten, dass die Beratung, ob Ihr Mann eine "Reha" benötigt, und wie diese im Einzelnen aussehen sollte, nur von seinen behandelnden Ärzten kommen kann: Sie werden mit Ihnen voraussichtlich nach der Operation über das Thema Rehabilitation sprechen.
Zu diesem Zeitpunkt lässt sich besser absehen, wie Ihr Mann den Eingriff verkraftet und wie es nach der Entfernung des Tumors mit der Therapie weitergehen soll. Dann kann Ihr Mann mit den Ärzten klären, welche medizinische und sonstige Unterstützung er benötigt, um wieder gesund zu werden.

Keine Pflicht zur Reha

Informiert besser entscheiden

Was für oder vielleicht aus privaten Gründen auch gegen eine  Reha spricht, sollte Ihr Mann in der Zeit nach der Operation auf jeden Fall mit seinen Ärzten und dem Sozialdienst des Krankenhauses besprechen.
In fast allen Krankenhäusern steht Ihnen ein solcher Kliniksozialdienst zur Verfügung: Hat Ihr Mann sich für eine Reha entschieden, kümmern sich die Mitarbeiter gemeinsam mit den Ärzten um die Frage, welche Maßnahmen für ihn infrage kommen und sinnvoll sind. Sie klären noch vor der Entlassung aus dem Krankenhaus, wann die Rehabilitation beginnen kann. Und sie prüfen gemeinsam mit Ihrem Mann, ob die geeigneten Maßnahmen ambulant oder besser stationär in einer qualifizierten Klinik durchgeführt werden sollten.

Die Mitarbeiter der Kliniksozialdienste sind in der Regel Sozialarbeiter und dafür ausgebildet, Ihren Mann noch während seines Aufenthaltes im Krankenhaus in allen sozialrechtlichen Fragen zu beraten.
Sie stellen gemeinsam mit ihm die notwendigen Anträge. Sie sind außerdem Ansprechpartner, wenn Ihr Mann Fragen zur Rückkehr an seinen Arbeitsplatz hat. Erwartet er aufgrund seiner Erkrankung Probleme im Beruf, helfen sie bei der Suche nach Unterstützung. Die Mitarbeiter prüfen auch die Anerkennung einer Schwerbehinderung aufgrund der Erkrankung.
Je nach Bedarf und Situation können die Kliniksozialdienste Sie beide auch aktiv beim Kontakt mit Versicherungen, Ämtern oder weiteren Ansprechpartnern entlasten. 
Sie unterstützen ihn außerdem bei der Bewältigung der Erkrankung und ihrer Folgen und arbeiten bei Bedarf mit weiteren Fachleuten zusammen, zum Beispiel mit Psychoonkologen. Und schließlich können Ihnen die Mitarbeiter der Kliniksozialdienste meist auch sagen, welche Selbsthilfeangebote in Ihrer Region bestehen: So könnten Ihr Mann und Sie sich auch bei anderen Krebspatienten nach ihren Erfahrungen mit einer Rehabilitationsmaßnahme erkundigen.

Rehabilitation nach Krebs: Wie sehen die Rahmenbedingungen aus?

Antrag, Organisation: Wo findet man Beratung und Information?

Für Patienten, die ambulant oder stationär in einer onkologischen Fachklinik behandelt werden, sind die Kliniksozialdienste die wichtigsten Ansprechpartner. Dort kann jeder Patient direkt Termine vereinbaren. Wenn man nicht weiß, wohin man sich wenden soll, helfen die behandelnden Ärzte und die Stationsleitung weiter.

Für gesetzlich versicherte Patienten, die die stationäre Therapie schon beendet haben oder von vornherein außerhalb einer Klinik von niedergelassenen Ärzten betreut werden, stehen die Servicestellen REHA zur Verfügung, im Internet unter www.reha-servicestellen.de.

Alle Krankenversicherungen bieten auf ihren Internetseiten, über ihre Servicetelefone und durch Broschüren weitere Auskünfte zur Rehabilitation. Und natürlich sind die Geschäftsstellen vor Ort die Ansprechpartner, wenn es um die Klärung individueller Fragen geht.

Das Bundesministerium für Gesundheit bietet allgemeine Informationen unter www.bundesgesundheitsministerium.de/krankenversicherung/leistungen/rehabilitation.html.

Auch die Deutsche Rentenversicherung informiert allgemein unter www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/de/Navigation/Rehabilitation/leistungen/
onkologische_node.html

Rechtliche Hintergründe und Richtlinien für gesetzlich Versicherte finden sich beim GKV-Spitzenverband, unter www.gkv-spitzenverband.de/Rehabilitation.gkvnet.  

Für privat Versicherte gibt es Informationen beim Verband der privaten Krankenversicherungen e.V., unter www.pkv.de und unter www.derprivatpatient.de

Falls eine Tumorerkrankung als beruflich bedingt anerkannt ist, ist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung zuständig, als Hauptverband der Berufsgenossenschaften und weiterer Unfallversicherungsträger, unter www.dguv.de/inhalt/rehabilitation/index.jsp 

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) bietet Ratsuchenden eine neutrale und von Krankenkassen oder Ärzten unabhängige Beratung. Im Internet ist die UPD unter www.patientenberatung.de zu finden. Dort sind auch die Kontaktinformationen  für die bundesweit 21 Beratungsstellen und das kostenlose Beratungstelefon aufgeführt.

Ablauf: Was gehört zur "Reha" nach Krebs dazu?

Welche Maßnahmen beim Gesundwerden und bei der Rückkehr in den Alltag helfen können, hängt von der individuellen Situation ab. Für Krebspatienten lässt sich alles Wichtige in einer sogenannten Anschlussheilrehabilitation bündeln. Viele Betroffene entscheiden sich heute für diese auch Anschlussheilbehandlung (AHB) genannte Maßnahme. Die Anschlussheilrehabilitation schließt sich direkt oder mit nur wenigen Tagen Unterbrechung an die eigentliche Krebsbehandlung an. Patienten können stationär in eine besonders qualifizierte Rehabilitationsklinik gehen. Der Aufenthalt dauert meist drei Wochen und ist bei besonderem Bedarf auch verlängerbar.
Ist eine Anschlussheilrehabilitation direkt nach der ersten Behandlung nicht möglich, kann die stationäre Reha-Maßnahme auch zu einem späteren Zeitpunkt begonnen werden.

Qualität ist Bedingung

Die als Rehabilitationseinrichtung für Krebspatienten zugelassenen Kliniken müssen eine Reihe von Auflagen erfüllen, was ihre Angebote angeht. Dazu gehören viel Erfahrung in der medizinischen Behandlung, psychologische Betreuung und Beratung, Physiotherapie und weitere unterstützende Therapieangebote sowie Ernährungsberatung. Hinzu kommen je nach Spezialisierung der Klinik Angebote, die auf die besonderen Probleme bei den verschiedenen Krebsarten ausgerichtet sind.
Für Patienten wird bei der Aufnahme ein auf ihre Bedürfnisse angepasstes Programm zusammengestellt, in dem sich Therapie, Schulung, Beratung und Information mit Entspannung und Erholung abwechseln.

Die freie Klinikwahl ist wegen dieser Anforderungen begrenzt: Für Krebspatienten kommen nur Häuser infrage, die von ihrem Versicherungsträger auch als geeignet für die Rehabilitation nach Krebs anerkannt wurden. Muss die Reha zeitnah beginnen, ist es nicht immer möglich, sich selbst eine Wunschadresse auszusuchen.

Reha unter Umständen auch ambulant möglich

Eine Alternative sind ambulante Reha-Einrichtungen. Sie arbeiten meist als Tagesklinik, in die man morgens zur Behandlung kommt und bis in den späten Nachmittag umfassend betreut wird. In anderen medizinischen Fachbereichen gibt es die ambulante Reha schon länger, vor allem für Patienten mit Erkrankungen des Bewegungsapparates. Einrichtungen mit einem auf Krebs ausgerichteten Angebot stehen jedoch noch nicht überall in Deutschland zur Verfügung.

Über diese Rehabilitation im engeren Sinn hinaus gibt es noch weitere Möglichkeiten der Unterstützung. Sie werden in der Regel ambulant durchgeführt, wenn Krebspatienten wieder zu Hause sind, aber im Alltag noch Probleme auftauchen. Ansprechpartner für die Klärung des Bedarfs ist der Arzt, der die Nachsorge durchführt. Er verordnet auch die Maßnahmen oder stellt die notwendigen Überweisungen aus. 
Je nach Situation kommen zum Beispiel eine psychoonkologische Beratung und Betreuung  infrage. Physiotherapie ist wichtig bei Bewegungseinschränkungen oder anderen körperlichen Problemen durch die Erkrankung; möglich ist auch die Teilnahme an Reha-Sportgruppen. Viele Krebspatienten wünschen sich zudem eine Ernährungsberatung. Es gibt weitere individuell angepasste Rehabilitationsangebote und auch Hilfsmittel, die nach einer Krebserkrankung die Rückkehr in den Alltag erleichtern können.

Weitere Quellen, Fachinformationen und Links

Was zu einer Rehabilitation nach Krebs dazu gehört, ist zum Teil in den gesetzlichen Rahmenbedingungen festgelegt, mehr dazu im vorigen Abschnitt. Welche Maßnahmen bei den einzelnen Tumorerkrankungen besonders wichtig sind, haben Fachleute in wissenschaftlich fundierten Empfehlungen festgelegt, sogenannten Leitlinien (hier eine Erläuterung des Begriffs). Diese Leitlinien geben einen Rahmen auf der Basis des jeweils besten Wissens vor. Sie sind jedoch keine starre Vorgabe, sondern lassen auch Spielraum für individuelle Anpassungen und Wünsche.

Unter www.leitlinien.net bietet die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlich Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) eine Datenbank mit aktuellen Texten, geordnet nach medizinischen Fachgebieten und weiter auch nach Tumorarten. Die dort verfügbaren Texte richten sich jedoch vorwiegend an Fachleute und besonders Interessierte.

Dies gilt auch für die meisten Informationen der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin der Deutschen Krebsgesellschaft (ASORS), unter www.onkosupport.de/e2314/index_ger.html

Einige wenige Krebs-Leitlinien gibt es jedoch auch in einer Fassung für Patienten. Diese Texte sowie viele weitere Informationen zur Behandlung, Nachsorge und Rehabilitation hat der Krebsinformationsdienst in einer Liste "Kostenlose Broschüren" aufgeführt, gegliedert nach einzelnen Tumorarten. Ebenfalls aufgeführt sind Bestelladressen und Download-Möglichkeiten für Broschüren zur Rehabilitation allgemein.

Für Interessierte und Fachkreise bietet die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation umfassende Informationen, Materialien wie etwa Rahmenempfehlungen oder Arbeitshilfen sowie Links,  im Internet unter www.bar-frankfurt.de.